Guy de Maupassant nimmt in seinem wohl bekanntesten Roman Bel-Ami auch Bezug auf tagespolitische Ereignisse des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts, wenn er im letzten Drittel die Rede eines Abgeordneten im französischen Parlament wider gibt. Wandelt man die Ortsbezüge und Namen ein wenig um und passt sie aktuellen Geschehnissen an, sieht man, daß es Guy de Maupassant gelang, die negativen Folgen hegemonialen Machtstrebens in einem zeitlos schöne, zugleich aber grotesken Gleichnis unterzubringen:
"Afrika, meine Herren, ist in der Tat für Frankreich ein Kamin, ein Kamin allerdings, der unser bestes Holz aufbraucht, ein Kamin, der sehr gut zieht und den wir mit Banknoten anzünden.Ein Stück klassische Bildung aus dem "alten Europa", dessen Lektüre sich so mancher Politiker in Übersee anscheinend gespart hat. Die egoistische und bereichernde Verhaltensweise de Maupassant´scher Protagonisten hat man - hüben wie drüben - gleichwohl noch nicht verlernt.Sie haben sich den originellen Luxus geleistet, meine Herren, den linken Flügel des Kamins mit einem tunesischen Souvenir zu schmücken, das Ihnen sehr teuer zu stehen kommt, und Sie werden sehen, daß Monsieur Marrot es seinem Vorgänger nachtun wird auf dem rechten Flügel des Kamins ein Schmuckstück aus Marokko aufstellen wird.
Viel Aufregung gibt es derzeit in der Siemenszentrale um eine verschwundene Rolex-Uhr. Während einer Fotosession kam dem neuen Vorstandschef Klaus Kleinfeld sein wertvolles chronographisches Instrument abhanden, so behauptet dieser.

Die Ermittlungen der Polizei laufen derzeit auf Hochtouren, geht es doch um mehrere tausend Euro. "Wir beschäftigen uns mit dieser Sache voll und ganz.", ließ ein Kripobeamter telefonisch verlauten, "Aber erstmal liegt jetzt draußen Schnee und wir ermitteln gerade, wer für diese Sauerei verantwortlich ist." Immerhin, Zusammenhänge zwischen dem Rolex-Diebstahl und der allgemeinen Wetterlage könne man bereits zum frühen Stand der Ermittlung "eigentlich" ausschliessen.
Die Ermittlungen gehen dabei in alle Richtungen - auch Versicherungsbetrug von Seiten des Siemensvorstandes komme da in Betracht, wie die Polizei bekannte. Um das Rekord-Quartals-Ergebnis seines Vorgängers zu übertrumpfen, könnte Kleinfeld den Verlust der Uhr fingiert haben. Dazu passende Behauptungen des Fotografen, die Uhr sei nur "digital" retuschiert worden, weil Kleinfeld keine Zeit für mehrere Shootingsessions habe, konnten jedoch von einem Sprecher des Konzerns sofort widerlegt werden - nach dessen Aussage gab es zwei Fotoserien, und seit der zweiten Serie fehlt das teure Teil. Und sowieso seien dem Fotografen "handwerkliche Fehler" unterlaufen.
Ins Visier der Fahnder rückte auch der Gast des Siemens-Forum, dessen Handy Kleinfeld in ein Glas Wasser geschmissen hatte. Der Gast hatte zuvor gefragt, wie der neue Siemensvorstand die Handys von Konkurrent Nokia fände. Kleinfeld wurde daraufhin von seinem Vorgänger unterstellt, "nicht mehr ganz nüchtern" gewesen - sprich: ein Suffke - zu sein, was sich wohl darauf bezogen haben mag, daß Kleinfeld dem Gast zur Entschädigung zwei Siemens-Handys überreichte. "Eins hätte doch wohl genügt.", so Heinrich von Pierer. Wenn sich von Pierer da mal nicht getäuscht hat - dem Gast stiess die Sache jedenfalls übel auf: "Zwei Billighandys von Siemens, was soll ich damit?"
Eine weitere Möglichkeit sei die "Vortäuschung einer Straftat", um verdeckte Werbung für neue Geschäftsfelder zu machen, so ein Ermittler der Polizei. Denn die vorliegenden Fotos sehen doch eher so aus, als ob Siemens demnächst ganz groß in den Markt der Telefonabzocke im Fernsehen einsteigen wolle. "Wir dürfen auch diese Möglichkeit nicht außer Acht lassen.", gähnte der Ermittler.
Unabhängig davon scheint man bei der Belegschaft von Siemens die Sache gar nicht spaßig zu finden. Ob denn das weitere Streichen von Stellen in Deutschland nicht doch mit dem Frust des Siemens-Chefs über den Verlust seines teuren Spielzeugs zusammenhängt, will man in den unteren Ebenen nicht ausschließen. "Wir hoffen nur, daß das jetzt nicht wöchentlich so weitergeht, bis sich diese Uhr anfindet.", so ein nicht näher benanntes Mitglied des Betriebsrats.
... ist zum Beispiel, wenn man sich selber in folgender Situation wiederfindet:
- man hat am Anfang der Woche im fernmündlichen Auftrag des Chefs eine Zuarbeit für den Auftraggeber mit der eigenen e-mail verschickt, diese Zuarbeit aber nicht selber erledigt (sondern sie wurde von einem anderen Mitarbeiter erstellt)
- am Ende der Woche äußert deswegen der Projektleiter beim Auftraggeber in erregter Weise seine Unzufriedenheit, nachdem während der Woche vom Projektbearbeiter beim Auftraggeber keinerlei Anzeichen für mangelnde Zuarbeit zu spüren waren
- der Mitarbeiter, der die Zuarbeit im eigenen Unternehmen erledigt hat, ist nicht auffindbar
- der eigene Chef ist während der ganzen Woche im Urlaub und nicht erreichbar
- eine Überarbeitung bis zum nächsten Montag - wo die Zuarbeit dem Bauherrn präsentiert werden soll - sieht sich einigen Widerständen gegenüber (die Liste der beanstandeten Punkte wird erst am späten Freitag verfügbar sein / Wochenendarbeit scheidet aus, da meine Frau beruflich unterwegs ist und ich vom Kind in Schach gehalten werde / eine Bearbeitung am Montagmorgen scheidet ebenso aus, weil ich früh das Kind in der Kita abgeben muß, und deshalb erst im Büro sein kann, wenn der Termin der Abgabe vorbei ist)
Um die Situation zu verschärfen, ist das Kind krank und wird mich aller Wahrscheinlichkeit nach am nächsten Montag grundsätzlich zu Hause halten.
Die wichtige Unterhaltung mit dem dann erst aus dem Urlaub zurück erwarteten Chef, die von mir angesetzt ist und wegen der einzuhaltenden Fristen unbedingt an diesem Termin stattfinden muß, und in der die zeitliche Knappheit meiner eigenen Zukunft im Unternehmen zum Ausdruck gebracht wird, habe ich da noch gar nicht berücksichtigt.
