30.11.04

Spongebob entführt

Das könnte Gregor jr. gewesen sein. Kann aber in seinem Zimmer keine Spuren finden. Wahrscheinlich hat er ihn im Kindergarten versteckt...

Schockwellenstyle

So.

29.11.04

Ausgelöscht durch Unauslöschbares

Eintausendundachtundsechzig Todesfälle gab es im letzten Jahr, die auf den Kontakt mit Asbest vor mehr als dreißig Jahren zurückführbar sind. Asbest ist damit die weitaus häufigste Todesursache berufserkrankter Arbeitnehmer. Der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften berichtet von 24.000 Fällen, in denen Arbeitnehmer Zahlungen wegen Erkrankungen im Zusammenhang mit Asbest erhalten haben.

Trotz des mittlerweile völligen Verbots der Verwendung von Asbest und der bei Abrruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten geltenden Sicherheitsvorschriften werde die Zahl der Toten weiter steigen. Denn die Verbote und Richtlinien traten erst in Kraft, als eine große Zahl von Arbeitnehmern und Endverbrauchern mit asbestversetztem Material in Berührung gekommen waren.

Da Asbest chemisch sehr stabil und hitzebeständig ist und eine hohe elektrische und thermische Isolierfähigkeit besitzt, wurden Asbestprodukte bis in die 70er Jahre hinein vielfach in der Bauindustrie bei der Wärmedämmung, aber auch in Feuerschutzanzügen oder Haartrocknern verwendet. Asbest (griechisch: asbestos - unauslöschbar) ist zudem sehr elastisch, zugfest und lässt sich gut in Bindemittel einbinden.

Gefahr kann auch heute noch von folgenden älteren Produkten ausgehen:

• alte Nachtspeicheröfen
• Toaster
• Bremsbeläge
• Dichtungen
• ebene oder gewellte Dach- und Fassadenplatten
• Spritzasbest zur Brandschutzisolierung
• alte Fußbodenbeläge (PVC)
• Fensterbänke und Blumenkästen
• Lüftungs- und Wasserrohre

Punktesammeln auf der Arbeit

... ist sicherlich immer eine gute Sache. Dem Chef Honig um die Backen schmieren, ihm ein bisschen den verlängerten Rücken küssen, auch die andere Wange hinhalten, immer ja, ja sagen. Ja, ja. Is´ aber was für Trockenfurzer, unter uns gesagt.

Richtige Männer sammeln Punkte nach dem Nils´schen Punktesystem. Auszüge gefällig?

• Abends in das Büro eines Workaholics gehen und während dessen Anwesenheit das Licht zehn mal aus- und wieder einschalten

• Jeden, mit dem man spricht, mindestens eine Stunde lang "Herbert" nennen

• Bei der nächsten Besprechung laut ankündigen, dass man kurz raus muss, um "gross" zu machen

• Während der Abwesenheit eines Kollegen dessen Stuhl in den Lift fahren

• Die eigene Tastatur zu einem Kollegen tragen und fragen: "Willste mal tauschen?"

• Folgende Unterhaltung mindestens 10 mal hintereinander mit irgendeinem Kollegen führen: "Hast du das gehört?" "Was?" "Egal - es ist schon vorbei."

• In voller Kampfkleidung ins Büro kommen und wenn man nach dem Grund gefragt wird erwidern: "Ich darf nicht drüber reden."

• Während einer Besprechung langsam mit dem Stuhl immer näher zur Tür rutschen

• Playmobilfiguren bei Besprechungen gemäß der Sitzordnung anordnen und wenn jemand sich meldet oder was sagt die betreffende Figur dazu bewegen

Und damit basta. Jetzt wird gespielt. Sieger ist, wer 50 Stückens in einer Woche sammelt! Erfolge in den Kommentaren eintragen, ja?

28.11.04

Armutszeugnis

armut.jpg

Sich aus dem Armutsbericht der Bundesregierung ergebende Risikogruppen für soziale Ausgrenzung:

• Arbeitslose
• Geringqualifizierte
• allein Erziehende
• Paare mit drei bzw. mehr Kindern
• Zuwanderer einschl. Spätaussiedler

[via Spiegel Online]

26.11.04

Wahlbetrug?, Teil IV

Gebündelte Information über die Vielzahl von Unregelmäßigkeiten bei der amerikanischen Präsidentschaftswahl findet man auf dieser Seite. Dort werden Berichte über Unregelmäßigkeiten gesammelt und auch auf einer Karte der Vereinigten Staaten zusammengestellt. Damit niemand denkt, hier werden Schatten gejagt, sind die Angaben aufs sorgfältigste referenziert.

Die amerikanische Regierung unter George W. Bush warnt die Ukraine nicht nur aus demokratischen Gesichtspunkten vor einer Eskalation bei den Protesten gegen die dortige Präsidentschaftswahl - sondern auch aus berechtigtem Eigeninteresse. Denn zum einen lenkt der ukrainische Wahlbetrug ganz stark von den Unregelmäßigkeiten bei der Wahl in Amerika ab. Die internationalen Medien und mit ihnen die Weltöffentlichkeit richten ihren Blick nach Kiew.

Und zum anderen bietet sich hier ein hervorragendes Ausweichziel für die Argumentationen derjenigen Leute, die sich vehement gegen Betrugsvorwürfe bei der amerikanischen Wahl wehren. Die Möglichkeit, mit dem Finger nach Osteuropa zeigen zu können, verbunden mit der Anschuldigung, den wirklich in ihrer Meinungsäußerung unterdrückten Wahlgängern nicht helfen zu wollen, kommen den Republikanern nicht ungelegen. Wenn es auch ein kleines Bisschen heuchlerisch ist, wie rtfm anmerkt.

[via rtfm]

23.11.04

Homeland Security

lookingat.jpg

[of course this one is via Plastic Thinking]

Die Moschee in Falludjah

Einen Bericht über den Ablauf des Kriegsverbrechens findet man hier. Daß der Tötung des Verletzten ein anderes Kriegsverbrechen vorausging, nämlich die Nutzung eines Gotteshauses als militärische Stellung, ist zwar interessant - rechtfertigt die schändliche Tat aber keinesfalls.

