Inspiriert von der frühen Machtübergabe im Irak, hat George W. Bush seine Kritiker ein weiteres Mal überrascht, indem er die US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen vier Monate vorverlegte.
Die Wahlen, von denen nur einige der allerhöchsten Regierungsmitglieder informiert waren, brachten dem Präsidenten außergewöhnliche hohe Stimmenanteile. Er konnte alle Bundesstaaten hinter sich vereinigen und erreichte annähernd 100 Prozent der angegebenen Wählerstimmen.
Seine Siegesrede, welche ursprünglich für 11 Uhr geplant war, verlegte er - zum wiederholten Male - überraschenderweise auf 9 Uhr vor. In seiner Rede gab Bush zu, daß der Ausgang der Wahl ungewiss gewesen wäre, wenn alle Wahlberechtigten davon informiert gewesen wären. Allerdings fügte er an:
Ein Sieg ist ein Sieg, oder?George W. Bushs zweite Amtszeit wird offiziell wie vorgesehen am 20. Januar 2005 beginnen. Unter der Hand gaben hochgestellte Regierungsmitglieder allerdings zu, "daß es auch jederzeit losgehen könne".
"Soviel ich weiß, hat sie [die zweite Amtsperiode] bereits angefangen.", sagte ein Mitglied des Weißen Hauses.
(übersetzt vom Borrowitz Report)
[via Unqualified Offering]
Eine Übersicht über die Berliner Blogs bietet Svens Berliner Blogplan. Und wer findet sich in der Nähe des S-Bahnhofs Greifswalder Strasse?
Hmmmm. Sich darüber nicht zu äußern, wird kaum gehen. Es wird so einige Wellen schlagen und fängt bereits damit an. Völlige Ignoranz könnte zudem als falsche Bescheidenheit ausgelegt werden. Als Zeichen für trügerische Erwartungen, hochgelobt und oft nominiert zumindest die Abstimmungsrunde erreichen zu wollen. Das aber wäre vermessen. Und mit dem bisschen an Freizeit, daß ich für meine kleine Webjournaille zu opfern bereit bin, auch nicht wirklich verdient.
Andere tun da mehr - und hätten ihr Lob verdient. Sie sehen sich aber demselben Problem ausgesetzt, das sich auch vor dem Denkpass auftürmt. Zu welcher der Kategorien Erzählen, Design und Fachblog lässt sich solch verbissene Weitläufigkeit wie meine eigene zweifelsfrei zuordnen? Zu vielseitig möchte der Denkpass glänzen, als daß er sich mit einer dieser strengen Unterscheidungen zurecht finden würde. Von der Klasse ganz zu schweigen. Nachsichtiger formuliert: vom ständigen Vorhandensein derselben.
Ich bin eben kein Michael mit seinen Remarks, der mit seinen Co-Autoren - dem intellektuellen Proleten und dem Literaten hinter den Sonntags-Arabesken - nicht nur sprachlich, sondern auch vom Blickwinkel her dem Erzählgenre neue Impulse verleiht. Bei aller Güte wird mich auch niemand mit dem Bibliomaniac verwechseln, dessen Lesefieber fundiert und mit atemberaubender Versessenheit über den Mittelpunkt seines und meines Lebens berichtet - über Bücher. Und was Design angeht, da habe ich so wenig Ahnung, daß ich nicht mal wüsste, wen ich vorschlagen könnte.
Und am Ende? Am Ende wird es denen weitere Aufmerksamkeit sichern, die davon bereits jetzt schon genug haben. Mir wird der Trost bleiben, daß es nicht wie verkündet um die besten deutschsprachigen Weblogs, sondern eigentlich um die beliebtesten deutschen Weblogs geht. Womit ich aber mit aller Kraft verdränge, daß zwischen Akzeptanz und Güte ein klarer Zusammenhang besteht. Zumindest meistens.
Zwei Dinge möchte ich noch klarstellen. Erstens ist hoffentlich allen klar geworden, wen ich für die besten deutschsprachigen Blogs halte und wer sich somit meiner Stimme gewiß sein kann. Zweitens will ich in aller Schärfe unterstreichen, daß ich nicht nominiert werden will. Eine Enttäuschung würde mir einfach zu sehr weh tun.
Hach, wenn ich es richtig überlege, sind es drei Dinge, die mir auf der Zunge brennen. Da wäre noch dies hier:
Ab und rüber, für den Denkpass abgestimmt!
Vor einigen Tagen - präzise: am 22.6. - habe ich mir bei der Deutschen Bahn AG eine Bahncard 50 bestellt. Da ich sie demnächst einzusetzen gedenke (klar: Warum würde ich sie sonst bestellen?), habe ich wegen bislang ausgebliebener Lieferung der Karte per e-mail nachgefragt.
Gerade eben zum dritten Mal. Die Bahn hüllt sich in elektronisches Schweigen. Weil mich das langsam - aber sehr sicher - in Wut versetzt, betrachten wir das Ganze mal von der logischen Seite:
• Vielleicht ist das eben die Art und Weise, wie man im Bahnkonzern mit Kunden umgehen möchte. e-mails nicht beantworten, Züge verspäten lassen, mit undurchsichtigen Preissystemen die Kunden verärgern und ab und zu auch ruhig mal die Wartung eines Radreifens vergessen. Was soll´s? Kunden gibt´s genug, wenn man ein Quasimonopol hat.
• Vielleicht sind die Leute aber auch einfach zu dumm, um auf e-mails antworten zu können. Windows ist zwar allgemein recht intuitiv zu bedienen, aber Mindestanforderungen an die Intelligenz seiner Benutzer gibt es allemal. Wie lautete der Spruch früher? Hast Du einen dummen Sohn, schicke ihn zu Robotron. Ist dein Sohn noch dümmer, die (Reichs-)Bahn nimmt ihn immer.
• Vielleicht hat Hartmut Mehdorn einen derart autoritären Führungsstil, daß er selbst belanglose e-mails wie die Frage nach dem Zusendungsdatum einer Bahncard erst gegenzeichnen möchte. Wär nicht sonderlich effektiv, aber Effizienz ist auch keines der Wörter, mit denen die Deutsche Bahn AG öffentlich in Verbindung gebracht wird.
Wir werden sehen. Und bis dahin stur täglich e-mails verschicken.
-UPDATE-
Sich dem medialen Druck des Denkpasses beugend, hat jemand bei der Deutschen Bahn AG ein Einsehen und auf die dritte e-mail geantwortet. Das heißt, eigentlich auf die erste e-mail.
Praktisch unmöglich sei es, im Irak über den Verbleib einer Summe von 20.000.000.000 Dollar eine Aussage zu treffen, so eine Meldung des Spiegels. Die Gelder sind dem Irakischen Entwicklungsfonds abhanden gekommen, der von der amerikanisch geführten Verwaltung im Mai 2003 übernommen wurde und sich zu großen Teilen mit dem verkauf irakischen Erdöls finanziert. Zielstellung war dabei, die Finanzmittel im besten Interesse des Iraks einzusetzen.
Nun, ein knackiger Klumpen ist also bereits verschwunden. Wenn man bedenkt, daß die Gelder erst seit 13 Monaten in US-amerikanischer Verwaltung sind, so ergibt sich ein monatlicher Fehlbetrag von knapp 1,5 Mrd. $.
Anders gesagt, verschwinden da unten etwa 50 Mio. $ am Tag. Und das sind doch nun wirklich nur Peanuts, oder?
Los Familios Denkpassos hat heute den prächtigen Sonntagmorgen dazu genutzt, die Sandsations zwischen Kanzleramt und Lehrter Stadtbahnhof anzuschauen. Für die 5 € Eintritt kriegt man zwar nur etwa zehn Skulpturen zu sehen, die sind jedoch teilweise riesig, immer ästhetisch und sollten eigentlich auch die Phantasie der Drogenabstinenzler anregen. Nehme ich zumindest an. Auf dem weitläufigen Gelände gibt es zudem einen gigantischen Buddelkasten und genügend Cocktailbars für eine sinnlose Ziehung nach der anderen. Was lag also näher, als dort zu versacken, sauer verdiente Euros unters Volk zu bringen und einen guten Eindruck zu hinterlassen? Let the good times roll.
Was mich jedoch enttäuschte, war des Kanzlers fehlende Aufmerksamkeit meine neuen Schuhe betreffend. Hatte ich doch nach dem Kauf eines neuen Paars wie angegossen sitzender Hufeisen fest damit gerechnet, daß der gute Gerhard eines seiner Fenster aufreißen würde und mit "Heiße Botten, Gregi!" seine Zustimmung zu meiner ästhetischen Entscheidung bekunden würde. Allein, der gute Kanzler verschlief zu meiner großen Enttäuschung auch diese Chance kostengünstiger, aber äußerst wirksamer Öffentlichkeitsarbeit. Dafür mag es Gründe geben, wird der geneigte Leser hinweisen wollen. Na klar, Gründe gibt es immer:
• dem Kanzler ist die Magnifizienz des politischen Einflußes des Denkpasses unbekannt
• seine politischen Berater haben ihn zwar darauf hingewiesen, daß dieses oder jenes Blog mediale Schockwellen verbreitet, des Kanzlers Geheimdienstschergen konnten bislang jedoch keine positive Identifizierung der im Hintergrund wirkenden Macher vorlegen
• Gerhard und Doris beziehen am Wochenende ihre Döner nicht aus Kreuzberg, sondern lieber aus Hannovers Innenstadt-Perle, der Pasarelle - und damit die Döner warm sind, wenn sie angeliefert werden, ziehts Familie Schröder Freitag nachmittag ins Niedersächsische
Jedwede Kombinationen sind natürlich auch möglich. Oder aber es war reine Bosheit. Wir werden es nie erfahren.
