Der Abstand zwischen Erde und Sonne ist definiert zu
AE = 149.597.870,691 kmDer Umfang der Laufbahn der Erde um die Sonne ermittelt sich somit zu
U= 2 • π • r = 2 • π • 149.597.870,691 km = 939.951.143,111 kmIn einem Abstand von 1,5 Mio. km fliegt am Mittwoch der Asteroid Toutatis am Erdenrund vorbei. Ineinander gefügt, bedeutet das, er wird unsere Umlaufbahn kreuzen, wenn die Erde keine 14 Stunden entfernt ist:
(365 Tage pro Jahr • 24 Stunden pro Tag) / (Umfang der Laufbahn im Jahr / Abstand des Asteroiden) = 13,98 StundenWas aber, wenn es diese Differenz von 14 Stunden nicht geben würde? Könnten wir mit dem Erreichten zufrieden sein? Könnten wir mit Fug und Recht behaupten, es ist vollbracht?
- UPDATE -
Schnell dahingeschluderten Beiträgen mangelt es oft an der nötigen Präzision und Klarheit. Da es eine Anfrage gab, den Sachverhalt genauer darzulegen, hier meine Erklärung:
Den Umfang der Laufbahn der Erde um die Sonne beschreitet die Erde während eines Jahres. Dieser beträgt etwa 939 Mio. km.
Der Abstand, in dem der Asteroid an der Erde vorbei geschleudert wird, ist mit 1,5 Mio. km angegeben. Teilt man die Strecke, die die Erde in einem Jahr zurücklegt (also den Umfang der Laufbahn), durch diesen Abstand, so erhält man eine Zahl, die dem Teil des Jahres entspricht, den die Erde benötigt, diesen Abstand zurückzulegen. Im vorliegenden Fall irgendwas um 636. Das heisst, die Erde verbringt den sechshundertsechsunddreißigsten Teil eines Jahres damit, auf ihrer ewigen Jagd um die Sonne den Abstand zwischen Asteroid und Erde zu überbrücken (sollte der eben genau die Laufbahn kreuzen).
Da ein Jahr 365 Tage hat, errechnet sich leicht (365/636), wie lange die Erde in Tagen benötigt, um diesen Abstand zurückzulegen. Im vorliegenden Fall war das irgendwas wie 0,58 Tage. 0,58 Tage aber entsprechen 13,98 Stunden.
Zusammengefasst heisst das also, daß die Erde den Abstand zwischen ihr und dem Asteroiden in weniger als 14 Stunden auf Null verringert hätte, wenn dieser
a) die Umlaufbahn kreuzen würde (sonst müsste die Erde von ihrer Umlaufbahn abweichen und den Asteroiden jagen)
b) stehen bleiben würde (denn der hat auch eine Geschwindigkeit)
Ausserdem muß noch
c) Gregor hat richtig gerechnet
zutreffen.
Insgesamt also sehr knapp, wenn auch letztendlich genügend Abstand vorhanden war (ist, sein wird). Sozusagen mit mehr Glück als Verstand an der Apokalypse vorbei geschliddert. Wahrscheinlich können wir uns da beim Kanzler bedanken, der hat da ja Erfahrung ohne Ende.
Sind Sie ein krankhafter Internetjunkie? Haben Sie keine sozialen Bindungen ausserhalb von Chatrooms und Newsgroups? Konnten Sie Sexuelle Erfahrungen nur dank DSL-Technologie und P2P sammeln? Selbst Lebens- und Arzneimittelbesorgungen erledigen Sie online?
Da hilft nur noch eine radikale Entziehungskur: Hier lang zum Not-Aus-Schalter des Internets!
Was ist so seltsam an den beiden folgenden Aussagen?
1. Folter ist mit den Prinzipien der Europäischen Union nicht vereinbar. [..] Die CDU ist dagegen, Verhandlungen für einen EU-Beitritt mit einem Partner aufzunehmen, in dessen Land gefoltert wird, systematisch oder unsystematisch.Die erste Aussage entstammt einer aktuellen Pressemitteilung der CDU, die zweite ist ein Zitat von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU).2. „Ich persönlich halte Daschners Verhalten [der Folterandrohung im Fall Metzler] in dieser schlimmen Konfliktsituation, in der er Leben retten wollte, für menschlich sehr verständlich.”
Und was lernt man daraus? Wie man es gerade braucht, so hält man´s auch. So auch bei der CDU. Postuliert eine Meinungsumfrage der BILD-Zeitung eine breite Unterstützung der Folterandrohung im Falle Metzler, lässt sich mit Roland Koch einer der mächtigsten Politiker in den CDU-Reihen verbal nicht lumpen und findet Folter plötzlich "menschlich verständlich". Kann EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen (SPD) auf mysteriöse, unentschuldbare Weise keinen Unterschied zwischen systematischer und spontaner, ungeplanter Folter entdecken, weist die CDU großzügig auf die eigene, folterablehnende Position hin.
PS. Die einzig korrekte Aussage ist übrigens die erstere. Was Roland Koch und Günter Verheugen da ablassen, ist unentschuldbar.
