Am Rande bemerkt, nahm der Denkpass gestern vor einem halben Jahr seine Arbeit auf. Köstlich, wie wenig es damals zu sagen gab.
"Diesmal hast Du zuviel genommen!", dachte er bei sich. Sein Hemd war vom Schweiß durchtränkt, trotz des sanften Windes, und er klammerte sich an irgend etwas fest. "Das kann gar nicht gutgehen."
Er stöhnte etwas, wegen der wiederholten unsanften Stöße seines Sitzes. "Ich muß das jetzt knallhart durchziehen."
Seit mehr als einer halben Stunden bemühte er sich krampfhaft, wenigstens eines seiner Augen auf die Umgebung scharf gestellt zu bekommen. Er hatte genug Drogen zu sich genommen, um ein tollwütiges Walroß eine Woche schlafen zu legen. Das war vor mehr als zehn Stunden gewesen. Seitdem, so glaubte er zu wissen, hatte sich einiges zugetragen. Die Erde hatte sich auf ihrer ewigen Jagd um die Sonne um einige entscheidende Grad gedreht, der Morgen war aus der Kühle der Nacht empor gestiegen und irgendwo mittendrin hatte er den Überblick verloren.
Als er wieder etwas sehen konnte, saß er in einem Golfcar, das mit übelerregender Leichtigkeit auf einen lieblichen Teich zuschoß. Er riß den Lenker herum und lachte laut auf, bevor er das Golfcar knietief in einen Sandbunker rammte. Der Motor heulte laut, bis er den Schlüssel fand und umdrehte. Dann herrschte Stille.
"Heilige Mutter Gottes!", schrie er über den See, "Wat hab´ ick uff ´nem Golfplatz verloren?"
Als die anderen ihn fanden, saß er im Bunker und blickte auf das Wasser. Er schnipste eine Zigarette weg und stand umständlich auf. Während er sich den Sand von den Hosenbeinen streifte, bemerkte er ihre fragenden Blicke. Zum Golfcar rüberschauend, sagte er: "Jemand hat uff mich jeschossen. Det schwör ick."
Er zwinkerte mit den Augen, hing sich die Tasche mit den Schlägern um und wandte sich zum Gehen.
"Det neue 9er Eisen is scheiße, sach ick dir."
"Lass uns wat saufen fahren."
... is what I am. Having completed another astonishing baseball research over there at my friend Mike´s site I may say so, I guess. Go over, read, enjoy, come back and call me names! It´s an order.
What´s a bit disturbing. however, is the fact that I think dear Mike is having fun with my name. First it was Gross Anatomy and now its Gross American Product. Ha! This might just be a coincidence.
Hmm. Irgendwelche oberfiesen Bloggerkollegen lesen diesen Quatsch hier beim Denkpass wirklich, folgen den Links und investigieren so vor sich hin, bis sie meinen Namen finden. Und um dem Fass die Krone aufzusetzen, linken sie dann anstelle mit dem Blognamen lieber mit dem Bloggernamen.
Schon mal was von Corporate Identity gehört, ihr Sherlock Holmes´e? Wo kommen wir denn da hin, wenn hier jeder einfach so vor sich hin bloggrollt? Hier herrscht Zucht und Ordnung, hier wird gemacht, was Papa sagt!
Naja, egal. Macht mal schön weiter so, Freunde. Is´ja eine Demokratie, hör ich Euch sagen. Alles klar. Werdet schon sehen, was ihr davon habt. Demokratie? Phhhht.
Da gibt es also jemanden, dessen Blog sich den geistigen Auswurf der BILD-Zeitung zum Inhalt nimmt. Den Hinweis darauf verdanken wir dem Artikel 20-Blog, einem der feineren Politblogs in hiesigen Gefilden (das sich nichtsdestotrotz bislang standhaft weigert, auf den Denkpass zurück zu linken - pfui!).
Weil die Idee so faszinierend ist, der BILD-Zeitung auf ihre plumpen Finger zu schauen, und weil sich Blogs für genau diese Aufgabe so hervorragend eignen, weil aber auch die Leute hinter dem BILD-Blog ihr Handwerk ganz hervorragend ausüben, erzeugt das natürlich einen gewissen Rummel. Immerhin gab es schon Interviews. Da weisen die BILD-Blogger auch auf den eigentlichen Grund für ihre Anstrengungen hin:
"[..]Wir glauben dagegen, dass man die "Bild"-Zeitung ernst nehmen sollte."Dem kann man nur zustimmen. Immerhin ist die BILD-Zeitung eines der auflagenstärksten Blätter Deutschlands. Und ein weiterer Umstand sollte uns zu denken geben: BILD-Leser lesen ihr Blatt in den meisten Fällen vollständig durch. Welche Tageszeitung kann das schon von ihren Lesern behaupten?
Das Projekt macht also Sinn. Regelmäßige Lektüre kann empfohlen werden, deswegen wirds das BILD-Blog in die Tägliche Lesung schaffen. Eine Frage bleibt aber offen:
Wenn die Herren sich täglich über die BILD-Zeitung äußern, heißt das etwa, die lesen die?
YO!
Soeben die achte Papiergranate in Folge versenkt. Das fällt mittlerweile schon den Kollegen auf, die mich ehrfürchtig mit Michael Jordans Vornamen anreden. Ja, ja.
Oder wollen die sich bloß lustig machen? Denen werd ich´s zeigen! Ich werde immer mehr Papier zerknüllen und immer nur noch treffen. Von Michael lernen heisst treffen lernen!
Here is what Jimmy Carter had to say about the State of the Nation when he spoke yesterday at the Democratic Convention 2004:
First, we cannot enhance our own security if we place in jeopardy what is most precious to us, namely, the centrality of human rights in our daily lives and in global affairs.And its the last sentence that every politician around the world should always remember: We cannot lead if our leaders mislead. So if our great country - every country - goes down the drain, its most probably because those fellows at the top didn´t do their job properly.Second, we cannot maintain our historic self-confidence as a people if we generate public panic.
Third, we cannot do our duty as citizens and patriots if we pursue an agenda that polarizes and divides our country.
Next, we cannot be true to ourselves if we mistreat others.
And finally, in the world at large we cannot lead if our leaders mislead.
Because you can only lead by example. But if what you stand for is lies, wrath, war, hate and arrogance, no one will dare to follow you. And you cannot lead without anyone following. Thats how easy it is. And at the same time, thats how tough it is.
Wie verhält sich ein Politiker, wenn er sich unangenehmen Fragen ausgesetzt sieht? In jedem Rhetorikkurs lernt man, in diesem Fall den Sachverhalt entweder zu ignorieren, sofort einen Gegenangriff zu starten, alles zu leugnen oder aber auf ein anderes Thema auszuweichen. Politiker wissen das, die besuchen Rhetorikseminare oder leisten sich gar einen persönlichen Diskutier-Coach. Vielleicht haben sie aber auch die Landesmeisterschaft im Debattierklub gewonnen, als sie noch - denn es gibt auch Politiker, die mal jung waren - die gymnasiale Schulbank drückten.
Jedenfalls reichen ihnen diese vier Taktiken, um heiklen Situationen in deutschen Talk Shows aus dem Weg zu gehen. Selten, daß da mal was anbrennt. Talk Show-Stars wie Sabine Christiansen kassieren zwar bis zu 30.000 Euro pro Sendung, lassen sich aber regelmäßig von den Politprofis einseifen, wenn es darum geht, bei Antworten nachzuhaken. Zu schnell folgen sie den geschickt ausgestreuten Ködern, die das Publikum und die Talk Master auf eine andere, weniger heikle Fährte locken sollen.
Nur einer liess den Politikern ihr Spiel nicht durchgehen, nahm ihren rhetorischen Waffen die Schärfe, machte die Jäger zu Gejagten und schwang sich selber zum unbarmherzigen Richter auf. Michel Friedman, selber rhetorisch hochbegabt und unnachahmlich eloquent, hakte nach bei Ausweichmanövern und fuhr dazwischen, wenn sich seine Gäste zu weit vom eigentlichen Thema entfernen wollten. Die lange siegreiche Taktik, auf Fragen zu reagieren, indem man "nur schnell noch" auf andere Sache hinweisen wollte, über die man dann so lange redete, bis auch der letzte unter den Anwesenden nicht mehr folgen konnte, wollte bundesdeutschen Politikern bei Michel Friedman nicht gelingen.