Bis auf Gerhards fehlenden rhetorischen Beifall war es nichtsdestotrotz ein lohnender Ausritt.
Wow! I knew I could do this. Look into some interesting issue regarding baseball statistics and then write something about it that sounds entertainung and educational at the same time.
So I posted the results of my 95 win research over there at Mikes Baseballrants and hoped for the best. And someone read it and thought it was good enough to mention it at the Baseball Think Factory. I feel like I´m in heaven.
Or as my hoster and editor Mike says:
By the way, you were cited at Baseball Primer, which is like hitting a home run in your first career at-bat.
Wer kennt sich mit Piraterie aus? Nein - Ich rede nicht von Softwarepiraterie, mit der sich jeder anständige Student einige Zeit zumindest für den privaten Gebrauch befasst hat von der wir alle schon mal gehört haben, uns aber kaum vorstellen können, wofür das gut sei.
Oder wer kennt sich mit Terror aus? Nein - Ich rede nicht von dem Terror, der gegnerische Verteidiger erfasst, sobald Deutschlands Sturmgranate Fredi Bobic durch fremde Strafräume bummelt der seit September 2001 die Welt in Atem hält.
Ich rede von maritimen Terror und Piraterie auf hoher See. Denn wenn sich jemand von euch damit auskennt, kann er damit Geld verdienen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sucht nämlich Fachleute auf diesem Gebiet.
Nicht, um unseren tschechischen Freunden die Quittung für ihre unkollegiale Haltung zu präsentieren. Nein, die Tschechen sind nämlich ein Binnenland und mit Hochseepiraterie kaum zu beeindrucken. Und solange wir keinen Krieg mit den Molchen vom Zaun reissen, ist den Tschechen ihr Hochseezugang auch verwehrt.
Nö, besagte Bundesanstalt möchte nur ein kleines Forschungsprogramm starten, das sich eben maritimen Terror und Piraterie auf hoher See zum Inhalt nimmt. Der auf zehn Monate begrenzte Bearbeitungszeitraum wird allerdings kaum für aussagekräftige Feldversuche ausreichen, befürchte ich. Aber probieren kann man es ja. Wo? Zum Beispiel im Nord-Ostsee-Kanal! Gerade die Brunsbütteler haben da einen reichen Erfahrungsschatz ...
Heading into the 2002 season, so says Michael Lewis in Moneyball, then Oakland A´s assistant GM Paul DePodesta faced a serious task. With Jason Giambi, Jason Isringhausen and Johnny Damon the team was going to lose three core players to free agency, and Athletics GM Billy Beane wanted DePodesta to determine exactly what influence those three players had on the 102 wins the team had compiled in 2001. The idea was to offset these losses by signing other players with different skill sets that together would bring to the table what free agency had robbed the team.
Paul DePodesta decided to start by judging how many wins a team would need to make it to the play-offs.
“There aren´t a lot of teams that win ninety-five games and don´t make it to the play-offs,” he said. “If we win ninety-five games and dont make the play-offs, we´re fine with that.”According to Michael Lewis, he then calculated how many more runs the A´s would need to score than they allowed in order to win those 95 games. By using Bill James Pythagorean Theorem, he came up with a run differential of 135. Using the A´s players past performance, DePodesta then made reasoned arguments about how many runs the team would score and allow, but let´s leave him here since we already know what happened.
I wanted to find out if Paul DePodesta assumptions were right. Is 95 the magic number of games a teams needs to win to safely enter the postseason? And which run differential had historical teams brought into the play-offs?
To understand this, I conducted a littly study. You can find it in its entire length under the name of Gross Anatomy over there at Mikes Baseball Rants. I think its worth your time. I really think.
In der Bundesrepublik Deutschland waren im Jahre 2003 in etwa 53,6 Mio. Kraftfahrzeuge (Pkw und Nutzfahrzeuge) zugelassen. Aufsummiert legt die bundesdeutsche Fahrzeugflotte pro Jahr 650 Mrd. km zurück. Anders gesagt, sind das exakt 6,5 Mrd. x 100 km.
Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch eines Pkw wird mit etwa 8,5 Litern je 100 km beziffert. Für LKW finden sich kaum brauchbare Angaben, allerdings gibt das Umweltbundesamt eine Gesamtmenge verbrauchten Kraftstoffs in Litern von 70.000 Mio. Litern für Personen- und Güterverkehr auf der Straße an. Multipliziert man den oben angegebenen Verbrauch eines Pkw mit der Fahrleistung der bundesdeutschen Kraftfahrzeugflotte, erhält man etwa 56.000 Mio. Liter. Mit einem Zuschlag für LKW kommt man so recht genau auf die Werte des Umweltbundesamtes.
In Verbrennungsmotoren wie dem Ottomotor beträgt das Volumenverhältnis von Kraftstoff zu Luft 1:9000. Für ihren Verbrauch von 70.000 Mio. Litern Kraftstoff verbrennt die bundesdeutsche Fahrzeugflotte also
Das entspricht 630 Mrd. m³ Luft, einem Würfel mit einer Kantenlänge von 8572,6 m. Soviel reine Luft hatten die Leute vor 120 Jahren mehr zum Atmen als heute. Dazu kommt dann noch, daß bei der Verbrennung Abgase emittiert werden - und zwar in nicht unerheblichem Maße von etwa 60 kg je 100 km.
Wie frisch muß frische Luft damals gewesen sein?
Dieses Wiener Würstchen hat es per e-mail eingefordert. Der hier meint es selber machen zu müssen und setzt so auch deine Meßlatte. Daß dieser RSS-Junkie mit drei Buchstaben schon lange dafür war, unterstrich er recht deutlich mit dieser längeren Anmerkung. Die darin enthaltene Anleitung zum Einstellen eines ungekürzten RSS-Feeds hat der Denkpass nun umgesetzt.
Worum geht es? Um RSS. RSS-Feeds funktionieren mit einem RSS-Reader wie News mit einem Ticker, so die Theorie. Populäre Beispiele finden sich hier und eine deutschland-gründliche deutschland-weite Zusammenstellung hier.
Aber warum in die Ferne schweifen? Des Denkpasses eigene, seit diesem Eintrag ungekürzte Feeds gibt es ja auch!
Selbst die Baubranche ist zu einem überraschend großen Teil für eine Fortsetzung des Sparkurses der Bundesregierung:
Obwohl die Baubranche doch von starken öffentlichen Investitionen profitieren würde.
Mit dem bitteren Geschmack einer Niederlage im Mund stieg ich gestern abend in mein Bett. Dabei wäre ein Sieg im letzten Vorrundenspiel gegen Tschechien doch zumindest in der zweiten Halbzeit mehr als verdient gewesen. Leider scheinen die deutsche Spieler ihr Ohr aber den Unkenrufen so mancher Blogs zu leihen - und vor dem Tor die Nerven zu verlieren. Die Champagner-Party fiel somit aus, wäre aber über den gesamten Turnierverlauf betrachtet auch unverdient gewesen. Zuviel blieb das Team schuldig - und mit Laufbereitschaft und Einsatzwillen über jeweils nur eine Halbzeit lässt sich eben heutzutage kein Blumentopf mehr gewinnen. So gesehen, früher auch nicht.
Kaum im Bett angekommen, wartete weitere Ungemach auf meinen müden Körper. An der Kreuzung, an der wir wohnen, wird weiter kräftig investiert. Seit einigen Wochen befindet sich dort eine Baustelle, deren Ziel die Errichtung eines die Gegend überblickenden Geschäftshauses ist. Die Beleuchtung der Kräne kündet weithin vom geschäftlichen Erfolg der bauausführenden Walter Bau AG. Leuchtet das Logo doch des Nachts so stark, daß mein Sohn neulich darauf zeigte und mir erklärte, dies sei der Mond. Die Lichtstärke ist trotzdem noch tolerierbar. Gestern jedoch hatten die Herren Bauarbeiter die Freundlichkeit, auch den auf halber Höhe am Kran angebrachten Baustellenscheinwerfer anzustellen. Dessen Lichtstärke ist meines Erachtens stark genug, um ungehindert den Erdmittelpunkt betrachten zu können. Mein fürstliches Schlafzimmer zumindest war taghell. Um nicht die Jalousien zudrehen zu müssen, verbrachte ich eine gewisse Zeit mit der Suche nach einem schattigen Plätzchen im meinem ureigenen Bett.
Als ich es fand und meine Gehirntätigkeit sich dem Schlafniveau fast angenähert hatte, gab es die nächste Überraschung. irgendwelche Privatpersonen oder militärischen Forschungseinrichtungen scheinen im Prenzlauer Berg Mutanten-Pelikane zu züchten. Eines dieser gefährlichen Biester muss seinem abscheulichen Labor entkommen sein. Die durch den Baustellenscheinwerfer taghell beleuchteten Bäume vor meinem Schlafzimmerfenster scheint die genmutierte Bestie dann für einen geeigneten Platz für einen Neuanfang gehalten zu haben. Denn das Viech fing plötzlich unmotiviert damit an, seinen ohrenbetäubenden Paarungsruf auszustoßen. Erst nach einer halben Stunde schien sich die sexuelle Aktivität im Blättergewirr vor meinem Schlafzimmerfenster zu legen.
Das war ungefähr der Moment, den sich mein Sohn für eine Verlegung seines Nachtquartiers entschieden haben muß. Als ich später aufwachte, lag er neben mir und trat mit seinen Füßen nach meinem Gesicht. Frühe Morgenstunden sind kein Zeitpunkt für tiefschürfende Diskussionen, schon gar nicht mit einem halbwegs zur Ruhe gekommenen zweieinhalbjährigen Energiebündel. Die weiseste Alternative schien mir daher eine Verlegung meines Nachtquartiers zu sein. So fand ich mich also beim Kreischen des Weckers auf dem Sofa wieder - ohne Decke und mit kaum meßbarer Erholung. Die Nacht zusammenzufassen, überlasse ich einer Liedzeile von Johnny Cash:
May you rott and burn in hell.