Die Kellnerin im Hotelrestaurant hatte gesagt, die Entfernung bis zur Bremer City sei mit strammem Laufen in nicht mehr als 15 Minuten zu überbrücken. Die reizende junge Frau an der Rezeption hatte sich auf mindestens 30 Minuten festgelegt - allerdings auch mit dem Hinweis auf einen strammen Marsch.
Letztendlich hatten wir 65 Minuten gebraucht. Ob das vielleicht daran lag, daß wir bereits vor dem Laufen stramm waren?
Seit Tagen schon bettelt Kenneth Bigley um sein Leben. Seine Mutter ebenso. Sie tun, was sie tun müssen. Und was sie in ihrer hoffnungslosen Lage als einziges tun können - betteln. Auf der anderen Seite tut Tony Blair genau das, was er tun muss. Nicht, was er kann: Er könnte viel mehr. Nein, er handelt, wie es die Lage vorschreibt - er bleibt hart.
Das führt unweigerlich dazu, daß Kenneth Wigley von seinern Peinigern auf bestialische Weise getötet wird. All sein Flehen, auch das seiner Mutter, und die vielen religionsübergreifenden Gebete anderer Menschen werden ihm und seiner Familie nicht helfen können. Denn die Situation ist für seine Entführer einfach zu günstig: Endlich einmal erlangen sie mit der Androhung des Todes eines einzelnen Menschen die Macht über die öffentliche Meinung in Großbritannien. Und sie haben mit Eugene Armstrong und Jack Hensley bereits zwei weitere Opfer der Entführung vom 16. September umgebracht. Kenneth Bigley nicht zu töten, würde aus ihrer Sicht ebenso wenig Sinn machen wie die Errichtung einer evangelischen Kirche in Mekka: Es wäre schlicht und einfach beleidigend.
Aber all das muß nicht umsonst geschehen. Vielleicht nämlich führt der Tod Kenneth Bigleys dazu, daß Großbritannien - und die Welt - von Tony Blair, dem Politiker, befreit wird. Denn so unnachgiebig der britische Premierminister im Umgang mit irakischen Geiselnehmern bleiben muss, so unausweichlich sieht er dabei schlecht aus. Seine unnachgiebige Haltung bleibt unmenschlich und unverständlich. Und damit in Zukunft auch unwählbar.
Voller Sorge wandte sich der Berliner Abgeordnete Oliver Friederici (CDU) am 23. August im Jahre des Herrn 2004 in einer sogenannten Kleinen Anfrage an die Senatorin für Justiz. Gegenstand seines Interesses war die desaströse Entwicklung des Vermögenszustandes der in Berlin ansässigen Rechtsanwälte und Notare.
Das sind eben jene Herren, deren Honorare in einer Gebührenordnung festgeschrieben sind. Da kann ein Brief schon mal 65,00 € oder mehr kosten - zuzüglich den Seitenkosten von 0,50 €. Lässt der Rechtsanwalt die Gebührenordnung außen vor, weil die im vorliegenden Fall zu teuer sei, so rechnet er gerne nach Stunden ab. Da schlagen sich dann gerne mal 200 € pro selbiger zu Buche. Wie man unschwer erkennt, eine wirklich von finanzieller Austrocknung bedrohte Berufskaste.
Und siehe - in der Bundeshauptstadt haben es die Rechtsanwälte tatsächlich sehr schwer. Achtzehn von ihnen haben in den letzten beiden Jahren ihre Zulassung wegen Vermögensverfalls verloren. In einer Stadt mit mehr als drei Millionen Einwohnern fährt sich der gute Oliver Friederici also verzweifelt durch die Haare, wenn durchschnittlich neun Rechtsanwälte pro Jahr ihre Zulassung verlieren, weil sie ihre Vermögensverhältnisse nicht mehr im Griff haben.
Besorgt um die Berliner Rechtslandschaft, fragt Friederici weiter: Wieviele Notare ihr Amt niedergelegt hätten? 79 (in Worten: neunundsiebzig), so die Antwort der Justizsenatorin. Wovon aber 67 (in Worten siebenundsechzig) des Alters wegen ausgeschieden seien. Ganze sechs Notare sahen sich einer Amtsenthebung aufgrund schlechter Vermögensverhältnisse ausgesetzt.
Herr Friederici braucht sich also um die finanzielle Schlagkraft der Berliner Rechtsanwälte und Notare nur in begrenztem Umfang Sorgen zu machen. Nur ein verschwindend geringer Teil schafft es nicht, mit den horrenden Honoraren vernünftig zu wirtschaften. Aber vielleicht wollte ja Herr Friederici genau das in Erfahrung bringen? Vielleicht, so steht zu vermuten, liebäugelt er ja mit einem Teamwechsel vom Abgeordnetenhaus hinein ins freie Wirtschaftsleben als Rechtsanwalt oder Notar?
Das aber führt sofort zu einer weiteren Frage an den Berliner Senat:
Wievielen Abgeordneten wurde jemals ihr Mandat wegen Vermögensverfalls entzogen?