Und mit seiner unnachgiebigen Weise, unangenehme Fragen zu besprechen, mit seiner gewichsten, überlegenen Art drehte er den Spieß - für viele Politiker wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem Leben - um. Lockte sie aus ihrer rhetorischen Deckung einstudierter Redewendungen und gesprächstaktischer Manöver und führte sie aufs freie Feld. Entledigte sie dort ihrer parteipolitischen Panzerungen, stellte sie bloß vor den Augen des Publikums und versetzte ihnen dann den Todesstoß. Gregor Gysi, wahrhaft ein Mann, der in Talk Shows glänzen kann, war sichtbar froh, daß seine Sendung auf der roten Couch keine fünf Minuten länger ging. Andere, weniger begabte Rhetoriker hatten da nicht so viel Glück und wurden vor laufender Kamera seziert.
Doch das Ende kam schneller als erwartet. Wer sein Geld damit verdient, andere Leute öffentlich vorzuführen, muß sich bei jedem Schritt der wachsamen Augen gewiß sein, die ihm überall hin folgen werden. Zu viele Feinde, zu viele Neider schaffte sich Michel Friedman mit seinem herablassendem Lächeln, den schmierigen Haaren und seinen halb geöffneten Augenlidern, als daß er sich selber allzuviele Fehler leisten könnte. Und was hat er schon angestellt? Gesteigert durch Substanzen eine Talkshow im vertrauten Kreise veranstaltet, bei der man letztendlich auch Hand anlegen durfte. Verwunderlich nur, daß jemand von seiner Intelligenz sich nicht im Klaren darüber war, wie nah er dem Feuer ständig kam, als er damit spielte. Und so verpuffte Deutschlands einziger Talk Master und mit ihm die einzig sehenswerte deutsche Talk Show.
Aber das Warten hat ein Ende. Nach den ersten Schritten im Pay-TV wird es ab Oktober auf N24 wieder Albträume für deutsche Politiker geben. Und der Denkpass freut sich.
So, um das mal klarzustellen:
• ein Dreier ist es, wenn ich von meiner Bürotür aus das zusammengeknüllte Papier in den Papierkorb im Gang versenke
• ein Zweier ist es, wenn ich dabei im Gang stehe
• Nachgreifen zählt nicht.
Andere Dreier machen wir hier im Büro (noch) nicht.
Kaltblütig und unerschütterlich, wie ich nun mal bin, habe ich heute bereits meinen dritten Dreier einjekloppt. Super! Was bin ich doch bloß für ein cooler Homi.
Warum ich letztendlich an jenem Morgen dieses Restaurant ausgesucht hatte, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Zum Frühstücken nach einer langen Reihe von exzessiven Feiern und durchwachten Nächten gibt es in einer Stadt wie Berlin bessere Möglichkeiten und auch billigere Lokale. Und es gibt bessere und billigere Orte. Immerhin, hier am Potsdamer Platz, nicht weit vom Machtzentrum der Republik entfernt, hatten die Kellnerinnen prächtige Titten, waren gepflegt und hatten allgemein das Etwas an sich, das man Klasse nennt.
Der Typ drei Tische weiter bekam von diesen bahnbrechenden Beobachtungen nicht das Geringste mit. Offensichtlich bekam er überhaupt nicht viel mit, denn er hatte zu tun. Er aß. Den Salat in sich reinschlingend, daß man sein Geschmatze in der Betriebsamkeit einer Stahlgießerei nicht überhören hätte können, krümelte er mit seinen Croissants nicht nur seinen Tisch, sondern auch die nähere Umgebung gleichmäßig zu. Die Orangenschalen ließ er, nachdem er das Fruchtfleisch mit seinen Zähnen gierig herunter gerissen hatte, unbekümmert auf den Boden fallen. Cola und Tee verschüttete er mit zittrigen Händen auf Tischplatte und Anzug. Er schien sich dabei aber wirklich wohl zu fühlen. Denn er kicherte eigentlich ständig vor sich hin.
Eine ganze Weile später begann ich mich zu erkennen. Da saß gar kein Typ - da stand die ganze Zeit ein Spiegel. Letzten Endes war die Wahl des Restaurants also doch gut gewesen. Es war immerhin so anonym, daß ich mich für eine gewisse Zeit vor mir selber versteckt habe.
Und wo gibt es das schon? Wo braucht man Orte, in die man sich zurück ziehen, in denen man sich verstecken kann, dringender als in einem Regierungsviertel? Zumal vor sich selber ...
Douglas Adams hat dem Teil der Menschheit, den es interessiert, eines der wohl unterhaltsamsten Bücher der Geschichte überlassen. The Hitchhikers Guide to the Galaxy (für Leser, die es in deutscher Übersetzung bevorzugen: Per Anhalter durch die Galaxis) und seine vier Folgebände dürfen für sich zumindest in Anspruch nehmen, absolut einzigartig zu sein. Adams spezieller Humor hat zu einer fanatischen Leserschar geführt, und dies wiederum dazu, daß sich Hollywood drei Jahre nach dem Tod des Autors an eine Verfilmung des ersten Teils wagt.
Wie dem auch sei, in einem der Bände mit höherer Nummerierung stößt Arthur Dent, einer der wenigen Menschen in der Handlung, auf einen Mann mit speziellen Fähigkeiten. Übrigens einen der wenigen anderen Menschen in der ansonsten die Weiten des Weltalls umspannenden Handlung. Seine Bekanntschaft, der Regenmann, hat das traurige Los gezogen, Zeit seines Lebens von Regen begleitet zu werden. Als sich die beiden kennenlernen, ist der Regenmann ein mürrischer Lastwagenfahrer, der Arthur erzählt, er kenne über 300 verschiedene Regenarten. So wie die Eskimos an die 120 verschiedene Wörter für Schnee verwenden, müsse er die verschiedenen Arten des Regens unterscheiden können, so weist er hin.
In einem späteren Teil taucht der Regenmann wieder auf. Da scheint er glücklicher zu sein. Wirtschaftlich erfolgreicher ist er allemal. Denn er lässt sich von Trockengebieten dafür bezahlen, daß er sie besucht und ihnen Regen bringt. Und er lässt sich von Erholungsgebieten in nah und fern dafür bezahlen, daß er ihnen fernbleibt. Manchmal lässt er sich sicherlich auch von konkurrierenden Touristengegenden bezahlen, eben der Konkurrenz den Sommer zu verregnen. Und wiederum manchmal wird er selber zahlen müssen. Zum Beispiel, wenn er eine Wurst essen will. Oder wenn er ein öffentliches Verkehrsmittel oder eine öffentliche Toilette benutzt. Oder beides. Aber wir schweifen ab.
Was mir im Zusammenhang mit dem Berliner Sommer 2004 auffält, ist die Tatsache, daß Deutschlands Haushaltskasse so leer ist, daß unsere Regierung den Regenmann anscheinend nicht dafür bezahlen kann, daß er bleibt, wo der Pfeffer wächst. Das wiederum bedeutet zweierlei.
Das dreckige Schwein rennt hier irgendwo rum. Es regnet täglich.
Mit dem Taxi fährt jeder Mal. Manch einer öfter, manch einer weniger oft. Und manch einer nur, wenn er
• zu einem der drei Berliner Flughäfen will und viel Gepäck bei sich führt
• wenn er einen gesunden Schlaf hat und mit den öffentlichen Verkehrsmittel einen wichtigen Zug nicht mehr erreichen würde
• total besoffen und bekifft keine unnötigen Wagnisse auf sich nehmen möchte
• sich nicht anders zu helfen weiß, wenn er angesoffene Discobekanntschaften unauffällig in die Nähe der eigenen Sportmatratze bugsieren möchte
Nun hört man, daß die Taxifahrer ihre wertvolle Kundschaft hintergehen, indem sie ihnen die übliche Taxe fürs Umherfahren berechnen, aber nicht alle Einnahmen versteuern. Allein dem Land Berlin gehen so im Jahr an die 50 Millionen € flöten. Der Denkpass möchte gleich darauf hinweisen, daß sich also auch Taxifahrer nur so benehmen wie der Rest der Gesellschaft auch:
Jedem das Seine, mir das meiste.Wir wollen uns die Zahlen trotzdem einmal anschauen. In der Bundeshauptstadt fahren 12.000 Taxifahrer etwa 6.500 Taxen umher. Durchschnittlich macht eine Taxe 3.000 € Umsatz im Monat. Somit geht die folgende Geldmenge durch die Hände der Berliner Taxifahrer:
6.500 • 3.000 € • 12 Monate = 234.000.000 €Gehen wir mal von einem durchschnittlichen Steuersatz von 40 Prozent aus, so erarbeitet die Berliner Taxiflotte 93.600.000 € für den Fiskus. Im Rahmen des vertikalen Finanzausgleichs zwischen Bund und Ländern landen ungefähr 45 Prozent der für Taxifahrer relevanten Steuern beim Land. Von den oben errechneten 93,6 Mio. € wandern also knapp 42.120.000 € in die Kassen der Bundeshauptstadt.