Im letzten Vorrundenspiel gegen Tschechens B-Auswahl benötigt die deutsche Nationalmannschaft heute abend einen Sieg, um sich ihres Weiterkommens sicher zu sein. Der Denkpass hat schon darauf hingewiesen, daß für einen Sieg im Fußball eines unabdingbar ist: Tore schießen. Denn gerade das fällt der deutschen Mannschaft schwer.
Und so verwundert es auch kaum, wenn man sich vor Augen führt, daß die deutsche Nationalmannschaft seit nunmehr acht Jahren auf einen Sieg bei einer EM-Endrunde wartet. In den zwischenzeitlich absolvierten Spielen erreichte die Mannschaft drei Unentschieden (2x 1:1 und das 0:0 gegen Lettland vom vergangenen Wochenende) und verlor zwei Mal (0:1 und 0:3). Wie man an der Torausbeute der Spiele sehen kann, kommt die anhaltende Erfolglosigkeit keinesfalls von Ungefähr. Zwei Tore in fünf Spielen sind zuwenig, um international bestehen zu können.
Und heute abend? Rudi Völler hat sein Problem erkannt und scheint sich wieder für den Ein-Mann-Sturm mit Kevin Kuranyi als Spitze zu entscheiden. Die Mannschaft hat im Spiel gegen die Niederlande besser gestanden, Tschechiens B-Elf ist immer noch stark genug, um uns einfach wegzuputzen und außerdem sah man ja im Spiel gegen Lettland, wie wenig Druck von zwei Spitzen im deutschen Sturm ausgehen. Zumal, wenn eine der Sptizen der lustlos wirkende Fredi Bobic ist.
Wir dürfen trotzdem gespannt sein. Denn gegen die Niederlande konnten wir mit einem Unentschieden leben, heute abend sollte es aber schon ein Sieg sein (wollen wir denn das Schicksal Italiens und Spaniens nicht teilen). Da kommen uns die Tschechen allerdings auch nicht ungelegen. Denn den letzten Sieg hat die deutsche Nationalmannschaft im Endspiel der Euro ´96 eben gegen jene Tschechen errungen. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist!
Das Thema sei ihr zu oberflächlich, an einer Beantwortung der Frage sei sie nicht interessiert, so Guilia Siegel heute morgen in dem Sendeformat, mit dem Pro7 seine morgendlichen Zuschauer verblödet. Die Reporterin und ihr Kameragefolge hatte es zuvor brennend interessiert, ob und wie ein Ex-Model und Mutter dreier Kinder ihre bezaubernden Füße pflegt. Die steckten nämlich in sündhaft teuren, glitzernden und funkelnden italienischen Designer-Schuhchen und erregten zwangsläufig die Phantasien der anwesenden Männerwelt.
Dabei sollte sich Guilia Siegel doch freuen, wenn man ihr vor laufender Kamera ein Mikrofon vor den hübschen Kopf hält und sie nach ihrer Meinung befragt. Denn immerhin rankt sich die Karriere der Tochter von Deutschlands bekanntestem Schlagerproduzenten doch allein um mediale Aufmerksamkeiten. Und weil die ihr doch meistens nur des Vaters Genen wegen zufallen, sollte Guilia-Häschen eigentlich froh sein, wenn man sie nach so bedeutenden Themen wie ihrer ureigenen, zutiefst persönlichen Fußpflege befragt. Zumal ihr der Gefallen noch vom eigenen Sender getan wird - da ist man doch nicht so unhöflich!
Oberflächlichkeit hin oder her, was erwartet die Gute denn eigentlich? Mit welcher tiefschürfenden, philosophischen und unvergesslichen Diskussion wollte uns die halbnackte und verführerisch geschminkte Guilia auf ´nem Münchner Promiball eigentlich stundenlang vor die Mattscheibe fesseln? Was könnte für den intellektuellen Zaungast zu holen sein bei Guilia Siegels rhetorischen Wanderungen? Juristische Spitzfindigkeiten aus ihren Erfahrungen als Moderatorin einer Chart-Show auf Pro7, die den wegen Vergewaltigung verklagten eigentlichen Star des Samstagnachmittags vertritt? Einblicke in die Lebensweisheiten, die sie als DJane, Personalchefin und Promisternchen eines Münchner Nachtklubs sammeln konnte? Brisante wissenschaftliche Ausblicke auf Karriereeindrücke als Ex-Model oder ein Sex-Interview mit Deutschlands geistigem Fußballoberhaupt Mario Basler?
Nein, liebste Guilia, wer sich auf solchen Anlässen blicken lässt und mit solchen Jobs seinen Lebensunterhalt verdient, belügt sein Publikum, wenn er sich plötzlich vor dessen Interesse in tiefgründige Intellektualität flüchtet. Also, raus damit, .... Du Stück! Du ..., welche Pflege läßt Dein Fußwerk so affengeil aussehen?
Christopher Hitchens bezeichnet Abu Ghraib als ein moralisches Tschernobyl. Zugleich streicht er heraus, was Tschernobyl und Abu Ghraib gemeinsam haben - sie sind keine zufälligen Erscheinungen, sondern als Symptome eines fehlerhaften Systems deren unausweichliche Folge. Sie sind das, was zu erwarten ist, wenn man fehleranfällige Systeme von Menschen rund um die Uhr betreiben läßt - und die ganze Zeit der Meinung ist, man wird eventuell entstehende Feuerchen schon in den Griff bekommen. Tschernobyl hat einen großen Teil der Ukraine für mehrere Generationen unbewohnbar gemacht. Die Folgen von Abu Ghraib werden wir erst in einigen Jahren in ihrer Vollkommenheit abschätzen können.
Aber keine Angst, es kommt noch schlimmer. Selbst der Kongressabgeordnete James Inhofe, der sich lautstark über die Aufregung wunderte, die der Rest der Welt über das amerikanische Foltergefängnis im Herzen des Iraks empfand, hat sich seit der Vorführung bislang unveröffentlichter Videos und Fotos vor ausgewählten Mitgliedern des amerikanischen Kongresses nicht mehr zu Wort gemeldet.
Die Bilder, die er sah und die ihren Weg mit Sicherheit in die Öffentlichkeit finden werden, könnten Schwierigkeiten bei ihrer Ausstrahlung begegnen. Ist ihr Inhalt doch keinesfalls auch nur annähernd so jugendfrei wie der der Bilder, die wir bislang zu sehen bekamen. Bilder, die durch ihre Menschenverachtung und Arroganz bereits ekelerregend genug waren, die trotzdem nur Stapel von geschändeten Menschen zeigen. Eine Trophäensammlung, eine Jagdstrecke gewissermaßen. Aber keine Bilder von der eigentlichen Jagd.
Denn bislang konnten wir die Opfer nur sehen, nachdem ihre Peiniger ihnen das Unvorstellbare - auf wessen Befehl auch immer - angetan haben. Den Vorgang der Folter, den spezifischen Akt der Zerstörung menschlichen Lebens, konnten wir bislang nicht sehen. Allein, Christopher Hitchens ist der Meinung, die amerikanischen Soldaten in Abu Ghraib hatten anscheinend auch nichts dagegen einzuwenden, sich beim Morden und Vergewaltigen ihrer Gefangenen filmen zu lassen.
Wir werden sehen. Und wir werden irgendwann fühlen, welchen Preis auch wir dafür zu zahlen haben.
[via Unqualified Offering]
Anstelle der gewünschten zwei Tore mehr hätten wir uns am Ende auch mit einem begnügt. Oder wenigstens mit einer Torchance. Was rede ich da? Ein Torschuß wäre schon toll gewesen. Aber das Spiel gegen Lettland war schwerer als von vielen (und auch mir) erwartet. Das Ergebnis zeigt deutlich, warum Herr Völler der Bundes-Rudi ist und ich nur der Denkpass. Habe ich mich Träumereien hingegeben, daß der deutsche Sturm zwei Tore mehr schießen würde als die lettische Mannschaft, so hatte Rudi darauf hingewiesen, daß man diese Letten erst mal schlagen müsse.
Dabei hat der deutsche Sturm bislang noch gar kein Tor getroffen. Kein Wunder übrigens, wenn man mit Herrn Bobic aufläuft. Ich will nicht sagen, daß er schlecht ist. Keineswegs. Ich glaube bloß, er hätte ernsthafte Schwierigkeiten, das Wasser zu treffen, wenn er den Ball aus einem Boot schießen soll. Übrigens - der einzige Treffer, der für uns zu Buche steht, hätte eigentlich gar nicht fallen dürfen, wenn irgendjemand an den Ball gekommen wäre. Wollte auch keiner richtig glauben, als er drin war, so meine ich mich erinnern zu können.
Aber es gibt weitere Erkenntnisse:
• Daß Deutschland eine Turniermannschaft sei, die sich von Spiel zu Spiel steigert, ist erstmal wiederlegt. Denn als Steigerung war dieses wilde Flanken-über-alle-Spieler-schlagen wohl nicht zu verstehen.
• Anstelle des Unentschiedens benötigen wir gegen die Tschechen nun einen Sieg. War ersteres schon schwer, wird zweiteres unmöglich sein. Der Grund? Für einen Sieg muß man nämlich mindestens ein Tor schießen, Freunde.
Aber wir werden das schon packen. Denn die deutsche Mannschaft hat bislang eines bewiesen: Sie spielt immer so, wie es keiner erwartet. Und daß wir zu den besten acht Mannschaften Europas gehören sollten, dürfte niemand auf der Rechnung haben.