An dieser Stelle möcht ich bei meinen Lesern für die in letzter Zeit so sporadische Meinungsäußerung des Denkpasses um Entschuldigung bitten. Ich weise aber höflichst darauf hin, den Lebensunterhalt meiner Familie als Bauingenieur verdienen zu müssen (können, dürfen).
Was bedeutet das? Zum einen, daß ich schrecklich unterbezahlt bin. Jedenfalls, was den Vergleich mit anderen Ingenieuren angeht. So verdient mein Cousin bei einem großen Autohersteller unserer Republik - der Kanzlermarke - bedeutend mehr. Was ich als Bauingenieur am Monatsende überweisen kriege, kriegen dort die Putzfrauen und Pförtner in die Lohntüte geschüttet. Nicht ganz, aber beinahe.
Zum anderen bedeutet Bauingenieur zu sein folgendes:
• Überstunden, die mit dem Gehalt abgegolten sind und auch nicht gebummelt werden können
• 2-3 Tage pro Woche auf Reisen (in Zügen oder Autos)
• rund um die Uhr per Taschentelefon erreichbar sein müssen
• während der Reisetage mittags NIE Zeit zur Nahrungsaufnahme zu finden und früh auch nicht immer
• Aufstehen spätestens um 6:00 Uhr, vereinzelt auch um 4:00 Uhr
• Meetings mit dem eigenen Chef im Hotel, die wegen dessen Saunavorliebe erst ab 21:00 Uhr möglich sind
Bevor das aber klingt, als ob ich jammern würde, sei offiziell darauf aufmerksam gemacht: Nichts hat jemals solchen Spaß gemacht. Ich werde trotzdem bemüht sein, dem Denkpass weiterhin allerhöchste Priorität zu verschaffen. Denn eigentlich gilt hier dasselbe: Nichts hat jemals solchen Spaß gemacht.
Bei jeder Wahl haben die Parteien in den jeweiligen Ländern Hochburgen - und als Gegenteil Gemeinden, wo sie sich schwertun. Wie diese in Sachsen lauten, zeigt die Landeswahlleitung hier:
CDU
• Hochburg - Panschwitz-Kuckau 67,0 %
• Debakel - Heuersdorf 14,9 %
SPD
• Hochburg - Markkleeberg, Stadt 18,0 %
• Debakel - HRalbitz-Rosenthal 2,6 %
PDS
• Hochburg - Tannenbergsthal/Vogtl. 38,1 %
• Debakel - Panschwitz-Kuckau 10,6 %
Grüne
• Hochburg - Heuersdorf 32,4 %
• Debakel - Seiffen/Erzgeb. 0,8 %
FDP
• Hochburg - Crostwitz 14,8 %
• Debakel - Heuersdorf 0,0 %
NPD
• Hochburg - Reinhardtsdorf-Schöna 23,1 %
• Debakel - Markkleeberg, Stadt 4,2 %
Welche Muster kann man erkennen? Heuersdorf ist fest in grüner Hand, Christdemokraten und Liberale haben dort wenig zu lachen. In Seiffen/Erzgebirge sind Grüne dagegen sehr unbeliebt. Was sagt das über die Natur des Kurortes aus?
In Panschwitz-Kuckau scheint Hartz-IV den Wahlkampf nicht beeinflußt zu haben: die CDU gewinnt mit Zweidrittelmehrheit und die PDS - generell stark in den neuen Ländern - hat keine Chance. Auch in Markkleeberg Stadt scheinen die Parteien vom radikalen Rand wenig Glück mit ihrer Anti-Hartz-IV-Kampagne gehabt zu haben - kann dort die SPD doch ihr bestes Ergebnis verbuchen und die NPD ihr schlechtestes.
Und was ist in Reinhardtsdorf-Schöna los? Dort hängen die Fahnen hoch und die Reihen sind fest geschlossen. Gute Nacht, kann man da nur wünschen.
Sollte man sich fragen, welche Möglichkeiten einem bleiben, um sich gegen den höflichen Hinweis zu wehren, man trage ein Reiskorn auf dem Rücken, so bleibt einem neben dem kurzen, aber in seiner Effizienz unübertroffenen Einsatz von Gewalt auch diese rhetorische Spitze:
"Entschuldige bitte, daß ich es unerwähnt ließ: Manchmal bevorzuge ich es, so zu essen, wie einige wenige Bergvölker Südostasiens es manchmal tun. Der Grundgedanke beruht dabei auf dem Versuch, Wirkstoffe der Nahrung über direkt unter der Haut liegende Bestandteile des zentralen Nervensystems wie beispielsweise das Rückenmark aufzunehmen.Dabei wahrt man zum einen die Etikette und deutet zum anderen durch die Vermengung unterschiedlichster Informationen einen schwerwiegenden, abschreckenden Hintergrund an, in den sich der Hinweisgeber nicht selten in keinster Weise vertiefen will.Rücksichtslosere Arten des Drogenmißbrauchs finden sich weltweit nur in den Ebenen und hügeligen Wäldern des Mitteleuropäischen Gebiets, das man allgemein mit dem Namen Deutschland verbindet. Dort rotten sich in aller Herrgottsfrühe Scharen sogenannter Hartz-IV-Antragsteller zusammen, entledigen Punkt acht Uhr die lokalen Kaufhäuser, Super- und Getränkemärkte jeglicher alkoholhaltigen Substanzen und sichern so im Handumdrehen ihrer glorreichen Nation einen der vorderen Ränge im Bier-, Wein- und Schnaps-Verbrauch weltweit. Ob pro Kopf oder absolut gemessen, spielt dabei nicht mal eine Rolle."