Und wenn man wissen will, was man dafür alles hätte sonst machen können, hier einige Links:
- Basisimpfung für Kinder weltweit
- Kampf gegen AIDS
- Ernährungshilfen weltweit
- zusätzliche Lehrer in den USA
Wie vom Betreiber des Blogs rtfm und Herrn Braun höchstpersönlich im Kommentar zum Eintrag über die neusten Ungeheuerlichkeiten der NPD angemerkt, sind die Reaktionen des politischen Establishments zumindest deswegen heuchlerischer Natur, weil die NPD bei ihrer Tätigkeit im sächsischen Landtag bislang auch auf Stimmen aus anderen Fraktionen zählen durfte. Solange die Nationaldemokraten also reguläre Teilnahme am landtäglichen Arbeitspensum mimten, hatten Teile der etablierten Parteien keine Skrupel, sie dabei zu unterstützen.
Nur wenn die Rechtsextremen derart medienwirksam auf die Pauke hauen, wie sie es am Freitag taten, artikuliert sich Entsetzen unter den exponierten Vertretern von Regierung und Opposition, werden Vorschläge zu strafrechtlicher Verfolgung oder gar zum Verbot der Partei laut. Allein, eine wirkungsvolle Abwehr des rechten und - und wo wir mal dabei sind: im Falle einiger Blöcke der PDS - auch linken Extremismus kann nur stattfinden, wenn man ihren Auswüchsen immer, überall und jederzeit entgegen tritt - und nicht nur dann, wenn gerade ausländische Medien Notiz von den Vorängen nehmen.
Grund für die Zaghaftigkeit im Umgang mit der NPD scheint zu sein, daß das Getöse vom Rand des Parteienspektrums die etablierten Parteien kaum berührt, geschweige denn ihre Grundfesten erschüttert. Denn wenn es um Wählerstimmen geht, fällt das Manövrieren gegen rechts schwer - und bietet wenig Vorteil.
Die Christdemokraten beispielsweise würden von einem sachten Rechtsschwenk des Wählerwillens weitaus mehr profitieren als die NPD es jemals könnte - besetzen die Schwesterparteien doch gerade den Platz rechts von der Mitte des politischen Spektrums. Ständige und ausdauernde Auseinandersetzung mit Rechts ist von daher nicht zu erwarten - eher das Gegenteil. So lädt der Nachwuchs der Union in Mecklenburg-Vorpommern mit Martin Hohmann jemanden als Festredner zum Thema Zeitgeist ein, der wegen seiner antisemitischen Äußerungen vor gar nicht allzu langer Zeit selber für einen politischen Skandal sorgte.
Und die SPD? Ein allzu offensichtlicher Schlag nach rechts könnte einen großen Teil der Wechselwähler bei der nächsten Wahl in die Arme der Opposition treiben. Vorsicht ist angebracht, denn der Kanzler ist ein Kanzler der Mitte, wie er selber sagt. Und die, das wissen unsere europäischen Nachbarn nämlich schon ganz lange, schaut in Deutschland zuerst nach rechts.
Vertreter aller großen Parteien rufen seit dem Wochenende zu einem entschlossenen Kampf gegen die rechtsextreme NPD auf, schliessen aber eine Wiederaufnahme eines Parteiverbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht aus, so meldet die Berliner Zeitung. Währenddessen prüfe die Staatsanwaltschaft Dresden rechtliche Schritte gegen die Partei.
Die Abgeordneten der NPD hatten am Freitag im sächsischen Landtag die Zerstörung Dresdens im zweiten Weltkrieg als "Bomben-Holocaust" bezeichnet. Zuvor hatte die NPD-Fraktion allen Nazi- und Kriegsopfern des Zweiten Weltkriegs das Gedenken verweigert, als sie während einer Gedenkminute den Landtag verliess.
Die NPD verteidigt auf ihrer Homepage (man schaue selber nach) die Aussagen ihrer Abgeordneten: Es sei das Recht des deutschen Volkes, so die NPD, zu gegebenen Anlässen nur um die eigenen Opfer zu trauern.
Insbesondere die zeitlichen Zusammenhänge sind besonders erschreckend. Das von Landtagspräsident Erich Iltgen geforderte Gedenken zielte explizit auf den bevorstehenden 60. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz ab.
Aber es gibt einen weiteren Zusammenhang, der das von der NPD für ihre Provokation gewählte Datum als nicht zufällig gewählt erscheinen lässt. Auschwitz war Teil des vernichtungsapparats, den das Dritte Reich für die Endlösung der Judenfrage errichtete. Am 20. Januar 1942 aber traten in der Villa am Großen Wannsee fünfzehn hochgestellte Vertreter aus den Reichsministerien und der SS zusammen, um über die organisatorische Durchführung dieser Endlösung zu beraten.
Kann man es also guten Gewissens als pure Koinzidenz betrachten, daß der NPD-Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag, Holger Apfel, sozusagen am Jahrestag des ersten Tages des Inkrafttretens dieser organisatorischen Maßnahmen, die zum Tod mehrerer Millionen Menschen - dem Holocaust - geführt haben, die Anwendung des Begriffes Holocaust völlig auf den Kopf stellt? Nein. Denn mit den Eckdaten der Geschichte des Dritten Reiches kennen sie sich im allgemeinen recht gut aus - wenn sie ihre Bedeutung auch ständig verdrehen.
-UPDATE-
Die Überprüfung durch die Staatsanwaltschaft ergab, daß es keine Handhabe für eine Ermittlung gäbe, da die Äußerungen der NPD im Sächsischen Landtag getätigt worden seien. Laut Verfassung dürfen Abgeordnete zu keiner Zeit wegen einer Äußerung im Landtag gerichtlich oder dienstlich verfolgt werden.
Die Demokratie hebelt sich also selber aus. Der Vorwand demokratischer Mittel im Feldzug der Rechtsextremen gegen die Demokratie ist zum wiederholten Male Realität in unserem Lande.
In seinem den eigenen Durchbruch als Schriftsteller einleitenden Roman Deutschstunde lässt Siegfried Lenz den Protagonisten der Handlung, Siggi Jepsen, eine Strafarbeit schreiben. Das Thema des Aufsatzes lautet "Über die Freuden der Pflicht" und bietet dem als schwer erziehbar eingestuften Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit den Erfahrungen im eigenen Elternhaus auseinanderzusetzen. Bei diesem Thema kein Wunder also, wenn Lenz sich an einigen Stellen zum Begriff Pflicht äußert. Die Auffassung von Pflicht, die in Deutschland in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts verheerende Wirkungen zeigte, wird dabei exakt definiert:
Mein Vater hob die Hand, sichelte langsam in Höhe des Koppels und sagte warnend: Du weißt, Max, wozu ich verpflichtet bin. - Ja, sagte der Maler, ja, ich weiß, und damit Du es genau weißt: es kotzt mich an, wenn ihr von Pflicht redet. Wenn ihr von Pflicht redet, müssen sich andere auf was gefaßt machen.[An anderer Stelle:]
Gut, sagte er leise, wenn du glaubst, daß man seine Pflicht tun muß, dann sage ich dir das Gegenteil: man muß etwas tun, was gegen die Pflicht verstößt. Pflicht, das ist für mich nur blinde Anmaßung.