Zwar hat Dr. Bittner von der Zeit recht, wenn er meint:

"Kriegsverbrechen, so schrecklich einfach ist das, ziehen Kriegsverbrechen nach sich."
Der Satz lässt sich aber verallgemeinern - und trifft den Nagel auf den Kopf, wenn man ihn so formuliert:
Krieg, so schrecklich einfach ist das, zieht Verbrechen nach sich.

Wenn Rentenversicherer pleite gehen

Mit interessanten Fragen beschäftigt man sich offensichtlich innerhalb der Bundesbehörden. Jedenfalls konnte das Artikel 20 Blog die IP-Adresse eines Internetbenutzers als zu einem Bundesministerium zugehörig identifizieren.

Dieser Internetbenutzer war über Google auf das Artikel 20 Blog aufmerksam geworden. Er hatte dem Suchmaschinen-Orakel folgende Frage gestellt:

was passiert wenn ein Rentenversicherer pleite geht
Sieht man also in Regierungskreisen schweren Zeiten entgegen, weil der Generationsvertrag in Kürze die Vertragspartner pleite machen wird? Recherchiert man nach Auswegen? Gibt es bereits eine Arbeitsgruppe "Rentenpleite"? Au weia, ist das bundesdeutsche Sozialsystem etwa dem Untergang geweiht?

Nein, ihr braucht keine Angst haben. Die Erklärung liefert der Denkpass: Tom Cruise hat schuld! Cruise könnte in Vorbereitung seiner Berliner Dreharbeiten zu Mission Impossible III erste Vor-Ort-Sondierungen vorgenommen haben. Auch, um sein Können als CIA-Meisterdieb Ethan Hunt zu trainieren. Und weil die böse Filmindustrie in Hollywood die Rentenbeiträge ihrer Schauspieler in die letzten Versicherungsbuden einzahlt, wollte sich Cruise mal nebenbei ein bisschen über mögliche Rentenszenarien informieren!

So wird es gewesen sein. Keine Panik, Bürger - der Generationsvertrag steht.

22.11.04

Wahlbeobachter kritisieren Präsidentschaftswahl

Kurzanleitung für eine schaurig-schöne Realsatire:

Diesen Bericht von Spiegel Online über die Präsidentschaftswahl in der Ukraine lesen und dabei

Ukraine durch USA ersetzen

Präsident Janukowitsch durch Präsident George W. Bush ersetzen

• Oppositionskandidat Juschtschenko durch Demokrat John Kerry ersetzen

Hitler sells!

Die Berliner Volksbühne hat seit gestern abend die "Die ultimative Show: Good bye, Adolf Hitler" im Programm. Ein Redakteur von Spiegel Online hat sie sich angesehen. Grund für das spezielle Thema dieser Revue? Die vielen Publikationen, Dokumentationen und Fernsehabende, die sich den Führer zum Inhalt nehmen und selten Neues berichten können. Oder anders formuliert:

"Südafrika hat Diamanten, Kuweit ist auf Öl gebaut und Deutschland? Deutschland hat seine Vergangenheit. Die stinkt zwar, aber dessen ungeachtet lässt sie sich auch prima vermarkten. Hitler sells!"
Das Programm tue sich aber schwer, das Niveau zu überwinden, daß es den unzähligen "Hitler-Bücher[n], Hitler-Filme[n] und Hitler-Dokumentationen" vorwirft, so Spiegelredakteur Henryk M. Broder. Der "NS-Unterhaltungsabend" blieb seltsam, wenn er auch seine Höhepunkte hatte. Hitpotenzial zum Beispiel bei Grönemeyers "Männerrrrrr", "Schuld war nur der Adolf Hitler" auf der Melodie von "Schuld war nur der Bossa Nova" und "Am Tag als Adolf Hitler starb" nach "Am Tag als Conny Cramer starb". Der Teil mit Gesangseinlagen dürfte aber in Broders Notizbuch auf der Seite mit dem Plus so ziemlich alleine stehen.

Denn letzten Endes war es ein Abend, bei dem das Mittelmäßige überwog. Es war, so Broder, ein "grausames Spiel mit einem leichten Thema". Oder vielmehr - und nur da wollen wir Henryk M. Broder korrigieren - eine leichte Revue zu einem grausamen Thema.

21.11.04

Lange Traditionen

1426 Jahre sind eine lange Zeit. Was aber für den Rest der Welt eine Ewigkeit ist, kann für andere der Zeitraum sein, in denen man ein Geschäft betreibt. So zum Beispiel für Kongo Gumi, eine Firma, deren Gründer vor eben dieser Zeit aus Korea nach Japan übersiedelten und sich dort seitdem mit Tempel-, Schloss- und Häuserbau befassen. Sie sind damit das am längsten tätige Familienunternehmen der Welt. Hier ein Auszug aus der Rangliste:

• Kongo Gumi, Japan (Bau) - seit 578

• Hoshi Ryokan, Japan (Hotel) - seit 718

• Château de Goulaine, Frankreich (Weinanbau) - seit 1000

• Fonderia Pontificia Marinelli, Italien (Glockenguss) - seit 1000

• Barone Ricasoli, Italien (Wein- und Olivenanbau) - seit 1141

• Barovier & Toso, Italien (Glasherstellung) - seit 1295

• Pilgrim Haus, Deutschland (Hotel) - seit 1304

• Richard de Bas, Frankreich (Papierherstellung) - seit 1326

• Torrini Firenze, Italien (Goldschmiede) - seit 1369

• Antinori, Italien (Weinanbau) - seit 1385

20.11.04

Was von Falludjah übrig blieb

... kriegt man auf dieser Seite zu sehen. Man wolle Bilder veröffentlichen, die man im Fernsehen ansonsten kaum zu sehen kriege.

