27.07.05

Webumfrage über Weblogs für eine Abschlussarbeit

Also, Lisa heisst mit Nachnamen Sonnabend. In einigen Teilen Deutschlands sagt man das, wenn man über den vorletzten Tag der Woche redet - dem, an dem man immer mit ´ner Riesenbirne aufsteht vom vielen Feiern. Der nach dem Freitag. In den restlichen Gebieten sagt man Samstag. Lisa heisst aber nicht Samstag, sondern Sonnabend. Heute ist eh Mittwoch. Also, egal.

Jedenfalls hat die Lisa mir eine e-mail geschrieben, in der sie mich darum bittet, einen Link auf eine Webumfrage zu setzen, die sie für ihre Abschlußarbeit an der Ludwig-Maximilians-Universität in München auswerten will. Die schreibt sie am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung und offensichtlich interessiert man sich da für so wichtige Fragen wie zum Beispiel die, ob Weblogs ähnlich glaubwürdig sind wie beispielsweise die alteingessenen Medien. Liebe Münchner Professoren, liebe Lisa, dafür braucht man keine Umfrage: Das weiß man. Natürlich sind Weblogs genauso glaubwürdig wie die herkömmlichen Mediendingsbumsdinger. Nämlich kein bißchen. Aber immerhin genauso.

So. Hier nochmal der Link. Also, alle rüber und nix wie webumgefragt!

Möglichkeiten, das Rentenloch zu stopfen

Wie der Vorsitzende des Sachverständigenrats Bert Rürup verlauten ließ, könne die Unterdeckung der Schwankungsreserve besser geschlossen werden, wenn neben einer Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Jobs auch die Löhne im Land steigen würden. Dies müsse jedoch in einem beschäftigungsfreundlichen Rahmen bleiben.

Die Schwankungsreserve sah bis 2001 vor, daß ein voller Monat an Rentenzahlungen vorzuhalten sei, um Schwankungen zwischen Einnahmen und Ausgaben ausgleichen zu können. Seinerzeit hatte die rot-grüne Regierungskoalition beschlossen, diesen Wert stufenweise auf 20 Prozent einer Monatsausgabe zu senken, um mit dem freigesetzten Kapital den Beitragssatz stabilisieren zu können. Diese vorgeschriebene Reserve von etwa 3,2 Mrd. € werden nach Schätzungen des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger gegen Ende des Jahres dramatisch unterschritten werden. Die "eiserne Reserve" werde dann nur noch knapp 900 Mio. € betragen, so das Handelsblatt.

Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), forderte jedoch bereits gestern die Heraufsetzung des gesetzlichen Rentenalters, um eventuelle künftige Finanzierungslücken zu schliessen. Eine Forderung, die Bert Rürup an anderer Stelle auch schon vorgetragen hat, damit das von ihm kalkulierte Rentenmodell der Bundesrepublik weiter funktionieren kann. Gerade darüber schweigen sich jedoch in ihren Wahlprogrammen die Parteien derzeit aus. Man argumentiert, daß das faktische derzeit vom gesetzlichen Rentenalter noch so weit entfernt sei, daß man erst einmal hier angleichen müße. Erst dann sollte man auch über eine Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters nachdenken.

Fassen wir zusammen: Die sinkende Anzahl sozialversicherungspflichtiger Jobs, verbunden mit stagnierenden Löhnen und zunehmend ausfallenden Sonderzahlungen wie z.B. dem Weihnachtsgeld bescheren den Rentenkassen auf der Einnahmenseite immer größere Löcher. Nun gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen. Politiker wollen die Ausgaben den Einnahmen anpassen. Dies kann über Rentenkürzung erfolgen: bis 2030 soll das Rentenniveau von derzeit 52 Prozent auf 43 Prozent sinken (das alleine ist noch nicht so schlimm, wie es klingt - steigen nämlich die zugrunde liegenden Nettolöhne, steigt u.U. auch die Rente, obwohl ihr Niveau de facto sinkt). Ein anderer Weg wäre, die Verschiebung der Rentenzahlungen des einzelnen durch eine Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters wie derzeit diskutiert.

Man kann aber auch, und das ist der Vorschlag von Bert Rürup, auf der Einnahmenseite was machen. So würden moderate Lohnsteigerungen sich auch auf die Renteneinzahlungen durchschlagen. Und Peter Bofinger, ein anderes Mitglied des Sachverständigenrats, fordert denn auch gleich - und das wäre der wichtigste Schritt zu einer gesunden Rentenfinanzierung - eine Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Jobs sowie eine gerechte Verteilung der Sozialversicherungslast auf alle Arbeitnehmer, sei es in geringer oder Vollzeitbeschäftigung, sowie die Selbständigen.

Denn alle Mini- und Nebenjobs, die die Bundesregierung in den letzten Jahren mit ihren Reformen geschaffen hat, sind leider auch aus Sicht der Sozialversicherungssysteme bezuschußt. Man hatte Arbeitnehmer und Arbeitgeber geringere Sätze in Aussicht gestellt, um Anreize für Beschäftigungsaufnahme zu schaffen. Dies sollte die Sozial- und Arbeitsämter entlasten, dem Staat also Ausgaben sparen. Diese Einsparungen führen nun aber stetig zum Kollaps des bundesdeutschen Sozialsystems. Und damit werden sich die Bundesbürger noch lange Zeit beschäftigen dürfen.

26.07.05

Üppig nicht immer besser!

Unsereins hat aber auch Probleme!

Intelligenter Zeitvertreib

Heute schon Sudoku gespielt?

Sicherheit im Internet

Die Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte nimmt sich in ihrer neusten Ausgabe schwerpunktmäßig des Themas Sicherheit im Internet an. Informationen sind im Internet so frei verfügbar wie nie zuvor, aber die Frage bleibt, wer sie kontrolliert und wem die freie Verfügbarkeit oder ihre Kontrolle (vermeintlich) schaden könnte. Welche Bedrohung geht vom Datenaustausch im Internet aus und werden bereits Versuche unternommen, im Kriegsfall die Informationen im Netz zu manipulieren?