[Und später:]
Er habe genug bemerkt, sagte der Maler, zumindest habe er erfahren, was das für eine Krankheit sei: Pflicht, und was er dagegen tun könne, werde er tun; die Opfer erwarten dies, die Opfer der Pflicht.
[Zum Ende hin:]
Er hatte einen Tick zuletzt - so wie alle einen Tick bekommen, die nichts tun wollen als ihre Pflicht.
Derzeit wird viel über die Nebeneinkünfte deutscher Berufspolitiker geredet. Die haben diese aber auch wirklich nötig, zeigen sie ihre volle Kreativität und Skrupellosigkeit doch erst beim Finden neuer Nebeneinkunftsmöglichkeiten.
Verglichen mit ihren russischen Kollegen, sind die hiesigen Beamten allerdings noch zaghafte Stümper. So wird derzeit eine russische Diplomatin in Helsinki strafverfolgt, weil sie in acht oder zehn Wohnungen im Besitz der russischen Handelsvertretung Prostituierte unterbrachte, die dort für sie arbeiteten.
Ob zur zahlenden Kundschaft allerdings auch deutsche Nebeneinkünfte-Erzieler gehörten, ist bislang nicht bekannt.
Wer älter als 15 Jahre ist, und große Lust auf gemäßigte, zweirädrige Fortbewegung verspürt, der geht zu einer Fahrschule in seiner Umgebung, lauscht einigen kurzen, theoretischen Ausführungen, dreht anschliessend auf dem Hof ein paar Runden und erhält - ohne Prüfung - die passend benannte Mofa-Prüfbescheinigung. Die gilt allerdings nur für Fahrräder mit Hilfsmotor, wenig Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h.
Nicht genug für manchen Zweiradpiloten. So fiel der Duisburger Polizei ein 35-jähriger Mann auf, dessen Motorroller mit 50 km/h durch eine Verkehrskontrolle schoss. Der sich zwangsläufig anschliessende Test auf dem Prüfstand aber ergab für das Maschinchen selbst bei Vollgas mit nur kümmerlichen 19 km/h eine noch zu tolerierende Höchstgeschwindigkeit.
Erst als man einen Sachverständigen hinzuziehen wollte, zog der Mann eine Fernbedienung aus der Tasche, löste damit die elektronische Sperre und verhalf seinem Gefährt zu unerlaubtem Geschwindigkeitsrausch - 110 km/h konnten die staunenden Freunde und Helfer messen. Ob der Fahrer jetzt von FedEx eingefangen wurde und bald Pakete zustellt, geht aus der Meldung übrigens nicht hervor.
Ein Impressum habe hauptsächlich die Funktion, für die auf dem jeweiligen Medium dargebotenen Informationen auch einen Verantwortlichen im Sinne des Presserechts zu benennen, so sicherte mir ein auf betreffende Rechtsfragen spezialisierter Anwalt zu. Das unsägliche Hin und Her der letzten Tage um den Namen des Betreibers einer Webseite, der mit seinen fragwürdigen Inhalten offensichtlich nicht in Verbindung gebracht werden will, könnte somit ein Ende finden, das dem Anfang gleichen würde: Die Nennung des Namens war und ist korrekt.
Nun steht der erneuten Änderung zum anfänglichen Status aber so einiges im Wege. Denn zum einen verspürt mein e-mail-Postfach so gar keine Lust auf weitere höhnische, beleidigende und auch sonst eher unangenehme Kommunikation mit eben jenem Betreiber. Und zum anderen würde diese Änderung weitere Arbeit bringen, die in diesem Fall keinen Gegenwert in weiterer Beachtung bringt.
Nicht, daß ich mir anmasse festzulegen, der Denkpass würde in seinen Äußerungen niemals, nie und nimmernicht "Unsinn" oder bemitleidenswerte Lächerlichkeit darstellen, so daß - Änderung hin oder her - vielleicht niemand Notiz davon nehmen würde, weil eben das der Fall ist. Das Urteil, ob und wie oft der Denkpass sich im Niveau vergreift, bleibt den Lesern überlassen. Und die gibt es, glaubt man den Zugriffsstatistiken - und der regen Anteilnahme über die Kommentarfunktion - in mehr als nur zu belächelnder Zahl.
Nein, der Punkt ist ein anderer: Besagte Webseite stellt sich sowieso keiner Diskussion. Deren Meinung, so ist ihre feste Überzeugung, benötigt keinen belebenden Einfluß durch die geistige Interaktion mit Kritikern. Deren Meinung steht fest - und wem das nicht passt, ist blöd. Bätsch.
Der Denkpass sieht das anders. Posaunt zwar seine Meinung in die Welt, als ob er keinen Widerspruch dulde - aber reagiert auf Kommentare und die ihnen zu Grunde liegenden Gedanken, so gut er kann. Denn eines, liebe Leser, treibt der Denkpass nicht: eben das, womit dieser Artikel überschrieben wurde.
Andere aber schon.
Spezialeinheiten der amerikanischen Streitkräfte sind im Iran unterwegs, um Ziele für einen möglichen Angriff zu identifizieren, so ein Bericht von Seymour Hersh im New Yorker. Die Lage im Nahen Osten, und dabei vor allem die Sicherheit des Staates Israel lassen es nicht zu, so wird Israels Außenminister Silvan Shalom zitiert, daß der Iran über Nuklearkapazität verfüge.
Probleme gäbe es, so der Bericht Seymore Hershs, weil Irans Atombombenprogramm seit der Zerstörung des Osirak-Reaktors im Jahre 1981 durch israelische Luftangriffe in den Untergrund gegangen sei und seitdem nicht nur schwerer zu lokalisieren, sondern auch schwerer anzugreifen sei. Im Fokus der bereits seit letzten Sommer unternommenen Aufklärungsmissionen stehe "die Sammlung von geheimdienstlichen und Zielinformationen über iranische Nuklear-, Chemie- und Raketenwaffen", und zwar bekannter und vermuteter Art. Ziel ist die Identifikation von etwa drei Dutzend solcher Ziele zur nachfolgenden Zerstörung durch präzise Luftangriffe oder Kommandounternehmen, so Seymour Hersh.
Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses, Dan Bartlett, sagte zu dem Bericht, er "sei voller Ungenauigkeiten" und er "glaube nicht, daß einige seiner Schlüsse den Tatsachen entsprechen", so melden CNN und Spiegel Online.