Das ist eines der Probleme, wenn die Führer der freien Welt heutzutage Krieg spielen wollen: Die öffentliche Meinung muss es lernen, mit den unappetitlichen Bildern und Nachrichten umzugehen. Schafft sie es nicht, werden westliche Armeen kaum die moralische Unterstützung finden, die sie brauchen. George W. Bush und Tony Blair wissen das, und lassen Stäbe von Mitarbeitern daran arbeiten, die Bilderflut einzudämmen.

Aber das Fernsehen ist nicht das einzige Loch, das sie stopfen müssen. Blogs wie dieses zeigen uns das.

[via dienstraum]

Wahlbetrug?, Teil III

Eine weitere Untersuchung belegt die Unregelmässigkeiten, die bei der amerikanischen Präsidentschaftswahl im Bundesstaat Florida aufgetreten sind. So haben Studenten der University of California, Berkeley, die Wahlergebnisse von Kreisen verglichen, deren Abstimmungen entweder auf Papier oder elektronischem Wege erfolgen. Folgende Erkenntnisse konnten dabei gewonnen werden:

• Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit elektronischen Wahlhilfen haben eventuell dazu geführt, daß George W. Bush mehr als 130.000 Wählerstimmen erhalten hat, als zu erwarten gewesen wäre

• Im Vergleich zu Kreisen, die auf Papierbasis wählen, haben Kreise mit elektronischen Wahlhilfen im Unterschied zu den Wahlergebnissen im Jahre 2000 signifikante Erhöhungen zugunsten George W. Bushs gezeigt. Dieser Effekt kann nicht mit Unterschieden der untersuchten Kreise im Hinblick auf Wählereinkommen, Einwohnerzahl, Wahlbeteiligung oder Anteil der spanisch sprechenden Bevölkerung erklärt werden.

• Allein in Broward County hat George W. Bush mehr als 72.000 Stimmen erhalten, als zu erwarten gewesen wäre.

• Die Sicherheit, daß diese Effekte kein Zufall sind, beträgt 99,9 Prozent.

Der Verdacht erhärtet sich, daß beim Ergebnis der Wahlen nachgeholfen wurde. Davon mal abgesehen, ob sich mit den ernst zu nehmenden Hinweisen auf schwerste Unregelmäßigkeiten eine Kampagne gegen George W. Bush einleiten lässt, droht hier Gefahr auch von anderer Seite.

Das Ansehen der ältesten Demokratie der Welt hat schweren Schaden genommen. Die moralische Autorität nicht nur der Amerikaner, sondern mit ihnen auch die der westlichen Welt ist in Frage gestellt. Gerade diese moralische Überlegenheit bietet aber die Grundlage für das Vorgehen im Irak, in Afghanistan und anderswo. Verlieren wir sie, verlieren wir auch die Legitimation für unser aggressives Vorgehen.

Wir würden uns von unseren Feinden kaum mehr unterscheiden können.

19.11.04

Bloggertreffen in Stralsund?

Der Denkpass weilt am 24. November in Stralsund. Das ist der kommende Mittwoch. Der Denkpass weilt auch am Donnerstag in Stralsund, aber da arbeitet er den ganzen Tag, um der lieblichen Gemeinde eine herzallerliebste Müllbehandlung hinzuzimmern, daß ihr Hören und Sehen vergeht. Und außerdem ist er am Abend bereits wieder auf dem Rückweg. Aber wir schweifen ab.

Jedenfalls wäre der Mittwoch abend eine dieser Möglichkeiten, den Denkpass zu treffen und ihm mal richtig eins in die Fresse zu hauen bei ein paar Drinks über den üblichen Bloggerstress zu plaudern. Es gibt da so einige Kneipen, so sagt man, und gemeinsam würde man den Abend schon rum kriegen. Und wenn die Langeweile zu dolle werden würde, könnte man immer noch ein paar Gefangene nehmen, ein bisschen in der Altstadt randalieren und anschliessend ins Hafenbecken pinkeln. Soll so manche Hemmungen gelöst haben. Soziale Interaktion at its best, wie man so schön sagt.

Spaß beiseite, wir machen ernst: Wer Interesse hat, der melde sich. Und wenn sich keiner meldet, bin ich traurig. Und gehe ins Kino.

Fantastische Aussichten

Ein Sturm war angekündigt, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h, so hatte der Sprecher gewarnt.

Fantastisch, dachte ich. Wenn ich hier in Stralsund rülpsen würde, könnte man keine zwei Stunden später in Berlin in Erfahrung bringen, was ich gegessen hatte. Ich beschloß, die sich damit eröffnenden Möglichkeiten im Auge zu behalten.

18.11.04

Gottes Pfade sind unergründlich

Da sitzt Diana Duyser also vor etwa 10 Jahren an ihrem Frühstückstisch und schiebt sich einen Käsetoast nach dem anderen zwischen die Backen. Auf einmal, so erzählt sie heute, wird sie zwischen zwei Bissen des religiösen Wunders gewahr, das sich vor ihren Augen abspielt. Hat doch der Herrgott in seiner unendlichen Weisheit und Gnade beschlossen, auf dem Käse ihres Toastes das Antlitz der heiligen Jungfrau Maria erscheinen zu lassen.

Diana Duyser wirft sich ob dieses unbeschreiblichen Glückfalls schluchzend auf den Küchenfußboden, wirft die Arme in die Luft und fängt an, stundenlang mit vollen Backen zu beten und den Herrn zu preisen. Erst nach einer ganzen Weile beginnt sie sich zu fragen, "Wohin, verdammt noch mal, mit dem Wundertoast?"

Doch eine Lösung findet sich sofort. Diana Duyser feuert das angeknabberte Heiligtum ins Tiefkühlfach und schlägt erleichtert den Kühlschrank zu. Da liegt das Zeichen des Herrn für die nächsten zehn Jahre und wartet der Dinge, die da kommen mögen. Auf die Erde geschickt, um den Menschen den Weg aus dem ewigen Dunkel zu weisen, muß der Käsetoast tatenlos zusehen, wie George W. Bush an die Macht kommt, der Irakkrieg beginnt und Daniel Küblböck in aller Öffentlichkeit zu singen beginnt.