Am 2. Spieltag der Vorrundengruppe D der Fußballeuropameisterschaft trifft die deutsche Nationalmannschaft um 18:00 Uhr in Porto auf Lettland. Dabei wäre es für Rudi Völlers Truppe wichtig, mit zwei Toren Unterschied zu gewinnen - würde doch so am letzten Spieltag gegen Tschechien ein Unentschieden ausreichen, um in das Viertelfinale einzuziehen.
Denn egal, wie das Spiel Holland-Tschechien (20:45 in Aveiro) ausgeht, eine der beiden Mannschaften könnte die deutsche Nationalmannschaft in der Tabelle dann nicht mehr überholen. Schauen wir uns die Konstellation einmal an. Voraussetzung bleibt: Deutschland gewinnt heute mit zwei Toren Unterschied, also 2:0, 3:1 oder gar 7:5 - und hätte heute abend vier Punkte.
• Gewinnt Tschechien gegen Holland, haben die Holländer einen Punkt und können am letzten Spieltag auf maximal vier Punkte kommen. Mit einem Unentschieden gegen Tschechien stünde Deutschlands Punktekonto bei fünf Zählern - wir wären im Viertelfinale.
• Gewinnt Holland heute abend, so hätten die Tschechen drei Punkte, Holland vier. Deutschland würde mit einem Unentschieden gegen Tschechien auf fünf Zähler kommen und könnte von den Tschechen nicht mehr überholt werden - der Viertelfinaleinzug wäre die Folge.
• Spielen Holländer und Tschechen heute abend Unentschieden, und siegt Holland am letzten Spieltag gegen Lettland bei einem gleichzeitigen Unentschieden zwischen Deutschland und den Tschechen, hätten die drei großen Teams der Gruppe D jeweils fünf Punkte. Weil wir aber mit zwei Toren gegen Lettland gewonnen haben (deswegen wäre das so wichtig) und Tschechien nur mit einem Tor, wäre Deutschland auf jeden Fall vor Tschechien platziert.
So oder so, bei einem heutigen Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied würde uns am letzten Spieltag ein Unentschieden reichen.
Allerdings, auch die Letten würden gern gewinnen. Denn dann hätten sie selber eine Chance auf das Viertelfinale. Und so warnt Rudi Völler denn auch vor ebenjenen Rechenspielen, denen der Denkpass gerade erlegen ist:
„Es wird schon schwer genug, das Spiel überhaupt zu gewinnen.“
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sieht sich veranlasst, über eine dringende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu reden. Sein Vorschlag lautet, daß in den nächsten Jahren jeder länger für das gleiche Geld arbeiten müsse.
"Das ist eine Frage der intellektuellen Klarheit und Härte. Wir müssen über die schönen und über die schwierigen Dinge sprechen."Recht so, Bürger Koch. Freie Meinungsäußerung steht in unserer glorreichen Nation hoch im Kurs. Ihre intellektuelle Klarheit und Härte ist aber leider Anzeichen eines kolossalen Mißverständnisses der politischen Situation unserer Republik.
Denn bei den Wahlen am vergangenen Sonntag, sei es für das Europaparlament oder auch nur für den Landtag im lieblichen Thüringen, hat die SPD eben wegen ihrer katastrophalen Bilanz als Regierungspartei eine Niederlage epochalen Ausmaßes erlitten. Hauptgrund sei die zunehmende Beschneidung des Sozial-, Renten- und Krankensystems unserer Republik, so jedenfalls die einhellige Meinung von Kommentatoren oder befragten Wählern. Oder vielmehr: das Ausbleiben spürbarer Verbesserungen der wirtschaftlichen Situation des Landes als Folge ebenjener Einschnitte, wie sich die Opposition hinzuweisen bemächtigt fühlt. Folgerichtig konnte sich der Kanzler beim Wähler das schlechteste Wahlzeugnis seiner Partei in der Geschichte der Bundesrepublik abholen.
Aber offensichtlich ist diese Erkenntnis noch nicht bis zu Roland Koch vorgedrungen. Der Vorsteher von Hessens lukrativstem Kofferfundbüro scheint nicht zu verstehen, daß auch eine unentgeltliche Verlängerung der Arbeitszeit von vielen Arbeitnehmern als Einschnitt in ihren sozialen Status betrachtet wird. Oder daß die Gewerkschaften, in der knallharten Vertretung der Interessen ihrer arbeitenden - und eben nicht der arbeitssuchenden - Beitragszahler, diese Idee kaum für fördernswert halten werden. Generell eben, daß die Erfüllung unsozialer Forderungen zwar eigentlich notwendig für unseren Wirtschaftsstandort ist, vom Wähler aber als außerst unpopulär eingestuft wird.
Oder aber das Mißverständnis liegt gar nicht auf Seiten Roland Kochs. Vielleicht hat der bundesdeutsche Wähler nicht verstanden, welche Partei sozial und demokratisch ist und welche Partei offenbar nicht? Vielleicht braucht es eine schwarzgelbe, schwarzgrüne oder einfach nur schwarze Bundesregierung, um ein für alle Mal zu klären, von wem die wirklich schmerzhaften Einschnitte in unser bisher gewohntes Leben zu erwarten sind.
Aber selbst dann wäre die Andeutung eines zu erwartenden Kurswechsels vor einer gewonnenen Wahl nicht gerade ein Anzeichen intellektueller Klarheit. Anders gesagt, für die Erfolgsaussichten der CDU bei der nächsten Bundestagswahl wären weitere Aussagen dieser Art von Roland Koch ein hartes, ernstzunehmendes Hindernis.
Aber gerade über intellektuelle Klarheit und Härte wollen wir ja sprechen, nicht wahr, Herr Koch?
Nico Lumma wundert sich auf blogosfear, ob mit dem Erfolg des em2004.Bloggs nun eine Welle von Sport-Blogs auf uns zurollt. Er vergleicht die Situation mit dem Erfolg politisch orientierter Blogs in den USA seit den Vorbereitungen des Irakkriegs und - seltsam, wo gibts denn die? - mit den Strickblogs hier in unserer Heimat.
An dieser Stelle möchte ich einhaken und darauf hinweisen, daß Blogs mit Sportthemen in den USA bereits der große Renner sind. Sie konzentrieren sich allerdings hauptsächlich auf eine Sportart: Baseball. Das liegt mit Sicherheit daran, daß die Saison für ein typisches Team ungefähr 200 Spiele lang sein kann, daß jedes Profiteam um die vier Amateurteams mit ähnlichem Spielplan unterhält, und daß in jedem dieser Spiele Daten gesammelt werden können, die sich hervorragend statistisch auswerten lassen können.
So verwundert es niemand, daß in den USA ein Großteil der mathematischen Literatur über Statistik mit Beispielen aus dem Baseball gefüllt ist. Oder daß die statistische Unterabteilung der amerikanischen Mathematikorganisation sich eigentlich nur mit Baseball beschäftigt.
Und so kommt es, daß viele der Baseballblogger fachlich fundiert und sprachlich versiert über einen Sport berichten, der wahrscheinlich die meisten Fans hat - und so 10.000 Pagevisits am Tag für eine schwache Ausbeute halten. Viele der sogenannten Baseblogger haben gar bereits den Sprung in die Unterhaltungs- oder Baseballindustrie geschafft.
Anderswo ist also Sportbloggen bereits Normalität. Andererseits, sich mit Sport zu beschäftigen ist dort auch kein Indikator der Zugehörigkeit zum Proletariat, Sportfan sein kein Schimpfwort unter Intellektuellen. Sport zu verfolgen ist da drüben normal.
Warum müssen Studenten in Deutschland im Gegensatz zu ihren österreichischen Kollegen schon um kurz nach halb acht aufstehen?
(Weil der Supermarkt um acht Uhr schliesst!)
Das Gesetz zur Ausbildungsplatzabgabe ruht erst einmal, bis die Wirksamkeit des Ausbildungspaktes beurteilt werden kann. Ob es dabei im Vermittlungsausschuß hängen bleibt, wie es sich der Geschäftsführer der SPD-Fraktion Wilhelm Schmidt vorstellt, oder aber durch den Vermittlungsausschuß fällt, der Bundesrat Einwände formuliert und das Gesetz dann dem Bundestag erneut vorgelegt wird, wie es sich CDU-Chefin Angela Merkel wünscht, spielt erstmal eine unwesentliche Rolle. Wo es letztendlich liegen bleibt, ist sowieso nur Ausgangspunkt künftiger Anschuldigungen zwischen Opposition und Regierung.
An seine Stelle tritt nun der zwischen Industrie und Bundesregierung geschlossene Ausbildungspakt, der beide Seiten dazu verpflichtet, neue Ausbildungsplätze zu schaffen als auch vorübergehende betriebliche Erstqualifikationslehrgänge einzurichten. Sollte der Pakt platzen und die gesetzliche Abgabe eingeführt werden, sind jedoch einige Punkte unumstritten verbesserungswürdig.
So ist zu hoffen, daß das Gesetz zur Ausbildungsplatzabgabe, wo immer es in der Zwischenzeit landen mag, noch einmal überarbeitet wird. Daß beispielsweise Kindertagesstätten ihre Preise wegen der zu befürchtenden Abgabe erhöhen müssen, ist schwer zu erklären. Können doch Kitas gar keine Erzieherinnen ausbilden, weil die dafür ein Fachhochschulstudium benötigen. Daß auch die freie Wohlfahrtspflege Abgaben zu zahlen hätte, die ihre Leistungen in der Wohlfahrt schmälern, bleibt ebenso unverständlich.
Zusätzlich gibt es genügend Beispiele für Ausbildungsplätze, die wegen geringen Interesses oder aber ungenügender Qualitäten der Bewerber nicht besetzt werden können. Da gibt es Friseusen, die sich nur in der Probezeit anstrengen wollen und dies ihren Arbeitgebern auch so sagen, oder welche, die es unter ihrer Würde erachten, nach Feierabend ihren Arbeitsplatz aufzuräumen. Aber auch einfachste Anforderungen hinsichtlich der deutschen Sprache oder geringster mathematischer Kenntnisse können vielfach nicht erfüllt werden.
