In einem Artikel (s. Ausgabe vom 28.-30.10. 2005, "Chodorkowskij meldet sich aus Sibirien zu Wort") über die Haftverlegung des Ex-Jukos-Chefs Michail Chodorkowskij nach Sibirien offenbart der Moskau-Reporter des Handelsblatts, Mathias Brüggmann, schonungslos seine Unbelesenheit. Brüggmann führt an, daß Chodorkowskij seine Haftzeit für seine Bildung und auch die seiner Mitgefangenen nutzen will - indem er selber als erster russischer Gefangener an einer Dissertation arbeitet und nebenbei seinen Mitgefangenen Unterricht in Geschichte, Mathe und Chemie erteilt.
Als erstes hat [Chodorkowskij] sich Leo Tolstoi kommen lassen - allerdings nicht "Schuld und Sühne" [..] So fiel seine Wahl auf Tolstois Klassiker "Krieg und Frieden".Von einem Journalisten dürfte man es ohnehin erwarten, von einem in Russland tätigen sowieso: das Wissen darüber, daß Schuld und Sühne eines der großen Werke von Fjodor Michailowitsch Dostojewski ist - und nicht aus der Feder von Leo Teolstoi stammt.
Was bleibt, ist die Frage, warum jeder unbelesene Amateur Journalist ist und ich nur der Betreiber vom Denkpass?
Timothy Findley in his book Famous last words about the time before the first day of creation:
So this is history as she is never writ, I thought. Some day far in the future, some dread academic, much too careful of his research, looking back through the biased glasses of a dozen other "historians", will set this moment down on paper. And will get it wrong. Because he will not acknowledge that history is made in the electric moment, and its flowering is all in chance. At the heart of everything that shakes the world, there need be nothing more than a casual remark that has been overheard and acted on. There is more in history of impulse than we dare to know. Yes, they will get it wrong. They will write that Wallis created her world in six premeditated days - alone, like Almighty God. And that on the seventh day, she rested, still alone. It was not so.If what I mean is not yet clear, then think of God Himself created by another being who one day whispered in His ear: "begin".
Das ZDF sieht sich durch die ARD benachteiligt (so erhält man beispielsweise nur das kleinere Stück des Gebührenkuchens!) und will sich damit nicht mehr abfinden. Auch beim Thema Schleichwerbung haben die Jungs und Mädels vom Allgemeinen Rundfunk Deutschlands ja gegenüber den Mainzelmännchen und -frauchen die Nase vorn. Ja, bis auf Wetten, daß... kann das ZDF nirgends auch nur ein Körperteil vor dem großen Konkurrenten über die Ziellinie bugsieren. Um so wichtiger, daß das Flaggschiff der deutschen Fernsehunterhaltung weiter auf Kurs bleibt.
Der Sendung werden über kurz oder lang jedoch die Wetten ausgehen. Vorwürfe der Manipulation gab es früher und auch heute. Ganz klar - dem ZDF muß geholfen werden. Die geballte Kreativität der Blogcommunity sei hiermit aufgerufen, tolle Ideen für neue Wetten zu sammeln. Der Sieger, sollte er jemals gewählt werden, kriegt ein saftiges Küßchen und darf sich aus des Denkpasses eigenem T-Shirt-Shop ein tolles Nachthemd aussuchen. Jawohl!
Bei so tollen Preisen geht der Denkpass auch selber an den Start und schlägt aus dem Munde eines Kollegen folgende Wette vor:
Wetten, daß gewisse Arbeitskollegen zweifelsfrei am Gestank identifiziert werden können, den sie auf der Toilette hinterlassen?Man stelle sich die Umsetzung dieser Wette vor! Spaß für alle und die Möglichkeit, das auch mal selber auszuprobieren. So werden Zuschauer begeistert.
[Wer mitmachen möchte, trackbacke diesen Blödsinn einfach und setze das bei sich fort. Oder ihr nutzt die Kommentare. Oder ihr schaltet eine einseitige Anzeige im Handelsblatt, wo ihr euch auf das hier bezieht. Ich lese das Handelsblatt im Abo, sollte das also mitkriegen. Oder ihr fliegt mit ´nem Zeppelin über Berlin rum, bis ich euch sehe. Oder ihr seid so freundlich wie der Hacker vor einiger Zeit und kapert einfach den Server. Oder ihr ruft beim ZDF an und verlangt nach dem Denkpass. Ihr seht schon, es handelt sich um ein ziemlich offenes Regelwerk...]