Wie immer, sind alle Artikel auch online verfügbar. Hier die Auswahl:

Das zuverlässige Netz

Die Zukunft der Ideen

Urheberrecht in der Wissensgesellschaft

Information Warfare

Zensur im Internet

Whispers of chaos, fire and anger

Timothy Findley was probably the best canadian writer ever. His books always take a different path to reality as we have come to know it and they bring historical persons to the attention of the reader that we all have heard about but never minded to view as human beings. In Famous last words, one of those persons that come alive is Ezra Pound, a well-known american poet who lived in Europa between the wars and got involved with fascist and nationalsocialist regime that there was at the time, writing a great deal in favour of them and also braodcasting his views over the radio. In the book, Pounds alter Ego Hugh Selwyn Mauberley has this to say about Ezra Pounds role in alluring europes people into the greatest tragedy of the human race:

Ezra Pound has one mad eye: his left. And there were times I thought he saw the world through it alone, as if the other were blind. But now, as I write this here, I think about the world outside these windows and I see it as being the world that Ezra saw: the world of chaos, fire and rage. I never heard him once remark upon the beauty of the world, the stuff of other poet´s dreams - of splendour in the grass; but only of the human world, whose beauty all was lost or passed.

Ezra will be condemned, I know, for what he´s said and done: his broadcasts and his writings. But he will only be condemned because the world cannot acknowledge that he had made visions of the truth. Ezra will be destroyed for no better reason than that no one wants to be seen by a madman - lest the madman call him "brother". It will be somebody´s job to pull him down and say he was the cause of madness; thus disposing of the madness in themselves, blaming it all on him. "We should never have done these things", they will say, "were it not that men like Pound and Mussolini, Doctor Goebbels and Hitler drove us to them. Otherwise, we should have stayed at home by our quiet hearths and dandled our children on our knees and lived out lives of usefulness and peace..." Missing the fact entirely that what they were responding to were the whispers of chaos, fire and anger in themselves. All of which Ezra could see from the very first with his one mad eye.

25.07.05

Ihr wollt mehr Wirtschaft? Wählt die Kommunistische Partei Chinas!

Joschka Fischer schnappt der Opposition ihren Gedanken weg, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, ändert ihn ein bisschen und präsentiert ihn in neuer Form:

"Bei Waren, wo es auf Geld gar nicht mehr ankommt, kann man sicherlich über einen dritten Mehrwertsteuersatz nachdenken."
Zusätzlich zur Einführung eines Luxushebesatzes bei der Mehrwertsteuer könne man auch darüber nachdenken, so Fischer im öffentlich-rechtlichen Morgenfernsehen, gewisse Artikel, die für das Aufziehen von Kindern häufig benötigt werden, wie Windeln oder Babynahrung, in den niedrigsten Mehrwertsteuersatz einzuordnen. Das klingt erstmal vernünftiger als eine generelle Erhöhung der Mehrwertsteuer um 2 Prozent, wie es die CDU vorhat. Diese brächte sofort genau jene Preisinflation, vor der die Christdemokraten doch indirekt schon lange warnen, wenn sie die Bundesregierung auf den liederlichen Umgang mit den Maastrichter Kriterien hinweisen. Es nimmt wegen der erhöhten Preise auch sofort dem zarten Pflänzchen der Binnenkonjunktur das letzte Licht - auch wenn man eine dringend benötigte Senkung der Lohnnebenkosten damit gegenfinanzieren würde.

Woher stammt eigentlich der irrsinnige Glaube der Bundesbürger, daß die Wirtschaft unter eine christdemokratischen Regierung besser floriere? Weil das zu Zeiten des Wirtschaftswunders so war? Da waren die Christdemokraten, allen voran Ludwig Erhard, aber auch überzeugte Keynesianer - und keine neoliberalen Hardliner wie sie es heute sind. Vielleicht, weil in schwarz-gelb oder gleich gänzlich schwarz regierten Ländern wie Baden-Würtemberg oder Bayern die Wirtschaft so stark ist? Aber ist das nicht ein Henne-Ei-Problem? Sind diese Länder vielleicht CDU-regiert, weil sie eine so starke Wirtschaft haben, oder haben sie eine so starke Wirtschaft, weil sie von der CDU regiert werden?

Nehmen wir das Bundesland Bayern, regiert von der CSU unter Edmund Stoiber. Welcher seiner Entscheidungen verdankt das Land seine proseriende Wirtschaft? Oder verdankt die CSU und mit ihr Edmund Stoiber ihren Wirtschaftsnimbus heutzutage vielmehr der Arbeit ihrer Parteigenossen in den zwanzig bis dreißig Jahren nach dem Krieg, als sie aus einem agrarorientierten Land die Wirtschaftssupermacht der deutschen Bundesländer formten? Als die aus dem Sudetenland vertriebenen Feinmechaniker, Uhrenhersteller und Metallarbeiter dem Land ein gut ausgebildetes Facharbeiterheer gaben, mit dem sich erfolgreich Wirtschaft ansiedeln ließ?

Stoibers Berater, der Münchner Professer und Vorsitzende des ifo-Instituts Hans-Werner Sinn ist jedenfalls jemand, der in seinen Büchern die Bürger der Bundesrepublik als faul und verfressen diagnostiziert und vehement Kürzungen beim Sozialsystem und den Löhnen fordert. Im gleichen Atemzug weist er zwar darauf hin, daß ja durch die besseren Bedingungen für die Unternehmen die Kapitaleinkommen im selben Zug steigen wie die Lohneinkommen sinken müssen. Hans-Werner Sinn verscheigt aber, daß die Kapitaleinkommen in der Hauptsache einem exklusiven Kreis von Spitzenverdienern zufließen. Nicht unwahrscheinlich übrigens, daß er selber davon profitiert.

Hans-Werner Sinn hat übrigens, wie Peter Bofinger in seinem Buch Wir sind besser als wir glauben aufgezeigt hat, Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von Im- und Exporten. Um eine seiner vielen Thesen zu beweisen, hat Hans-Werner Sinn in der ersten Auflage eines seiner Bücher ein Diagramm gezeigt. Es sollte seine Schlüße untermauern, oder vielmehr, wie es in einer wissenschaftlich-fundierten Arbeit die Regel sein sollte, die Basis seiner Schlüsse darstellen. Leider hat er in dem Diagramm Importe und Exporte vertauscht - und damit den sowieso vorher gezogenen Schluß ad absurdum geführt. Als Basis einer fundierten Diagnose kann das Diagramm jedenfalls nicht mehr dienen, vielmehr beweist es, daß der Schluss selber falsch ist. Hat Sinn seine These deswegen aus den späteren Ausgaben entfernt? Nein, von einmal gezogenen Schlüßen weicht ein Hans-Werner Sinn nicht ab - es wurde das Diagramm gestrichen und der Schluß anders herbei geredet.