Malerbetriebe sortieren mehr als 90 Prozent der Bewerbungen aus, weil die voller Rechtschreibfehler sind. Beim Vorstellungsgespräch in einem anderen Malerbetrieb wurde einem Lehrling die Frage gestellt, was ein Drittel von 345 € seien. Die Antwort? 112,55 €. Eine weitere Bewerberin scheitert gar an der Bestimmung eines Drittels von 300. Grund? Sie habe in der Schule immer einen Taschenrechner benutzen dürfen.
Gerade an der Bildung mangelt es vielen Bewerbern also. Auch an der Erkenntnis, daß für Erfolg im Berufsleben Anstrengungen nötig sind, die man anscheinend bislang an der Schule nicht erbringen musste. Denn wie sonst will man die schlechte Bildung erklären als mit fehlenden Bemühungen der Schüler? Mit einer verfehlten Bildungspolitik etwa?
When University of Hawaii shortstop Brian Finegan could not decide whether to sign an amateur contract with the Cleveland Indians for a signing bonus of just 1.500 $, their scout told him:
"It's $1,500 with a chance to make millions."
Ich gebe es offen zu: Lange Jahre hielt ich Rudi Völler mehr für einen Lückenbüßer als für die wirkliche Lösung der Trainerfrage unseres Nationalteams. Und Michael Skibbe erst! Den nahm doch nie jemand ernst, damals, bei Borussia Dortmund. Hauptgrund für meine Zweifel? So jung beide sind, so wenig sind sie doch für Wechselspielchen. Und zwar in jeder Hinsicht, wie die Berufung von Christian Ziege in die Nationalmannschaft ebenso zeigt wie die Einwechselung von Fredi Bobic in der 85. Minute gegen Holland.
Was das Auswechseln von Fußballspielern angeht, haben Bundes-Rudi und Bundes-Skibbe eine äußerst lange Leitung. Sowenig Sinn es macht, bei Christian Ziege darauf zu warten, daß er mit 32 Jahren endlich lernt, eine Flanke so zu schlagen, daß sie zumindest in der Nähe des Strafraums landet, so unverständlich blieb gestern abend, warum mit Kevin Kuranyis Auswechslung bis zur 85. Minute gewartet werden mußte. Der Schwabenpfeil war körperlich nach 60 phantastischen Minuten am Ende - und hätte spätestens in der 70. Minute durch Thomas Brdaric ersetzt werden sollen. Herthas Sturma(a)s Fredi Bobic dagegen würde ich nicht mal in die Nähe eines EM-Fußballplatzes lassen.
Aber das spielt alles keine Rolle, wenn man bedenkt, daß Rudi ansonsten alles richtig machte. Alles? Wie wir seit gestern wissen, ist Rudi ein kaltblütiger Taktierer und eiskalter Fintenleger, der seinesgleichen sucht. 1:5 in Rumänien? 0:2 gegen Ungarn? Paaah - wer glaubte, daß Deutschlands Nationalmannschaft so schlecht sei, hat nicht verstanden, worauf es dem Bundes-Rudi ankommt. Alles Absicht: Verwirrung und Zweifel streuen, seine Gegner im Unklaren lassen über die eigenen Mannschaftsstärke.
Wie sagt eine alte Fußballweisheit: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Wenn man seinen Gegner in die Irre leiten will, so Rudi Völler, kann es sich dabei auch ruhig mal um 48 Tage handeln. Die Holländer jedenfalls haben sich das alles sicher ganz anders vorgestellt. Die meisten der deutschen Zuschauer, mich eingeschlossen, aber auch.
Rudi hat uns alle an der Nase rumgeführt. Und wenn es nach mir geht, soll er das mal ruhig weiter so machen. Und uns am Ende auf dem Frankfurter Römer den Topp hinhalten...
Vor nicht einmal einer Woche hatte ja eine Welle von Spam-Mails mit rechtsideologischem Inhalt versucht, durch das gezielte Schüren von Überfremdungsängsten Stimmung für die rechten Parteien im Europawahlkampf zu machen. Der Denkpass hatte darauf hingewiesen, daß die so erzielten Stimmgewinne zwar nicht für eine Richtungsänderung der Politik des Europaparlaments ausreichen werden, den betroffenen Parteien aber Finanzierungsansprüche nach dem Parteiengesetz bescheren. Diesem Gedankengang schloß sich auch der Spiegel an.
Die Wahlen fanden am vergangenen Sonntag mit den bekannten, zum Teil verheerenden Ergebnissen für die großen Parteien statt. Wie sieht es nun aber mit den Ergebnissen der Parteien des rechten Spektrums aus? Wie man vom Bundeswahlleiter über das Amtliche Endergebnis erfahren kann, hat man sich recht erfolgreich geschlagen.
So konnten die Republikaner ihr Ergebnis von 1999 leicht verbessern, und zwar absolut von 461.038 auf 485.691 Stimmen und relativ von 1,7 Prozent auf 1,9 Prozent. Die NPD, 1999 noch mit 107.662 Stimmen oder 0,4 Prozent an der Anspruchsmindestgrenze von 0,5 Prozent gescheitert, konnte ihre Stimmanteile am vergangenen Sonntag auf 241.678 Stimmen oder 0.9 Prozent sogar mehr als verdoppeln.
An dieser Stelle sei eingeschoben, daß die Wahlunlust der deutschen Wähler für Finanzierungsansprüche kleiner Parteien verantwortlich gemacht werden kann. Deren Wähler sind nämlich Überzeugungstäter und von einer Wahl kaum abzubringen. Der von rechten Parteien erzielte relative Stimmanteil steigt jedoch, wenn sich die gesellschaftliche Mitte von den Wahllokalen fernhält - und überspringt so mit Leichtigkeit die für den Finanzierungsanspruch notwendige Hürde von 0,5 Prozent.
Republikaner und NPD haben somit aus den Europawahlen resultierende Ansprüche auf Finanzierung nach dem Parteiengesetz. Auf welche Summe belaufen sich diese Ansprüche? Wie ich an dieser Stelle errechnet habe, sind die ersten vier Millionen Wählerstimmen für eine Partei im Jahre 2003 etwa 0,68 € Wert gewesen, die Stimmen darüber nur noch 0,56 € (eine Abwertung von ursprünglich 0,85 € bzw. 0,70 € erfahren die Werte wegen der Begrenzung der Parteienfinanzierung auf 133 Mio. € - wird der Wert überschritten, werden die Ansprüche im Verhältnis gekürzt). Die Finanzierung wird jährlich ausgezahlt, der Anspruch aufgrund von errungenen Wählerstimmen gilt bis zu erneuten Wahlen des betroffenen Parlaments. Wahlen zum Europaparlament werden alle fünf Jahre abgehalten, somit ergibt sich als Schätzung für den Finanzierungsanspruch:
| Wählerstimmen | Wert in € | Jahre | Finanzierungsanspruch | |
| Republikaner | 485.691 | 0,68 | 5 | 1.651.349,40 € |
| NPD | 241.678 | 0,68 | 5 | 821.705,20 € |
Die errechneten Finanzierungsansprüche sind dabei über den angegebenen Zeitraum aufsummiert. Die Werte können sich jedoch ändern, weil zum Beispiel der Wert einer Wählerstimme davon abhängig ist, ob der Finanzierungsanspruch aller Parteien die festgeschriebene Höchstgrenze überschreitet und eine anschließende Kürzung der Ansprüche notwendig ist. Die Parteien können zudem nicht mit einem höheren Betrag gefördert werden als sie selber erwirtschaften.
Die Europawahl vom vergangenen Sonntag ist für die rechten Parteien als klarer Erfolg zu werten - und zwar wegen spürbar dazu gewonnener Stimmanteile ebenso wie aus finanzieller Hinsicht. So können sich die Republikaner über eine moderate Steigerung ihrer Finanzmittel von reichlich 80.000 € freuen. Bei der NPD als Hauptnutznießer der rechten Spam-Welle handelt es sich sogar um mehr als 800.000 €, die ihnen zusätzlich innerhalb der nächsten fünf Jahre zur Verfügung gestellt werden.
Inwieweit die Kooperation von Virenschreibern und Spammern dafür verantwortlich zu machen ist, bleibt unklar. Unbestritten ist aber die Erkenntnis, daß man im rechten Lager durchaus gewillt ist, auch unkonventionelle Wege zur Steigerung eigener Stimmanteile zu gehen. Wegen der üppigen Dividende wird es also mit Sicherheit nicht das letzte Mal sein, daß bundesdeutsche e-mail-Postfächer von rechtem Spam überrollt werden.
Bei Artikel 20 findet sich ein Verweis zu pro-information.de, wo unter Anderem mit einer Unterschriftenliste eine zügige Implementierung des Informationsfreiheitsgesetzes gefordert werden soll. Weil wie jedes Medium auch Blogs von der freien Verfügbarkeit von Informationen leben, und von Daten, die mit Politik zusammenhängen, gerade auch der Denkpass profitiert, unterstützen wir diese Initiative.
Eine ganz andere Form der Informationsverteilung ist Freewayblogging. Dabei postet man kurze, prägnante Bemerkungen zu politisch oder anderweitig interessanten Themen, und zwar an Parkhäusern, Brücken oder Verkehrszeichen. Die Schilder mit den Bemerkungen werden von den vorbeifahrenden Autofahrern wahrgenommen - Freewayblogger haben so potenziell ein sehr großes Auditorium.