In einem Artikel über das politische Kino, der in der Zeitschrift Das Parlament erschien (Ausgabe 42/2005, leider noch nicht im Internetarchiv), kommt Barbara Schweizerhof auf die politische Bedeutung von Hollywood zu sprechen. Schweizerhof, Kulturredakteurin beim Freitag, zur Wirkung des Kinos im Sozialismus:
In der Sowjetunion wurde einst versucht, durch gezieltes Kopieren gewisser Hollywoodrezepte einen eigenen populären Kanon zu erzeugen, der dem westlichen Einfluss sozusagen durch Besetzung von Positionen Einhalt gebietet. Inwiefern das gelang, ist bei Wissenschaftlern umstritten. Es gibt jedoch einige, die das Ende des real existierenden Sozialismus in unmittelbarem Zusammenhang mit der Ausbreitung des Videomarktes seit den frühen 80er-Jahren sehen. Was die Menschen sich als private Kopien in ihren Wohnzimmern anschauten, war damit nicht mehr zu regulieren - der "westliche Lebensstil" aber triumphierte in Form von illegalen Importen und Schwarzkopien erst recht, da die "legale" einheimische Filmproduktion die Einführung von Video fast gänzlich versäumte.Dabei soll hier nicht die Lanze gebrochen werden für ein Hollywood als Zentrum des geistig-politischen Widerstands gegen eine unmenschliche Ordnung der Welt. Der Aussage Schweizerhofs wohnt jedoch eine gewisse Logik inne - Videos und Kino haben zur sinkenden Identifikation der Bürger mit ihrem sozialistischen Staat beigetragen. Sie waren ein Teil des Prozeßes, der die Staaten hinter dem eisernen Vorgang untergingen ließ.Innerhalb der westlichen Hemisphäre wird ironischerweise genau dieses affirmative Moment der großen Hollywoodproduktionen oft als "unpolitisch" kritisiert.
Das Wahlergebnis und die langwierigen Koalitionsverhandlungen haben Wünsche nach der Einführung eines Mehrheitswahlrechts laut werden lassen. So äußern sich in diesem Sinne ehemalige Verfassungsrichter ebenso wie amtierende Minsterpräsidenten oder aber der Redakteur des Managermagazins Henrik Müller. Dieser sieht laut seinem Kommentar in Ausgabe 9/2005 auf S. 111 folgende Vorteile:
Das politische System könnte [..] noch effektiver werden, wenn das Mehrheitswahlsystem eingeführt würde. Kämen nur noch direkt gewählte Abgeordnete mit einfacher Mehrheit der Stimmen in die Parlamente, würden sich eindeutigere Mehrheiten herauskristaliisieren. Kanzler und Ministerpräsidenten könnten sich auf klare, eigene Mehrheiten abstützen.Dann wäre endlich alles gut. Das marode Mehrparteiensystem der altersschwachen Bundesrepublik, alleiniger Grund für all die vermeintlichen Probleme unseres Landes, wäre außer Kraft gesetzt und die Ministerpräsidenten und Kanzler und Kanzlerinnen und Ministerpräsidentinnen und wer sonst noch könnten mit Mehrheitsverhältnissen im Rücken mal so richtig loslegen - und müssten endlich nicht nur am Sonntag abend bei der Christiansen zur Hochform auflaufen. Kurze Zeit später, weil das nämlich wirklich richtig dolle kausal miteinander verbunden ist - das ewige Glück auf dieser Welt und das Mehrheitswahlrecht -, wäre zwischen Oder und Rhein, zwischen Boden- und Ostsee das Paradies auf Erden geschaffen. Arbeit und Wohlstand für alle, negative Arbeitslosenquoten im mehrstelligen Bereich, eine schöne, gesunde und potenzsteigernde Umwelt und in jedem Kochtopf ein bis fünf Hühner oder Schweine oder meinetwegen auch Nilpferde.
Aber warum beim Mehrheitswahlrecht halt machen? Auf ein richtig regierbares Mehrheitsverhältnis kann man sich auch da nicht abstützen. Eine Diktatur muß her - oder noch besser, eine Dynastie. Holen wir den Kaiser zurück! Lassen wir uns regieren, wie es dem Deutschen an sich nun mal am besten gefällt! So ganz von oben. Ohne irgendwelche Rücksicht auf Minderheiten, Opposition oder Gewerkschaften. Da wird entschieden und dann umgesetzt. Kein monatelanges Gesülze in den Parlamenten und Talkshows. Apropos Talkshows, diese subversiven Spinner wird´s dann auch nicht mehr geben. Braucht man aber auch nicht, denn was gemacht wird, bestimmt eh der Diktator.