Wollen wir ernsthaft eine Partei wählen, weil sie aufgrund der Historie der Bundesrepublik einen scheinbar besseren Ruf in Wirtschaftsfragen hat? Wollen wir einen Finanzminister aus Bayern haben, der sein Ohr einem Berater wie Hans-Werner Sinn leiht? Warum? Weil Bayern ein so großes Wirtschaftswachstum hat? Wenn das der Grund ist, sieht der Denkpass bereits jetzt Möglichkeiten, wie wir das noch toppen können: Chinas Wirtschaft hat wohl unbestritten eine der größten Wachstumsraten weltweit. Wählen wir also die dortige Partei. Die muß doch von Wirtschaft Ahnung haben.

Wählen wir also die chinesischen Kommunisten. Schlimmer als Edmund Stoiber und Hans-Werner Sinn können die es auch nicht richten. Sie arbeiten aber womöglich methodisch sauber.

23.07.05

Warum wir die Welt zerstören

Aus einem Buch, das jeder Mensch gelesen haben sollte, Ismael von Daniel Quinn:

Wir zerstören die Welt nicht, weil wir ungeschickt sind. wir zerstören sie, weil wir im buchstäblichen Sinn und mit voller Absicht Krieg gegen sie führen.
Und das tun wir systematisch. Den Krieg gegen unsere Welt führen wir Menschen systematisch:
Vernichte, was du nicht essen kannst. Vernichte, was dir dein Essen wegnimmt. Vernichte, was nicht dazu beiträgt, daß du zu essen hast.
Dank an dieser Stelle an Michael (der sich selber Paul nennt), der mir dieses Buch bei einem sehr anregenden Gespräch in sehr anregender Stimmung empfohlen hat.

22.07.05

Erneuter Vorfall in Londoner U-Bahn

Wie Spiegel Online berichtet, kommt die Londoner Innenstadt nicht zur Ruhe. Bei einem Polizeieinsatz in der U-Bahnstation Stockwell sei es zur Tötung eines Verdächtigen gekommen.

Plötzlich sei ein Mann auf den Zug zugestürmt, verfolgt von Polizisten. Der Mann sei gestolpert, dann hätten ihn die Polizisten zu Boden geworfen und ihn dann mit fünf Pistolenschüssen in den Kopf getötet. Der Mann habe kein Gepäckstück bei sich gehabt. Er habe aber einen dicken Mantel getragen, der ausgestopft gewirkt habe.
Wenn der Augenzeugenbericht stimmt, müßen die Beamten die Zündung eines Sprengsatzes befürchtet haben. Sie hätten den bereits überwältigten Mann sonst wohl kaum durch Kopfschüsse getötet. Mehrfache Kopfschüsse dürften einer der sichersten Methoden sein, einen mutmaßlichen Selbstmordattentäter vom Zünden seiner Bombe abzuhalten.

Bei den gestrigen Attentaten hatten die Täter versucht, das Unglück vom 7. Juli zu wiederholen. So hatte man sich wieder auf drei U-Bahnen und einen Bus konzentriert. Die Sprengsätze konnten jedoch offensichtlich nicht zur Explosion gebracht werden, obwohl man wieder von versuchten Selbstmordattentaten ausgehen könne. Bei dem heute erschossenen Verdächtigen handele es sich vermutlich um einen der Täter von gestern, so Sky News.

How many 5-year-olds could you take out?

In einem der entferntesten Winkel des Zentralnervensystems jedes Elternteils wid sich einmal eine flüsternde Stimme gewagt haben, folgenden Gedanken zu formulieren. Dafür sind Kinder einfach ständig zu präsent, zu ausdauernd und zu unermüdlich, um nicht jedes Elternteil außer den wirklich extremistisch pazifistischen, dazu gebracht zu haben, sich zu fragen, mit wievielen dieser kleinen nervtötenden Bestien man es aufnehmen könnte, um himmlische Ruhe zu schaffen. Nicht immer, nicht mal täglich oder wöchentlich, aber mindestens einmal in all den Monaten und Jahren wird man sich dieser Frage stellen müssen. Hier also die Bedingungen:

• You’re in a basketball court-sized area.
• There are no foreign objects.
• You are not allowed to touch a wall.
• You lose if knocked out. You win if you knock them all out.
• The pool will be representative of normal 5-year-old demographics.
• The kids receive one day of training from combat experts.
• You will receive one hour of combat training.
• No protection other than a standard groin cup.
• The kids will not get scared. Even the last one will give it his/her best.
Wieviel könnten es sein? Wieviel dieser kleinen Monster, Minisaurier und Löwenherzchen würde man schaffen? cdog sagt dazu in einem der Kommentare folgendes:
Speaking as a father of a 4 and 6 year old: I don't think you would last 5 seconds against these odds. Kids this age know no fear, and they attack without mercy. Give them combat training and you would have the ultimate killing machines. The horror...the horror...
Ich denke, er hat recht. Man hätte nicht den Hauch einer Chance.

Am besten also einfach mitmachen bei dem Lärm, der Hektik und dem vielen Rumgehopse. Wie gesagt, man hätte nicht den Hauch einer Chance - aber man ist fitter! Also mitmachen und ermüden. Schlauchen. Und dann ins Bettchen bringen...und sich selber daneben legen.

21.07.05

Große Geschäfte?

Was macht man, wenn man ein großes Geschäft zu verrichten hat, aber sich in der Schwerelosigkeit einer Weltraumstation wiederfindet? Hier gibt´s das Video!

Was aber würde man tun, wenn man mit seinem Auto im Stau steht und sich trotzdem gerne noch einmal den harten Leib entleeren möchte? Kurz neben die Autobahn geflitzt? Nein - Bumper Dumper gekauft!

Für Trockenfurzer gibt´s auch die Variante im Auto:

Sollte man aber weglassen. Der Bumper Dumper hat viel mehr Sex Appeal...

Erfahrungsberichte von Studenten

Eine Sammlung von Erfahrungsberichten verschiedener MBA-Studenten an verschiedenen Business-Schools findet sich bei karriere.de. Soweit ich das überblicken kann, sind die Beiträge jedoch eher sporadisch und decken dann in aller Kürze längere Etappen der Ausbildung ab, ohne allzu spezifisch zu werden. Dafür ist es aber eine ganze Menge an Business Schools, über die berichtet wird.