Interessant ist der Wortlaut dieses Dementi. Bartlett spricht nicht davon, daß es falsch sei, daß amerikanische Spezialeinheiten im Iran unterwegs seien, um Ziele zu identifizieren. Statt dessen verweist Bartlett auf Ungenauigkeiten im Bericht von Seymour Hersh, die er aber nicht näher spezifiziert - anders gesagt, die Ziele seines Dementi bleiben unidentifiziert.
Zudem glaubt der im Weißen Haus für Kommunikation zuständige Dan Bartlett auch nur, daß einige von Hersh´s Schlüssen nicht den Tatsachen entsprechen. Auch hier gibt es keine näheren Informationen, welche Schlüsse dies sein mögen. Vom qualitativen Unterschied zwischen Wissen und Glauben ganz zu schweigen.
Es darf also weiterhin davon ausgegangen werden, daß Seymour Hersh mit seinem Bericht ins Schwarze getroffen hat.
Vor einiger Zeit hatte ich - im Zusammenhang mit einem Vorfall des Schußwaffengebrauchs mit Todesfolge in einer niedersächsischen Familie - auf die Seite buergerbewaffnung.de verwiesen und dabei auch - was mir mittlerweile unter Verweis auf den Eintrag vom 7.11.04 untersagt worden ist - den Namen des Betreibers der Seite erwähnt. Den konnte man seinerzeit im Impressum von buergerbewaffnung.de lesen (leider findet sich im Googlecache nur noch die englische Version - und die wird wohl auch bald nicht mehr zu lesen sein).
[Änderungshinweis: Weil der Betreiber von buergerbewaffnung.de partout nicht mit dem Inhalt seiner eigenen Seite in Verbindung gebracht werden will, besteht er in einer dreifach ausgesandten e-mail auch auf der Löschung des hier vorher zu sehenden Bildes. Es kann leider nur für einige Zeit über den Google-Cache nachvollzogen werden, wie der Name des Betreibers lautet.
Sich über die Vorteile des Schußwaffenbesitzes auf der eigenen Webseite auslassen - auch unter Zuhilfenahme erfundener Zitate und nachweislich gefälschter Studien -, beim Vorhalten eines Nachteils aber jeder Diskussion aus dem Wege zu gehen, die andere Meinung in seinen nicht zur Veröffentlichung bestimmten e-mails aber als "Unsinn", "Absonderung" und "Sch..." zu bezeichnen und dann gar per Anwalt fordern, daß bloß nicht der eigene Name mit dem eigenen Ausführungen in Verbindung gebracht wird, zeugt von der Engstirnigkeit und Provinzialität dieser Leute ebenso wie von der Gefährlichkeit des Umgangs mit ihnen.]
Nach einiger Zeit - sowas dauert halt bei einem eher unbedeutenden Blog wie dem Denkpass - fand der Beitrag Würdigung. Ein gewisser Jeff - vielleicht derjenige, der unter buergerbewaffnung.de diesen Kommentar zum Thema Familientragödien durch Schußwaffengebrauch unter dem Kürzel JS veröffentliche - gab am 9.1.05 folgenden Kommentar ab:
Ja, vor allem die schwangere Frau des Schweizer Zöllners, der aus Rache in der eigenen Wohnung von einem Täter die Kehle durchgeschnitten wurde, hätte von einem restriktiven Waffenrecht nach deutschem Vorbild enorm profitieren können...Angespornt vor allem durch den letzten Satz, lieferte ich folgende Antwort:Mich wundert nur, warum sich offensichtlich niemand über die Familientragödien aufregt, bei denen die Opfer erwürgt, erschlagen, erstochen oder mit einem Samuraischwert filetiert werden.
Schusswaffen gehören nun mal nicht in Kinderhände, sondern in Waffenschränke.
Offensichtlich ist der Denkpass manchmal auch ein Fehlpass...
Achso, lieber Jeff, der schwangeren Frau hätte ein kleines Maschinengewehrchen sicherlich geholfen, meinst Du?Das wiederum erregte einen gewissen "Friedel" am 14.1.05 um 1:01 ungewöhnlich stark. Er kopierte bezeichnenderweise meine persönliche Anrede an Jeff und schrieb:Wenn man Waffenbesitz verbietet, heisst das nicht, und wird auch nicht so behauptet, daß es damit keine Gewaltverbrechen mehr gibt. Die Ursachen von Gewaltverbrechen liegen woanders. Sie fallen allerdings gewalttätiger aus, je mehr Schuß-, Stech- und Explosionswaffen so zur Verfügung stehen im Falle des Konfliktes.
Zu behaupten, die schwangere Frau hätte mit einer Schußwaffe überlebt, ist spekulativ. Zu fordern, daß neben dem Verbot von Schußwaffen auch alle Formen von Messern, Fäusten und Schals verboten werden, ist einfach nur polemisches Gesülze von Waffennarren.
Achso, leber Cheffe!Dabei kommt "Friedel" (auf die Bedeutung der Namen kommen wir gleich nochmal zurück) auf die Kriminalprävention zu sprechen. Meine Antwort zu "Friedels" speziellen Ansichten zu diesem Thema erfolgte noch am 14.1.05 und sah so aus:So ist das also? Ist ja ganz einfach! 8(
Ich glaube, dass ein Begriff wie "kleines Maschinengewehrchen" eher polemisches Gesülze von Anti-Waffennarren darstellt...
Unstrittig könnte eine Frau, die im Umgang mit einer Pistole vertraut und geübt ist, ihr Leben gegen einen körperlich überlegenen Angreifer besser verteidigen als mit bloßen Händen.
Tatsächlich ist aber nicht nur unserem Staat das Schicksal des Einzelnen sch...egal -- Kriminalprävention heißt hier nämlich, den Täter NACH der Tat einzusperren, um dadurch potentielle ANDERE Opfer zu schützen -- sondern auch der Durchschnittsbürger kann ruhig schlafen, solange es nur die anderen erwischt. Doch das ist ja weder Zynismus noch Menschenverachtung, sondern Ausdruck von gesellschaftlicher Harmonie und Pazifismus.
PEACE
Hoho, starker Tobak.Die Unterschrift, ich gebe es zu, mag vielleicht übers Ziel hinaus geschossen sein. Nur wenige Stunden später lässt sich "Mischa" zur Antwort herab:Kriminalprävention kann also nicht bedeuten, den Täter NACH der Tat einzusperren, sondern offensichtlich DAVOR, entnehme ich Deinen Ausführungen. Das heißt, wir sperren prophylaktisch ein, ja? Ich denke, einige der radikaleren Vertreter der Waffenlobby sagen dann auch, wo wir mit den Verhaftungswellen (denn ausreichende Prophylaxe wird sicherlich nur über ausreichende Verhaftung zu realieren sein) beginnen, oder?
Wie wärs für die weiteren Schritte mit Maßnahmen präventiver Kastration oder vorbeugender Tötung?