"Wat woll´n wa´n no´ machen?"
Sie standen auf dem Balkon und genossen die warme Abendluft. Ein Joint, so groß wie eine Currywurst, drehte seine Runden und verbreitete seinen süßlichen Duft.
"Wir jehn in´t Kino."
"Und wat willste kieken?"
"Herr der Ringe Teil 4."
"Jenau. Den wollt ick morjen kieken. Aber heut is ooch OK."
"Die ham nämlich´n mächtijen Fehler jemacht in Teil 3. Un´ olle Sauron is nu wieder da und spielt Scheibe."
"Die bekackten Hobbits ham nich nur een Fehler jemacht. Die ham eijentlich nur Fehler jemacht."
"Jenau. In eener langen Reihe sinnloser Versuche, den Ring loszuwerden, ham die von vorn bis hinten nur Scheiße jebaut."
"... det janze Ding auf der vollen Länge verrissen, ham se."
"Dilettanten."
"Wichserse."
"Jenau."
"Un´ als se denn Ring in´t Feuer jeworfen ham, is der irjendwo hängen jeblieben."
"Irgend ´ne Flieje hat´n nu."
"Wen?"
"Den Ring."
"Ach so."
Im Halbdunkel der Abenddämmerung glimmte der Joint kurz auf.
"Wat´n für ne bekackte Flieje?"
"´ne Gollumflieje. Gollum hat ´ne Flieje als Kind."
"Gollum hat ´ne Menge Fliejen als Kinder."
"Jenau. Gollum ist der Fliejenpapa."
"Un´ wat macht det Vieh mit´m Ring?"
"Die Flieje? Die sacht den an´ern Bescheid."
"Und denn?"
"Und denn jibt´s richtig in die Fresse."
"Von´ne Fliejen?"
"Jenau. Von´ne bekackte Fliejenarmee."
"Un´ Sauron?"
"Sauron dreht richti´ durch."
"Und denn?"
"Denn schnappt er sich ´n Mountainbike und rast volle Pulle durch die Fliejenarmee."
"Un´ hat die Fresse voll Fliejen."
"Un´ denn brauch er bloß noch seine Scheiße durchwühlen und find´t ´n Ring."
"Cool."
"Na, kieken wa den Film, oder wat?"
"Na log´n."
Der noch glühende Stummel flog über die Brüstung hinaus in den Abend. Als er in einer Funkenwolke auf dem Rasen aufschlug, hatte sich die Tür hinter den beiden Männern schon geschlossen.
Kann man jemanden, der diese Eigenschaft aufweist, damit beleidigen, ihn als intellektuell krass defizitär zu bezeichnen?
Was eigentlich machen Hühner den ganzen lieben Tag - ja ihr ganzes liebes Leben - lang, außer in ihrem Laufgehege eifersüchtig darüber zu wachen, wo gerade ein Wurm gefunden wurde?
Florian vom Röhrenden Hirsch hinterfragt das Leitmotiv des ersten Teils unter diesem Titel. Die Saarländer Politiker Ulrich und Hartmann könnten aus anderen Gründen der Berliner Politikszene den Rücken kehren, als ich es unterstellt habe, so Florian. Daß sie in ihren jeweiligen Parteien Landesvorsitzende sind, macht dies sogar wahrscheinlich. Paßt dann aber noch meine fragende Unterstellung, diese Rückzüge in die Landespolitik böten Rückschlüsse auf die wahren Geschehnisse hinter den Kulissen der Macht?
Für einen Rückzug aus der Bundespolitik in den beschaulichen Saarländer Landtag mag es viele Gründe geben:
• Gründe familiärer Art
• bessere Lebensbedingungen im Saarland
• gesundheitliche Probleme
• Idiotentum, das zur Isolation innerhalb der Bundestagsfraktion führt
• gewalttätige Meinungsverschiedenheiten mit Berliner Drogenhändlern und Prostituierten
• Verzweiflung angesichts der Tatsache, daß bekannte Politiker aus dem Saarland bislang nur Oskar Lafontaine oder Erich Honecker hießen
Mit Sicherheit kann aber auch eine generelle Desillusionierung der beiden Landesvorsitzenden hinsichtlich der Bundespolitik in Erwägung gezogen werden.
Ganz allgemein betrachtet, ist das Ziel der meisten Karrieren, an den Entscheidungen innerhalb der jeweiligen Organisationen, in denen die Karriere abläuft, beteiligt zu sein. Entscheidungen werden von Entscheidungsträgern gefällt, die sich in den meisten menschlichen Organisationsformen in oberen Leitungsebenen zu Machtzentren zusammenballen. Ganz abstrakt betrachtet, findet sich in dieser Hinsicht kein Unterschied zwischen dem FC Bayern München, der LIDL GmbH und der bundesdeutschen Politik. Dem Gedankengang folgend, wäre dann das Ziel jeglicher Karrierebemühungen ein Sitz in einem dieser Machtzentren. Im Falle bundesdeutscher Politik also im Bundestag, womöglich als Kanzler.
