17.11.05

Männlich, ledig, jung sucht MBA-Programm

MBA-Studenten sind in der Hauptsache männlich, jung und unverheiratet, so das Ergebnis einer Studie des Internetportals TopMBA.com (erwähnt im Handelsblatt):

Das Durchschnittsalter der Befragten liegt bei 26,5 Jahren [.] Der typische MBA-Bewerber ist Single (76 %) und hat keine Kinder (87%). Das Geschlechterverhältnis ist 2:1 - 67 % der Studenten sind Männer, 33% Frauen.
Die Studie, basierend auf den Antworten von fast 4.000 MBA-Bewerbern, hat außerdem die weiterhin eindeutige Ausrichtung auf Vollzeitprogramme unterstrichen. So interessieren sich lediglich 25 Prozent der Bewerber für Teilzeitangebote.

Wichtigste Gründe für ein MBA-Studium sind der Studie zufolge:

• Verbesserung von Karrierechancen (71%)
• Neue Fähigkeiten erlernen (55%)
• Möglichkeiten beruflicher Veränderung (40%)
• deutliche Gehaltsaufbesserung (29%)
• Start in die Selbstständigkeit (25%)

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21.07.05

Erfahrungsberichte von Studenten

Eine Sammlung von Erfahrungsberichten verschiedener MBA-Studenten an verschiedenen Business-Schools findet sich bei karriere.de. Soweit ich das überblicken kann, sind die Beiträge jedoch eher sporadisch und decken dann in aller Kürze längere Etappen der Ausbildung ab, ohne allzu spezifisch zu werden. Dafür ist es aber eine ganze Menge an Business Schools, über die berichtet wird.

Einige der dort schreibenden Studenten verbringen ihr MBA-Jahr übrigens in Cranfield. Einen lesenswerten Erfahrungsbericht in Buchform über sein Jahr in Cranfield hat übrigens Bernhard Kuderer veröffentlicht. Darin erhält man einen sehr guten Eindruck von dem Leben und Studieren als MBA, dem hohen Leistungsdruck unter den Studenten und den sonstigen kulturellen und sonstigen Belastungen für die Vollzeitstudenten. Interessant ist vor allem die menschliche Note, der Verschleiß, der im Laufe des Jahres zwischen den verschiedenen Typen von Menschen auftritt, die sich gemeinsam auf das Studium eingelassen haben. So gesehen, ist es zum Teil ein Buch über Arbeits- und Gruppenpsychologie geworden. Nützliche Checklisten zur Auswahl der verschiedenen Business Schools, zur Bewerbungsstrategie und für Vorbereitung und Ablauf des Studienjahres gibt Kuderer seinen Lesern übrigens auch auf den Weg. Ich fand das Buch lesenswert, unterhaltsam und nützlich.

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20.06.05

Doppelte Buchführung

Um die Einführung eines kaufmännischen Softwarepakets im Unternehmen, eines sogenannten Warenwirtschaftssystems, effektiv begleiten und leiten zu können, komme ich derzeit nicht umhin, mein zugegebenermaßen seichtes Grundwissen über die kaufmännische Buchführung zu vertiefen. Dieses Verständnis wird mir bei meiner demnächst beginnenden berufsbegleitenden Ausbildung zum MBA (darüber aber später einiges mehr) auch nicht schaden. Also führte der erste Weg zur Wikipedia und der aufschlußreichen Erklärung zur doppelten Buchführung.

Das dort aufgeführte Beispiel habe ich dann selber auch einmal versucht. Das Ganze folgt einfachen Regeln und macht nach einer kurzen Phase von Ratlosigkeit sogar Spaß:

Im Rahmen der doppelten Buchführung sind bei jedem Geschäftsvorfall immer zwei Konten betroffen. Sind beide Konten auf der Aktivseite (Vermögen - Mittelverwendung) oder beide auf der Passivseite (Mittelherkunft - s. auch hier), bleibt die Bilanz und damit das Firmenvermögen unbeeinflusst. Ist ein Konto auf der Aktiv- und eines auf der Passivseite, so wird das Vermögen beeinflusst. Es gibt Bestands- und Erfolgskonten. Auf Bestandskonten werden erfolgsneutrale Zustände erfasst, also Bestände an Gütern oder Geld. Auf Erfolgskonten werden erfolgs- oder gewinnwirksame Vorgänge erfasst, als Aufwände oder Erträge.