So weit, so gut. Wir haben hier ja die Zahlen verwendet, die uns vom rbb zur Verfügung gestellt wurden. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind das Zahlen, die der im Artikel erwähnte Vorsitzende der Berliner Taxi-Vereinigung Matthias Bornschein präsentiert hat. Die Umsatzzahlen, die genannt wurden, können also bereits die 70 Prozent der Rechnungen enthalten, bei denen man von Manipulationen ausgeht. Mit anderen Worten, wir haben hier die durch Hinterziehung geminderten Steuern errechnet.
Das würde dann aber heißen, daß sich unter Berlins Taxifahrern einiges an krimineller Energie aufgestaut hat. Denn wenn man von 50 Millionen € hinterzogenen Steuern spricht, wir aber nur 42 Millionen € gezahlte Steuern errechnen können, heißt das, daß Berlins Taxifahrer weniger als die Hälfte ihres Umsatzes ordnungsgemäß versteuern. Wenn man aber 70 Prozent der Rechnungen so manipulieren will, daß 55 Prozent des Umsatzes verschwinden, muß man sie auf 20 Prozent ihres eigentlichen Wertes mindern:
30 % voll + 70 % • 0,2 = 45 % UmsatzUnd das ist wirklich viel. Entweder stimmen hier die Zahlen nicht, oder die Taxifahrer der Hauptstadt sind zu großen Teilen eine ruchlose Bande von Schwerverbrechern.
Und die Lösung? Die wäre ganz einfach. Jedes Taxi fährt jährlich einmal zum TÜV. Da werden die Taxometer geeicht, damit nämlich Fahrgäste keine durch Manipulation überhöhten Fahrpreise zahlen. Und bei der Gelegenheit könnte man die Taxometerdaten auslesen und analysieren. Die speichern nämlich alle Vorgänge ab. So würde man Steuerhinterziehung nicht unmöglich machen, aber immerhin erschweren.
Aber soweit sind wir noch lange nicht. Warum auch? Berlin hat´s ja dicke. Hier der Schuldenstand in Milliarden €:

Ich habe Hildegard Knef gerade eben von hinten geleckt. Wirklich.
War zwar nur eine Briefmarke, aber vor vier, fünf Jahrzehnten hättet ihr alle mit der Zunge geschnalzt. Könnt ihr glauben.
Dem Land geht es schlecht. Steigende Arbeitslosenzahlen, eine ratlose Regierung und kein Ende dieser ausgedehnten Konjunkturdelle in Sicht. Selbst was den Sport betrifft, befindet sich die Nation eindeutig auf dem Rückmarsch. Bundesverbraucherministerin Renate Künast beschwert sich über schwabbelige Teenis mit zuviel Kaufkraft, Jan Ullrich greift nur noch selten an und wird dann trotzdem bloß Dritter und zur Olympiade fahren unsere Ahtleten auch bloß als Statisten. Und beim Fußball? Beim Fußball waren wir doch schon immer wer...
Ja, waren. Seit Nur-ein-Rudi-Völler seinen Graubart vom grausigen Gekicke unserer Nationalmannschaft abgewandt hat, steht es auch da nicht mehr zum Besten. Nicht, daß es vorher gut aussah - Rudi wußte schon, warum er keine Lust mehr hatte. Seit Jahren fehlte der deutschen Nationalmannschaft das entscheidende Quentchen Glück. Ob das nun bei der fehlenden Einsatzbereitschaft, zu vielen ausländischen Bundesligaprofis oder einer mangelnden taktischen Schulung unseres Fußballnachwuchses seinen Ursprung nahm, spielt keine Rolle mehr. Denn besagtes Glück will auch der eigens eingesetzten Trainerfindungskommission nicht über den Weg laufen.
Ottmar Hitzfeld sagt ab, Rehhagels Otto lässt sich mit Euromillionen und einem olympischen Fackellauf bestechen und alle anderen ziehen den Schwanz ein. Zu guter Letzt taucht Loddar auf und spielt sein altbekanntes Spiel: Keiner fragt und Lothar antwortet. Nun müssen ausländische Trainer ran, doch auch die zögern, stellen sich dumm oder sagen ab.
Dabei gäbe es doch eine Lösung, die man fast schon akzeptiert hatte und die trotzdem nicht konsequent zu Ende gedacht wurde. Und sie führt über Gütersloh und Dortmund in Fußballdeutschlands heimliche Hauptstadt: München.
Für einen kurzen Moment, als es den Mitgliedern der Trainerfindungskommission so vorkam, daß Ottmar Hitzfeld vielleicht nur etwas Zeit für sich und seine Familie bräuchte, war man drauf und dran, seinen Assistenten Michael Henke als Interimscoach zu installieren. Und zwar solange, wie Ottmar Hitzfeld brauchen würde für all die Sachen, für die man so Zeit braucht in seinem Leben. Nur Ottmar hat sich nicht überrumpeln lassen und diesen Kuhhandel sofort glatt gestellt. Sein Nein sei endgültig, so erklärte er aufgebracht.
Und alle taten die ganze Idee sogleich als Hirngespinst ab und suchten fleißig weiter nach einem Mann, der unser Team in zwei Jahren zum Weltmeister formen soll. Dabei ist Michael Henke doch mehr als nur eine Interimslösung. Der 47-Jährige ist seit vielen Jahren Co-Trainer bei den erfolgreichsten Klubs der Bundesliga. Er konnte dabei dem Wunschkandidaten Gerhard Mayer-Vorfelders, der Trainerfindungskommission und ganz Deutschlands, Ottmar Hitzfeld, seit 13 Jahren über die Schultern schauen. Zusammen gewannen sie zweimal die Champions League und den Weltpokal, wurden fünfmal Deutscher Meister und gewannen den DFB-Pokal, den Ligapokal und den Supercup.
Sie bildeten das erfolgreichste Trainerduo in der Geschichte des deutschen Fußballs. Aber irgendwann wird es Zeit für Michael Henke, sein gewonnenes Wissen und seine gesammelten Erfahrungen alleine anzuwenden. Warum nicht jetzt? Warum nicht als Trainer der deutschen Nationalmannschaft?
Im Gegensatz zu vielen anderen stünde er obendrein sofort zur Verfügung.
Schnell! Hat jemand mal ein Taschentuch?
Sonst heult sich hier noch einer die Augen aus. Warum?
Weil seine lieben Kumpels, die unschuldigen Webmaster der CDU-Ortsverbände - immerhin einer recht finanzkräftigen Partei mit Bundesratsmehrheit - von den bösen Demagogen des linken Hetzblatts Spiegels dabei erwischt wurden, wie sie geistlos Vorlagen kopierten. Der Denkpass berichtete.
Und der gute Marius Köhnke, seines Zeichens christlich-demokratischer Vorlagenguru, wetzt nun rachelüstern seine Klinge. Und versucht uns mit seinem Eddie-Murphy-Vergleich behutsam-ironisch darauf hinzuweisen, daß der Spiegel einen Fehler gemacht hat. Man hat dort nämlich auf die Seite verlinkt, wo der liebe Marius seine Vorlagen zur Verfügung gestellt hat. Kein Wunder also, daß es dort von Referenzen auf die virtuelle Elke Mustermann nur so wimmelt.
Aber was ist mit den anderen Links? Denen, die auf die Seiten richtiger Ortsverbände zielen? Die krampfhaft ausgebessert werden, aber im Google-Cache noch zu finden sind?
Da hätte der gute Marius, bevor er seine kostbare Lebensenergie mit dem Ausleben seiner komischen Ader verheizt, seinen Webmasterkumpels doch einen Erläuterungstext schreiben sollen. Reichlich verlinken und lustig schreiben kann er ja.
Und überflüssige Bildchen völlig zusammenhanglos einfügen kann er auch. So wie der Denkpass:

Wie Dr. Bittner von der Zeit vor fast einem halben Jahr geschrieben hat, sucht der britische Geheimdienst MI5 um die 1000 neue Agenten. Weil die Voraussetzungen für den Job nicht allzu schwer waren:
- Die Fähigkeit, "to blend in", sich also in fremder Umgebung unauffällig zu bewegen
- Die Fähigkeit, auch während Ruhephasen aufmerksam zu bleiben
- Die Fähigkeit, mit häufigen Unterbrechungen umzugehen
- Die britische Staatsangehörigkeit beziehungsweise Sozialisation mit engen Bezügen zum Vereinigten Königreich
scheint man eine Menge neuer Leute von der Straße weg angestellt zu haben.