Einige der dort schreibenden Studenten verbringen ihr MBA-Jahr übrigens in Cranfield. Einen lesenswerten Erfahrungsbericht in Buchform über sein Jahr in Cranfield hat übrigens Bernhard Kuderer veröffentlicht. Darin erhält man einen sehr guten Eindruck von dem Leben und Studieren als MBA, dem hohen Leistungsdruck unter den Studenten und den sonstigen kulturellen und sonstigen Belastungen für die Vollzeitstudenten. Interessant ist vor allem die menschliche Note, der Verschleiß, der im Laufe des Jahres zwischen den verschiedenen Typen von Menschen auftritt, die sich gemeinsam auf das Studium eingelassen haben. So gesehen, ist es zum Teil ein Buch über Arbeits- und Gruppenpsychologie geworden. Nützliche Checklisten zur Auswahl der verschiedenen Business Schools, zur Bewerbungsstrategie und für Vorbereitung und Ablauf des Studienjahres gibt Kuderer seinen Lesern übrigens auch auf den Weg. Ich fand das Buch lesenswert, unterhaltsam und nützlich.

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High Fidelity

Es gibt sie unter uns, die Leute, für die eine gute, ausgezeichnete, sagenhafte HiFi-Anlage den Lebensmittelpunkt darstellt. Am Wochenende hat Andreas Wendenroth in der Berliner Zeitung über einige von ihnen berichtet:

Es ist ihnen egal, wie sie herumlaufen und wenn eine neue Endstufe ansteht, essen sie notfalls ein halbes Jahr aus der Büchse. Meistens leiden ihre Beziehungen ein bisschen darunter, ihre Interessen sind etwas einseitig ausgerichtet, und ich kenne wirklich keine Frau, die sich in einen Typen wegen seiner Hornlautsprecher verliebt hätte. Auch eine Schallplattenwaschmaschine im Schlafzimmer muss eine Beziehung erst einmal verkraften. Hifi-Freunde ticken anders. Eigentlich sind es harmlose Menschen, ihre Aggressivität richtet sich in der Regel gegen sich selbst.
Zu einem Teil sind von dieser Aggressivität allerdings auch die Mitbewohner der Häuser betroffen, in denen die HiFi-Freunde sich neben ihren Anlagen kärglich eingerichtet haben. Aber das nur am Rande. Wendenroth erzählt jedenfalls die Geschichte einiger dieser Sonderlinge, an deren Ende einem davon klar wird, daß es etwas besseres als HiFi geben möge.
Neulich rief mich Gerhard mit dem Handy vom Ostseestrand Warnemünde an, wo er das erste Mal in seinem Leben ein klassisches Konzert besucht hatte. Er hatte eine Aufführung des dortigen Kurorchesters mit Ausschnitten aus Vivaldis "Jahreszeiten" gehört und war nun der Meinung, dass es viel vernünftiger war, sein Geld für Konzertkarten als für "Hifi-Scheiße" auszugeben. Der Cellospieler hätte sich oft verspielt, aber wie Gerhard sagte, am Ende "immer wieder seinen Weg zurückgefunden", was ihn offenbar sehr beeindruckt hatte. Ein Livecello klänge auch völlig anders als auf der Anlage. "Die vergessen doch alle worum's geht", sagte Gerhard und sprach von Spinnern. Er wollte seine Anlage jetzt verkaufen.
Das ist mit Sicherheit zu dramatisch. Man kann ja auch beides haben, oder? Guten Sound zu Hause und von Zeit zu Zeit live in der Philharmonie.

Lesenswerter Artikel, in dem sich eigentlich jedermann zu einem Teil wiederfinden kann.

20.07.05

Hat denn keiner Lust, Kanzler zu werden?

Es hat beinahe den Anschein, als ob die für Freitag erwartete Entscheidung von Bundespräsident Horst Köhler, ob es denn nun Neuwahlen geben möge oder nicht, gegenstandslos sei. Denn so wie sich das Establishement benimmt, verspürt offensichtlich keiner der Kanzlerkandidaten und -kandidatinnen große Lust auf den Einzug ins Kanzleramt. Wie anders will man denn die vorgelegten Wahlprogramme deuten?

Die einen, bereits sieben Jahre an der Macht und belastet mit einer fingierten Vertrauensfrage, wedeln dem Wähler mit einem Wahlprogramm vor der Nase herum, bei dem man sich fragt, warum sie es nicht bereits vorher - gerade jetzt - umsetzen, so sie doch schon an der Macht sind. Was hat denn in der ganzen Zeit nicht geklappt, dass es nun flutschen soll wie bei einem Länderspiel?

Die anderen präsentieren ein Programm, das von allen, aber auch wirklich allen, selbst den auserkorenen Koalitionspartnern, zerrissen und bezweifelt wird. Es scheint Finanzierungslücken zu geben, man drückt sich in vielen Bereichen bewußt schwammig aus und verspricht sogar, so hört man aus Bayern, eine Senkung der Arbeitslosenzahlen. Über genau diese Art von leerer Drohung ist der amtierende Kanzler ja bereits selber gestolpert.

Und der Wähler? Auch der fragt sich, wie er sich verhalten soll. Laut einer Umfrage von Forsa haben die beiden großen Parteien arge Nöte, ihre Höchststände (wenn man denn bei der SPD davon sprechen mag) zu halten. Profitieren tun die Ränder: FDP und Grüne halten ihre Plätze, das Linksbündnis festigt seine Position. Grafisch kann man sich den zeitlichen Verlauf hier anschauen.

Noch aber, und das dürfte die wichtigste Erkenntnis dieser Umfrage sein, gibt es fast 16 Millionen unentschlossene Wähler. Das sind immerhin 26 Prozent der Stimmen, die sich ihrer Sache noch nicht sicher sind. Genügend Zeit für die Kandidaten der großen Parteien, ihren Vorsprung dahinschmelzen zu lassen. Und am Ende? Kommt die große Koalition...

Abnehmen - 10 kg in knapp 10 Wochen

Yihaaa! Nachdem sich die Waage in meinem Bad lange an das Bild gewöhnen konnte, hat sie heute zum ersten Mal nach etwa drei Jahren die 95 kg von unten angeschaut - wenn ich drauf stand. Sonst schaut sie sich diese Marke immer von unten an, außer vielleicht wenn meine Frau, mein Sohn und unser Auto gemeinsam draufklettern. Aber nicht, wenn ich mich auf der Waage breit gemacht habe. Dann drehte sich die Scheibe schnell so weit, daß unter dem Strich eine brutale 105 zu stehen kam. Natürlich nur, wenn ich mein Gewicht günstig auf den Fußsohlen hin- und herverlagert hatte.