Will man nun einen Geschäftsvorfall buchen, wie zum Beispiel die Zahlung von Miete für die Geschäftsräume, überlegt man sich erstmal, welche Konten beteiligt sind. In diesem Fall ein Konto für die Bank und eines für die Mietzahlungen. Beim Zahlen von Miete dreht es sich um einen Vorgang, bei dem die Bilanz des Unternehmens gemindert wird. Es muss also ein Aktiv- und ein Passivkonto beteiligt sein. Bank ist Aktiv, da ja Vermögen des Unternehmens, das auf einem Bankkonto liegt, seiner Verwendung harrt. Demzufolge muss das Konto für die Miete ein Passivkonto sein. Bank ist ein Bestandskonto, Miete aber ein Erfolgskonto - in diesem Fall ein Aufwand.

Bei der Buchung sind dann noch einige Regeln zu beachten, auf welcher Seite des Kontos die Zahlen aufzuschreiben sind. Schließlich erkennt man auch die Einordnung des Vorgangs als erfolgsneutral oder erfolgswirksam. Die besagten Regeln sind dann bei der täglichen Arbeit der Finanzbuchhaltung sehr wichtig und erfordern den buchhaltungsspezifischen, für den groben Überblick, den wir anstreben, wollen wir hier aber Halt machen.

Die Zuordnung eines Geschäftsvorfalls zu den beteiligten Konten und die Einordung der beteiligten Konten in Aktiv/Passiv oder Bestand/Erfolg jedenfalls ist anspruchsvoll und interessant. Viele Menschen gehen da leichtfertig drüber hinweg und halten es für banal. Das ist es nicht und zugleich ist ein grundlegendes Verständnis dafür unerlässlich, will man beispielsweise als Ingenieur auch bei kaufmännischen Entscheidungen mitreden. Gerade die Geschäftsführer der New Economy haben ein beispielloses Fehlverständnis kaufmännischer Regeln und Gesetzmäßigkeiten an den Tag gelegt, was sich in einem kolossalem Gewitter an den Börsen - für uns alle noch heute spürbar - niedergeschlagen hat.

Fassen wir also zusammen: Doppelte Buchführung ist für Außenstehende völlig unverständlich. Wenn man die Materie aber erstmal begriffen hat, darf man sich getrost als zu einem auserlesenen Kreis gehörig fühlen. Hat man sich nur oberflächlich damit auseinander gesetzt, läßt man besser die Finger davon - Halbwissen wird tödlich bestraft.

So betrachtet, ähnelt die doppelte Buchführung durchaus der Klempnerei.

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15.05.05

Warum MBA? Teil II

[Fortsetzung von gestern]

Damit stellt sich aber auch sogleich eine Frage: Wie bleibt man mit seiner eigenen Biografie weiterhin begehrenswert auf dem Arbeitsmarkt? Denn der Schritt in Richtung Nachfolge bietet keine unbegrenzte Sicherheit für lebenslange Beschäftigung. Es bestehen aus meiner Sicht einige Risiken oder Gründe, die mich wieder auf den Arbeitsmarkt bringen könnten: ich könnte nicht imstande sein, die Geschäfte eines solchen Unternehmens zu führen, übergeordnete Zwänge könnten die Ertragslage des Unternehmens negativ beeinflussen, ein Interessent könnte ein Angebot zur Übernahme unterbreiten, das man selbst beim besten Willen nicht vorüberziehen lassen würde oder aber es stellt sich heraus, dass ich es einfach nicht zustande bringe, mit meinen Verwandten zusammen zu arbeiten (das ist nämlich tagein tagaus ein hartes Geschäft).