Seitdem die Vorwürfe gegen John Blair, daß er die Informationslage rund um den Irak zynisch manipuliert habe, Gegenstand einer Untersuchung einer eigens eingesetzten Regierungskommission waren, besteht man beim britischen Geheimdienst auf einer öffentlichen Vereidigungszeremonie. Dabei müssen die neuen Mitglieder des MI5 schwören, immer artig zu sein, schön die Wahrheit zu sagen und nie in der Nase zu bohren. Jedenfalls nicht öffentlich.
Nachdem sie alle geschworen haben, was das Zeug hält, schwirren da nun also 1000 frisch gebackene Geheimdienstagenten umher. Weil alles so schnell ging, und die notorisch unterfinanzierte Regierung mit der Anmietung und Einrichtung von Büromöbeln nicht hinterherkommt, weil aber auch die Agenten sich sowieso tüchtig in-blenden - also in fremder Umgebung unauffällig bewegen - sollen, haben die meisten ihr Agentenbüro auf der Straße eingerichtet.
Wen wundert es da, daß auch die Dokumente auf der Straße gelagert werden. So fand ein Geschäftsmann ein streng vertrauliches Anti-Terror-Dossier am Straßenrand in der Nähe des Flughafens London-Heathrow. Und Scotland Yard untersucht nun, wie das Papier auf die Straße und somit in die Hände des Geschäftsmannes gelangen konnte.
Spinnen die? Verhaften, die Mistsau. Stöbert der einfach in fremden Büros rum. Zumal Geheimdienstbüros.
Der Spiegel berichtet und Moe spinnt den Faden fort: Elke Mustermann spielt in der Informationspolitik der CDU eine große Rolle. Was beide nicht wissen, Elke
• ist mit Max, dem Steuerberater, verheiratet
• rechnet ihre Kinderbetreuungskosten aber als Ehepartnerin des lieben Klaus ab
• bewirbt sich als Sachbearbeiterin Vertriebscontrolling
• hat ihre Diplomarbeit am Institut für Betriebswirtschaftslehre der Uni Hohenheim vorgelegt
• kegelt gerne
• hat Probleme mit ihren Füßen
• betreibt eine spartanische Webseite (sieht aber ansonsten recht interessant aus)
• lässt sich manchmal im Memo-Feld ablegen
Bei der Vielzahl von Aktivitäten also nicht verwunderlich, daß die liebe Elke es also in so einige CDU-Kreisvorstände geschafft hat. Aber anscheinend lag das ja daran, daß die Internetexperten der CDU einfach mit ihren Mustervorlagen rumgespielt haben. Wie sagt die Internet-Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Martina Krogmann, so schön:
"Es gibt keinen spannenderen Bereich, den man derzeit mitgestalten kann, als das Internet."Wohl wahr. Wenn man bloß ein bisschen Ahnung hätte...
Der 1.FC Union Berlin war schon immer etwas Besonderes. Und auch seine Fans können für sich in Anspruch nehmen, den üblichen Rahmen zu sprengen. Immerhin sammelten sie im Juli innerhalb von wenigen Tagen 1,47 Mio. € für den Erhalt der Regionalligalizenz. Verein und Fans können sich also auf dauerhafte Bindungen verlassen.
Für Fans des 1.FC Union Berlin, die sich auch im Tode nicht von ihrem Verein trennen wollen, hält Rainer Dallmann Urne und Sarg in Rot-Weiß bereit. Die Preise rangieren von 395 € für die Urne bis zu 995 € für den Sarg und sind damit durchaus erschwinglich.
Wer also künftig nachts am Friedhof vorbeikommt, und Fußballgesänge zu hören meint, braucht sich nicht zu wundern. Es könnte sich um die Geister von verblichenen Unionern handeln.
Der Deutsche Sprach-Rat, schon vom Namen als selbsternannter Hüter der deutschen Sprachkultur im In- und Ausland erkennbar, sucht in einem Wettbewerb das liebste, schönste, kostbarste deutsche Wort. Der Denkpass in seiner Erziehungs- und Unterhaltungsfunktion kann sich da einer Stimmabgabe natürlich nicht enthalten. Und welches Wort sieht der Denkpass als lieb, schön und kostbar an?
SÜLZEDas Wort hat einfach Klang. Langsam sprechen und den Lauten lauschen: S-Ü-L-Z-E. Klingt satt. Klingt passend. Passend zu dem, was mit dem Wort allgemein bezeichnet wird:
Und es gibt eine Vielzahl von Rezepten für Sülze: Sülze vom Tafelspitz, Gemüsesülze sowie die gute, alte Schweins- oder Rindskopfsülze. Allerdings, wer gerade von der letzten ganz, ganz viel wegfuttert, sieht am Ende auch bald so aus. Ein Beispiel wäre diese junge Dame, die die Hauptzutat für ihre nächste Sülz-Diätwoche schon mal befühlt:
Aber das Wort Sülze bietet ja noch weitere Anwendungsformen, deren Bedeutung nicht minder interessant ist. So gibt es das Verb sülzen. Gemeint ist nicht die tätige Umsetzung all der tollen Rezepte. Im Rahmen von Liebe, Schönheit und Kostbarkeit denke ich mehr an ein lapidares Synonym für sprechen. Was ist mit sülzen gemeint? Zum Beispiel, wenn jemand sich bei jeder Möglichkeit negativ über die Regierung und den Zustand Deutschlands äußert. So, wie Angela Merkel das immer tut.
Und es bietet sich eine weitere Möglichkeit, die vollendete Verbindung von ausgereiftem Klang und sinnesschwerer Bedeutung rund um den Wortstamm sülz- festzustellen. Da gibt es auch noch das Wörtchen sülzig. Wie beschreibt man dessen Sinn? Der Denkpass will mal versuchen, es anhand einer kleinen Geschichte zu erklären:
Am Morgen nach der rauschenden Geburtstagsfeier der Chefin seiner Schwesterpartei wachte der bayrische Ministerpräsident in einem fremden Zimmer auf. Sein Schädel bummerte wie der Dieselmotor eines Traktors und seine Zunge fühlte sich an wie das Innere eines Tankwarthandschuhs. Er ließ die Augen durch den Raum schleifen und sah neben seinen eigenen Sachen auch die einer Frau auf dem Boden, den Stühlen und dem Schreibtisch liegen.Das erinnert den Denkpass natürlich noch an etwas anderes: Die liebe Angela hatte ja gestern wirklich Geburtstag! Zusammen mit dem lieben Edi - aber nicht in dessen persönlicher, ja zutiefst intimen Art und Weise - gibt es auch von dieser Seite die herzlichsten Glückwünsche. Auf ein weiterhin so fröhliches und fruchtbares Mit- und Gegeneinander!Zu seiner Rechten regte sich etwas. Eigentlich spielte sich sein ganzes Leben auf der rechten Seite ab. Jedenfalls bemerkte er dort den schlafenden Körper einer Frau. Entsetzt fuhr er sich durch die schütteren Haare. Er versuchte er sich zu erinnern, was sich gestern nach der Geburtstagsfeier der CDU-Chefin womöglich ereignet haben könne.
Eine der Sekretärinnen vielleicht? Nein. Der Schreck fuhr im in die Glieder und er stöhnte auf. Womöglich eine von der Presse? Er setzte sich auf. In den Körper neben ihm kam Bewegung. Sie drehte sich um, blinzelte ihn an und legte den Kopf auf seinen Oberschenkel. Sich mit ihrem Finger Löckchen in den Haaren drehend, lächelte sie ihn an.
"Hallo, Edmund.", sagte Angela Merkel sanft.
"Öhmmm, hallo.", räusperte er sich. Das war wohl das Allerschlimmste, das er sich vorstellen konnte.
´I´hab die Merkel gefruchtet´, dachte er panisch. Schon bei der Vorstellung wurde ihm schlecht. Seine Gedanken rasten - er musste hier so schnell wie möglich verschwinden. Erst mal das Gespräch auf unbedeutenden Themen stabilisieren, befolgte er seine alte Talkshow-Taktik.
"Wie fanden Sie ... "
Sie zog eine Braue hoch. Er überlegte.