Daß jetzt also zwei saarländische Landesparteivorsitzende ihre Stühle im Bundesparlament räumen, finde ich - vom Standpunkt ihrer Karriere aus betrachtet - interessant. Ich räume ein, daß es zum Einen vielerlei andere Gründe geben mag, die für diesen Umzug sprechen und ich zum Anderen wenig bis keine Ahnung von taktischen Manövern in jeglichen Karrieren - geschweige denn politischen - habe.
Diese Unsicherheit kommt aber, so finde ich, im letzten Satz des Beitrags zur Geltung. Dort wird gefragt, in welcher Anzahl andere Bundespolitiker mit Neid auf die Entscheidungen der Herren Ulrich und Hartmann schauen.
Was lernen wir daraus? Wie immer, nicht viel. Aber doch zumindest eines: Beim Denkpass gibt es unmittelbaren Kontakt zum Autor. Florian fragt, ich antworte. Sofort. Ohne Umschweife. Glasklar. Präzise. Und das ist doch auch was wert, oder?
Henryk M. Broder nimmt den dritten Jahrestag des 11. September zum Anlaß, um uns vor falschem Verständnis für terroristische Tatmotive zu warnen. Dem kann in der Sache nur zugestimmt werden: So trägt beispielsweise nicht der russische Präsident die Schuld an der Vielzahl von Opfern in Beslan, sondern einzig und allein die Gruppe von Tätern, ohne die es die Situation in der Schule nicht gegeben hätte.
Dem Tenor des Beitrags mag ich dann aber doch nicht folgen. Tut Herr Broder hier doch jeglichen Versuch, Ursache und Motivation terroristischer Gewaltorgien zu begreifen, als "liberale, von sozio-pädagogischer Nachdenklichkeit bestimmte Einstellung gegenüber dem Terror und den Terroristen" ab, dessen ziellose Schlußfolgerungen die Wahrheit nur weiter verschleiern.
Unser allgemeiner Algorithmus zur Lösung von Problemen, der sich von der Analyse über das Verstehen zum steuernden Eingreifen erstreckt, könnte in der Bewältigung terroristischer Bedrohungen zum Scheitern verurteilt sein. Was [wäre], so fragt Broder, wenn [Terroristen] kein anderes Motiv haben als die Lust am Töten und den Spaß am Sterben?.
Dann gäbe es auch nichts zu verstehen. Und somit auch nichts zum Handeln. Dann bliebe uns eigentlich nur die von Henryk M. Broder am Ende seines Beitrags vorgeschlagene Handlungsweise:
Warum gehen wir nicht hin und machen ihnen ein faires Angebot: "Liebe Leute, wenn ihr euch unbedingt umbringen wollt, dann macht es. Wir werden euch daran nicht hindern. Aber macht es bei euch zu Hause. Alles Gute und viel Erfolg."Wirklich vielversprechend scheint mir diese Möglichkeit aber nicht zu sein. Denn selbst wenn die Terroristen selber Monstren sind, die keine Gnade kennen, weil sie [vermeintlich] in Gottes Auftrag handeln, die von der Freude an der Barbarei angetrieben werden, so haben sie dennoch aller Wahrscheinlichkeit nach kühl kalkulierende Auftraggeber, Financiers und Sympathisanten.
Und deren Handlungen, da bin ich mir sicher, folgen logischen Regeln. Und begreifen wir deren Systematik, können wir ihnen zuvorkommen: Agieren, statt reagieren.
Schon vor einiger Zeit wollte Jutta Matuschek (PDS) von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mal wissen, welche Form des Beschwerdemanagements bei den Berliner Verkehrsbetrieben angewandt werden und welche Kulanzregelungen für Verspätungen, Ausfall, gesundheitliche Schäden u.ä. es von Seiten der Verkehrsbetriebe für ihre Kunden gäbe.
Grund zu Nachfrage gibt es allemal. Mitarbeiter, die im Namen der BVB auf der Jagd nach Schwarzfahrern leistungsabhängig entlohnt werden, lauern den Kunden in Straßenbahnen schon mal auf, bevor diese ihr Ticket am Automat überhaupt erst lösen können. Vor allem Buslinien in den Randbezirken fahren in Berlin häufig nur, wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt. Straßenbahnfahrer schliessen die Türen der Bahn präzise vor herannahenden Müttern mit Kinderwagen. Eine beliebig fortsetzbare Aufzählung ähnlicher Mängel könnte leicht den Serverplatz des Denkpasses überlaufen lassen.
Und die Antwort der Senatsverwaltung?