Ein polemisch sülzender Anti-Waffennarr, der darauf auch noch stolz ist
Es kennzeichnet die Diskussion mit Waffengegnern, dass Aussagen verdreht und Unterstellungen gemacht werden. Wer darauf stolz ist hat wirklich Durchblick...Weil sie so interessant ist, die Aussage von "Mischa", wollen wir sie der Reihe nach mal durcharbeiten:Es ging in meiner Aussage nicht um Kritik an der Verhaftung und Verurteilung von Tätern. Es ging vielmehr darum, dass die beste Prävention die Verhinderung der ersten Tat ist. Die Abwehr eines gewaltsamen Angriffs kann nur durch das potentielle Opfer selbst geschehen. Die Vertreter der Bürokratie behaupten regelmässig, an dieser ersten Tat sei nichts zu verhindern, da der Täter immer im Vorteil sei. Wer das glauben will mag das tun...
Mir ist dieser Diskussionsstil jedenfalls zu blöd. Faschingsreden gibt es wieder in ein paar Wochen in der Bütt. Da wäre Chiefpedro bestens aufgehoben: "Wer hier muckt und nicht pariert, der wird gleich vom Chef kastriert. Effftääää!"
Die ersten Sätze beziehen sich - ganz klar - auf die Thematik der Kriminalprävention. Dazu hatte sich "Friedel" geäußert. "Mischa" meinte nun, ich habe diese Aussage "verdreht und Unterstellungen gemacht". Aber schauen wir mal nach: "Friedel" hatte hier davon gesprochen, daß "unserem Staat das Schicksal des Einzelnen sch...egal [sei] -- Kriminalprävention [hiesse] hier nämlich, den Täter NACH der Tat einzusperren[.]". "Friedel"s Ansicht, wie Kriminalprävention zu verstehen sei, bezieht sich auf das Wörten "sch...egal" - und kann nur so verstanden werden, daß er eine andere Form der Kriminalprävention vorziehen würde. Mit der Großschreibung, die er für "NACH" vorsieht, gibt "Friedel" aber zu erkennen, wo er den Fehler im Denkansatz des Staates sieht: Er möchte Kriminalprävention VOR der Tat. Hier wurde nichts verdreht und Unterstellungen kann man auch nicht erkennen. Aber weiter.
Im dritten Satz lüftet "Mischa" das Geheimnis seiner Identität. Er bezieht sich auf die Aussage von "Friedel": "Es ging in meiner Aussage nicht um Kritik an der Verhaftung und Verurteilung von Tätern". Also zuerst einmal ging es genau darum. "Friedel" sprach über "Kriminalprävention" und "einsperren". Interessanter ist aber, daß "Mischa" also "Friedel" ist, wie er zugibt (und wahrscheinlich auch "Jeff", wie zu vermuten ist), denn er versteht Friedels Anmerkung als die seine. Warum aber kann "Mischa" dann nicht immer als "Mischa" auftreten und zeigt sich mal als "Friedel" oder "Jeff"? Vielleicht, weil er auch nicht "Mischa" heisst, sondern so wie - oben zu sehen - der Betreiber von buergerbewaffnung.de?
Nächste Frage: Warum wird als Verweis auf das Impressum von buergerbewaffnung.de dort oben eigentlich der Googlecache gezeigt? Ja, warum wohl? In seinem Schreiben, dessen Veröffentlichung mir untersagt wurde, konnte sich der Betreiber von buergerbewaffnung.de eine Rüge bezüglich meines fehlenden Impressums nicht verkneifen. Apropos Angaben im Impressum: Schauen wir doch mal heute beim Impressum von buergerbewaffnung.de nach. Man sieht also gleich, wie ernst man diese Waffenfreunde wirklich nehmen sollte.
Zum letzten Teil der Antwort von "Mischa"-"Friedel"-"Jeff" - dem Teil mit dem Fasching - wollen wir erklären, daß man über die e-mail-Adresse, über die das Schreiben mich erreichte, auf eine Webseite findet, hervorheben, daß man auf der dortigen Seite erkennen kann, daß der Betreiber von buergerbewaffnung.de ein Doktor zu sein scheint und daher schlußendlich antworten:
Doktor, bleib bei Deinen Leisten.
Ein Zitat von Charles Kettering, aus aktuellem Anlaß:
Wir sollten uns um die Zukunft sorgen, denn wir werden den Rest unseres Lebens darin verbringen.
Das amerikanische Middle East Media Research Institut beschäftigt sich nicht nur mit arabischen Medien. In der Zeit seit der Asienflut hat es jedoch gerade in arabischen Medien Tendenzen wahrnehmen können, den Tsunami demgogisch auszuschlachten. Darüber berichteten die Frankfurter Allgemeine Zeitung (leider kostenpflichtiger Link) und auch Spiegel Online. Hier einige Auszüge dieser obstrusen, vor Haß und Idiotie geradezu überschwemmenden Ansichten:
So fragt die nationalistische ägyptische Wochenzeitung "al Usbu", ob das Seebeben von Atombombentests ausgelöst wurde:
[Eine weitere] Möglichkeit ist, daß menschliches Eingreifen die Erdplatten destabilisiert hat, ein Eingriff, wie es ihn nur bei nuklearen Experimenten und Explosionen gibt [..] Die [..] Atomtests scheinen amerikanische und israelische Versuche zu sein, zusammen mit Indien eine Methode zur Zerstörung der Menschheit zu erproben. [..] Obwohl bisher noch nicht bewiesen ist, daß geheime indisch-israelische Atomtests das zerstörerische Erdbeben ausgelöst haben, ist klar, daß die Atomtests, der Austausch von Nuklearexperten zwischen Indien und Israel und der amerikanische Druck auf Pakistan hinsichtlich seiner nuklearen Zusammenarbeit mit asiatischen und islamischen Ländern ein großes Fragezeichen hinter die Ursachen des schweren Erdbebens in Asien setzen.In einem Freitagsgebet in einer Moschee, das im palästinensischen Fernsehen übertragen wurde, benennt Scheich Ibrahim Mudeiris seinen Zuhörern die Gründe für den "Zorn der Erde und des Meeres":
Ihr alle habt wahrscheinlich von Bangkok gehört. Wir haben darüber gelesen und kennen es als weltweites Zentrum der Korruption. Dort gibt es zionistische und amerikanische Investitionen [..]Ein Berater des saudiarabischen Justizministers, Ibrahim al-Bashar, verweist im arabischen Fernsehen auf die fehlende Gesetzestreue der betroffenen Länder:
Wer auch immer den Koran liest, [..] wird verstehen, wie diese Länder zerstört wurden. Es gibt nur einen Grund: sie logen, sie sündigten und sie waren untreu [..] Sie behaupten, daß das, was geschehen ist, an einer Spannungen in den Tiefen der Erde lag, der die Erdkruste nicht standhalten konnte [..] Aber wer spaltete die Erde und befahl ihr zu beben? [..] Diese Länder [..], widersetzen sie sich nicht Allahs Gesetz? Sind diese Länder nicht voll von Zauberei, Hexerei, Falschheit und Scheußlichkeit?Ein Professor der Al-Imam-Universität in Beirut, Scheich Fawzan al -Fawzan, glaubt, den Zuschauern des arabischen Fernsehens die Gründe für die Ereignisse präsentieren zu können:
Es geschah an Weihnachten, als sich unzüchtige und korrupte Menschen auf der ganzen Welt in in Unzucht und sexueller Perversion ergingen. Da geschah die Tragödie, erschlug sie alle und erstörte alles.Ein saudiarabischer Geistlicher, Muhammad al-Munajjid, nutzt die Plattform des arabischen Fernsehens zur Verkündung folgender Thesen:
Das Problem ist, daß die Feiertage von verbotenen Dingen begleitet werden, von Unmoral, Scheußlichkeiten, Ehebruch, Alkohol, betrunkenem Tanzen [..] Sie verbrachten, was sie Sylvester nennen, in Ferienorten, Kneipen und Hotels. Allah erschlug sie mit einem Erdbeben.Eins wird beim Lesen dieser Zeilen klar: Der Weg zum gegenseitigen Verständnis ist lang. Allein deshalb, weil auf allen Seiten soviel Unwahrheit verbreitet wird.