Dann - eines wunderschönen Tages - war es soweit. Diana Duyser denkt: "Scheiße, Mann! Die Jungfrau Maria muß mittlerweile aber einen tüchtigen Schnupfen haben!"

Sie öffnet ihr Tiefkühlfach - und siehe! - der Käse mit dem heiligen Antlitz drauf ist von Schimmel befreit! "Das ist ein gottverdammtes Scheißwunder!" brüllt sie freudig und knabbert erregt ein weiteres Stück davon ab.

Begeistert von der endlosen Reihe tollster Wundertaten des Herrn, fragt sich Diana Duyser nun rastlos, wie sie diese tiefe Erfahrung mit dem Rest der Menschheit teilen kann. Das sie daß muß, ist ihr mittlerweile klar geworden. Und siehe! - ein Wunder folgt dem anderen. Mittlerweile gibt es doch ebay, wo gerissene Leute ahnungslosen Idioten eine Tasse voll Scheiße als Nutella-Weihnachtsedition verkaufen können. "Das wäre doch gelacht, wenn sich da nicht irgendein Trottel finden ließe, der scharf auf diesen bekackten Toast ist.", denkt sie sich.

Und so steht eines der vielen Wunder des Herrn in Form eines Käsetoast demnächst bei ebay zum Verkaufe. Damit ist allen geholfen, den Gläubigen, ebay und vor allem aber Diana Duyser.

Eine Frage aber bleibt: Wer fällt auf solchen Blödsinn rein und kauft einen angeknabberten, zehn Jahre alten, tiefgefrorenen Toast?

16.11.04

Die Frau in der Mercedes Benz CLS-Werbung

Die Kapsel vibrierte sanft.

"Lage gesichert."

Die Energieblase, in der sich die Kapsel befand, war auf halber Höhe der riesigen, mit einer gelblichen Flüssigkeit gefüllten Höhle zu einem Halt gekommen.

"Gaszufuhr stabilisiert."

"Dann schicken Sie die Sonde raus."

"Jawohl."

Lange, dünngliedrige Finger glitten über die schleimigen Erhebungen auf der ockerfarbenen Oberfläche. Nach einem kurzen Zischen schoß die Sonde mit einem trockenen "Plopp" aus der Kapsel und durchdrang die Blasenwand.

"Bilder?"

"Gleich."

Einige Minuten später hatte auch die Sonde ihren Platz an der gegenüberliegenden Seite der Höhle gefunden. Sofort begann sie damit, die Bilder zu liefern, die ihre Kameras durch die glasklare Außenwand der Höhle aufnahmen.

Die beiden Insassen der Kapsel konzentrierten sich auf die Monitore vor ihren Augen. Auf den meisten ihrer Anzeigegeräte waren Daten und Diagramme zu erkennen, nur zwei zeigten Bilder der Außenwelt. Auf einem war ihr riesiges Versuchsobjekt zu sehen, ein typischer Vertreter der Spezies, die sie seit einigen Jahren intensiv studierten. Der andere Bildschirm zeigte die flimmernden Bilder, die ihre Sonde aufnahm.

"Ist es ein Männchen?"

"Ja. Man kann sehr gut die kurzen Häärchen rund um den Mund erkennen."

"Was macht er gerade?"

"Er scheint sich zu erholen. Dabei schauen sie oft in ihre Bildschirme."

Beide schauten zu dem Monitor, der die Bilder der Sonde verarbeitete. Dort war eines der Fortbewegungsmittel dieser Spezies zu sehen. Es war von tiefem Rot, flach und lang und war vorne durch einen von einem Kreis umgebenen Stern gekennzeichnet. Es bewegte sich durch die auf dieser Welt üblichen, zweidimensionalen Verkehrsströme.

"Warum wird es von Weibchen verfolgt?"

"Die nennen es Werbung, glaube ich. Dieses Verkehrsmittel ist in ihren Augen von solcher Schönheit, daß seine Ausstrahlungskraft auch auf den Besitzer übergeht. Der erscheint in den Augen der Weibchen als besonders potent. Deswegen verfolgen sie ihn."

"Sie wollen sich wegen eines Verkehrsmittels fortpflanzen?"

"Ja."

"Wie geschmacklos."

"So sind sie."

Das Verkehrsmittel war zum Stehen gekommen. Sie konnten auf ihrem Monitor verfolgen, wie die Tür aufschwang und ein Weibchen ihre Beine ausstreckte. Auf einem anderen Monitor änderten die Diagramme ihre Farbe. Gleichzeitig war ein Piepen zu hören.

"Was passiert?"

"Er reagiert."

"Worauf?"

Ratlos blickten sich die beiden Forscher an.

"Auf das Weibchen?"

"Wär möglich. Unsere Daten zeigen, daß die Mehrheit der im Falle einer Vermehrung zum Einsatz kommenden Zellen seines Körpers aufs deutlichste anzeigt, daß es sich bei diesem Weibchen..", er zeigte auf den Sondenmonitor, "... um ein äußerst fruchtbares Exemplar handeln muß."

"Sein Blick ist so starr. Wo schaut er hin?"

Der andere drückte einige Knöpfe und schaute dann auf einen der kleinen Monitore.

"Auf ihre Beine."

"Was ist mit denen?"

"Sie scheinen sehr lang zu sein. Überdurchschnittlich lang."

Beide schauten auf den Sondenmonitor.

"Die Aktivitäten im Nervenzentrum steigen an. Er findet sie ... er findet sie ... "

Wieder glitten die dünngliedrigen Finger über die schleimigen Erhebungen.

"Er findet sie herausfordernd und anspruchsvoll. Er möchte sie gerne dominieren."

"Er will dominieren?"

Entschuldigend hob das Wesen die Achseln, "Ja. Bei ihnen ist häufig das Männchen dominant."

"Interessant."

"Er will sich in diesem Augenblick fortpflanzen."

"Nein, wirklich?"

"Ja. Schauen Sie hier."

Die Finger zeigten auf verschiedene Monitore.

"Die Oberflächentemperatur seiner Haut steigt. Das Blut fliesst schneller. Sein Mund wird trocken."