As Baseball Prospectus noticed, the Cincinnati Reds have a very special jersey for sale:
Jung Bong has been recalled from Triple-A Louisville, in a move sure to shatter all records for Reds headshop memorabilia sales.Now if I´d smoke pot, I´d sure as hell like to get this jersey (with his number and name on the back). Unfortunately, I do not smoke pot. By the way, is there a player in the baseball minor leagues with a name of Cake?
Pssssst! Weil auch der eifrigste Blogger manchmal sowas wie Urlaub von Nöten hat, und weil wegen des Jobwechsels der geplante Urlaubszeitraum im Herzen der Sommerzeit (auch August genannt) auf wackligen Füßen steht, wird es den Denkpass voraussichtlich von Mittwoch bis Sonntag an die Ostseeküste verschlagen. Um den Familienfrieden vollends zu sichern, bleiben alle technischen Hilfsmittel, die zur Benutzung des Internets eingesetzt werden könnten, zuhause.
Wer nun aber
• in der Nähe von Graal-Müritz lebt
• oder dort seinen Urlaub verbringt
• oder dort die Woche über arbeitet
• oder dort auf Kur ist
• oder so wie ich dorthin verschleppt wurde
• oder aber schnell mit dem Helikopter dort vorbeischauen möchte
und zugleich den Denkpass
• in Person kennen lernen
• oder verprügeln
• oder abküssen
• oder auf einen Drink einladen
will, der sollte sich schleunigst unter der irgendwo auf der rechten Seite angegebenen e-mail mit mir in Verbindung setzen. Wir könnten das ja dann OstseeBlogGig 1.0 nennen!
WARNUNG: Der folgende Artikel ist in seinem tiefsten Wesen äußerst undemokratisch! Der Denkpass macht nichtsdestotrotz vom Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch, um eine mögliche Deutung vorhandener Fakten zu vertreten.
Die Landtagswahlen in Thüringen verfestigten die bereits bei vergangenen Wahlen gewonnenen schonungslosen Einsichten in die Gedankenwelt ostdeutscher Wähler. Die Klarheit der Erkenntnisse unkommentiert zu lassen, ist kaum möglich.
Fast die Hälfte der Thüringer ist der Meinung, ihr Staatsbürgertum selbstbewußt durch Nichterscheinen bei einer Wahl zur Schau stellen zu müssen. Ein Großteil dieser Nichtwähler war mit Sicherheit bis 1989 übereifrig, wenn es darum ging, die Wahl-Farce der Kommunisten über die Bühne zu bringen. Nichtwählen hätte damals einer demokratischen Meinungsäußerung in einem unterdrückten Land entsprochen und wäre für den Nichtwähler sogar gefährlich gewesen. Nichtwählen heutzutage ist dumm und unverständlich und auf keinen Fall etwas, worauf man stolz sein sollte.
Von der wählenden Hälfte hat eine weitere Hälfte seit der Wiedervereinigung nicht gelernt, daß man auch bei anderen Parteien als der CDU ein Kreuz machen darf. Vielleicht sind sie aber auch nur unaufgeklärt und kreuzen immer den ersten Kreis an - den hat die CDU als Serien-Siegerin in Thüringen nämlich seit damals inne. Die Hälfte der restlichen Wähler ist jedoch nicht mal bis dahin gekommen, die wählen stur weiter die SED PDS. Beiden Wählergruppen eine kognitive Wahlentscheidung zu unterstellen, fällt schwer. Diese Wähler sind Gewohnheitstäter und Argumenten kaum zugänglich - vegetative Wähler sozusagen.
Bleibt die Hälfte der Hälfte der Hälfte, also ein Achtel. Jeder achte Wahlberechtigte im Lande Thüringen macht sich einer kognitiven Wahl verdächtig. Denn auch in dieser Gruppe wird es einige geben, die nach unerklärlichen Gesichtspunkten ihr Kreuzchen verschenken, oder aber gleich voll auf ungültige Stimmen setzen.
Nicht, dass das verboten wäre: Jeder darf mit seiner Stimme machen was er will. Daß 13 Jahre Bundesrepublik erst knapp 13 Prozent der Bürger in Thüringen von der Bedeutung einer Wahl überzeugt haben, bleibt erschreckend. (Auch wenn meine Rechnung keiner neutralen Beobachtung standhält.)
Wahlbetrug! war das erste, was Nora Bochnikova im Wahllokal herausposaunte. Bei der gestern in Tschechien stattfindenden Europawahl wollte ihr einfach gar nichts gelingen. Das fing damit an, daß man ihr das Wahlrecht verweigerte. Schuld daran waren aber nicht etwa ihre beiden saftigen Milchtüten, die ihr und den anwesenden Wahlbeobachtern den Blick auf den Wahlzettel versperrten. Sie hatte halt schlichtweg vergessen, sich um eine Wahlberechtigung zu kümmern. Das passiert in den besten Häusern, vor allen Dingen, wenn sie so vielbeschäftigt wie die gute Nora sind. Denn Nora Bochnikova - deutscher Name Nora Baumberger - ist Künstlerin. Als solche führt sie standesgemäß einen Künstlernamen.
Der lautet Dolly Buster und der damit verbundene Bekanntheitsgrad sollte ihr auch ermöglichen, für die tschechische Randgruppenpartei NEI ins Europaparlament zu ziehen. Aber auch dort schoss die 34-Jährige mit dem Aussehen einer 43-Jährigen an den selbst gesteckten Zielen vorbei. Weil die beliebte Dolly Buster als unbekannte Nora Bochnikova antreten musste, fehlte großen Teilen der männlichen Wählerschaft die Assoziation zu Tschechiens größten Künstlerzwillingen - eben jenen zauberhaften Ohren Dollys, die intern wohl auf die Namen Dolly und Buster hören. Von den geforderten fünf Prozent erreichte Dolly so als gänzlich unbekannte Nora nur eines.
Zumindest die männlichen Europa-Parlamentarier wird das wohl ziemlich ärgern.
Der Ausgang der Landtagswahl in Thüringen ist ungewiß. Die Anzeichen verdichten sich jedoch, daß die CDU ihre knappe Mehrheit nicht verteidigen wird. Weil man deshalb möglicherweise auf einen Koalitionspartner angewiesen ist, scheint ein Blick auf mögliche Konstellationen angebracht.
Der Spitzenkandidat der FDP, die bislang nicht im Thüringischen Landtag vertreten ist, forderte Ministerpräsident Althaus zu einer Koalitionszusage auf. Voraussetzung wäre allerdings die Überwindung der Fünf-Prozent-Hürde durch die Liberalen, doch die Aussichten darauf sind laut Umfragen eher begrenzt. Eine Koalition mit der SPD würde im bundesweiten Maßstab zwar den Strategien der beiden großen Parteien widersprechen, wird aber vom SPD-Landesvorsitzenden Matschie als durchaus sinnvoll eingestuft. Der wiederum könnte beim Mehrheitsverlust der CDU auch selber ein Bündnis mit den Grünen knüpfen, das unter wohlwollender Toleranz der PDS das Land regieren kann.
Eines wird es mit Sicherheit jedoch nicht geben: Ein Bündnis von CDU und PDS. Und damit bleibt der CDU nur noch eine mögliche Konstellation, die dann auch heiss diskutiert wird - eine Koalition mit den Grünen. Es wäre die erste Koalition beider Parteien auf Landes- oder Bundesebene. Von den Landesverbänden beliebäugelt, von der Bundesparteivorsitzenden Angela Merkel rigoros abgelehnt, wird sie von der SPD als "Kopfgeburt" und "wackelige Geschichte" bezeichnet.
Dabei gäbe es doch Erfahrungen, auf die Schwarz und Grün zurückgreifen könnten: Günter Volmer, CDU-Mitglied aus Gelsenkirchen, war bis 1983 Mitglied des Bundestages. Sein Sohn, Ludwig Volmer, wurde für die Grünen 1985 in den Bundestag gewählt. Nach einer kurzen Pause ist er dort seit 1994 für die Grünen unter anderem als Staatssekretär im Auswärtigen Amt oder derzeit als außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion tätig. Es gab sie also bereits, die Koalition zwischen Schwarz und Grün. Die Familie Volmer ist das lebende Beispiel dafür, daß sie möglich ist.
Der unermüdliche Einsatz für seine Leserschar in Sachen politischer oder einfach anderer Bildung hat dem Denkpass nun Anerkennung von Seiten des Spiegel-Online-Auftrittes eingebracht. Die im Zusammenhang mit der rechten Spam-Welle zuerst vom Denkpass angestellte Vermutung, daß die Spam-Aktion der Parteienfinanzierung sehr dienlich sein kann, wird nun auch vom Spiegel vertreten. Zeitgleich gibt es einen Link zum ersten Teil des Parteienfinanzierungs-Doppels (hier und hier zu finden).
Endlich nehmen zumindest Teile europäischer Regierungen Vernunft an und folgen den Forderungen des Denkpasses. Und was gibts da schon zu befürchten?
Wie der Sat1-Videotext berichtet, befürworten englische Behörden den Genuß von Cannabis während der anstehenden Fußball-EM. Begründung:
Trinkende Fans prügeln sich. Wenn sie einen Joint rauchen, schütteln sie sich die Hand und singen zusammen.... oder sie
• kriegen einen Freß-Flash und verschlingen alle Würste, Schnitzel, Kartoffelsalate, Milky Ways, Mars und Pommes, derer sie im Stadion habhaft werden können
• beobachten gedankenversunken, wie fetzige Insekten auf dem Rücken oder Kurzhaarschnitt des Vordermannes umherkrabbeln und sich paaren
• überlegen sich mehrere hundert Gründe, warum das eigene Team so niederträchtig schwach spielt und halten einen Monolog von mindestens einer Halbzeit
• sacken röchelnd auf den Boden, lassen ungeniert ihre Rücken knarren und lachen sich kaputt
• spielen Verstecken untereinander und scherzen mit den anwesenden Polizistinnen
• vertiefen sich in hochgeistige Gespräche über die Möglichkeiten der kommerziellen Nutzung verschiedenster spontan entwickelter Geschäftsideen
• frönen der freien Liebe im Stadion oder masturbieren fröhlich vor sich hin
Jedenfalls geht keine Gewalt von über 40.000 Gleichgesinnten aus! Auf nach Portugal!