"Wie fandest Du den Italiener gestern abend?", fragte er sie anschließend, "Ich fand´s klasse."
"Naja. Ich denke, es war dort etwas sülzig."
Wer so richtig viele Kumpels hat,
• die entweder sehr dumm
• sehr versoffen
• oder beides sind
mit denen er aber trotzdem ohne viel Aufwand eine kleine Grillsession
• im Park
• am Strand
• am Autobahnrastplatz
• auf dem Balkon
• im Wohnzimmer
• oder in einem legionellenfreien Hotel wie dem Berliner Ritz-Carlton Adlon
durchziehen möchte, der kann die Sache handyfrei und ohne mit seinen Notizzetteln unnötiges Altpapier zu erzeugen mit werbringtwas organisieren. Einfach einen Account einrichten, ein neues Event anlegen und alle versoffenen Grillfans per e-mail zur Kenntnis- und Teilnahme auffordern.
Das kostenlose Tool eignet sich natürlich ebenso hervorragend zur Organisation von Banküberfällen, Anti-Atomkraft-Demonstrationen oder Ausländerjagden.
-UPDATE-
Mit klugen Junkies geht das natürlich auch. Oder mit doofen Junkies. Oder mit klugen Suffkes. Oder mit versoffenen Junkies. Oder was weiß ich. Es geht jedenfalls.
Also, unter uns: Eine richtig gute Diplomarbeit zu diesem Thema gibt es hier zu bewundern. Oder da. Leseprobe an dieser, Inhaltsverzeichnis an jener Stelle. Worum gehts genau?
Die Finanzierung geplanter Eisenbahnbauvorhaben erfolgt größtenteils über öffentliche Gelder, deren Freigabe nach eingehender Prüfung durch das Eisenbahnbundesamt erfolgt. Die vorliegende Arbeit untersucht Zielkonflikte des Beschaffungsprozesses dieser Finanzierungsmittel. Projektverantwortlichen und Planungsingenieuren wird eine übersichtliche Darstellung des Themas an die Seite gestellt, die sie sicher durch das Bauvorhaben leitet. Es wird auf Probleme und Risiken fehlender Transparenz von anfallenden Kosten und möglicher Finanzierung eingegangen.Habe ich eigentlich schon darauf aufmerksam gemacht, daß die Erwähnung dieser Fakten durch den Denkpass nicht wirklich Zufall ist? Daß hier die gleichen Kräfte am Wirken sind? Nee? War auch nicht nötig, oder?
Meine Leser sind nämlich helle Burschen. Und Babes. Und deswegen überrascht es auch keinen, daß ich als Autor verantwortlich zeichne. Ist das nicht wirklich einsame Spitze, Leute?
Sie sollten mal alle nicht so ungeschmeidig sein, hatte einer der Geschäftsführer der Belegschaft erklärt, das Wetter werde nachmittags schon noch gut sein.
Rückblickend betrachtet hatte er Recht behalten. Zumindest für den Zeitraum bis 14:53 Uhr.
Der Denkpass hatte vor knapp einem Monat bereits darauf hingewiesen, daß die ekelerregenden Bilder aus Abu Ghraib bislang nur die Spitze des Eisberges darstellen. Denn was man uns bislang zu sehen gab, zeigte die Opfer nach der Folter.
Wer aber glaubt schon, daß die Kameras nur am Ende laufen? Wer glaubt, daß Soldaten, die solch menschenverachtende Siegesfilmchen drehen, Stunden zuvor Skrupel hätten haben sollen, als sie den Willen ihrer Opfer mit Gewalt brachen? Niemand glaubt das. Daß wir das Filmmaterial, das während der Folter gedreht wurde, nicht gesehen haben, ist kein Beweis für seine fehlende Existenz.
Seymour Hersh, der den Folterskandal im amerikanisch besetzten Irak aufdeckte, weist darauf hin, daß wir uns dem Ende unserer moralischen Integrität genähert haben: Besagtes Filmmaterial existiert. Und es hat Szenen von unvorstellbarer Monströsität festgehalten:
"Videos, um, there are women there. Some of you may have read that they were passing letters out, communications out to their men. This is at Abu Ghraib ... The women were passing messages out saying 'Please come and kill me, because of what's happened' and basically what happened is that those women who were arrested with young boys, children in cases that have been recorded. The boys were sodomized with the cameras rolling. And the worst above all of that is the soundtrack of the boys shrieking that your government has. They are in total terror. It's going to come out."Frauen, die sich den Tod durch die Hand ihrer Männer wünschen. Kinder, deren Schreie ungehört in den Katakomben eines irakischen Gefängnisses verhallen.
Sollten diese Bilder jemals auftauchen, reden wir nicht mehr über die Bestrafung einzelner Soldaten bis hoch zum General. Wir reden nicht mehr über Schuldzuweisungen, wer wem mit welchem Vorsatz falsche Informationen über die vom Saddam Hussein ausgehende Bedrohung gab: der britische Geheimdienst John Blair, oder John Blair uns.
Nein, wir sollten dann langsam anfangen, darüber nachzudenken, ob die wirklich Verantwortlichen - der oberste Befehlshaber der amerikanischen Streitkräfte und sein Verteidigungsminister - nicht vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zur Verwantwortung gezogen werden sollten. Wir sollten anfangen, darüber nachzudenken, den Botschafter der USA ins Außenamt zu bestellen und ihm unmißverständlich darlegen, wie sehr diese Vorfälle eine Fortsetzung unserer Beziehungen erschweren.
Und wir sollten uns entschuldigen. Und schämen.
-UPDATE-
Vergewaltigungen, Folter, Brandschatzungen und Übergriffe auf die Zivilbevölkerung waren in der Geschichte der Menschheit schon immer des Krieges ständige Begleiter. Will man sowas vermeiden, hilft es nur begrenzt, seine Armee modern und transparent auszubilden und zu führen. Am besten wäre es immer noch, Krieg ganz zu vermeiden. Denn:
Wer aus den Fehlern der Geschichte nicht lernt, ist gezwungen, sie zu wiederholen.Wobei nicht alle gleichermaßen am schmerzhaften Wiederholen von Fehlern beteiligt sind. Manche Väter schaffen es eben, daß ihre Kinder unter Kriegsfolgen nicht leiden müssen:

[via jimmyz journal]
Als Antwort auf die vermeintliche Suche nach dem besten Blog werden anderswo althergebrachte Printmedien prämiert. Die besten Zeitungen in den Fachrichtungen Erzählen, Design und Fachzeitung sucht man bei Preiszeitungen 2004.
Das dürfte in der Geschichte der ... hmm ... der Geschichte selber das erste Mal sein, daß eine - sagen wir ruhig: großkotzig agierende - Wochenzeitschrift dafür, daß sie sich ungefragt zur Richterin über ein ganzes neues Informationsmedium aufschwingt, von diesem neuen Medium postwendend eine Watsch´n verpaßt kriegt.
Bravo! Warum ist mir das nicht eingefallen?
Er sprang auf und schaltete den Wecker aus. Danach ging er einmal ums Bett herum und legte sich neben die noch schlafende Frau. Sie behutsam umarmend, drängte er sich an sie, um ihre Körperwärme zu spüren. So lagen sie für einige Minuen eng verschlungen.
Sie hatte das mal mit Spaghettis im Nudelsieb verglichen. Das was damals, als er noch mehr einer Spaghetti ähnelte als einem Tortellini. Das Gleichnis hatte ihnen gefallen, und so benutzten sie es noch heute.
Als er sah, daß sie aufwachte, flüsterte er ihr ins Ohr: "Guten Morgen, Frau Diplom-Designerin."
Sie schaute ihn an und lächelte.
"Regnet´s heute?" fragte sie ihn nach einiger Zeit und setzte sich auf.
"Na logisch.", kam seine den Berliner Sommer 2004 zusammenfassende Antwort, "Weißt Du, was ich überhaupt nicht hören will dieses Jahr?"
Sie schaute ihn nur fragend an.
"Irgendwelche Bauern, die sich übers Wetter und ihre Ernte beschweren. Wasser gibts ja genug, um Reis anzubauen."
BBDO Germany, mit mehr als 3.600 Mitarbeitern und einem Umsatz von 2,1 Mrd. € selbsternannter Marktführer der deutschen Werbebranche, ist die unternehmerische Heimat der kreativen Köpfe hinter einer Reihe von TV-Werbe-Kampagnen der Landesbausparkassen. Die haben sich zum Ziel gesetzt, den Zuschauern die Kompetenz der LBS auf Themengebieten wie Bausparen, Altervorsorge und Finanzierung vorzuführen und dabei das LBS-eigene Markenversprechen "Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause" zu unterstreichen. Gipfel der langjährigen Kooperation war kürzlich die Verleihung eines Werbepreises für einen der Spots.