Eva Haacke von der Wirtschaftswoche schreibt in Das Parlament über die Möglichkeiten, die sich kreativen Gemeindevorstehern bieten, um der Öffentlichkeit und der Kommunalaufsicht das wahre Maß ihrer Verschuldung vorzuenthalten. Denn Deutschlands Städte und Gemeinden haben einen gigantischen Schuldenberg angehäuft, der mithin größer sein dürfte als die mehr als 90 Mrd. €, die die offizielle Statistik anführt.
Dabei sind die Kommunen angehalten, sich nur derart mit Schulden zu belasten, daß sie dauerhaft in der Lage sind, trotz laufender Ausgaben Kreditbelastungen in einem ausgeglichen Haushalt unterzubringen. Als ausgeglichen gilt jedoch bereits ein Haushalt, wenn die Einnahmen die Ausgaben des Verwaltungshaushalts decken und es genügend Zuführung zum Vermögenshaushalt gibt, um auch noch die Tilgung abzusichern. Zinszahlungen werden hier seltsamerweise ausdrücklich nicht erfasst.
Ist nun die Aufsichtsbehörde mit dem von einer Gemeinde vorgelegten Haushalt nicht zufrieden, kann sie ihn ablehnen oder mit Auflagen belegen. Greifen diese Maßnahmen nicht, besteht als stärkster Einschnitt in die kommunale Selbstverwaltung die Möglichkeit der Zwangsverwaltung durch einen von der Aufsichtsbehörde bestellten Verwalter. Da dieser Schritt den Gemeinden jedoch kaum eigene Entscheidungen ermöglicht, wollen sie dieser Problematik naturgemäß aus dem Wege gehen. Dabei werden durchaus auch kreative Wege bei der Haushaltsführung und -buchung eingeschlagen.
So nutzt eine Vielzahl von Gemeinden über Gebühr die ihnen eingeräumten Kassenkredite. Kassenkredite sind laut Eva Haacke Dispokrediten vergleichbar, aber mit deutlich weniger Zinsen ausgestattet. Da sie aber kurzfristiger Natur sind, werden sie im Haushalt einer Gemeinde nicht als Schulden aufgeführt. Die Stadt Oberhausen beispielsweise verschleiert so das wahre Ausmaß ihrer Verschuldung, indem sie ihrem offiziellen Schuldenstand von 340 Mio. € die 610 Mio. € aus Kassenkrediten nicht zurechnet.
Eine weitere Möglichkeit ist die Schuldenaufnahme über städtische Eigenbetriebe. Diese Schulden tauchen in der Statistik nicht auf, obwohl die Städte beim Ausfall der Zahlungen voll verantwortlich seien.
Und zu guter Letzt führt Eva Haacke noch den Soll-Fehlbetrag an. Haushalte werden bewußt schön gestaltet, obwohl man sich darüber im Klaren ist, diesen Haushalt nicht halten zu können. Die höheren laufenden Ausgaben der Vorjahre sind über "Verlustvorträge" erst in Nachhinein zu finanzieren.
Mit den Folgen dieser Maßnahmen quält sich im schlimmsten Falle die kommende Legislatur der jeweiligen Kommune ab, im besten Falle (zumindest für die beteiligten Politiker) aber erst die kommende Generation. Der dürfte dann allerdings jede Phantasie beim Aufstellen ihrer Gemeindehaushalte genommen sein.
Was unterscheidet die vier Städte Berlin, Stralsund, Hamburg und Bremen voneinander? Schmerzhaftes Nachdenken liefert zum Beispiel dieses hier:
• zwei von ihnen veranstalten sechstägige Fahrradkreisfahrereien, zwei andere aber nicht
• drei von ihnen sind ihre eigenen Bundesländer, eine ist dafür eine kreisfreie Stadt
• drei von ihnen haben äußerste Schwierigkeiten mit ihren Haushaltsplanung, die kreisfreie Stadt schafft es aber, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen
• drei haben bekannte Häfen, eine liegt dafür an zwei Flüssen
• drei zählen zu den größten Städten Deutschlands, eine zählt man eher zur Kategorie Kleinstadt
• drei beherbergen Bundesligisten, eine nur einen Verbandsligisten
• drei beherbergen Müllverbrennungen, eine demnächst immerhin eine Müllbehandlung
Es gibt sicherlich noch vieles weitere zu berichten. Kommen wir zu den Gemeinsamkeiten:
• alle vier waren einmal Mitglieder der Hanse
• ich durfte heute in allen vieren einmal einen Fuß (oder zwei) auf den Boden setzen
So, und damit dürfte auch die Existenz dieses sinnlosen Beitrags geklärt sein. Und damit gute Nacht!
Spiegel Online meldet es, Moe greift es auf, der Denkpass hängt sich dran: Hartz IV kostet nun wohl doch mehr als angenommen. Vier Milliärdchen sollen es bloß sein, um die sich die Regierung da verhauen hat. Na, das ist doch kaum der Rede wert - an anderer Stelle hat man doch ein bisschen was gespart, das dort zuviel eingenommene Tröpfchen verdampft also gleich wieder auf dem heißen Stein der Staatsfinanzen.
Warum aber, so fragt man sich doch, mussten es bei Hartz IV ausgerechnet 4 Mrd. € sein? Hatten wir da etwa Glück, daß dem Herrn Hartz nur vier Reformen eingefallen sind?
Die Union auf dem Weg zu einem neuen Stimmungstief, interne Streitereien bei den Schwesterparteien an der Tagesordnung - und nun dies: Haut da ein mit einem Helm vermummter Italiener dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch was vor die Rübe, das sich dessen Nasenbein als brüchig erweist. Unfall, meint Spiegel Online. Exakt arrangierter Zufall, vermutet der Denkpass.