Tilman Spengler hat in seiner Kurzgeschichte im Kursbuch 133 einige Milchspritzer über den Schlips einer Nebenfigur verteilt, weil die auch sonst alles tat, "um im Anfangskapitel einer Erzählung aufzutauchen." Florian stand diesem Verhalten in nichts nach. Mir ist immer noch nicht klar, ab welchem Zeitpunkt ich anfing, nur noch auf ihn zu achten. Die Veranstaltung kann jedoch nicht älter als eine Stunde gewesen sein. Was mir jedoch sofort auffiel an Florian, war seine sterile, aseptische Art: wäre Milch auf seinen Schlips gespritzt, er hätte sich mit Sicherheit sofort geduscht.
Er saß so da, als ich den Raum betrat, in seinem grauen, klein kariertem Hemd, den dunklen, ungetragen wirkenden Jeans und schwarzen, ebenso unauffälligen wie unmodernen, aber säuberlich geputzten Schuhen, und da der Stuhl neben ihm der einzig freie schien, waren wir für die Dauer der Veranstaltung zu Nachbarn geworden. Erst einige Zeit später wurden wir uns der Tragweite dieser Beziehung wirklich bewusst - Antipathie, liebe Leser, beruht nämlich immer auf Gegenseitigkeit.
Es waren wohl einige Äußerungen seinerseits, die mein Interesse auf seine Person zu lenken begannen. Aalglatt und poliert wie sein gesamtes Wesen, waren auch seine Bemerkungen Höchstleistungen entgrateter Berührungsangste: "Ich glaube, ich denke, ich meine, Ich kenne mich da nicht so aus, aber..." Immer und immer wieder diese Angst, etwas Endgültiges in den Raum zu stellen und irgendwo anzuecken, einen Angriffspunkt zu bieten, in Erinnerung zu bleiben. Selbst der Stimme, warm, geschmeidig, hochdeutsch artikulierend, fehlte jede Unebenheit.
Seine keimfreie Austauschbarkeit zelebrierte er vollkommen. Nicht eine ungepflegte Kleinigkeit war an ihm zu finden, ein den geschlechtstypischen Rahmen sprengendes Verhalten. Gewaschene, mit dem Fön getrocknete Haare in einem uninspirierten, aber kostengünstigen Heimschnitt, penibel geschnittene Fingernägel, ein exakt geometrisch geplanter und präzise in die Tat umgesetzter Bart auf Kinn, Oberlippe und den warmen, schmiegsamen Wangen ließen die vorhandene, aber mit aller Macht verleugnete Eitelkeit unter dem kugelrunden Panzer beliebiger Übertragbarkeit durchschimmern.
Verspürte Florian Langeweile, so zog er mit den Fingern am dichten Haarwuchs seiner Arme, oder schlimmer, er zog und drehte an den Haaren seines keimfreien Bartes. Das tat er jedoch selten, denn entweder gab es für ihn keine Minuten träger Eintönigkeit, oder er behielt selbst in diesen Momenten oft genug die Kontrolle. Das einzig Unordentliche, das ich während der gesamten Veranstaltung feststellen konnte, war seine kleine, krakelige und äußerst unsaubere Handschrift. Hier konnte nicht mal er sich verstellen - allerdings, es waren ja private Notizen. Vielleicht würde er in anderen Fällen auch hier etwas Einstudiertes präsentieren, sich stets der Wirkung seiner Taten bewusst.
Nein, Florian gehörte nicht zu den Menschen, die ich auf den ersten Blick leiden kann. Allerdings - ich glaube nicht, dass ihn das jemals stören würde.
In Reih und Glied hat sich ein Bot-Net unter rechtsgerichteter Kontrolle ausgerichtet, bevor es in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag zuschlug und auf breiter Front Spam-Mails mit ideologischem Inhalt versendete, so der Spiegel. Bot-Nets sind Netzwerke gekaperter Rechner, die zum unauffälligen Verteilen des Spams herhalten. Dabei sind die Besitzer der Rechner ebenso ahnungslos wie die der verwendeten Absenderaddressen für die e-mails.
Die Spamwelle mit "politischem Rechtsdrall" ist ein weiterer Beweis für die sich abzeichnende Kooperation von Virenschreibern und Spammern, so der Artikel weiter. Der Zeitpunkt der Zusammenarbeit sei dabei nicht ohne Grund gewählt worden:
Das Herumreiten auf Überfremdungsängsten deutet darauf hin, dass hier gezielt Stimmung mit Blick auf die Europawahl am Sonntag gemacht werden soll.Immerhin geht es bei der Europawahl nicht nur um Abgeordnete, sondern wie bei jeder Wahl in Deutschland auch um Ansprüche nach dem Parteiengesetz. Derzeit sind als Vertreter des rechten Spektrums die Republikaner, DVU und NPD anspruchsberechtigt.
So konnten die Republikaner bei der letzten Europawahl am 13. Juni 1999 mehr als 460.000 Stimmen gewinnen, was sich über die Jahre zu einem Finanzierungsanspruch von mehr als 1.000.000 € aufsummierte (über die genauen Abläufe der Parteienfinanzierung nach dem Parteiengesetz habe ich hier und hier berichtet). Trotz eher geringer Aussichten auf eine europäische Parlamentsbeteiligung stellen sich Republikaner als auch NPD dem Europawahlkampf - und können sich auf ebenso innovative wie unkonventionelle Wahlhilfe durch rechte Spammer verlassen ...
Ein Zitat von Charles S. Maier zu den sich in den letzten Jahren häufenden Spannungen im transatlantischen Verhältnis:
Die Spannungen zwischen den USA und Europa sind nicht so sehr Konflikte, sondern Symptome zweier divergierender Orientierungen.Zu finden war dieses Zitat auf dem Märzheft der Politischen Meinungen. Wie jedoch an anderer Stelle in dieser Publikation von Johannes Urban hingewiesen wird, sind Europa und die USA letztendlich aufeinander angewiesen. Unsere Wertesysteme sind nämlich mit denen anderer globaler Größen wie beispielsweise Rußland oder China nur schwer vereinbar.
The Church of England is rewriting some prayers and psalms in the Bible to more accuratly reflect issues of modern life like fair trade and developing world debt. The new works will be published in October as Pocket Prayers for Justice and Peace, the Church of England announced. One of the changes is made to the 23rd psalm, edited by Pastor Zephania Kameeta, former vice-president of the Evangelical Lutheran Church in Namibia:
Yea, though I walk through the valley of the shadow of deathIts new version is going to look like this:
Even if a full-scale violent confrontation breaks out I will not be afraid, Lord.Whereas the first version flows with what Hunter S. Thompson once called the "wild power of the language and the purity of the madness that governs it and makes it music", the new version lacks exactly that. The intensity of the language that the Bible is known for has not been captured. As Jane Galt puts it:
But really, as a co-worker points out, this "Lord" business is really hopelessly out of date. It needs to be replaced by something more modern, such as "boss", "jefe", or perhaps "daddy-o".Across the Atlantic gives more advice as to what the idea for the rewriting might have been:
Like I said, if it ain't broke, break it!
Ja, ja, liebste Leserschar: Heute ist der Tag der Fortsetzungen. Und warum auch nicht? Eine Fortsetzung verleiht ihrem Urspung mehr Bedeutung, die der eben manchmal nötig hat. Nicht immer, das ist klar, und manchmal wird das Original durch eine Fortsetzung entwürdigt. Und manchmal ... ja manchmal ... da weiss man einfach nicht, worüber man sonst reden soll. Was aber die Fortsetzung des eigentlichen Themas angeht, so scheine ich mich auf einer Tangente fortzubewegen. Oder kürzer: Ich schweife ab.
Das Original zu dieser Fortsetzung findet sich hier und fand damals sogar Würdigung durch einen Kommentar von einem der Michaels in meiner Täglichen Lesung sowie durch einen Trackback des Giga-Daniels. Verglichen mit den üblichen Reaktionen meiner vielleicht zu sehr dem Grundsatz
Der Kenner genießt und schweigt.verfallenen Leserschaft war das also anscheinend ein Beitrag, der bildlich gesprochen Schockwellen durch die deutsche Bloglandschaft gesendet haben muß. Jedenfalls habe ich am Ende des epochalen Ur-Beitrags versprochen, weiterhin am Dummschwätzranking zu arbeiten. Denn mit 19.7 Punkten kann sich der Denkpass, die Geissel der Galaxis, nicht zufrieden geben. Und siehe, was ein erneuter Testlauf an Kenntnis erbrachte:
Das Dokument unterJuchhu! Der Denkpass entwickelt sich! Es lebe die Evolution! Es lebe der Fortschritt! Vom Denkpass lernen heisst siegen lernen! Überholen ohne einzuholen! Dem Denkpass gehört die Zukunft!http://www.denkpass.de/dpblog/sig/index.html
hat den wissenschaftlich ermittelten Dummschwätzquotienten DQ1.60
24.6
Schnauze.
-UPDATE-
Der Denkpass muss zugeben, immer noch hinter den meisten großen Parteien der politischen Landschaft der Bundesrepublik zurück zu bleiben:
SPD - 2,7 Punkte
PDS - 19,1 Punkte
CDU - 38,8 Punkte
Grüne - 39,3 Punkte
Aber den Vogel im wahrsten Sinne des Wortes abgeschossen, den Rest deplatziert, sich mit ihren Gegnern den Arsch gewischt ein Späßchen erlaubt haben die blaugelben Jungs und Mädels um Spaßkanzler Guido Westerwelle:
Als ob wir das nicht schon immer geahnt hätten: Sobald der Guido und seine Kumpels den Mund aufmachen, wird einem ganz schummrig vor Augen. Und endlich wissen wir warum! Nicht die fehlende Mundhygiene ist schuld. Das liegt an intellektueller Inkontinenz! Dummschwätzing-Weltmeister!