In die Höhle kam plötzlich Bewegung. Mehrere Monitore zeigten rote Warnschrift. Von überall her aus der Kapsel kamen Piepgeräusche.

"Oh nein. Sofort Notsequenz auslösen."

"Was passiert?"

"Er will trinken."

Bruchteile einer Sekunde später war die Kapsel wieder zurück in ihre eigene Dimension gesprungen, kurz bevor die Energieblase destabilisierte und in sich zusammenfiel.

Eine von vielen Kohlensäureblasen stieg am Rand des Bierglases auf, bevor der Mann einen Schluck nahm und das Glas mit einem Klirren auf den Tisch stellte.

15.11.04

Mit Volldampf in die Wand

... laute der Kurs der deutschen Wirtschaft, so der Postmeister nach der Lektüre eines Zeit-Artikels.

"Es ist der alte Gegensatz von Arbeit und Kapital: Die privaten Anleger setzen Fondsmanager unter Druck. Die Fondsmanager grillen Unternehmensmanager. Die Unternehmensmanager entlassen Arbeiter."
Der Denkpass stimmt den Beobachtungen des Postmeisters zu und bedankt sich für das scharfe Lese-Auge, die gewohnt präzise Ausarbeitung und die prägnante Zusammenfassung:
Wir spielen alle mit in diesem Spiel. Wir hoffen alle, davon zu profitieren, und deshalb schlagen wir uns gegenseitig aus dem Feld. Und einige, einige wenige, werden dabei wirklich reich.
Wir anderen aber nicht.

Angebot und Nachfrage

In einem seiner Bücher hat Tom Clancy, wahrlich ein Paradebeispiel für einen erzreaktionären und waffenvernarrten "Red State"-Schriftsteller, die Behauptung in den Raum gestellt, den Chinesen stehe ein großes demographisches Problem bevor. Durch die Geburtenkontrolle, die das Land schon lange einsetzt, um die Bevölkerungsexplosion in den Griff zu bekommen, sei pro Familie nur ein Kind erlaubt.

Das habe aber dazugeführt, so Clancy in The Bear and the Dragon, daß sich chinesische Eltern lieber auf einen Jungen als auf Mädchen als Nachkommen einliessen. Im Buch selber darf der Leser dann der Exekution einer Neugeborenen mittels Spritze beiwohnen, die in letzter Sekunde vereitelt wird.

Gibt es in China also wirklich zuviel männlichen Nachwuchs? Werden die Chinesen in zwanzig Jahren Frauen importieren, oder werden sie ein Volk von Homosexuellen, wie es Clancy suggeriert?

Das World Factbook der CIA jedenfalls benennt folgende Geschlechterverteilung in den einzelnen Altersgruppen Chinas:

• at birth: 1.12 male(s)/female
• under 15 years: 1.13 male(s)/female
• 15-64 years: 1.06 male(s)/female
• 65 years and over: 0.91 male(s)/female
• total population: 1.06 male(s)/female

Diese Zahlen beruhen auf Schätzungen. Zwar kann China damit auf den höchsten Anteil an Männern weltweit verweisen und wird somit sicherlich auf lange Zeit hinaus keinen Mangel an Soldaten haben. Allerdings sind die Zahlen zum einen nicht so hoch, daß man sich Gedanken über potenziellen, grenzüberschreitenden Frauenraub machen muss. Zum andern flacht die Kurve bereits wieder ab. Die Hoffnung, daß sich Chinas Vormacht von selbst in Nichts auflöst, findet zumindest in diesem Aspekt keine Bestätigung.

Wie sieht es in Deutschland aus? Ähnlich wie in China seltsamerweise:

• at birth: 1.06 male(s)/female
• under 15 years: 1.05 male(s)/female
• 15-64 years: 1.04 male(s)/female
• 65 years and over: 0.68 male(s)/female
• total population: 0.96 male(s)/female (2004 est.)

Männerüberschuß in jungen Jahren, Frauenüberschuß in den höheren Semestern. Männliche deutsche Rentner haben es aber um einiges besser als in China: Wegen der hohen Sterblichkeit gerade im Weltkrieg kommen in dieser Altersgruppe 1,5 Frauen auf jeden Mann. Schade, daß man von dieser Nachfrage kaum noch Gebrauch machen kann...

Männerabend

Und zwar mit Junior! Was für ein Fest:

- Steakpfanne
- Sponge Bob
- Mit Tiger und Schweinchen im Arm eingeschlafen

14.11.04

Verdächtig

Jim stellt Vergleiche an zwischen dem Verhalten von Oliver Kahn und dem von Christoph Daum:

Manchmal frage ich mich, ob nicht Oliver Kahn der gleichen heimlichen Leidenschaft fröhnt wie weiland Christoph Daum. Dieses übermotivierte hochaggressive Verhalten, was auch mal kurzfristig in Depression umschlagen kann. Der leichte Grössenwahn. Das etwas halbseidene Schickimicki-Umfeld.
Kahn also am Koksen? Es gibt weitere Verdachtsmomente. So ergab seinerzeit ein Anruf von Anke "Late Night" Engelke in Kahns Wochenendadresse P1, daß der Torwart des FC Bayern dort immer nur Sprudelwasser zu sich nehme.

Und? Ganz einfach: Schon mal über all die Typen in den Diskos landauf-landab gewundert, die sich köstlich amüsieren und dabei die ganze Zeit nur Selterswasser saufen? Die sich benehmen, als ob sie weiss-Gott-wie drauf sind und dabei die ganze Nacht ohne Alkohol auskommen? Und man selber wackelt da so in der Ecke rum, verballert an der Bar mehrere hundert Euros und langweilt sich vom Feinsten? Kuckt wirklich allen Torten auf die Titten und geht trotzdem solo nach Hause? Aber wir schweifen ab.

Jedenfalls gibt es für das Verhalten dieser Typen nur eine Erklärung, Leute: Die koksen, diese Seltersfutzis. Und zwar ohne Ende. Wie soll das denn sonst ablaufen?