Hat Angela Merkel in ihrem Brief an Silvio Berlusconi seinerzeit nicht nur über EU-Beitritte der Türkei geschwafelt, sondern sich eventuell auch - mit Hilfe ihrer weiblichen Reize - handfester Unterstützung versichert? Dem Denkpass wurden Informationen zugespielt, die das nahelegen. Hier der Wortlaut eines Briefes, der sich als Durchschlag in einem Müllcontainer nicht weit vom Reichstag gefunden wurde:
Liebster Silvio,vielen Dank für die tollen Blumen und das aufregende Wochenende in Rom. Alle meine Haare sind immer noch ganz durcheinander von Deinen heftigen Streicheleien.
Was die Dönerbengels vom Bosporus angeht, lass uns zusammenarbeiten. Egal, was man ihnen seinerzeit versprochen hat, wir wollen die EU für uns, nicht wahr?
Ach, da wäre noch etwas: Kannst Du bitte dem Roland Koch klarmachen, daß ich die Chefin bin? Ihr Italiener kennt euch doch mit so hilfreichen Gesten der Macht ein bisschen aus, ja?
Wir sehen uns auf dem nächsten G7-Gipfel, da werde ich auch hinfahren, selbst wenn ich da nix verloren habe. Ich drücke Dich ganz fest in meine Arme,
Dein Angi-Darling
In der Ausgabe 1/2-2005 der Zeitschrift Das Parlament werden neben vielen weiteren Themen auch Helmut Creutz´ 29 Irrtümer und ums Geld besprochen. Darin befasst sich der Autor mit der Bedeutung eines gesunden Geldkreislaufs und schafft dabei unter anderem folgenden Irrtum aus der Welt:
"Zinsen muß nur derjenige zahlen, der Schulden macht."Dafür liefert er folgende Begründung:
Wenn beispielsweise der Staat Schulden macht, ist er bestrebt, über Deckung seines Haushalts die Kosten von Zinsen und Tilgung auf seine Bürger umzulegen. Dazu werden möglicherweise Gebühren erhoben oder erhöht oder neue Steuern erfunden. Oder aber man hat an den Ausgaben zu sparen, bis der Haushalt ausgeglichen ist.
Nimmt ein Unternehmen Schulden auf, so preist es die daraus entstehenden Kosten in die Erlöse aus seiner Geschäftstätigkeit ein. Über den Wirtschaftskreislauf kommen die so erhöhten Preise irgendwann beim Endverbraucher an. Denn dieser hat - am Ende der Preiskette - keine Möglichkeit, sie weiter zu geben.
So oder so, über ein schlechteres Preis-Leistungsverhältnis seines Staates oder höhere Preise der Waren, zahlt eigentlich nur der Endverbraucher die Zinsen des gesamten Marktes. Sogar, wenn er keine Schulden hat.
Der CDU/CSU, so meldet die Berliner Zeitung, stehen schwerere Zeiten als angenommen bevor. Eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach, die die Teilnehmer der CSU-Klausurtagung in Kreuth päsentiert bekamen, prophezeit den Schwesterparteien allerhöchstens mäßige Aussichten bei der kommenden Bundestagswahl.
Man "habe die falschen Themen besetzt, in wichtigen Feldern die Kompetenz an die SPD verloren und im internen Gesundheitsstreit einen fatalen Kompromiss geschlossen", so der Tenor der Studie, die ein namentlich nicht genanntes Bundestagsmitglied als "schrecklich" bezeichnet. Aber auch Angela Merkel darf sich verantwortlich für die Misere fühlen. Nur bei 56 Prozent der Anhänger der eigenen Partei findet die designierte Kanzlerkandidatin Unterstützung. Bundeskanzler Gerhard Schröder kommt da in SPD-Reihen auf satte 80 Prozent.
Schwerwiegender ist allerdings, daß sich die kümmerlichen 56 Prozent von Angela Merkel auf die Basis der CDU zu konzentrieren scheinen. Die hohen Tiere der CDU hat sie zunehmend weniger im Zaum. Und wenn dich deine "Freunde" schon nicht leiden können, wie soll es dann erst mit deinen Gegnern klappen?
Michael Himsolt weist uns darauf hin, daß der wohl grandioseste Aussichtspunkt unseres Sonnensystems auf dem kleinen Saturntrabanten Pan zu finden sein dürfte.
Pan bietet potentiellen Betrachtern aber nur wenig Platz, denn mit seinem Durchmesser von gerade einmal 25km ähnelt er mehr einem Felsbrocken denn einem ausgewachsenen Mond. Seine Position wird innerhalb der sogenannten Encke-Lücke in den Cassini-Ringen angegeben, eines etwa 300km breiten, weitestgehend materiefreien Bereiches zwischen den einzigartigen Ringen des Saturns.
Der Denkpass schliesst sich dem Urteil Michael Himsolts bedingungslos an: Der Ausblick, der sich von Pans Oberfläche auf die Ringebenen, Saturn, das Sonnensystem und das restliche Universum bietet, muss atemberaubend und göttlich schön sein. Sein Name verbindet Pan mit dem körperlich missstaltetem Hirtengott. Dabei hätte er sich seines Ausblicks wegen eigentlich einen anderen Namen verdient.
Kaum einer hat sich Gedanken über die wahre Bedeutung des Umstandes gemacht, daß den Fahndern des Bundesamtes für Güterverkehr am Neujahrsmorgen um die tausend Mautsünder in die Hände liefen. Aber bemerkenswert an dieser Meldung ist nicht die Höhe der Zahl, sondern einzig und allein die Tatsache, daß es gelungen war, an einem Feiertag genügend Beamte aus den Betten zu treiben.
Der Verband der Elektrizitätswirtschaft VDEW meldet einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Primärenergie für die EU von knapp unter sechs Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE). Deutschland liefe mit einem Wert von 6,02 t SKE pro Kopf genau im Mittelfeld. Im Vergleich dazu liegt derselbe Verbrauch in den USA bei mehr als 11 Tonnen Steinkohleeinheiten.
Der Verbrauch werde von Wohlstand, Klima sowie vom Grad der Industrialisierung beeinflusst. Der VDEW weist zudem in seiner Meldung darauf hin, daß große Entfernungen im Straßenverkehr sowie der häufige Einsatz von Klimaanlagen in den USA den statistischen Pro-Kopf-Wert in die Höhe treiben.
Von Verschwendung spricht mal wieder niemand.
One of the definitions that Google delivers when asked about a nerd is this one:
An idiot totally lacking in personal hygiene and social skills.But there are other ones, too:
• A person who spends too much time at the computer. A person, for example, who wanders away from dinner parties to check the computer to see whether any good electronic mail has arrived.So, the questions is whether I am nerdy! And here we go:• A nerd is very similar to a geek, but with more RAM and a faster modem. Nerds often find geeks dull because geeks don't spend enough time talking about computers.
• A person with limited social, but advanced technological skills and interests.