Ein Spot, dessen vermeintliche Stoßrichtung das junge Werbepublikum war, wurde wohl ursprünglich, aber völlig zu Recht von bloggkade II verrissen. Kurzgefasst handelt es sich beim Protagonisten um einen kleinlichen Spießbürger, der sich Jahrzehnte später unwichtiger Begebenheiten erinnert und geistige Befriedigung im zutiefst sadistischen Niedermachen seiner sozial niedrig gestellten Mitbürger findet. Eine moderne Version von Diederich Heßling gewissermaßen.
Aber es gibt noch einen anderen Spot. Einen, bei dessen Produktion man Augenmerk auf eine ältere Klientel richtete und der ein Ehepaar im Garten ihres Hauses beim Kaffeetrinken beobachtet. Einen Spot, über dem man bisher noch nicht geredet hat, der einen Verriss aber mindestens eben so nötig hat wie der bereits erwähnte. In der Szene fragt die Frau ihren Gatten, ob er eine "monatliche Mietgebühr mit fünf Buchstaben" nennen könne. Der Träger eines Sportanzugs schaut erst interessiert, später verblüfft und anschließend ratlos, kann den geistigen Bemühungen seiner Lebenspartnerin aber keine entscheidenden Impulse geben.
Die verantwortlichen Köpfe hinter dem Geniestreich verraten dem spannenden Zuschauer auch bald, warum. Die LBS helfe ihren Kunden, so die Stimme des Sprechers, das Wort Miete schon heute vergessen zu können.
Es spielt hier keine Rolle, wie fortschrittlich, aus steuerlichen Gesichtspunkten lukrativ oder schlichtweg clever der Kauf einer eigenen Immobilie rückwirkend betrachtet sein kann. Leute, die das Wort Miete nicht erklären können, sind mit Sicherheit sowieso zu dumm oder zu dement, Bedeutung, Signifikanz und Vorteile der aufgezählten Vorzüge einer langfristig geplanten Altersvorsorge zu erkennen, geschweige denn zu verstehen. Sie sind mindestens ebenso dumm wie Landesbausparkassen, die ihnen Kredite aufschwatzen, um damit den Kauf von Häusern zu finanzieren.
Wobei Banken übrigens - im Falle des Ausfalls der Zins- und Tilgungszahlungen - wegen der kreditnehmerseitigen Stellung von Sicherheiten selten Verluste verbuchen. Insofern verfolgt die LBS also eine wirklich kundenfreundliche Werbestrategie.
Nach nicht einmal drei Minuten drangen die ersten Schreie aus dem Wohnzimmer. Er ließ die Eiswürfel in die Gläser fallen, kippte viel Whisky und wenig Cola dazu, griff sich die Drinks und ging hinüber. Sie waren nicht einmal eine dreiviertel Stunde bei der Sache, und es interessierte ihn schon, was der Grund für die dunklen, kehligen Laute sein mochte.
Sein Bekannter stand am Balkon und zerrte mit aller Kraft seines fleischigen Körpers am Türgriff. Er trug knielange, khakifarbene Hosen, ein löchriges Polohemd und war wie immer barfuß. Während er methodisch die Balkontür aus den Angeln riß, daß die Tapete zu reißen anfing, brüllte er wie ein Deckhengst, dem man mit Eisspray auf die Kronjuwelen rückte.
"Wat is´n los?"
"Scheißtür muß uff!" Der Deckhengst drehte sich um, kam auf die Whiskygläser zu und griff sich eines.
"Wat is denn mit der Tür?", fragte der Whiskymann. Sie stießen kurz an und tranken. Der Deckhengst rülpste ungeniert und ließ sich aufs Sofa fallen.
"Wat für ´ne Tür denn?", fragte er.
"Die da.", zeigte der Whiskymann in Richtung des Balkons.
"Ach so. Die muß uff."
"Wieso?", fragte der Whiskymann verwundert, setzte sich neben den Deckhengst und stellte sein Glas auf den flachen Tisch.
"Na, weil die janze Scheiße hier...", der Deckhengst zeigte mit dem Glas vage in Richtung der gegenüberliegenden Wand, wobei er etwas Whisky verspritzte, "... der janze Mist muß raus."
"Ähhha.", gähnte der Mixer. Er kramte unter den Zeitungen und Papieren auf dem Tisch eine Zigarette hervor und steckte sie an. Das Feuerzeug auf den Tisch werfend, lehnte er sich wieder zurück und inhalierte tief den Rauch ein, "Der janze Mist?"
"Jup."
"Warum?"
"Warum? Is´ doch klar!"
Ein ohrenbetäubender Rülps unterbrach die Ausführungen des Deckhengstes. "Ist doch klitzeklar: Falls hier Widerstand uffflammen sollte, brauch´n wa doch Platz zum Zutreten."
Der Whiskymann nahm einen tiefen Zug, fummelte sich einen Tabakkrümel von der Lippe und blies den Rauch aus. "Klar. Un´ wo hauen wa den Mist hin?"
Der Deckhengst schaute ihn entgeistert an. "Raus! Raus hauen wa die Scheiße. Raus aus´m Balkon."
"OK." Der Whiskymann stand auf, öffnete die Tür und trat hinaus auf seinen Balkon. Angenehm kühle Luft strömte in den vernebelten Raum.
"Hilfe! Ick bin unsichtbar!", brüllte der Deckhengst so laut, daß die Nachbarin den Whiskymann vorwurfsvoll anschaute. Der grinste unsicher, zog ein letztes Mal an seiner Zigarette und drückte sie anschließend in einem der Blumenkästen aus.
Als er wieder ins Wohnzimmer trat, fing ein Handy an zu klingeln. Der Deckhengst sprang auf, wobei er sein Whiskyglas umschmiß und suchte unter den Zeitungen nach der Quelle der Geräusche. Als er sie fand, stöhnte er.
"Scheiße. Wir können uns neue Pässe besorgen.", schlug er mit der Faust gegen die Wand.
"Wieso dat denn?"
"Mein Chef hat meine Handynummer. Wir müssen in wenigen Stunden det Land verlassen."
Scheisseade, leider nicht dabei. Ich habe den Denkpass aber wirklich mal in dieser Frischnominierungs-Aufzähl-Latte, die die da am Rand hatten, gesehen. Wirklich. Und ich war es nicht, der mich dort eintrug.
Das heisst? Ich darf mit Fug und Recht annehmen, aufgrund meiner bahnbrechenden Leistungen heimlich verehrt zu werden. Sollte es sich bei meinen Verehrern um Mädchen handeln, kleine Frage am Rande: Steht ihr auf Hühnerschenkel oder vielleicht doch lieber Kasslerkotelett?
So. Das hätten wir geklärt. Zwei Fragen bleiben:
• Wer sind die nominierten Blogs? Die kenne ich alle gar nicht nicht so gut.
• So fürs eigene Ego, wo erfährt man die Anzahl der eingesackten Nominierungen?
In einer Kategorie will ich trotzdem gewinnen. Dafür darf ich aber nicht mehr voten abstimmen. Denn schlechte Verlierer voten nicht stimmen nicht ab, wenn sie rausgeflogen sind. Und deswegen gilt:
Schlechte Verlierer gibts hier wenig, drum bin ich der Schlechte-Verlierer-König.Bäätsch.
Sie könnte so aussehen:
Voraussetzung ist erst einmal, das Mädchen selber anzusprechen und in die Nähe der Bar zu locken, wo man sich einen Cuba Libre bestellt. Des Weiteren braucht man einen hilfsbereiten Kumpel mit einem modischen Ersatzhemd (später kann man die Rollen zum Dank ja tauschen). Und ganz wichtig: ein von Fett triefender, gegrillter Hühnerschenkel.
Wenn man denn da so mit der Auserwählten an der Bar rumsteht, in belanglose Konversation voller versteckter Anzüglichkeiten vertieft ist und man auf dem Weg zum Absch(l)uß eine kleine Tempoverschärfung vornehmen möchte, ist der Zeitpunkt
DER WIRKLICH TODSICHEREN ANMACHEgekommen. Dazu greift der Gentleman locker in seine Hosentasche, holt einen saftig gegrillten Hühnerschenkel hervor und nagt ihn unbekümmert und mit einem Lachen ab. Die unterschwellige Botschaft des erfolgreichen Jägers entgeht keiner Frau. Alsdann wirft man die Knochen des Vogels mit einem verächtlichen Lächeln über die Schulter, rülpst und trinkt einen Cuba Libre auf ex.