Man setze bei der BVB auf schnelle Beantwortung der Anfragen oder Beschwerden von Kunden. Diese können über Telefon, Internet, Post oder auch persönlich abgegeben werden und würden innerhalb der internen Qualitätskontrolle ausgewertet. Antwort erhielten die Kunden innerhalb von vier Wochen. Da das die im Beförderungsvertrag mit dem Senat ausgehandelte Frist von zwei Wochen überschreite, arbeite man mit Zwischenbescheiden, falls nötig. Oder man schlägt dem Kunden gleich was vor die Fresse. Auch das hat es schon gegeben.
Und Kulanzen? Seltsamerweise - denn vor dieser Parlamentarischen Anfrage wußte ich es nicht - gibt es die. Seit 1997, so antwortet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, gebe es die Fahrzeitgarantie und die Sauberkeitsgarantie. Im Rahmen der Fahrzeuggarantie erhalten Kunden, die ihr Fahrziel aus Gründen, die die BVG zu vertreten hat, um mehr als 20 Minuten später erreichen als der aktuelle Fahrplan vorgibt, den Fahrpreis in Form eines Einzelfahrscheines erstattet. Im Nachtverkehr (23.00 – 5.00 Uhr) übernimmt die BVG gar die Taxi-Kosten in Höhe von maximal 25,00 Euro. Sollte die Ursache für die Verschmutzung der Kleidung eines Kunden von der BVG zu vertreten sein, werden die Reinigungskosten erstattet, so die Sauberkeitsgarantie.
In der Tat. Abgesehen vom Kundenverprügeln oder -abzocken durch die oben beschriebenen Methoden des Kontrolleti-Mobs scheint man sich also langsam über die Kunden des öffentlichen Personennahverkehrs in der Hauptstadt Gedanken zu machen. Mit einem Schuldenberg wie manches südamerikanische Land und dem Auslaufen des monopolsichernden Beförderungsvertrags mit der Bundeshauptstadt wird es auch langsam Zeit dafür.
Auch das gibt es: Weil sie in den Landtag des Bundeslandes gewählt wurden, in dem sie ihren Lebensmittelpunkt sehen, haben zwei Bundestagsabgeordnete ihre Bundestagsmandate nieder gelegt. Es handelt sich um Hubert Ulrich von Bündnis90/Grüne und Christoph Georg Hartmann von der FDP. Die Schritte waren geplant und angekündigt (hier und hier), sollte es bei den Landtagswahlen reichen.
Es hat gereicht, die Herren räumen ihre Sitze im Bundesparlament und ihre Büros im Regierungsviertel und sind ab sofort im Landestag ihres Bundeslandes zu finden. Wo befindet sich der? In Saarbrücken im Saarland.
Die Einblicke in die Machtzentrale der Bundesrepublik Deutschland, die Möglichkeit, über die Gesetzgebung im Bundestag die Geschicke aller Deutschen zu lenken, der damit verbundene Aufenthalt in der Bundeshauptstadt und die üppigen Bezüge und Rentenansprüche sind in den Augen von Hubert Ulrich und Christoph Georg Hartmann also weniger interessant als ein Landtagsmandat im wohl provinziellsten Bundesland unserer schönen Republik.
Was sagt uns das über die wahren Geschehnisse hinter den Kulissen der Macht? Und wieviele der verbliebenen Mitglieder des Bundestages blicken neidisch auf diese beiden Saarländer, die dem Sündenpfuhl der Hauptstadtbaustelle den Rücken kehren dürfen?
David hatte lange dafür gearbeitet - hart und gründlich. Mit täglichen Überstunden, häufig auch am Wochenende und dem völligen Verzicht auf Privatleben hatte er es mit dreißig Jahren geschafft, in die Konzernspitze nach Frankfurt/Main versetzt zu werden. Die Stadt war ein außergewöhnlich teures Pflaster, aber die Bezüge für Leute wie seinesgleichen standen dem nicht nach. Bereits begrifflich waren sie derselben Kategorie zuzurechnen: außergewöhnlich. Außergewöhnlich war auch die Vorstellung, in einem der fast einhundert Bürohochhäusern der Frankfurter Innenstadt ein Büro für sich allein zu haben, daß sich in einem Geschoß mit einer höheren Nummerierung als sein Alter befand. Er hatte die feste Absicht, es bis ganz nach oben zu schaffen - erst kurz vor der Rente wollte David sein eigenes Alter die Etagennummer seines Büros überwinden lassen.
Und bis zu jenem Morgen hatte er felsenfest daran geglaubt, daß es für nichts und niemanden eine andere Art zu leben geben könne. Daß da draußen alle voller Neid auf die Früchte von Davids harter Arbeit schauten, zu ihm aufblickten, wenn sich die Folgen seiner Entscheidungen in der bundesdeutschen Realität manifestierten. Dieser sein Weg durchs Leben, einzig und allein der eigenen Karriere verpflichtet, war die wirkliche Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Wenn es etwas gab, von dem David felsenfest überzeugt war - das Fundament des Hauses seines Lebens sozusagen-, dann waren es diese zwei Dinge: Geld bestimmt die Welt. Vorwärtskommen ist alles.