In Anführungszeichen

Ganz am Rande sei es bemerkt, daß der Denkpass es für kein gutes Zeichen halten würde, sollten die Medien über die nächste Präsidentschaftswahl in den USA nur noch in Anführungszeichen berichten, zum Beispiel so:

Bei der "Wahl" zum amerikanischen Präsidenten konnte sich Hillxxx Clinxxx gegen ihren republikanischen Widersacher Coxxx Powxxx behaupten. Sie "erreichte" mit 290 Stimmen sogar mehr "Unterstützung" beim amerikanischen "Wähler" als vier Jahre zuvor George W. Bush.
Mal abgesehen davon, daß die Demokraten sich bislang beim "Gang" zur "Wahlurne" auf "legale" Mittel zu "verlassen" scheinen. Aber weitere vier Jahre ohne Macht können da "Wunder" wirken.

13.11.04

How, why and when

Said Diane Ravitch, professor at the New York University:

"The person who knows "how" will always have a job. The person who knows "why" will always be his boss."
Since I feel proud of being a project manager for the construction of a waste processing facility I have this to add:
"The person who knows "when" will always be their project manager."
Jeez. But another saying goes:
"Those whom the gods would destroy they first make proud."
So its probably better we leave it at Diane Ravitchs two sentences. Which this entire posting is about, anyway.

12.11.04

Schnell und ausdauernd

"Nichts und niemand", so sagte er, "kann jemals schneller und ausdauernder sein als deine eigene Vergangenheit. Denn die Zeit wird kommen, mein Freund, da sie dich einholen wird."

09.11.04

An einem Donnerstag gegen 21:00 Uhr

15 Jahre liegt das für die meisten Deutschen wohl einschneidendste politische Erlebnis ihres Lebens zurück - die Öffnung der Berliner Mauer. Was folgte, war das größte Volksfest in der Geschichte der Hauptstadt und des Landes, einige Monate ungebremste Aufbruchstimmung und schließlich die Erkenntnis, daß das alles wohl doch nicht so einfach ist, wie man es sich erträumt hatte.

Den mündlichen Willensbekundungen der neuen und alten Bundesbürger zum Aufbau des eigenen Landes folgten verheerende Arbeitslosigkeit, Politikverdrossenheit und Fremdenfeindlichkeit. Mittlerweile ist der Graben - auch quer durch meine eigene Familie - fast so tief, wie die Mauer einmal hoch war.

Dem entgegen zu wirken, sollten wir uns heute - wenn auch nur kurz - die Zeit nehmen, und uns der guten Erinnerungen besinnen, die wir mit dem ersten oder den folgenden Tagen der Maueröffnung verbinden. Ich glaube, es war ein Holländer, der seinen Eindruck von den Bildern des 9. November auf folgende Weise zusammenfasste:

Als ich das sah, dachte ich, jetzt ist der 2. Weltkrieg endlich Geschichte.

08.11.04

Wahlbetrug?, Teil II

Der Drops is jelutscht. Der Kuchen is jejessen. Der Jolly is jebufft.

So etwas ähnliches wird John Kerry gedacht haben, als er seinem Widersacher George W. Bush zu dessen Wiederwahl gratuliert hat. Waren dessen Vorsprünge in den einzelnen Bundesstaaten doch zu groß, um sie mit Nachzählungen - deren Ausgang theoretisch ja auch nachteilig für die Demokraten sein könnte - wett machen zu können.

Nun werden aber ständig Vorwürfe laut, die Ergebnisse dieser Wahlen nicht ungeprüft zu lassen. So hat es beispielsweise ein Wahlcomputer in Ohio fertiggebracht, in einem Wahlbezirk mit 638 eingetragenen Wählern einen Vorsprung von 4.000 Stimmen für George W. Bush zu ermitteln. Auf dieser Seite werden überraschende Unterschiede zwischen erwarteten und abgegebenen Stimmverhältnissen im Bundesstaat Florida ausgemacht (bei denen wie erwartet die Republikaner profitieren), die sich aber hauptsächlich auf die Counties mit Wahlcomputern konzentrieren.

Jeff Fisher, demokratischer Kandidat für das Repräsentantenhaus, hat seine zusammengetragenen Kritikpunkte mittlerweile dem FBI übergeben. Da die Wahl aber wohl kaum revidiert wird, könnte George W. Bush dasselbe Schicksal wie Richard Nixon ereilen: Von der Welt kaum geliebt, konnte Nixon seine Wiederwahl nur kurz genießen. Um einem Impeachment auszuweichen, trat er kurze Zeit später zurück.

Sollten sich die Vorwürfe erhärten, könnte auch der Druck auf George W. Bush immens zunehmen. Denn auf welche Weise wollte Bush glaubhaft versichern, er wüsste nichts von den Betrügereien seines Wahlkampfteams.

07.11.04

Wahlbetrug?

Der Postmeister weist daraufhin, daß den seit der Präsidentenwahl 2000 überall blühenden Verschwörungstheorien zumindest beim aktuellen Sieg George W. Bushs eine substantiierte Grundlage fehlen dürfte. Dem stimme ich - mit gewissen Einschränkungen - zu: Über den wahren Betrug bei der Wahl werden wir nie etwas erfahren. Zumindest nicht von offizieller Seite.

So in zwanzig bis dreißig Jahren werden vereinzelt Tatsachenberichte in Buchform auf den Markt kommen. Da können wir dann lesen, daß man im Gegensatz zu 2000 so großzügig beschissen hat, daß es für George W. Bush und seine Republikaner sogar zum Sieg in der Popular Vote gereicht.

Das FBI wird dann regierungsintern aufs Kräftigste recherchieren, dabei erschreckt die Wahrheit konstituieren müssen und - zum Schutz des Volkes vor sich selber - die Aktenlage einstampfen. Den bis dahin veröffentlichten Büchern wird immer etwas grauenvoll Wahres anhaften, ihre Autoren werden nichtsdestotrotz verlacht werden. George W. Bush wird als einer der ganz Großen in die Geschichte seines Landes und der Welt eingehen.