Um also mich selber zum einen besser auf die Belange der Geschäftsführung eines kleinen mittelständischen Unternehmens vorzubereiten, um aber gleichzeitig auch ein potenzielles Standbein für die Zeit "danach" zu haben, richtete sich mein Augenmerk auf die aus dem angelsächsischen Raum stammende Ausbildung zum Master of Business Administration MBA. Daher der Titel des Beitrags und der gleichnamigen Kategorie, in deren Rahmen über meine Bewerbungsbemühungen und - im Falle meiner Zulassung zu solch einem Programm - auch über meine Sicht der Ausbildung berichtet werden soll.

Der MBA ist ein Managementstudium, in dem Nicht-Betriebswirten zusätzliches betriebswirtschaftliches Wissen ebenso vermittelt wird wie Wissen über Managementtheorien, Zeit- und Selbstmanagement, Team- und Führungskompetenzen und vieles weitere. Es werden Einblicke in volkswirtschaftliche Zusammenhänge gegeben, rechtliche Fragen erläutert und dem MBA-Studenten im allgemeinen das Wissen vermittelt, das ihn zur Führung von Unternehmen oder Teilen davon befähigt. MBAs sind keine Heuschrecken, sie sind z.B. Ingenieure oder Anwälte, die sich betriebswirtschaftliche Kompetenz aneignen wollen, um technisches oder juristisches mit finanziellem Verständnis verknüpfen zu können.

In meinem Falle erhoffe ich mir dadurch folgende Vorteile: Ich werde in die Lage versetzt, das Unternehmen und seine Mitarbeiter kontinuierlich und ertragreich zu führen. Ich erzeuge mit dem Titel MBA bei den Mitarbeitern, Partnern, Lieferanten und Kunden das Vertrauen, das eine erfolgreiche Zusammenarbeit benötigt und das ich als Sohn und Bauingenieur nicht voraussetzen kann. Das Unternehmen und ich profitieren von dem Netzwerk, das man während einer Ausbildung zum MBA mit seinen Kommilitonen knüpft. Durch die durchgängige Darbietung des Stoffes in englischer Sprache perfektioniere ich nebenbei meine Englischkenntnisse. Sollte es dazu kommen, daß ich das Familienunternehmen verlasse, bin ich mit meinen Kenntnissen und der Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt sehr gut positioniert (im Gegensatz zu einem Bauingenier mit längeren Erfahrungen in der Elektronikbranche).

Die Entscheidung war also gefallen. In einem nächsten Schritt ging es um die Auswahl der Schulen, bei denen ich mich bewerben würde sowie die Art des Programmes. Dazu aber später mehr.

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14.05.05

Warum MBA? Teil I

Um dem Folgenden im Großen wie im Kleinen auch nur den Ansatz eines Sinns geben zu können, ist es wichtig, einen ganz kurzen Blick auf die Ursachen der jetzigen Situation zu richten. Das aber sieht wie folgt aus:

Am Anfang der 90er Jahre hatte ich mich für eine Schule entscheiden müssen, nach deren Besuch ich für das Hochschulstudium zugelassen werden konnte. Weil es für mich an der von mir während des Jahrzehnts zuvor besuchten Polytechnischen Oberschule aufgrund gewisser Entscheidungen der dafür verantwortlichen Lehrer keine gnädige Beurteilung für den Besuch einer Erweiterten Oberschule gab, fasste ich damals eine Berufsausbildung mit Abitur ins Auge. Die Entscheidung meiner Lehrer, mich nicht für den höheren Bildungsweg zu empfehlen, hatte mit meiner "wenig staatsbürgerlichen" Einstellung zu tun, und sie sollten zumindest darin Recht behalten. Was die Berufsausbildung mit Abitur anging, wollte ich mir seinerzeit keineswegs von den Bewerbungsstellen der Berufsschulen eine Verpflichtung zum dreijährigen Dienst an der Waffe abpressen lassen - nicht nur, weil mir stupides Kasernenleben eindeutig nicht wünschenswert erschien, sondern weil mir die DDR bereits damals zum Halse raus hing und ihre Armee erst recht.