Weil mir aber vor einigen Monaten ein ehemaliger Arbeitskollege über den Weg lief, der sage und schreibe 15 kg abgenommen hatte, beschloß ich seinerzeit, diesem Wert etwas entgegen zu setzen. Entgegen setzen zu müssen. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder dahergelaufene Ex-Kollege Wiegeerfolge vorweisen kann und ich nicht? Natürlich gab es weitere Hinweise, daß Handlungsbedarf bestand: Als mein Sohn beim Baden die Shampooflaschensammlung in die Wanne schmiß und jeder Flasche einen Namen gab, bezeichnete er die Flasche mit dem Schaumbad (und jeder weiß, was das für Kaventsmänner sind) als Papa. Meine Frau fragte ihn, warum denn dieser Schaumbadflaschenblauwal, der da einsam zwischen den anderen kleinen Fläschchen schaukelte, der Papa sein sollte. Junior antwortete, weil der Papa immer so viel ißt. Was haben wir gelacht! Mein Gott, ich hätt´ ihm eine scheuern können.

An einem der nächsten Tage dann habe ich mir - als Diplomingenieur und angehender MBA - mein Excel geschnappt und darüber nachgedacht, auf welche Weise sich mein träger Körper am besten konditionieren liesse. Joggen fiel mir sofort ein, das hatten meine Frau und ich vor der Geburt unseres Sohnes regelmäßig (bis zu fünf Mal die Woche) gemacht. Schwimmen. Fahrradfahren. Aber es sollte auch etwas für den Bauch sein. Also, fix eine Tabelle entworfen: Am linken Rand die Kalenderwoche (es fing damals an mit KW 18), und daneben eine Reihe von sechs Feldern, in denen Zahlen stehen, die ganz links bei 1500 anfangen und in 250er-Schritten abwärts zählen. Das Ganze hängt in dieser Form an meinem Kühlschrank:

fitness.PNG

Für jede ernstzunehmende Einheit Sport, z.B. Joggen, Schwimmen oder Baseballspielen, darf in der aktuellen Kalenderwoche eines der Felder abgekreuzt werden. Die Zahlen, die am Ende stehen bleiben, sind dann mit Situps oder besser: Cramps abzuarbeiten. Cramps sind diese Übungen, wo man auf dem Rücken liegt, die Beine abstellt oder leicht anhebt und dann den Oberkörper etwa 15-25 cm nach oben Richtung der Beine anhebt. Dabei trainiert hauptsächlich den Bauch. Ich unterteile mir die 250 Wiederholungen in fünf 50er-Gruppen. Dazwischen fahre ich dann auf dem Rücken liegend "Fahrrad" und zähle bis 50. Oder auf dem Rücken liegend die Beine ausstrecken und in einem Winkel von etwa 30-50 Grad anheben und bis 50 zählen. Vorneweg und hintendran jeweils 20 Liegestütze.

In den meisten der bisher 11 Wochen Training bin ich viermal gelaufen. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag. An den läuferischen Ruhetagen habe ich dann mein Bauchtraining hinter mich gebracht. Angefangen habe ich mit etwa 5 km Joggen in knapp 32 min bei einem Puls von 135-145. Seit etwa 6 Wochen habe ich das auf 7,5 km gesteigert, wofür ich jetzt ungefähr 42-45 min benötige. Beim Puls achte ich, um maximale Fettverbrennung zu erhalten, auf ein Maximum von 145, will aber eigentlich recht genau zwischen 130 und 135 laufen.

Von Zeit zu Zeit, wenn es mir besonders gut geht, laufe ich auch längere Strecken. So zum Beispiel vor drei Wochen um den Wolziger See (südlich von Berlin). Die 12,5 km habe ich in 1:12 Stunden zurückgelegt, was mir nur zwei Blasen jeweils am kleinen Zeh, aber eine Menge Befriedigung eingebracht hat. Läuferisch befinde ich mich in wirklich guter Verfassung, besser als mich erinnern kann, jemals gewesen zu sein. Vom Gewicht her kann ich mir vorstellen, noch weiter abzunehmen. Was allerdings ein harter Kampf bleibt - jeden Morgen muß man sich neu motivieren, aufzustehen, Schuhe anzuziehen und loszurennen.

Auch beim Essen hat sich einiges getan - worauf ich aber achte, darüber an anderer Stelle mehr.

Ach, eins noch: Das Ganze hat natürlich nur in völliger Nacktheit geklappt. Das mit der Waage und den 95 kg von unten meine ich. Nicht das viele Joggen...

19.07.05

Auf der Jagd nach Park-Sündern

Man braucht gar nicht müde zu lächeln, wenn man aus Amerika hört, daß dort die Schnapspullen in Papiertüten verpackt durch die Gegend getragen werden. Erst recht nicht, wenn man in Berlin wohnt. Auch in unserer wunderschönen Hauptstadt darf man sich nämlich öffentlich nicht die Birne weghauen. Es sei denn, man sitzt in einem Biergarten oder Ausflugslokal! Also nie wieder geselliges Beisammensein in einem der vielen Berliner Parks?

Ein lauschiger Sommerabend, ein Picknick mit Bier und Prosecco im Park - so ein Ausflug ins Grüne kann ungemütlich werden. Denn in Berlin darf in der Öffentlichkeit kein Alkohol getrunken werden. Das Verbot ist zwar nicht neu, doch durchgesetzt wurde es bislang kaum. Erst seit kurzem muss mit einem Platzverweis oder gar mit Ordnungsgeld rechnen, wer zur Flasche greift. Denn die Kiezstreifen der Ordnungsämter gehen gegen jene vor, die in der Öffentlichkeit Alkohol trinken - allein oder in der Gruppe. Laut Berliner Straßengesetz kann das "Niederlassen zum Alkoholverzehr" auf öffentlichen Straßen und Plätzen als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
Und so sind die Herren und Damen von den Ordnungsämtern mittlerweile in einigen Berliner Bezirken am Umsetzen dieses Gesetzes. Und sammeln Ordnungsstrafen von zehn Euro ein oder sprechen gleich Platzverweise aus. Nur im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg seien die Mitarbeiter vom Ordnungsamt angewiesen, den öffentlichen Verzehr von Alkohol zu ignorieren.
"Alkohol ist ein soziales Problem, das kann man mit Verboten nicht regeln", sagt [Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg] Schulz. Sein Bezirk stellt lieber Toilettenhäuschen an Brennpunkten wie im Wrangelkiez auf.
Ungewöhnlich ist das Ganze kaum. Die eigentliche Spezialität der Mitarbeiter des Ordnungsamtes ist ja sowieso die Jagd auf Parksünder.