Und wir? Wir werden nie erfahren, wieviel Entscheidungen man dem Wähler abnehmen muss, damit er vernünftig von seinem Wahlrecht Gebrauch machen kann.

-UPDATE-
Der Postmeister weist im Kommentar daraufhin, daß wir die Augen nicht vor dem Fakt verschliessen sollten, daß diese Wahl ohne jeglichen Wahlbetrug das bekannte Ergebnis brachte - daß sich also "das Volk nicht länger darum zu scheren scheint, was ihm seine politischen Führung erzählt - oder wie viel Unwahrheiten sie verbreitet.", wie Jody K. Biehl in Spiegel Online ausführt.

Vom Grauen geschüttelt möchte der Denkpass wiederum darauf hinweisen, daß selbst das noch nicht das Ende der amerikanischen Fahnenstange sein muß. Es könnte noch schlimmer abgelaufen sein: Im (vorläufigen) Worst-Case-Szenario hätten die Republikaner zwar die Wahlergebnisse manipuliert, aber nur halb so viel wie die Differenz in der Popular Vote angibt. Demzufolge hätten wir dann in George W. Bush einen Präsidenten, der für die Wiederwahl alle Mittel einsetzt - auch illegale - und davon abgesehen ein amerikanisches Wahlvolk, das sich um all die Unwahrheiten und Manipulationen seiner Regierung einen Scheißdreck kümmert und sie nichtsdestotrotz wiederwählt.

Mit anderen Worten (und verbunden mit dem Hinweis, daß das ja nur Spekulationen sind): Der amerikanische Präsident wäre in diesem Fall ein von beinahe 60 Millionen Ignoranten unterstützter Wahlbetrüger, der zugleich die weltweit mit dem größten Budget ausgestatteten Militärstreitkräfte befehligt.

Aber halt, diese Situation haben wir ja bereits seit dem Jahr 2000.

Vom Recht auf Selbstverteidigung

Wer eine Waffe führen darf, und dies nicht immer tut, ist in den Augen der Betreiber von buergerbewaffnung.de so blöd wie ein Schaf. Das ist eine Webseite, die sich als Sprachrohr für eine umfassende Bewaffnung des mündigen Bürgers mit Schußwaffen versteht:

In einer freien und starken Demokratie sollte es für einen unbescholtenen und zuverlässigen Bürger ein Grundrecht auf Waffenbesitz geben.
Genau! Denn nur mit Waffen kann man sich richtig verteidigen. Wenn es sich dabei auch manchmal nur um eine familiäre Auseinandersetzung um schulische Leistungen handelt. Die eskalierte im vorliegenden Fall zum Doppelmord an den eigenen Eltern. Aber hätte sich der 67-jährige Papa adäquat gegen seinen 12-jährigen Lausbuben verteidigen wollen, hätte er eben noch mehr Waffen im Haus verstecken sollen.

Denn wie buergerbewaffnung.de selber zitiert:

"Genug ist genug! Kaufe eine Schusswaffe, und das Leben, das Du rettest, wird wahrscheinlich Dein eigenes sein oder das eines geliebten Menschen."
Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht musst Du nur deine eigenen Kinder erschiessen, um auch den nächsten Sonnenaufgang erleben zu können. Wie gut der Besitz einer Waffe sein kann, nicht?


05.11.04

Freudenausbrüche

Das Leben, meine Freunde, das Leben ist eines der schwersten. Da ackert man sich den Arsch ab, tut sein Bestes, um die Art zu erhalten, und versucht so nebenbei, auf Schritt und Tritt gewissermaßen, Friede, Freude, Eierkuchen unter die Menschheit zu bringen. Und was ist der Lohn? Undank, Spott und Schwielen an den Händen und vor allen Dingen im Kopf.

Aber manchmal, Leute, da schwingt das große Pendel auch in unsereiner Richtung. Ruft da doch neulich einer an, den man lange nicht gesehen hatte, zu dem man aber früher so manches freundschaftliche Band geknüpft hatte. Und er erzählt, er hätte gehört, man selber schreibe eine flotte Feder. Zum Denkpass, so sagte er, müsse er mir gratulieren, bringe der doch manchmal Licht in trübe Stunden.

Danke, sage ich da demjenigen, der gerade Licht in meine Trübsal brachte. Denn auch meine Arbeit will vergolten - sprich gelobt, kritisiert, kurz: beachtet - sein. Ist der Denkpass nun völlig übergeschnappt, wird man sich fragen, sich hier ständig wegen fehlender Notiznahme zu beschweren?

Nein! Denn - mit Verlaub - Applaus ist für den Künstler wichtig. Ist es denn zuviel verlangt? Größere Egoisten als ich freuen sich doch über viel schlimmere Sachen: Der Sarglieferant der amerikanischen Streitkräfte zum Beispiel über die Wiederwahl George W. Bushs oder das israelische Parlament beinahe stündlich über (Fehl)-Meldungen von Arafats Tod. Die kommen aus dem Feiern kaum mehr raus...

04.11.04

Auch ein schlechtes Vorbild ist ein gutes Vorbild

Albert Einstein sagte einmal:

Es gibt keine vernünftigere Erziehung, als Vorbild zu sein. Wenn es nicht anders geht, ein abschreckendes.
Sagt zumindest die Postkarte, die hier auf meinem Schreibtisch liegt. Selbst, wenn es nicht von Albert Einstein wäre, durchdacht klingt es allemal.

03.11.04

Fußweg hin, Klima her

Die Queen treibt ihr Unwesen in der Bundeshauptstadt. Schießt mit übergroßem Hut in einer grellgrünen Verkleidung durch die offizielle und inoffizielle Partyszene, die Hände unter einer wärmenden Wolldecke dem rauhen deutschen Klima entzogen. Heute, so meldet die Berliner Zeitung, will sie unter Anderem eine Klimakonferenz eröffnen und die Stadt Potsdam besuchen.