Übrigens, auch die Wähler braucht man dann nicht mehr. Die sind aber sowieso eine verlogene Masse von minder bemittelten Jammerlappen, denen letzten Endes doch immer der Mut fehlt, zu ihren Überzeugungen zu stehen. Zumindest stehen sie nie zu den Überzeugungen der Kanzler und Kanzlerinnen und Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen. Der ungebildete und verzogenen Durchschnittswähler gesteht sich, man mag es kaum glauben, eine eigene Meinung zu! Wo kommen wir denn da hin? Wird in der Demokratie vielleicht am Ende noch gemacht, was der Wähler will?
Vielleicht, und dem Denkpass sei die Radikalität dieses Ansatzes aus welchem Grund auch immer verziehen, vielleicht sollte man darüber nachdenken, Wählen unter Todesstrafe zu stellen. Rückwirkend. Das hätte Vorteile für alle Beteiligten, für die Wähler ebenso wie für die Gewählten. Gibt es wegen des Vollzugs der Wahltodesstrafe keine Einwohner mehr, braucht man sie auch nicht zu verwalten, ihnen Straßen zu bauen, eine Polizei und Feuerwehr vorhalten und all diesen unnützen Kram. Wählen unter Todesstrafe würde sicherlich auch die Wahlbeteiligung, so schwer es zu glauben fällt, weiter drücken. Denn Wahlen kosten Geld. Geld, das der Staat dummerweise im Augenblick nicht hat.
Aber auch der Wähler profitiert. Man führe sich vor Augen, daß man als Leiche zumindest mittelfristig deutliche Steuerersparnisse geltend machen kann. Lebenshaltungskosten fallen auch weg. Sich also aus Steuergründen wenigstens vorübergehend tot zu melden, dürfte jedem schon mal durch den Kopf gegangen sein. Und so würden wir die Probleme des Landes sehr schnell in den griff kriegen, Freunde. Und wenn nicht, dann ist es uns auch egal. Wir sind ja tot.
So tot wie unsere Demokratie übrigens, wenn wir sie jedesmal ändern, wenn wir mit dem Wahlergebnis unzufrieden sind. Aber das nur am Rande.
Jeder kennt sie, die e-mails, in denen Unternehmen wie die Postbank oder die Deutsche Bank ihre Kunden auffordern, aus wichtigen Gründen den Link zu benutzen und einige Zugangsinformationen zu berichtigen. Fast jeder weiß, dass es sich hierbei um Betrug handelt. Banken versenden keine e-mails mit derartigen Aufforderungen. Trotzdem fallen einige auf diese Phishing genannte Onlineabzocke herein.
Wie die Phisher an das Geld kommen, wenn sie leichtgläubigen und unvorsichtigen Netzusern ihre Zugangsdaten entlockt haben, kann man in Spiegel Online lesen. Da fällt ein weiteres Opfer auf eine e-mail herein, die ihm ein glänzendes Gehalt bei vergleichsweise wenig Arbeit verspricht - und steht am Ende weiter ohne Job, aber mit Schulden und womöglich einem Strafverfahren da. Selbst ein Anwalt, der den über das Internet zustande gekommenen Arbeitsvertrag unter die Lupe nahm, fand laut Spiegel Online nichts Verdächtiges. So eine e-mail, auf die man da hereinfallen kann, findet sich beinahe täglich in unseren Postfächern. So wie diese hier:
Über die GesellschaftWie bei Spiegel Online beschrieben, findet sich auf der angegebenen Webseite wirklich vieles über das angebliche Unternehmen. Dem Bewerber wird so ein reales Unternehmen vorgetäuscht. Fällt man darauf rein, und kommt ein Arbeitsvertrag zustande, beginnt der Betrug.http://go-earn.com/
Arbeitsbeschreibung
Im Zusammenhang mit der Erweiterung unserer Gesellschaft haben wir eine freie Stelle eines Finanzvertreters . Die unmittelbare Aufgabe des Vertreters besteht in der Bearbeitung der Geldüberweisungen. Alles was Sie brauchen ist nur freie Zeit, um die Transfers durchzuführen. Es muß berücksichtigt werden, daß die Überweisungen 3 und mehrmals am Tage zustande kommen können.