Da stand er also an diesem Morgen an einer Ampel im Frankfurter Bankenviertel. Es war kurz nach halb acht, und um ihn herum standen mehr als dreißig ihrer bedeutsamen Arbeit zustrebende Entscheidungsträger. Er sah um sich herum dreißig teure, faltenfreie Anzüge, dreißig hervorragend auf die jeweilige Hemdfarbe abgestimmte Seidenschlipse und dreißig spiegelblank polierte Herrenschuhe, deren quietschender Ledersohlenchor vor einigen Sekunden still geworden war. Die Ampel hatte auf rot geschaltet und den Vorwärtsdrang einer ganzen Brigade von Wirtschaftsbossen - wenn auch nur vorübergehend - zum Erliegen gebracht. Das alleine war eine Erfahrung, die der hier an dieser Straßenkreuzung zufällig versammelte Teil der Finanzelite Europas nicht oft machen mußte. Stillstand statt ungebremster, rücksichtsloser Dynamik war nichts, woran sich diese Herren und vor allem David gewöhnen konnten. Mal ganz davon abgesehen, daß sie es nicht wollten.
Eine weitere Erfahrung, die er sicher nicht machen wollte, stand David kurz bevor. Von irgendwoher aus dem Geflecht der Straßen, die sich wie Ameisenpfade zwischen den Hochhäusern wanden, war lauter Gesang zu hören. Die ohrenbetäubenden Geräusche kamen näher, bis neben der Ampel ein Fahrrad anhielt. Auf ihm saß ein junger Mann mit nacktem Oberkörper. Wild gestikulierend stieß er Sangesfetzen hervor und röchelte die Melodien dazu. Von Zeit zu Zeit schrie er wild auf, spuckte in hoher Tonlage einzelne Wörter hervor und fiel dann in sein allgemeines Summ-Röcheln zurück. Seine roten Augen, die wild hin und her zuckten, ohne dabei wirklich zu fokussieren, zeugten von häufigen Kollisionen des Radfahrers mit den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes.
Ein Handy fing an zu klingeln. Erst nach einiger Zeit bemerkte der Sänger, daß es sein eigenes Gerät war und fing an, in den Taschen seiner knielangen Hose danach zu suchen. Als er es fand, schrie er hinein: "Entschuldigen Sie bitte, ich stecke hier mitten in einer Aufnahme." Anschließend ließ er das Handy wieder in seiner Hose verschwinden und fuhr unbekümmert fort, vor sich hin zu brüllen. Als die Ampel umschaltete, setzte er sein Rad in Bewegung und verschwand. Einfach so. Sein melodisches Gebrülle war noch zu hören, als man ihn schon lange nicht mehr sehen konnte. David schien es, als ob ihn das Geräusch von nun an immer verfolgen würde.
Er blieb stehen. Neunundzwanzig Krawatten und Anzüge setzten sich in Bewegung, neunundzwanzig Ledersohlenpaare nahmen ihren quietschenden Chor wieder auf. Nur eines blieb stehen. Für lange Zeit. Wie lange er da stand, wußte er später nicht mehr. Er war schließlich nach Hause gegangen, hatte sich krank gemeldet und einen riesigen Espresso aufgesetzt. Welchen Sinn hatte sein Leben, wenn eine Null - ein Nichts - wie dieser Fahrradfahrer es nicht respektierte, ja nicht einmal bemerkte?
Am nördlichsten Zipfel der Mecklenburger Landmasse, nur einen Steinwurf südlich Rügens und durch den nach Deutschlands größter Insel benannten Damm mit ihr wie durch einen Nabel verbunden, liegt die altehrwürdige Hansestadt Stralsund. Umgeben von kleinen Dörfern, verkrüppelten Kiefern und schwerem, goldgelbem Weizen, stemmt sich das Städtchen dem Wind und den stetig an die Strände schwappenden Wellen des Baltischen Meeres seit Jahrhunderten entgegen und wird sich darin, Gott behüte, auch weiterhin behaupten.
Mit den anderen Stadtteilen durch schmale Überreste von verbliebenem Land verbunden, und somit an nahezu allen Seiten durch Wasser umgeben, schlägt das Herz der stolzen Gemeinde in der historischen Altstadt. Hier ist Backstein der Stoff, aus dem die Träume gemacht sind. Körperwarm türmt er sich drei- bis viermal so hoch wie der längste der vielen Menschen, die sich durch die winkligen Gassen drängen wie Blutkörperchen durch die Venen des menschlichen Körpers. Hier und da kommt es zu Verstopfungen, bevor sich der Puls der Stadt auf den Marktplätzen oder unter den schattenspendenden Ästen der baumreichen Parkanlagen beruhigt, um nur kurze Zeit später weiter durch die Adern der Stadt zu strömen.