Der Verkehrsfunk weist in diesem Zusammenhang vorsorglich auf die Staugefahr hin. Dabei ist es interessant, zu wissen, daß sich die Queen und der Duke of Edinburgh zur Nachtruhe im Adlon niedergelassen haben. Das aber ist gerade wegen seiner Lage für offizielle britische Gäste prädestiniert - befindet es sich doch im selben Gebäude wie die Britische Botschaft. Und so warnt der Verkehrsfunk, daß die Queen im Laufe des Morgens vom Adlon zur Britischen Botschaft fahren werde - um besagte Klimakonferenz zu eröffnen.

Auch gut. Die fünfzehn Meter vom Eingang des Adlons zur Straßenecke und die anschließenden fünfzehn Meter von der Straßenecke bis zum Eingang der Britischen Botschaft kann man ihr auch nicht zumuten - schon gar nicht, wenn sie eine Klimakonferenz eröffnen soll, bei der es mit Sicherheit auch um die Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen geht.

Aber vielleicht ist die Dame ja zu Fuß recht schwach unterwegs. Da kann man aber nur hoffen, daß die Queen auf dem Zimmer gefüttert wird. Denn wenn sie Breakfast im Palaissaal des Adlons gebucht hat, wird es wohl eine mühsame Episode werden:

Der Weg vom Fahrstuhl zur Futterstelle wäre dann nämlich länger als zur britischen Botschaft, dreimal um den Tiergarten, zweimal durch die Spree getaucht und zurück ins Adlon. Und bei weitem nicht so interessant. Ob die im Adlon ein Golfcar haben?

02.11.04

Macht mir mein Essen nicht madig!

Erdnußbutter herzustellen, ohne daß auch mal einige Ratten in die Maschine fallen, ist schwer. Nicht ganz so oft - aber oft genug - findet man Kondome, Sicherheitsnadeln oder Bulleneier als Beigemengtes zur Erdbeermarmelade.

Ganz oft aber, und das ist entsetzlich, gelangen ungewünschte Zutaten mit Insektenbezug in die Lebensmittel. Die Menge der nebenbei verspeisten Insekten kann man so exakt wie gewünscht an dieser Stelle ermitteln. Mein Ergebnis:

- 118 Fliegeneier
- 24 Maden
- 225 Rattenhaare
- 3429 Milben

[via Herr Braun]

Die Angst vor einer neuen Eiszeit

Der Stein rollt nun. Wo er letztendlich zum Stillstand kommen wird, ob bei George W. Bush oder bei John Kerry, ist für uns Deutsche letztendlich Nebensache. Zumindest was unser tägliches Leben angeht.

Hohe Sympathiewerte hat John Kerry hierzulande allemal - ob das aber mit seiner Politik zu tun hat, sei einmal dahingestellt. Ebenso, ob er - vorausgesetzt, er gewinnt heute - in vier Jahren nicht selber als der Buhmann gilt.

Jedenfalls sind die Wahllokale geöffnet. Heute abend, so hoffen wir alle, werden wir dann erfahren, ob es einen neuen Präsidenten gibt - oder ob der alte Präsident, jeglichen Zwangs zur Rücksichtnahme auf seine Wähler enthoben, in seiner zweiten und letzten Legislaturperiode sein wahres Gesicht enthüllt. Und die Welt - politisch und ökologisch - in eine neue Eiszeit führt.

Als welche Art von Präsident sich allerdings John Kerry entpuppt, wissen wir auch noch nicht. Der weit offene Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftwahlen bleibt also in jeder Hinsicht spannend - nicht nur heute.

PS. Die Kategorie, die auf der rechten Seite dieses Blogs Platz für die Links zu für die Präsidentschaftswahlen relevanten Webseiten bot, habe ich aber bereits gelöscht. Bei Bedarf wird sie durch Links ersetzt, die den rechtlichen Hintergrund einer möglichen Wahlanfechtung im Auge behalten. Aber das wollen wir mal nicht hoffen.

01.11.04

Deprimierende Fakten

Der Schockwellenreiter, des´ Fan ich nun wahrlich nicht bin, sucht sich diesen unschuldigen Montagmorgen aus, um dem Denkpass die eigene (Un-)Bedeutsamkeit vor Augen zu führen. Er habe im abgelaufenen Monat, so der Herr Kantel, auf seinem Internetauftritt mehr als 95.000 Visits und mehr als 190.000 Pageviews erlebt.

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Der Schockwellenreiter, so unangenehm diese Erkenntnis für mich ist, trifft den Geschmack des (Internet-)Volkes. Fleißig ist er allemal.

Der Denkpass dagegen ist bereits froh, nach 9 Monaten harter Arbeit im Laufe des heutigen Tages den 100.000 Visit(or) begrüßen zu dürfen. Auch wenn sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, daß ein Großteil dieser Visits im Falle des Denkpasses Blindlinks und Kommentarspammer sind, die sich darüber einen höheren PageRank bei Google erschleichen wollen.

Ich bin gewiß, daß es sie trotzdem gibt, die eingeschworenen Leser des Denkpasses. Ihnen gilt mein Dank. Und mein Versprechen, diese eigenartige Mischung von sinnloser Inhaltsschwere auch weiter aufrecht zu erhalten. Denn: Nichts hat jemals solchen Spaß bereitet.

Also: Schockwellenreiter, aufgepaßt. Wir kommen...

Opferbereitschaft

Um dem Irak die langersehnte Demokratie zu bringen, lässt es sich leider nicht vermeiden, daß auch die irakische Bevölkerung ihre Opfer bringt. Eine Studie belegt nun, daß sich die Zahl der Toten seit Kriegsanfang verglichen mit dem Zeitraum unmittelbar davor verdreifacht hat.

Den Unglücklichen, die dabei über die Sense hüpfen, sei aber gesagt ... Ja, was eigentlich? Daß es das wert war? Pech gehabt? Im großen Schema der Dinge spielt das keine Rolle? Demokratie macht Spaß?

Ein Glück, kann man da nur sagen, daß wir bei uns hier die Demokratie bereits eingeführt haben. In Verbindung mit unserer Geburtenrate wäre sonst bald gar nichts mehr übrig vom Exportweltmeister...

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