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18.07.05

Bomben in London von Hand ausgelöst?

BBC News hat heute Angaben der Polizei zu den Namen der Verdächtigen veröffentlicht:

Shehzad Tanweer (above): Aged 22, born Bradford, lived Beeston, Leeds. Studied religion in Pakistan. Forensic evidence linking him to Aldgate blast.
Mohammad Sidique Khan: Aged 30, from Beeston, Leeds, recently moved to Dewsbury, married with baby. ID found at Edgware Road blast site.
Hasib Mir Hussain: Aged 18, lived Holbeck, Leeds. Reported missing on day of bombings. Said to have turned very religious two years ago. ID found in No 30 bus.
Germaine Lindsay: Jamaican-born man living in Buckinghamshire. Believed to have carried out King's Cross attack.

It is [therefore] thought Hussain was responsible for the bus bombing, in which 13 people died, Khan the Edgware Road blast that killed six people; Tanweer for the Aldgate blast, which killed six, and Lindsay for the Russell Square explosion where 26 people were killed.

More than 700 other people were injured in the explosions.

Bis jetzt gibt es immer noch keine Erklärung für den zeitlichen Unterschied der Explosionen. Die drei Bomben in den U-Bahnen explodierten um 8:50, die Bombe im Bus aber erst um 9:47 Uhr.

1 The four men arrive at King's Cross Thameslink station from Luton. They go to the tube station and fan out on different lines
2 Shehzad Tanweer takes the Circle line eastbound. Bomb explodes between Liverpool St and Aldgate
3 Lindsey Germaine takes the Piccadilly line south. The train blows up before the first stop at Russell Square
4 Mohammad Sidique Khan takes the Circle line westbound. Bomb explodes at Edgware Rd
5 Hasib Hussain may have tried the Northern line but he ends up on the No. 30 bus. Bomb explodes at Tavistock Square

Wie die Polizei bislang verlauten lässt, fehlt bislang jede Spur von Zeitzündern. Die Bomben scheinen also von Hand ausgelöst zu sein - die Selbstmordthese erhielte damit wieder Gewicht.

Hat Hussain seinen abgesprochenen Einsatz verschlafen und war davon ausgegangen, daß die Bomben erst gegen 9:50 gezündet werden sollten? Erfuhr er dann im Bus von seinem Fehler und zündete nachträglich, so schnell er konnte? Oder wartete er im Bus auf diejenigen Passagiere der Londoner U-Bahn, die wegen der Explosionen auf den Bus ausweichen würden? Mindestens eines der Opfer hat genau das getan.

Kraftsportler? Nein, Pornofan!

Wer in Indien Pornos schaut, bei dem bleibt´s nicht nur bei ´nem Tennisarm! Da werden beide Arme gleichmäßig trainiert!

Lies and Truth

Timothy Findley in Famous Last Words about lies and truth in the age of World War II:

The bigger the lie, the more we are bound to believe it.

And twice told lies become the truth.

Of course, it can also be adapted to modern times.

17.07.05

Zweifel an den Selbstmordabsichten der vier Verdächtigen von London

Viel wird dieser Tage über die mutmaßlichen Attentäter von London geschrieben. Bezeichnend ist dabei oft, wie in diesem Artikel der Berliner Zeitung, daß man die vier Briten im ersten Absatz als Verdächtige anspricht, sie später aber durchgehend als Bomber und Täter bezeichnet. Aber sind sie wirklich Täter, oder selber nur Opfer? Zumindest an der These ihres Selbstmordes kommen mittlerweile Zweifel auf.

Einer der Verdächtigen hatte mit seiner Frau ein acht Monate altes Kind, die Frauen zweier Verdächtiger seien zum Tatzeitpunkt schwanger gewesen. Zudem haben sich die vier Rückfahrkarten gekauft. Der Sprengstoff war in Rucksäcken, nicht wie üblich, um den Körper gewickelt. Auch weitere Funde, die die Berliner Zeitung erwähnt, sprechen dafür, daß Selbstmord nicht geplant war:

Neben den Überresten von Hussain, Tanweer und Khan wurden persönliche Dokumente, Kreditkarten, Führerschein gefunden. Es sah fast so aus, als wollten sie als Märtyrer identifiziert werden - mit den Insignien des westlichen Lebens.
Oder aber sie rechneten nicht mit ihrem Tode. Packt man denn seinen Führerschein ein, wenn man sterben möchte? Schnappt man sich die Kreditkarte, um die Überfahrt ins Reich des Todes zu bezahlen? Weitere Fragen bleiben offen: Hatten die mutmaßlichen Selbstmord-Attentäter denn Sterbegewänder angezogen, wie es im Nahen Osten gängige Praxis ist? Hatten sie ihr Gemächt vor der Zerstümmelung bewahrt, indem sie es in mehrfache Lagen von Unterwäsche verpackten? Auch dies konnte bisher oft bei Selbstmord-Attentätern beobachtet werden, den im islamischen Paradies Scharen von Jungfrauen versprochen wurden.

Aber kommen wir zurück zu den bereits erwähnten Rucksäcken. Hier ein gerade veröffentlichtes Bild der vier Männer kurze Zeit vor den Anschlägen:

Jeder der Männer hatte etwa 4,5 Kilogramm Sprengstoff im Rucksack. Es handelte sich um Acetonperoxid. Das ist ein hochentzündlicher Initialsprengstoff, der zu den organischen Peroxiden zählt. Seine Dichte beträgt 1,22 g/cm³. Acetonperoxid ist somit schwerer als Wasser. Überschläglich läßt sich nun feststellen, daß in den Rucksäcken, die auf dem Bild zu erkennen sind, gut und gerne 25 Kilogramm des Sprengstoffes Platz gefunden hätten. Selbst mit einer eventuell nötigen Tarnung hätte man ohne Umstände 15 Kilogramm unterbringen können. Warum sich bei einem Selbstmordattentat auf ein Drittel des bequem zu transportierenden Sprengstoffs beschränken? Warum nicht, wenn man schon mal dabei ist und sein eigenes Leben in die Luft sprengt, soviel wie möglich einsetzen?