Wer sich vom Trubel abwendet und in östlicher Richtung, dicht am Wasser entlang, in Richtung der Hansestadt Greifswald auf den Weg macht, erreicht nach einem kräftigen Fußmarsch, ausreichend zum Bilden eines den Rücken herab rinnenden Schweißstromes, den Ortsteil Devin. Viel ist nicht bekannt über die Entstehung dieser ruhigen Ansammlung von Häusern an der nach dem Orte benannten Bucht. Erstmals erwähnt 1273, wurde das Dorf Devin 1321 vom Fürsten Witzlaw der Stadt Stralsund übergeben, zusammen mit einigen weiteren Dörfern der nähreren und ferneren Umgebung. Dann geschah für einige Hundert Jahre nichts Aufregendes. Kinder wurden zur Welt gebracht, Wellen schwappten an den Strand und der Wind zerzauste Tag für Tag die krüppeligen Kiefern der Umgebung. Erst im 17. Jahrhundert schenkten die Geschichtsschreiber dem Ort weitere Aufmerksamkeit. Anlaß war der Kauf des Dorfes durch das Kloster zum Heiligen Geist.
Dessen einträglichste Quelle von Einnahmen wurde der Park und das darin befindliche Tannencamp. Mit dem den Mecklenburgern eigenen Elan geht man nun ans Werk - keine zweihundert Jahre später wird ein Parkwächter angestellt, und prompt, nicht mal vierundzwanzig Monate danach, ein Parkwächterhaus gebaut. Von Stralsund und noch weiter her strömen seitdem Besucher heran, um sich an den sanft geschwungenen Hängen in die Schatten der riesigen Buchen zu setzen und den Blick über die liebliche Bucht bis hin zu der am Horizont zu sehenden Silhouette der Häuser von Kaufmännern der einstmals so mächtigen Hanse streifen zu lassen.
Es folgte, was folgen mußte. Kriege zogen übers Land, Imperien entstanden und gingen ebenso schnell wieder unter. Nebenher zerfielen Haus und Park. Erst vor einigen Jahren nahm man sich des ansonsten traumhaft schönen Gefildes an, sanierte es von Grund auf und betreibt es seitdem als Gasthaus mit dem Namen Kurhaus Devin.
Ebendort hatte ich die Gnade, eine Nacht verweilen zu dürfen. Ich kann es wärmstens empfehlen.
Von verschiedenen Seiten waren des gestrigen Beitrags wegen Fragen und Anmerkungen vernehmbar, die den Wahrheitsgehalt und Realitätsbezug desselbigen zum Mittelpunkt nahmen. Ob das Beschriebene der Wahrheit entspräche, ob ich mir über die Konsequenzen im Klaren sei, so lauteten die Fragestellungen.
Wenn die Stoßrichtung dieser Vorwürfe also dahingeht, zu hinterfragen, ob ich im Denkpass das unmittelbar Erlebte widergebe, sozusagen eine Sichtweise der Realität vortrage, wie sie von meinem Standpunkt aus wahrgenommen werden kann, so lautet die Antwort natürlich vielleicht.
Es sei an dieser Stelle gelobt: Mit größtmöglicher Sorgfalt - und Rücksichtnahme auf die Personen in meiner Umgebung - werde ich auch weiterhin versuchen, dem geneigten Leser die Augen für einen ungetrübten Blick in die Trostlosigkeit des bundesdeutschen Einheitsbreis zu öffnen. Aber: Wie bei jedem Schlachtfest fliegen auch hier die Fetzen, Freunde. Und landen manchmal mitten unter uns.
In der Tat. Oder wie man es mit huldigendem Verweis auf den großen Hunter S. Thompson formulieren könnte:
Res ipsa loquitur. Let the good times roll.
Sie hatten ihn schonend darauf hingewiesen, daß auf der in Paris stattfindenden Weihnachtsfeier todesverachtende Nehmerqualitäten gefragt seien. Da drücke die Geschäftsleitung alle Augen zu, die Sau raus zu lassen sei ausdrücklich ans Herz gelegt. Er hatte es, als Neuanstellung, nicht glauben wollen.
Dies sollte sich ändern, als die Ankündigung einer Grundsteinlegung für ein benachbartes Unternehmen ins Haus flatterte. Diese war an einem Wochentag auf Punkt zwölf Uhr terminisiert. Eine erste Bemerkung seinerseits, die noch versuchte, den Termin ins Lächerliche zu ziehen, zielte zur Einhaltung des Tagespensums auf einen punktuellen Arbeitsbeginn um 2:00 Uhr nachts ab.
Sein Vorschlag wurde sofort Gegenstand allgemeiner Erörterungen. Weitergehende Erläuterungen von einem Mitglied der Geschäftsleitung allerdings erhoben die im Anschluß an die Grundsteinlegung übliche Verköstigung zur Leistungsabnahme mit Hinblick auf die Pariser Weihnachtsfeier. Defiziten im Umgang mit Betäubungsmitteln und alkoholhaltigen Getränken könnte so frühzeitig durch Anpassung des Trainingspensums entgegen gewirkt werden.
Ziel sei es, so die unternehmensinterne Direktive für die Grundsteinlegung, bereits um 16:00 Uhr problemlos einen Alkoholpegel von 5,0 Promille nachweisen zu können. Profis könnten ihren Leistungsstand durch die Fortsetzung des eingeschlagenen Tempos bis zum Sonnenuntergang eindeutig untermauern. Wonach man, so der Tenor der Anwesenden, schauen könne, was man mit dem angebrochenen Nachmittag so anstellen wolle.
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