Das ist das Signal für den hilfsbereiten Kumpel, der ungezwungen vorbei schlendert. Ist er in der Nähe, spricht ihn der Gentleman an, sagt "Warte mal!", wischt seine fettigen Griffel am Hemd des Helfers ab und wendet sich wieder seiner Auserwählten zu. Der Kumpel muss nun völlig begeistert sein Hemd herunter reissen, jubeln und mit dem Hemd über den Armen freudig springend das Gelände räumen. Die Frau wird nicht ahnen können, warum der Gentleman so berühmt sein muß, daß er fettige Hände auf fremden Hemden reinigen darf, aber sie wird der damit verbundenen erotischen Verlockung nicht widerstehen können.
Klappt immer, Freunde. Wirklich.
Wie bereits ausgeführt, laden die Demokraten zu ihrer National Convention am 26.-29. Juli auch Blogger ein. Wie weiterhin angedeutet, hat auch der Denkpass versucht, akkreditiert zu werden. Anscheinend gibt es aber genügend Interesse
• von professioneller Seite (weltweite Print-, Radio- und Fernsehmedien)
• von amerikanischen Bloggern
• vielleicht auch von guten deutschen Bloggern
so daß in der Quinteszenz niemand eine Möglichkeit sah, auch unbedeutende Webpostillen wie den Denkpass einzuladen:
Dear Mr. Gross,Weil mir Zeit und Geld fehlen würden, hätte ich mit Entsetzen auf eine anderslautende Botschaft reagiert. Trotzdem schade.Thank you for applying for credentials to the 2004 Democratic National Convention in Boston.
Due to the large number of applications we received, we are unable to offer your organization any credentials.
We thank you for taking the time to apply and we appreciate your interest in participating in this exciting occasion. We hope you will continue to follow the events of the Convention. There are many activities that do not occur within the credentialed perimeter and we invite you to be a part of these events taking place all over Boston.Sincerely,
Francesca Gage
DNCC Press Gallery Manager
If , for instance:
• You have setup three quake servers in your company network without the sysadmin noticing
• The mouse is there to rest your hand upon when you’re not typing
• You name at least five male and female Startrek characters within 30 seconds
• You send Linus Torvalds ten e-mails per day and always get a response, and never yelled at
then chances are you could easily qualify as a Linux Guru for web.de (look here if the job has been taken already).
[via $cat/dev/brain>/dev/blog]
Wie bereits erwähnt, freut sich die CDU über wachsende Mitgliederzahlen und freut sich zugleich diebisch, daß der SPD ihre Beitragszahler davon rennen. Wie aber kann eine Partei die Zahl ihrer Mitglieder beeinflußen?
Vielleicht besteht ja ein Zusammenhang zwischen der Zustimmung zur aktuellen Politik und den Mitgliederzahlen. Laut dem Politbarometer des ZDF liegt die CDU im Langzeittrend derzeit bei etwa 45 Prozent, die SPD bei 22, Grüne bei 15 und FDP und PDS gleichauf bei 6 Prozent. Bei den Mitgliederzahlen aber sieht nicht nur die Reihenfolge anders aus, auch die Verhältnisse verschieben sich stark:
| CDU + CSU | 765.703 |
| SPD | 650.789 |
| PDS | 70.591 |
| FDP | 65.192 |
| Grüne | 44.090 |
PDS, FDP und Grüne tauschen ihre Plätze, und SPD und CDU/CSU liegen näher aneinander. Sollte er überhaupt bestehen, der Zusammenhang zwischen Wahlergebnissen und Mitgliederzahlen, so scheint er sich bei einer oberflächlichen Betrachtung nicht offenbaren zu wollen. Durch populistische Politik allein lässt sich die Zahl der Mitglieder also kaum beeinflussen.
Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird eine Rolle spielen. Auf die Unterschiede dabei wurde im ersten Teil der Money makes the world go ´round-Serie hingewiesen. Was könnte sich noch positiv in der Anzahl der Aufnahmeanträge niederschlagen? Aktive Lokalpolitik, hohe Motivation und eine kräftige Werbetrommel? Sicher. Hyperaktive Bundestagsfraktionen, die an manchen Tagen bis zu fünf verschiedene Anfragen und Anträge ins Parlament einbringen? Auch gut.
Am wirkungsvollsten allerdings - denn der Name dieser losen Artikelreihe kommt ja nicht von ungefähr - ist immer noch die Entlohnung willkürlich ausgewählter Antragsteller. So geschehen bei der CSU in München, wo der ehemalige Chef des Ortsverbandes der Jungen Union, Rasso Graber, und seine Vize-Ortsvorsitzende Stephanie Lütge neuen Mitgliedern bis zu 500 € geboten haben sollen. Extravagante Abendessen und nette Partys gab es wohl auch, so hört man.
Nicht, dass diese Bestechung den so Umworbenen völlig falsche Vorstellungen von Demokratie eingeben würde. Denn die Bezahlung von Neumitgliedern ist in Münchens Junger Union wohl das geringste Übel. Andere Mitgliedsbeiträge habe man gefälscht, zurückgehalten oder vernichtet, so das Parteischiedsgericht. Den diebischen Spaß gönnten sich Graber und Lütge, um im Februar 2003 bei der Vorstandswahl im größten CDU-Ortsverband in Perlach eine kleine Wahlfälschung über die Münchner Bühne zu kriegen. Die flog leider auf - und in der Konsequenz die Parteispitze aus dem Ortsverband.
Ohne gross darüber nachzudenken, was dass letztendlich für das demokratische Selbstverständnis der neuen und alten Mitglieder der CSU bedeuten mag, eins ist klar. Auf diese Weise wächst man kräftig.
Ich werde heute etwas Unerhörtes tun, etwas nie Dagewesenes. Ich werde einen Schritt wagen, der von solch beispielloser Kühnheit, von solch unbeschreiblichem Wagemut ist, daß ich es selber kaum glauben mag, in Gedanken bereits den Entschluß dazu gefasst zu haben. Was das wohl sein mag? WAS DAS WOHL SEIN MAG?
Hmmmmmm. Was soll´s? Ich tu es einfach. Ich emfehle Euch heute eine CD. Ja, ihr könnt ausatmen! Das ist das große, das atemberaubende, unfassbare, mit Worten nicht auch nur annähernd beschreibbare Ereignis, von dem ich selber nie auch nur geahnt hätte, es ernsthaft in Betracht zu ziehen. Andere gehen da expressionistischer mit ihren musikalischen Vorlieben um, aber ich? Nein, nein. Musikalisch bietet der Denkpass eine dürftige Erscheinung.
Aber heute, Freunde, heute ist alles anders. Hier kommt sie, des Denkpasses musikalische Ur-Kunde. Da gibt es in Berlin Deutschlands einzigen Jazz-Radiosender. Weil sich seine Zuhörerschaft anscheinend aus etwas besser verdienenden Mittelklassehörern zusammensetzt, vertreibt er über diesen vorzüglichen Butterspezialisten exklusiv in Berlin Jazz-Compilations. Irgendwann einmal, in passenderen Tagen, eine Jazz-Weihnachtslieder-CD.
Diesmal 16 Songs zum Thema Liebe. Und um diese Scheibe geht es. Ich habe das Internet hoch und runter nach diesem Silberling abgesucht, aber es scheint nur den Bezug über die Lebensmittelkette zu geben. Wer kann, sollte sich das Ding ranschaffen. Und wenn er es hat, sollte er sie sich anhören - und genießen. Vor allem den zweiten Titel. Der ist von Dinah Washington, heißt What a difference a day made und ist der eigentliche Grund für all die Aufregung. Obwohl, Mr. Bojangles von Sammy Davis Jr., das Lied danach, hats auch in sich. Und Miles Davis´s Summertime erst mal.
Greatest Jazz Love Songs ist ein absoluter Zwangkauf. Wer sie haben will und sich nicht anders zu helfen weiss, kann sich ja melden. Ich leite das dann in die Wege. Habe hier so meine Verbindungen in der Stadt. Kenn die richtigen Leute für solche Deals. Hab die richtigen Nummern im Köpfchen. Langer Rede, kurzer Sinn: Wir kriegen das schon hin.