Zudem sollen die vier ja über genügend Sprengstoff verfügt haben. So stieß die Polizei bei der Durchsuchung des Hauses eines der Verdächtigen auf die Angestellten einer Autovermietung, die ihr überfälliges Fahrzeug abholen wollten. Wie sich herausstellte, stand es vor dem Bahnhof der Stadt Luton und enthielt eine größere Menge Sprengstoff. Dieser Fund macht jedoch gerade dann am wenigsten Sinn, wenn man von Selbstmordtätern ausgeht. Wie eben gezeigt, stellt sich sofort die Frage, warum die vier nicht allen verfügbaren Sprengstoff einsetzten, wenn sie denn schon Selbstmord begehen wollten. In den Rucksäcken wäre noch Platz gewesen, wie gezeigt wurde. Warum legt einer der Verdächtigen ein Depot mit Sprengstoff an, obwohl er es als Toter nicht mehr gebrauchen kann?

Auch die Biographien der Verdächtigen passen derzeit nur schwer mit dem hergebrachten Bild extremistischer Täter zusammen. Shehzad Tanweer stammt aus wohlhabendem Hause, studierte Sportwissenschaften an der Uni Leeds und trug gerne teure Kleidung. Anfang des Jahres soll er für zwei Monate in Pakistan gewesen sein. Für jemanden, dessen Familie von dort stammt, ist das aber kaum ungewöhnlich. Sein Freund Hasib Hussain war gar jemand gewesen, der gerne viel Alkohol trank und viel Zeit mit den Mädchen seiner Heimatstadt verbrachte. Zwar vollzog Hussain einen Wandel, als er zu trinken aufhörte und in die Moschee ging. Daß er aber religiös geworden ist, beweist noch nicht, daß er zum extremistischen Mörder mutierte.

Hasib Hussain war übrigens derjenige der vier Männer, der auf einen Bus ausweichen sollte, weil die Nortern Line der Londoner U-Bahn an diesem Tag gesperrt war. Er stieg in den Bus der Linie 30, der eine Stunden später am Tavistock Square zerfetzt wurde. Wie die Berliner Zeitung berichtet, hatte ein Passagier kurz zuvor einen jungen Mann hektisch in seinem Rucksack rumwühlen sehen. Hatte der Zündmechanismus versagt und Hussain auf Handzündung umgestellt?

Oder war sich Hussain plötzlich bewußt geworden, daß der riesige Rucksack auf seinem Rücken nicht nur mit Kleidung gefüllt war, sondern auch eine Bombe enthielt? Wollte er die Bombe gar entschärfen? Deswegen die Hektik? Warum befand sich in den gut gefüllten Rucksäcken nur so wenig Sprengstoff? Hatte man Angst vor einer Untersuchung der Rucksäcke? Aber wer in London hätte vor den Attentaten Rucksäcke untersucht, wenn nicht die Träger der Rucksäcke selber? Wollte man vor ihnen den Sprengstoff verbergen? Wer aber hatte dann die Rucksäcke gefüllt? Wer hatte sie ihnen gegeben, mit der Bitte, sie zu diesem oder jenem Ziel zu bringen? Sind die vier unwissende Opfer, deren Hilfsbereitschaft und religiöse Nächstenliebe geschickt ausgenutzt wurde?

Oder aber, und das ist vielleicht am wahrscheinlichsten, die vier hatten sich ihre Rucksäcke selber gefüllt und wollten sie unauffällig verteilen und zünden. Das Depot hatte man angelegt, weil man die Absicht hatte, die Attentate zu überleben und fortzusetzen. Irgendjemand im Hintergrund hat es aber anscheinend für besser befunden, die vier als Selbstmordattentäter zu präsentieren. So sähe die Polizei eine Fährte, der sie folgen müßte, und würde sich nicht so sehr auf die noch lebenden Männer im Hintergrund konzentrieren, sondern auf die Umgebung der vier Männer aus Leeds konzentrieren. Das Depot wäre dann angelegt worden, um die Spürnasen der Polizei von der Wärme ihrer Spur zu überzeugen. Ansonsten würde doch das Abstellen eines mit Sprengstoff gefüllten Wagens vor einem Bahnhof kaum Sinn machen. Viel besser stünde so ein Wagen, wenn man denn den Sprengstoff überhaupt in einem Auto aufbewahren möchte, doch in einer unauffälligen Nebenstraße eines Industriegeländes.

Das Ganze klingt ein bisschen nach Verschwörungstheorie, zugegeben. Es zeigt aber, daß sich die bisher in den Medien präsentierten Fakten durchaus auch anders interpretieren lassen, als die Medien es wahrhaben wollen. Vor voreiligen Schlüssen sei jedenfalls gewarnt. Die gibt es ja schon. So fordert Bayerns Innenminister Günther Beckstein bereits die Überwachung jeder Moschee in Deutschland:

"Wir müssen von jeder Moschee wissen, was dort passiert", sagte Beckstein.
Obwohl selbst Beckstein wissen müsste, dass in Leeds nicht nur vier Muslime gelebt haben, will er also alle Muslime in Deutschland überwachen lassen.

12.07.05

Die einen herrschen, die anderen sind untertan

Andrzej Szczypiorski in Die schöne Frau Seidenman über die wahre Bedeutung des Unterdrücktseins:

Immer gab es die Sieger und die Grausamen, die die Erde zertraten, um sie nachgiebiger zu machen, und es gab die anderen, die Opfer von Raub, Unterwerfung und Tyrannei, deren Knochen die Erde düngten. Das war wohl die Bestimmung der Menschen, und nicht sie selbst wählten ihr Los, sondern eine übergeordnete Kraft, die die Geschichte ordnete und nach deren Urteilen die einen herrschten und die anderen untertan waren.[..] Wurde das große Rom nicht auf den Nacken Tausender von Sklaven erbaut? Wer kennt heute deren Namen? Wer erinnert sich ihrer Existenz? Und dennoch haben sie die Macht des Imperiums getragen, alle römischen Bauten und Eroberungen, die ganze römische Kultur und Zivilisation, die weiterhin heilig ist. Das Leiden der Sklaven hat in der Geschichte keine Spuren hinterlassen, während die Römer die Geschichte großer Teile der Welt gestalteten. Wo die Sandale des römischen Legionärs die Erde zertrat, blühte die Geschichte des Menschen auf. Wie viele Sklaven haben diese Erde mit ihrer Asche gedüngt?

11.07.05

Vom Umgang mit der Macht

Aus dem Werbeheftchen einer Unternehmensberatung:

Nichts legt die Persönlichkeit so schnell bloß wie die Art des Umgangs mit der Macht.