Damit blieb dem angehenden Abiturienten in mir aber nur die Unterschrift unter einen Lehrvertrag des Wohnungsbaukombinats, verbunden mit einer Ausbildung zum Maurer mit Abitur. Denn das Gegenstück zur Erweiterten Oberschule EOS war eben die einzig in Ostdeutschland vorhandene Berufsausbildung mit Abitur BmA, deren Vorteile die monatliche Entlohnung nach dem Lehrvertrag und die meist lockere politische Ausrichtung der Berufsschullehrer waren. Diese Vorteile waren allerdings zu einem hohen Preis erkauft: eine BmA dauerte ein Jahr länger als der zweijährige Besuch der EOS.

Aufgrund dieser Ausrichtung am Maurerberuf, dessen Lehrlingszeit zwar anstrengend, aber auch lustig und voller Erkenntnisse für die Wertschätzung körperlicher Arbeit war, fiel die Wahl meines Studiumwunsches später auf das Bauingenieurwesen an der TU Berlin. Ob die Wahl eines anderen Studiums vielleicht zu dessen schnellerem Abschluß geführt hätte, wird die Welt wohl nie erfahren. Letztendlich jedoch scheint auch dieser Weg mir all die Erfahrungen und Einblicke in das Leben gebracht zu haben, die mein Wesen heute ausmachen. Zu bemängeln, welche Richtung ich damals einschlug, blietet sich also kein Grund.

Zur selben Zeit, als ich damals meine Zelte im Oberstufenzentrum Bau-Steine-Erden (oder wie das auch immer geheissen haben mag), wurden anderswo bereits Entscheidungen getroffen, die auch mich später einmal berühren sollten. Meine Mutter gründete, um der Arbeitslosigkeit aus dem Weg zu gehen, eine Firma. Die vertrieb die eigenen Designleistungen im Leiterplattenentwurf sowie die Herstellung und Bestückung elektronischer Flachbaugruppen und sollte, nach Jahren harter Arbeit, gegen Ende der 90er Jahre auf gesunden Beinen stehen und urplötzlich wie wild zu wachsen anfangen. Als ich jedenfalls mein Studium beendet hatte, war es im Bauwesen fast unmöglich einen Job zu bekommen - doch da gab es ja diese Firma, deren ertragreiche Lage auch dem eigenen Sohn und ins Auge gefassten Nachfolger eine Möglichkeits der Erwerbstätigkeit bieten sollte. Um die Zeit bis zur ersten Anstellung als Bauingenieur zu überbrücken, schlug ich damals das Angebot nicht aus, hatte ich doch immerhin zu dieser Zeit bereits meine Frau und unseren Sohn zu versorgen.

Als dann später die Anstellung im Bauwesen gefunden war, die Stelle als Projekt- und Oberbauleitungsassistent beim Generalunternehmer für den Bau einer Müllbehandlungsanlage angetreten war, gab es erste Gespräche über die spätere Nachfolge im Familienunternehmen. Die Arbeit dort bietet einige Vor-, aber auch, wer schon mal in ähnlicher Konstellation gearbeitet hat, weiss das jetzt, genügend Nachteile, dass man sich diesen Schritt lange und gründlich überlegen sollte. Ich habe das getan, und bin dabei zu dem Schluß gekommen, es versuchen zu wollen. Das tat ich auch und habe vor einigen Monaten im Bauwesen das Handtuch geschmissen. Was am Anfang der 90er Jahre begann, ist somit ein für allemal zu Ende gegangen.

[Fortsetzung morgen]

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