Wir geben unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich auf dem Gebiet der Investitionen und Finanzen zu zeigen. Regelmäßige Durchführung von den Seminaren, Trainings und Ausbildungen ist vorgesehen. Progressiver Lohn.
Auf der Anfangsstufe bekommt der Finanzvertreter 7% von allen bearbeiteten Transfers.Am Beispiel sieht es folgenderweise aus:
Der Kunde unserer Gesellschaft überweist eine gewisse Summe auf das Konto unseres Finanzvertreters. Der Finanzvertreter hebt dieses Geld in einer beliebigen Bankgeschäftsstelle ab und überweist es an uns über das System Western Union. Solche Ü berweisungen können mehrmals am Tage wiederholt werden .Der summarische Umlauf der bearbeiteten Mittel mit Rücksicht auf die Konvertierung (Valutakurs ist abgewogenes monatliches Verhältnis einer Währung zu der anderen) betrug 253.000 USD. Somit bekommt der Mitarbeiter 17710 USD als Provision.
FORDERUNGEN AN DEN BEWERBER:
Kenntnisse der Hauptzahlungssysteme (Western Union, MoneyGram, Wire Transfers)
Kenntnisse PC, Internet, E-mail auf Usersniveau
Erfahrung bei der Arbeit mit der Finanzdokumentation
Wunsch zur ständigen Weiterbildung
Vorhandensein von der freien Zeit (3 -4 Stunden am Tage)
Volljährigfkeit .Was wird von uns angeboten:
Hoher Verdienst auf Akkordlohngrundlage (7% von dem Gesamtbetrag der bearbeiteten Überweisungen. Die Auszahlungen finden monatlich statt).
Flexible Arbeitszeit .
Die Möglichkeit der Ausübung mit der Hauptarbeit.
Karriere - und Berufsentwicklung.
Die Arbeitsanweisung wird beigelegt.Wenn unser Angebot für Sie von Interesse ist und Sie eine gut bezahlte Arbeit bekommen, in allem unabhängig sein, mit den Fachleuten arbeiten möchten sowie für die ausführliche Information schreiben Sie uns an go_earn@mail333.com.
Wir empfehlen Ihnen unsere Seite zu besuchen www.go-earn.com, wo Sie ausführliche Informationen zu unserem Arbeitsangebot und die Auskungft über Tätigkeit unserer Gesellschaft insgesamt erhalten können.
Merken Sie sich bitte, dass der Prozess der Behandlung Ihres Antrages beschleunigt werden kann, wenn Sie zum Brief Ihr Resümee beilegen.
Mit freundlichen Grüßen ,
Management der Gesellschaft Go Earn Inc .
Nun werden mit Hilfe von gephishten Zugangsdaten zu fremden Konten - den angeblichen Kunden des Unternehmens - Beträge auf das Konto des Finanzvertreters überwiesen. Der hebt diese mehrmals täglich ab (wer denkt sich schon Böses, wenn er Geld überwiesen kriegt?). Das abgehobene Geld zahlt er auf ein anderes Konto ein, das er für das reguläre Geschäftskonto seiner Firma hält. Der Vorgang des Abhebens ist übrigens ein wichtiger Schritt in diesem Zusammenhang - denn nur abgehobenes Geld lässt sich nicht mehr zurück buchen.
Von dem Konto, auf das der Finanzvertreter das abgehobene Geld eingezahlt hat, heben die Phisher das Geld ab und haben es damit sicher. Nach einiger Zeit bemerken die Phishing-Opfer den Betrug und weisen ihre Bank an, die Überweisungen rückgängig zu machen. Vom Konto des Finanzvertreters wird der Betrag also wieder abgezogen. Da er aber das Geld bereits abgehoben und an seine Firma ausgezahlt hat, bleibt er auf den Schulden sitzen.
Sobald der Betrug aufgeflogen ist, was die Phisher daran merken, daß entweder kein Geld oder böse e-mails vom Finanzvertreter kommen oder aber ihre gephishten Zugänge gesperrt sind, nehmen sie die Webseite des Unternehmens vom Netz und verschwinden. Sich unter falscher Identität eine Webseite oder e-mail zu beschaffen, fällt leicht. Den Betreiber der Webseite des Unternehmens go-earn.com zu finden, fällt erstmal nicht schwer. Whois nennt dabei sogar einen Namen und eine Adresse, die allerdings nicht auf die Firma lauten und schwer überprüfbar und ansonsten wohl kaum stimmen dürften. Die angegebenen e-mails sind jedenfalls alle bei Hotmail und daher kaum geeignet, auf die verantwortliche Person zuzugreifen.