[via Unqualified Offerings]
Er sei in "Feierlaune" gewesen und habe deswegen mal so ein bisserl mit seiner scharfen Pistole in der Gegend herumgeballert, sagte ein Berliner Kneipenbesitzer der Polizei. Diese hatte ihn nach kurzer Ermittlung der Mordkommission verhaftet, weil er in der Sylvesternacht einen Polizeihauptwachtmeister angeschossen hatte, als der vor der Kneipe des Wirts seinen Dienstwagen wendete.
Mit den Ängsten seiner Mitbrüger spielte ein 40jähriger Brite aus Lincolnshire, den die Polizei darauf hin festgenommen hat. Er habe e-mails verschickt, in denen er den Empfängern den Tod ihrer Verwandten oder Bekannten übermittelt habe. Die e-mail-Adressen hatte er sich zuvor vom Internetauftritt des britischen Fernsehsenders Sky News besorgt, wo die verzweifelt nach überlebenden Verwandten oder Bekannten in den vom Tsunami betroffenen Gebieten in Asien suchenden Betroffenen sie veröffentlicht hatten. Der Mann werde in einem Schnellverfahren wegen arglistiger Täuschung und Erregung öffentlichen Ärgernisses angeklagt.
Bleibt zu hoffen, daß der schwarze Humor des Angeklagten beim Richter auf wenig Verständnis stößt und der den ihm gegebenen Rahmen bei der Straffestsetzung voll ausschöpft.
Basketball sei ein Sport für Ästheten, sagt man. Ohne sich zu berühren, jagen die Spieler im zweitschnellsten Mannschaftssport der Welt über das schimmernde Parkett, wirbeln in einstudierten Bewegungen umeinander und lassen den Ball von Hand zu Hand tanzen, bis er in hohem Bogen im Korb verschwindet. Harte Fouls, sich am Boden windende, vor Schmerz (oder, wie oft in der italienischen oder spanischen Variante zu bestaunen: vor Schauspielerei) verkrümmte Körper attackierter Spieler seien im Basketball überflüssig - denn das sei etwas für Barbaren, so die Fans des Sports.
An Barbaren fühlt man sich aber auch erinnert, wenn man von den Eskapaden des Trainers von Basketballbundesligist Artland Dragons hört. Jener, Chris Fleming mit Namen, ist in einer Doppelfunktion auch für die deutsche U20-Auswahl verantwortlich. Und in seiner Vorbildfunktion als Auswahltrainer für basketballspielende Teenager ist sich Chris Fleming nicht nur nicht zu schade, die Schiedsrichter eines Spiels wüst zu beschimpfen, sondern dem Manager des erfolgreichsten deutschen Basketballteams nebenher mal so richtig Keile anzudrohen.
Sage da noch einer, Basketball ist ein Sport für Weicheier...
Was tun, wenn man fünfzehn Jahre in einem Raum ohne Fenster eingesperrt war und nicht den geringsten Anhaltspunkt über den Grund dafür weiss? Wenn die einzige Verbindung zur Außenwelt, der Fernseher, dir die Nachricht überbringt, daß du als der Mörder deiner Frau gesucht wirst, während euer gemeinsames Kind im Ausland großgezogen wird? Und dann, eines Tages, wirst Du einfach so freigelassen...
Das ist die Story von Old Boy, einem koreanischen Meisterwerk, das den Zuschauer dieselbe Ungewissheit spüren lässt wie Oh Dae-su, des Hauptdarstellers, der um sein Leben betrogen wurde. Aber Oh Dae-su hat seine Zeit in dem fensterlosen Raum genutzt - sein Körper fiebert der langersehnten Rache entgegen.
Kaum draußen, lernt er - zufällig oder nicht? - Mido kennen, die Köchin in einer Sushi-Bar. Gemeinsam wollen sie das Rätsel lösen - und werden gemeinsam immer tiefer in den Abgrund gezogen. Als Oh Dae-su seinen Kidnapper kennenlernt und töten will, weist dieser darauf hin, daß er sein Geheimnis mit ins Grab nehmen werde. Den Grund für seine Haft zu erfahren, dafür blieben Oh Dae-su fünf Tage - andernfalls werde Mido getötet. Mido, zu der Oh Dae-su mittlerweile aber mehr als nur Zuneigung empfindet...
Und es gibt kein Entkommen für die beiden. Nur weitere düstere Enthüllungen, drohende Gefahren und ein irrwitziges Finale von solcher Bosheit, das die gesamte Geschichte auf den Kopf stellt.
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Ein beeindruckender Film, der einem Drehbuch folgt, das seinesgleichen sucht. Hollywood hat sich von dieser Art von Film schon lange verabschiedet. Sowas kommt mittlerweile eigentlich nur noch aus Asien - und wirft die Frage auf, ob die Bewohner Asiens wirklich zur Erde gerechnet werden dürfen, wenn ihre Filme so fremd, faszinierend und voller Abgründe sind.
Die Umsetzung ist perfekt. Die Kamera spielt mit außergewöhnlichen Perspektiven und sprunghaften Schnitten, die der Stimmung angepasst sind. Settings sind abwechslungsreich und originell gewählt und folgen einer ästhetischen Linie. Die Schauspieler sind glaubwürdig - und in ihrer Gewöhnlichkeit wunderschön. Hier ist der Film der Star.
Ich kann Old Boy nur empfehlen. Besser kann man Filme nicht drehen, wie man auch in Cannes und Korea findet. Der Film ist aber nur für Erwachsene geeignet. Nicht wegen seiner Gewalt- oder Sexszenen, sondern wegen der moralischen Implikationen, mit denen das Finale aufwartet.

PS. Sowas isst Oh Dae-su übrigens lebendig.
Though former oil tycoon and Yukos CEO Mikhail Khododorsky confesses that people might find it odd he still announces that it "will not be unbearable painful" for him to part with his property. Said property was taxed at $15 billion and made Khododorsky Russias richest person, a CNN release states.
"I have realized that wealth on its own, especially vast wealth, in no way makes a person free [..] I had to close my eyes to a lot of things, and make my peace with a lot, for the sake of my wealth, to keep it and grow it. I didn´t just run my property, it ran me."Khododorsky went to jail when his company was hit by huge tax bills that they could not afford to pay. It has filed for bankruptcy in the US and missed an interest payment on monday that resulted in a cut of their credit rating by Standard & Poor. But the forced sale of Yukos main subsidiary Yuganskneftegaz was described even by Wladimir Putins economic adviser Andrei Illarionov as the "swindle of the year".
Mikhail Khododorsky still sees his crisis as a chance, saying "thank you to prison" because it has given him "months of intense contemplation" and a "time to re-examine the many sides" of his life. That was dictated by vast wealth. Therefore, Khododorsky speaks out to the young people of todays Russia:
"I would like to warn the young people of today, those who will soon be in positions of power. Don´t be jealous of wealthy people [..] Wealth opens new avenues, but it enslaves your creative faculties and takes over your personality.