05.07.05

Totalitäres Banditentum

Andrzej Szczypiorski in Die wünderschöne Frau Seidenman über totalitäre Systeme:

Zu der Zeit, von der die Rede ist, zählte Wiktor Suchowiak dreiunddreißig Jahre und kam langsam auf den Hund. Das lange Leben, das ihm bestimmt war, sollte sich als verfehlt erweisen, denn Suchowiak hatte in seiner Jugend die Karriere des Berufsbanditen gewählt, was in der Epoche der großen Totalitarismen, die ihn bis ins hohe Alter begleiten sollten, zu einem beklagenswerten Anachronismus werden mußte. Die großen Totalitarismen betreiben selber das Banditentum in der Majestät des Rechts, wobei - zur Verwunderung der individuellen Profis - dieses Verfahren Hand in Hand geht mit dem Fehlen jeglicher Alternative, während doch gerade die Alternative einst das philosophische Fundament des Banditentums gewesen ist. Wiktor Suchowiak arbeitete immer nach dem Grundsatz "Geld oder Leben!", was seinen Kontrahenten die Möglichkeit der Wahl ließ. Die Totalitarismen betreiben den Raub der Ehre, der Freiheit, des Eigentums, ja sogar des Lebens, und lassen weder den Opfern noch sogar den Banditen die geringste Wahlmöglichkeit.

04.07.05

Happy Birthday, America!

229 years ago, the United States of America, led by a group of men around Thomas Jefferson, declared their Independence from the British Empire:

We, therefore, the Representatives of the united States of America, in General Congress, Assembled, appealing to the Supreme Judge of the world for the rectitude of our intentions, do, in the Name, and by Authority of the good People of these Colonies, solemnly publish and declare, That these United Colonies are, and of Right ought to be Free and Independent States [.]

A transcription can be found here.

Ewige Freundschaft?

Vor einer neuen Saison haben erstmal alle Mannschaften in einer Liga null Punkte und null Tore. Manch einer freut sich da zum letzten Mal, denn so gut wird seine Platzierung nie wieder sein. Alle Mannschaften können nämlich guten Gewissens behaupten, auf dem ersten Platz zu stehen - auch wenn man ihn sich mit allen anderen teilen muß.

Das ist aber nur theoretisches Gesäusel. Einordnen in seine Tabellenberechnungssoftware muß man die Vereine ja trotzdem, und so gibt es natürlich bereits vor der Saison auch immer eine Mannschaft, die die Tabelle anführt. Je nachdem, in welcher Liga man bei welchem Verein auf den Internetauftritt schaut, erhält man so natürlich in einer Liga mit 18 Teilnehmern genau 18 verschiedene Auskünfte über den Tabellenführer - auf der jeweiligen Webseite findet sich immer die jeweilige Mannschaft ganz vorn. Blicken wir beispielsweise in die Oberliga im Nordosten der Republik, und da speziell auf den ehemaligen Serienmeister BFC Dynamo. Ganz oben in der Tabelle auf dessen Seite findet sich - natürlich - der BFC selber.

Eine Frage ist aber auch, wer dann ganz hinten steht? Beim BFC schiebt man den SV Falkensee/Finkenkrug ans Ende, wohl deswegen, weil man diesen Klub kaum kennt. Beim 1. FC Union, frisch aus der Regionalliga abgestiegen und voller Tatendrang, sich dort auch wieder hinzusiegen, verfährt man an der Spitze der hauseigenen Tabelle wie üblich, an deren Ende aber doch mit Vorbedacht. Dort findet sich nämlich eben jener BFC Dynamo, mit dem die Unioner eine ewige Hassliebe verbindet. Und da konnte man sich die Chance nicht entgehen lassen, in der Anfangstabelle der Saison den Stand einzugeben, den man sich eigentlich zum Ende wünscht: Union steigt auf, BFC steigt ab.

Zufall? Wohl kaum.

Never ever scream at subordinates!

Says General Chuck Horner in Tom Clancys Every Man a Tiger:

Good people don´t need to be screamed at. They feel far worse about their shortcomings than you can ever make them feel. On the other hand, the bad person doesn´t care or understand, so screaming doesn´t work there, either. [..] And if you are wrong, the good subordinate will reject your leadership in the future.

01.07.05

Die Republik steht kurz vor ihrer Auflösung

Es ist also beschlossene Sache: Bundeskanzler oder Ex-Bundeskanzler oder künftiger Ex-Bundeskanzler oder evtl. künftiger Ex-Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sein Mißtrauensvotum im Bundestag gewonnen. Da half auch ein Joschka Fischer nicht mehr, obschon der sich nach langer Zeit mal wieder in einer Form präsentiert, die ihn 2002 Wählergunst und Wahl schon einmal für die Koalition gewinnen ließ. Genau so wird sich die Koalition präsentieren müßen, wenn sie erreichen will, daß diese letzten Monate ihrer Legislatur nahtlos an die ersten Monate ihrer nächsten Legislatur anknüpfen soll - kämpferisch nämlich und selbstbewußt. Ihren Gegnern nicht das Heft der Handlung überlassen - wozu dann auch diese ganze Farce der Neuwahl, wenn man jetzt nicht selber agieren, sondern reagieren will?

Der aktuellen Opposition, will sie denn ihre Rolle mit dem anderen Lager tauschen, wonach es ja aussieht, kann man umgekehrt auch nur raten, sich nicht auf dem vermeintlichen hohen Roß der Moralität auszuruhen und sich von dem opulenten Vorsprung in der Wählergunst einschläfern zu lassen. Wahlen werden gewonnen, indem man den Wählern ein Spektakel bietet, aktiv ist, Versprechungen macht. An Substanz scheint es beiden Lagern derzeit zu fehlen, und so könnte den Ausschlag letztlich allein der Wunsch der Wähler nach Veränderung geben.

Man kann die Macht aber auch erlangen, indem man ein Bündnis mit ihr eingeht. Scheint jedenfalls Angela Merkel zu glauben. Denn die hat´s offensichtlich mit der dunklen Seite der Macht:

Oder bin ich der einzige, der hier Senator Palpatine kurz vor der Auflösung der Sternen-Republik wieder erkennt?

15 Jahre Wirtschafts-, Sozial- und Währungsunion

Heute vor 15 Jahren unternahmen die Deutschen den ersten großen Schritt in Richtung deutsche Einheit. Die Regierungen der beiden deutschen Länder unterzeichneten am 18. Mai 1990 den Staatsvertrag über eine gemeinsame Wirtschafts-, Sozial- und Währungsunion, der am 1. Juli 1990 in Kraft trat. Eine interessante Zusammenfassung des rückblickend doch recht schmerzvollen Prozeßes der Einheit gibt es bei der Bundeszentrale für politische Bildung.