So, jetzt wissen wir alle, wie das geht. Also in Zukunft nicht mehr auf solche e-mails antworten, ja?
For whatever reason I happened to think thrice today about the late Hunter S. Thompson. Having committed suicide in February, he will be forever in my heart as the first - and so far only - writer who ever spoke directly to it. Thompson, as I learned today, had written some final words:
No More Games. No More Bombs. No More Walking. No More Fun. No More Swimming. 67. That is 17 years past 50. 17 more than I needed or wanted. Boring. I am always bitchy. No Fun -- for anybody. 67. You are getting Greedy. Act your old age. Relax -- This won't hurt.
Das Handelsblatt schrieb gestern über Angela Merkel, ihre größte Stärke und Berufung sei die Fähigkeit, Niederlagen wie Siege aussehen zu lassen. 2002 hatte sie die Niederlage Stoibers in einer als sicher gewonnen geglaubten Wahl mit den Worten kommentiert, "die CDU hat das Erstaunliche geschafft, auf gleicher Augenhöhe mit der SPD zu stehen". Derzeit ist sie dabei, im Bundestag eine Koalition der Wahlverlierer zu knüpfen mit dem Ziel, Deutschlands erste Kanzlerin zu werden. Obwohl sie eines der schwächsten Ergebnisse für ihre Partei in der Geschichte der Bundesrepublik einfuhr. Obwohl sie das Ergebnis Stoibers von 2002 noch um sagenhafte zwei Prozent unterbieten konnte.
Gerade die Bedeutung dieser zweifelhaften Errungenschaft ist kaum in Worte zu fassen. Hat sich doch Stoiber, sei es aus Liebe zur bayrischen Staatskanzlei oder aus Liebe zur Münchner Weißwurst, doch seinerzeit alle Mühe der Welt gegeben, um mit Vorsatz und in voller Absicht nicht ins Kanzleramt nach Berlin zu müssen. Nicht die Flut oder der Irakkrieg haben damals die Waage zu Gunsten von Schröder ausschlagen lassen - wer das glaubt, lässt sich durch persönlichen Frust die Sinne trüben. Es war Stoiber ganz allein, der auf der Zielgeraden das Tempo verweigerte.
In der Tat. Und so darf Angela Merkel in die Geschichtsbücher eingehen als erste Frau im Kanzleramt. Als erste Ostdeutsche an der Spitze der vereinten Republik. Böse Zungen würden anfügen, mit ihr wird zugleich das erste Mitglied der Freien Deutschen Jugend im Kanzleramt Platz nehmen. Verdient hat sie von all diesem Ruhm jedenfalls nichts.
Andererseits ist es natürlich nur passend, wenn im Jahre 2006 mit Angela Merkel eine Frau an der Macht ist, die von der angesehensten Wirtschaftszeitung des Landes dahingehend charakterisiert wird, daß sie Niederlagen gewöhnt ist. Denn immerhin wollen wir im WM-Jahr die Gastfreundschaft unseres Landes in der Art unter Beweis stellen, daß unsere Nationalmannschaft in Stoiberscher Manier das Tempo verweigert und sicherstellt, wirklich jedes Spiel zu verlieren. Auch, wenn es sich um das letzte große Fußballturnier in diesem Land für mindestens eine Generation handelt.
Es gibt nur eins, was daran traurig ist: Als Wähler oder Fußballfan verlieren wir alle mit.
Taken from Timothy Findleys exceptional book Famous last words is this piece about the nature of the human race:
And out of the corner of my eye I caught a glimpse of something irresistible above my head, seen in the ebb and flow of the swinging light: the imprint of a human hand.God only knew how long ago it had been put there. Maybe ten - and maybe twenty thousand years before. This is my mark, it said, My mark that I was here. All I can tell you of my self and of my time and of the world in which I lived is in this signature: this hand print; mine.
I saw these animals. I saw this grass. I saw these stars. We made these wars. And then the ice came.
Now the stars have disappeared. The grass is gone; the animals are calling to us out beyond this place - the frozen entrance to this cave.
In days or hours we will have died. We cannot breathe. The lanthorn flicks. All the air is gone. I leave you this: my hand as signature beside this images of what I knew. Look how my fingers spread to tell my name.