In einem Novum ruft die Equete-Kommission für Ethik und Recht der modernen Medizin öffentliche Organisationen der Patienten- und Probandenselbsthilfe, Patienten- und Probandenschutzorganisationen, Angehörigenverbände und Patientenanwälte auf, sich um einen Platz in einer Anhörung zu bewerben. Die Kommission, die sich früher bereits mit Stammzellenforschung oder dem Schutz des geistigen Eigentums in der Biotechnologie befasst hat, wolle sich diesmal mit den Erfahrungen von Probanden und Patienten als Teilnehmer an klinischen Studien befassen.
Wer an der Teilnahme interessiert sei, habe vorher einen Fragebogen auszufüllen. Alle eingehenden Stellungnahmen werden berücksichtigt, zehn repräsentative Dokumente ausgewählt und die Verfasser am 25. Oktober mündlich angehört. Man wolle so die Beteiligungschance erhöhen und ein möglichst breites Spektrum von Erfahrungen und Meinungen sammeln.
Zur Information: Enquete-Kommissionen werden auf Antrrag mindestens eines Viertels der Mitglieder des Bundestages eingesetzt. Sie bestehen aus einer gleichen Anzahl von Abgeordneten aller Fraktionen und externen Sachverständigen und dienen der Vorbereitung komplexer Entscheidungen des Bundestags. Am Ende ihrer auf eine Legislatur begrenzten Arbeit legen sie die Ergebnisse ihrer Arbeit dem Parlament vor, das diese dann im Plenum diskutiert. Es handelt sich somit um eine praxisbezogene Angelegenheit mit Relevanz für die spätere Gesetzgebung, die sich hier zum ersten Male nach außen öffnet (zumindest in dieser Konstellation).
Im Rahmen bundesweiter Bemühungen um ein gläsernes Parlament ein weiterer durchaus begrüßenswerter Schritt.
Das kommende Wochenende scheint ein betriebsames zu werden:
Donnerstag:
• nachmittags - Zugfahrt nach Bremen
• abends - evtl. Bremer Nightlife
Freitag:
• vormittags - Planungsbesprechung
• nachmittags - Zugfahrt nach Berlin
• abends - LoveRadio vor dem Cafe Schönbrunn
Samstag:
• vormittags - Shopping mit Los Familios Denkpassos
• nachmittags - Kindergeburtstag im Prenzlauer Berg
• abends - LoveRadio vor dem Cafe Schönbrunn
Sonntag:
• vormittags - Taufe von Mattzes und Jackis Sohn Ole
• nachmittags und abends - Geburtstag bei Sachsen-Uwe und seiner Familie
Montag:
• vormittags - Zugfahrt nach Stralsund
• nachmittags - Grundsteinlegung und -feier für das Bauvorhaben, bei dessen Projektsteuerung ich seit drei Wochen mitwirke
• abends - evtl. Stralsunder Nightlife
Dienstag:
• vormittags - große Baubesprechung
• nachmittags - Zugfahrt nach Berlin
• abends - technischer KO
Zu meiner unbezähmbaren Freude gab es heute eine kleine Sonntagsüberraschung seitens der Fraktion der Kommentar-Spammer: 36 Kommentare, die man in Movable Type mühsam einzeln löschen darf. Warum das in MT nicht einfacher gehen kann, ist mir unklar. Jedenfalls wird es Änderungen geben müssen.
Entweder finde ich ein Plug-in, das gegen die Kommentarflut wirklich hilft. (Oder ich schreibe mir selber eins, dass zumindest das Löschen vereinfacht?). Oder ich nehme die Kommentare einfach aus dem Denkpass raus. Soviel Kommentare wie bei anderen Blogs gabs hier nie, und diskutieren könnte man auch über e-mail oder Trackbacks. Mal sehen.
Welche Erfindung müsste es geben?
Eine Pille, die einem die Erholung von acht Stunden Schlaf gibt. Dann könnte man weiter die liebe Maria in den Arm nehmen, mit Gregor jr. rumkaspern, arbeiten, die Blogs auf meiner Täglichen Lesung verfolgen, unermüdlich für den Denkpass im Einsatz sein, essen, lachen und ähnliches.
Badewannenüberlaufarmaturenschraubgewinde, die sich irgendwann nicht mehr lösen lassen.
Das Buch. Es ermöglichte der Menschheit, all die wichtigen Sachen, die vergangene Generationen entdeckt, bedacht und aufgeschrieben haben, nicht noch einmal erfinden zu müssen. Es war somit eine Erfindung, die alle weiteren Erfindungen für immer beeinflußen sollte.
Beim Zubereiten vollwertiger, schmackhafter Mahlzeiten mit fast leeren Kühl- und Küchenschränken.
Meine lügnerischen Gedankengänge neigen zur Über-Innovation.
Politiker.
Kommst Du am Sonntag mit in die Alte Försterei, die Bayern empfangen? Ja.
[via Michael Himsolt - Charming Quark - Cult7]
Der westlichste Berg des Himalaya ist der in Pakistan befindliche, 8125 m hohe Nanga Perbat. Der neunthöchste Berg der Welt ist besonders den deutschen Bergsteigern ein grausiges Mahnmal. Vor der Erstbesteigung durch Hermann Buhl im Jahre 1953 hatten sich bereits unzählige deutsche Expeditionen die Zähne am einst als leicht besteigbar klassifizierten Berg ausgebissen und viele ihrer Mitglieder haben den Versuch der Besteigung mit ihrem Leben bezahlt.
Insgesamt starben bisland 26 Deutsche auf den eiskalten Hängen des Nackten Berges, wie der Nanga Perbat übersetzt heisst. Berühmtestes Opfer dürfte Reinhold Messners Bruder Günther sein, der den Versuch der gemeinsamen Besteigung des Berges mit seinem Bruder nicht überlebte - ohne dessen Schuld, wie wir heute wissen.
Derzeit spielt sich in der Todeszone über 7000 m wieder ein Bergsteigerdrama mit deutscher Beteiligung ab. Sieben Deutsche und Österreicher haben beim Gipfelsturm die Umkehrzeit verpasst und sind im letzten Lager vor dem Gipfel eingeschlossen. Ein sächsischer Teilnehmer der Expedition ist bereits verunglückt, und auch für die anderen stehen die Chancen schlecht.
Der Nackte Berg fordert heute, in dieser Stunde, erneut Tribut für die Besteigung seines Gipfels.
Griechenlands Finaleinzug ist in mehrfacher Hinsicht nicht nur für Griechen bedeutsam:
Für Griechenland:
• erstes Finale bei einem großen Turnier in der Geschichte des Landes
• damit zugleich beste Platzierung der Griechen seit dem 3. Platz bei den olymypischen Spielen von 1906
Für Deutschland:
• zumindest in Vertretung nahm Rehakles Rache für die unglückliche Niederlage gegen Tschechiens B-Elf
• im Hinblick auf die WM 2006 im eigenen Lande sehen wir nun, daß die von den Griechen kopierte deutsche Spielweise auch erfolgreich umgesetzt werden kann - man muss nur zwei Halbzeiten am Stück laufen wollen
• der bislang einzige Deutsche im Finale - Schiedsrichter Markus Merk - braucht sich nun nicht mehr so einsam zu fühlen
Für Tschechien:
• 1996 - Niederlage durch Golden Goal eines deutschen Stürmers
• 2004 - Niederlage durch Silver Goal der Mannschaft eines deutschen Trainers
• 2012 - Niederlage durch Bronze Goal eines deutschen ???
Unabhängig vom gestrigen Spiel gibt es eine weitere Auffälligkeit der EM 2004. Es handelt sich um die anhaltende Erfolglosigkeit der Mannschaften, die der WM 2002 ihren Stempel aufdrücken konnten. So scheiterte der WM-Dritte Türkei bereits in der Qualifikation zur Europameisterschaft. Der Vizeweltmeister Deutschland schaffte es nicht, über die Gruppenspiele hinauszukommen. Und der Weltmeister? Der durfte sich nicht mal qualifizieren...
Befragt, von welchem Politiker sie wohl am ehesten einen Gebrauchtwagen kaufen würden, entschieden sich die meisten Mitglieder des Bundesverbandes freier Kfz-Händler für Friedrich Merz. Der bekam dafür ein güldenes Lackschichtdickenmessgerät, mit dem er beispielsweise die Bundestagsfahrzeugflotte auf Unfallschäden testen könnte.
Geistige Unfall- oder Vorschäden lassen sich leider nicht so einfach nachweisen:

Denn dann dürfte man das entsprechende Gerät wahrscheinlich auch nicht einfach so ins Plenum bringen...
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