Some there are who never disappear. And I knew I was sitting at the heart of the human race - which is its will to say I am.
In einem Interview, das am vergangenen Samstag in der Welt erschien, kommt Jagdish Bhagwati auf die soziale Marktwirtschaft zu sprechen. Bhagwati, Professor an der Columbia University in New York, antwortet auf die Frage, ob in einer globalisierten Welt kein Platz für Mitmenschlichkeit zu finden sei:
Doch, unbedingt. Allerdings müssen wir die Institutionen tiefgreifend reformieren. Der alte Wohlfahrtsstaat paßt nicht mehr in unsere Zeit. Der internationale Wettbewerb hat sich enorm verschärft. Wir brauchen ein neues System der sozialen Absicherung, um die Chancen der Globalisierung besser zu nutzen.Der Druck auf soziale Errungenschaften, ein übrigens zumindest für Kinder der DDR unerträgliches Wort, ist durch die Globalisierung gestiegen, das stimmt. Arbeitnehmer in den Industrienationen haben sich den veränderten Bedingungen anzupassen, die durch den Export von Arbeitsplätzen oder den Wettbewerb durch kostengünstigere Produkte entstehen. Und egal, was uns die Koalition der Wahlverlierer glaubhaft machen will, unsere frisch gewählte Regierung weiß schon, wie: In der Hauptsache durch Senkung der Löhne und Beschneidung des sozialen Netzes.
Dabei gäbe es doch auch noch einen anderen Weg. Wenn ein Großteil des Kostengefälles bei den Löhnen in sozialen Leistungen festzustellen ist, warum denkt man nicht daran, diese Leistungen zu exportieren? Zum Beispiel, indem man die Bildung von Gewerkschaften in all den Billiglohnländern unterstützt. Wenn dort die Kosten für soziale Leistungen steigen, brauchen wir hier nicht an allen Ecken der sozialen Marktwirtschaft zu sparen. Eine andere Möglichkeit wäre die Einflußnahme über WTO oder andere internationale Organisationen, um sicherzustellen, daß die Rechte der Arbeitnehmer auch in Billiglohnländern im akzeptablen Rahmen gewahrt werden.
In diesem Zusammenhang passt doch gerade zu ins Bild, daß die größte Bedrohung unserer Arbeitsplätze derzeit aus dem kapitalkommunistischen China zu kommen scheint. Gegen ein bisschen Gewerkschaftsarbeit dürfte die PK China doch eigentlich nichts einzuwenden haben, oder? Gewerkschaften sind doch die Ursuppe ihrer Bewegung, der Brei, aus dem sie ihre Berechtigung ableiten.
In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz hat der Autor des Denkpasses bekannt gegeben, daß seine Blogaktivitäten nunmehr fortgesetzt werden können.
"Es hat Angriffe von Hackern gegeben, die vorgaben, auf den Server meines Providers gerichtet zu sein. Angesichts der Medienpräsenz von Blogs im allgemeinen und dem Denkpass im Speziellen, brauche ich wohl nicht darauf hinweisen, für wie wenig glaubwürdig ich das halten darf."Die Arbeiten am Server und der Datenbank, der Umzug auf einen anderen Server, und viele weitere unnötige Sinnlosigkeiten, die für das Betreiben eines Blogs mit Movable Type nötig sind, seien nun abgeschlossen. Der Autor des Denkpasses, von vielen nur Chief Pedro oder Knallkopp gerufen, wies darauf hin, daß angesichts des erwarteten knappen Wahlausgangs zumindest eine Partei, womöglich aber mehrere hinter diesem Komplott stecken. "Wahrscheinlich sogar alle", brüllte Chief Pedro selbstsicher ins Mikro und rülpste dann. Befragt, wie seine lächerlichen, an den Haaren herbeigezogenen Artikel den etablierten Parteien der Bundesrepublik überhaupt zur Kenntnis gelangen sollten, zuckte Chief Pedro nur mit den Schultern und nahm einen tiefen Schluck aus einer Reihe von vor ihm stehenden Gläsern mit alkoholischen Getränken.
"Ich weiß, was ich weiß."Was das wäre, fragte der einzige anwesende Reporter.
"Das weiß ich noch nicht so genau."Wie es, unabhängig davon, nun weitergehen solle?
"So wie immer: Überflüssige Bemerkungen zum Nulltarif. In Serie!"