Neidlos erkennt der Denkpass die Überlegenheit der FDP und ihres Internetauftrittes an. Ehre wem Ehre gebührt.
Daß John Kerrys Demokraten auch Blogger auf ihre Democratic National Convention lassen wollen, habe ich vor einiger Zeit ja schon mal angemerkt. Was ich nicht erwähnte, war die Tatsache, daß sich der Denkpass auch beworben hat.
Gestern kam eine erste Reaktion: Um den Entscheidungsprozeß zu unterstützen, würde man gerne einige meiner Arbeiten sehen sowie wissen wollen, was ich auf der Convention so vorhätte. Meine Antwort:
Dear Michael and Francesca,Und somit bin ich immer noch im Rennen. Ob ich mir allerdings wirklich die Zeit nehmen werde, um an der Democratic National Convention teilzunehmen und im Denkpass davon berichten zu können? Wer weiß das schon...you can check some of my work at the blog I´m running: http://www.denkpass.de/. It features stuff about literature, politics and sports as well as the usual things you find on blogs - almost all of it in german. My audience is not the biggest one, mainly because I just started blogging half a year ago and german blogs in general tend not to have as many visits as american ones (for whatever reasons).
I would be interested in the Convention because:
- I think almost no one from the german blogosphere is going
- I really appreciated Fear and Loathing on the Campaign Trail by Hunter S. Thompson
- I recently featured politics very heavily and also had some pieces about the US presidential elections already
- when in America, I could also visit some baseball games which I really look forward to
- I also favor John Kerry over George W. BushI hope that helps. And yeah, I would be one of these also-rans you just have to invite. Blogging is a new type of media, and you never know what will come out of it.
Ende April haben die Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen sich eine Gleichbehandlung der verschiedenen Verkehrsträger auf ihre Fahnen geschrieben und speziell eine Besteuerung von Kerosin und die Erhebung von Mehrwertsteuer auf grenzüberschreitenden Flugverkehr gefordert (der Denkpass berichtete an dieser Stelle). Gesetzesvorlagen dazu könnten bis September den Bundestag passieren, so liess man verlauten. Zeitgleich zeigte sich ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums überrascht von dem Vorstoß und gab bekannt, daß dem Ministerium keine derartigen Pläne vorlägen.
Nun, man scheint sich aber schnellstens an die Arbeit gemacht zu haben. Falls in den laufenden Verhandlungen mit seinen Ministerkollegen keine ausreichenden Einsparungen für die kommende Haushaltsperiode erzielt werden, wolle Bundesfinanzminister Hans Eichel die erwähnten Steuern einführen. Die Pläne für die Kerosinsteuer lägen dem Kanzleramt bereits vor, so Eichel weiter. Die Mehrwertsteuer für Auslandsflüge habe bereits im letzten Jahr den Bundestag passiert, sei aber von der CDU im Bundesrat blockiert worden.
Die Kerosinsteuer wäre jedoch im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig und übt deswegen einen starken Reiz auf die rot-grüne Bundesregierung aus. Die profitiert mehrfach. Neben den erhofften Steuereinnahmen würde die Kerosinsteuer den Verkehrsmarkt nivellieren, indem sie Flugtickets verteuert. Darüber dürfte sich besonders die Deutsche Bahn freuen, die so im Fernverkehr auf mehr Kunden hoffen kann. Beim im Jahre 2006 geplanten Börsengang des Verkehrsgiganten wiederum könnte der Bund bei einer verbesserten Vertragslage unmittelbar höhere Einnahmen verbuchen.
Allerdings, wie der Chef des Verbandes der in Deutschland aktiven Fluglinien, Martin Gaebges, gegenüber der Financial Times Deutschland verlauten liess, werde sich eine Kerosinsteuer dahingehend auswirken, dass Flugzeuge im Ausland voller betankt würden als bisher.
Wie jimmy hingewiesen hat, bietet das Artikel 20-Blog von Bjoern Ognibeni hervorragende und zugleich wissenswerte Lektüre über politische Themen. In letzter Zeit richtet Bjoern sein scharfes Auge auf die Verfügbarkeit bestimmter Informationen im politischen Alltag: Spenden für Politiker, das anstehende Informationsfreiheitsgesetz und - ganz aktuell - britische Webseiten, die über die Arbeit des Parlamentes wachen.
Im letzt genannten Artikel wird dann auch vehement nach einer Möglichkeit gefragt, sich über das Abstimmungsverhalten deutscher Parlamentarier zu informieren. Damit kann der Denkpass nicht dienen, wohl aber hiermit:
• heute im bundestag bietet Informationen zur anstehenden Parlamentssitzung
• die Vorabveröffentlichungen der Plenar-Protokolle bieten sogar den Wortlaut der Redebeiträge der Abgeordneten
• die Amtlichen Protokolle werden neben den Plenar-Protokollen als Liste der gefassten Beschlüsse geführt
• die Live-Übertragung aus dem Bundestag bietet eben das
• der Besuch einer Plenarsitzung bietet wohl den unmittelbarsten Eindruck des Geschehens
Ja, ja - manchmal trifft es einen unvorbereitet. Da scheint es Michaels Arbeitsplatz über 100 km von Zuhause wegzutreiben, und Michael fragt sich besorgt, wie er die tägliche Pendelei bewältigen kann und ob das Blog darunter leiden wird.
Mein herzlichstes Beileid, Michael. Ich drücke Dir und uns die Daumen, daß Dein Blog überlebt. Und ganz unter uns: Wir werden das schon schaffen! Wir?
Ja, auch mich hat der Arbeitsmarkt an einen fernen, neuen Strand gespült. Da komme ich so nichtsahnend aus Moskau wieder und finde auf meinem Anrufbeantworter die Aufforderung, mich schleunigstens bei einem Ingenieurbüro in Kleinmachnow zu melden. Viele Telefonate und zwei Gespräche (damit dann bei diesem Büro insgesamt vier Bewerbungsgespräche!) später liegt mir nun ein Arbeitsvertrag als Bauingenieur vor. Der hat zwar gegenüber meiner bisherigen Arbeit einige Nachteile:
• weniger Jahresgehalt
• weniger Jahresurlaub
• wahrscheinlich mehr Wochenarbeitszeit
• längerer Anfahrtweg
• keine wöchentliche, vom Arbeitgeber finanzierte Massage
Aber ich habe zugesagt und kann es kaum erwarten. Die bei Michael angesprochene Unwägbarkeit hinsichtlich der kontinuierlichen Betextung des Blogs besteht bei mir aber ebenso. Aber:
Wir werden das schon schaffen, Michael.
Seit Monaten schon ist der von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie der Opposition ein Dorn im Auge. Und so verkünden die Politiker von CDU und CSU alle Nase lang, den rot-grünen Atom-Ausstieg im Falle des Machtwechsels rückgängig zu machen - der Ausstieg vom Ausstieg sozusagen.
So folgte Angela Merkel am Wochenende einem Vorstoß des bayerischen Landesfürsten Edmund Stoiber, als sie verkündete, daß eine CDU/CSU-Bundesregierung den Betreibern von Atomkraftwerken gestatten würde, diese so lange zu betreiben, wie sie es wollten. Stoiber hatte zuvor das Energiekonzept der bayerischen Landesregierung veröffentlicht, in dem für eine stärkere Nutzung von Kernenergie plädiert wird. Man wolle gegebenenfalls neue Atomkraftwerke bauen, so das Strategiepapier weiter, vergißt in diesem Zusammenhang aber näher auf den üblichen Planungshorizont für den Bau eines Kernkraftwerkes einzugehen. Der liegt wegen des komplizierten Genehmigungsverfahrens nach dem öffentlichen Baurecht bei etwa 25 Jahren - und derzeit ist in der gesamten Bundesrepublik nicht ein einziges derartiges Verfahren anhängig.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel verurteilt den Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung als "in hohem Maße ökonomisch wie ökologisch riskant" und strebt eine kostengünstige und klimaneutrale Laufzeitverlängerung für bestehende Kernkraftwerke an. Grundgedanke seiner Beweisführung mag wohl sein, daß Kernkraftwerke keine Stick- oder Kohlenoxide ausstoßen. Ein Ersatz der Kernkraftwerke durch Energiegewinnung auf Basis fossiler Brennstoffe wäre demnach - zumindest in Hinsicht auf die Emissionsreduzierung - ökologisch riskanter. Ohne den erhöhten Ausstoß hochgefährlicher, radioaktiver Restprodukte zu beachten, bleibt diese Gleichung aber eine Schulmädchenrechnung.
Dabei soll der Atom-Ausstieg doch langfristig auch weg von den fossilen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren Energien führen, wie Bundeskanzler Gerhard Schröder erst kürzlich aus Anlaß der Ölpreisverteuerung ausführte. Fossile Brennstoffe und Uranvorkommen liefern einen weiteren Grund, über eine Verlagerung zu erneuerbaren Energien nachzudenken - ihre Vorkommen sind begrenzt, wie der Naturschutzbund hinweist. Und so bleibt das von Erwin Teufel erwähnte ökologische Risiko, das vielleicht aus dem Nichtbetrieb eines Kernkraftwerks entstehen kann, schwer vorstellbar.
Ökonomisch riskant wäre der Ausstieg ohnehin nur für die Betreiber der Kernkraftwerke. Und ganz offensichtlich auch für die Politiker, die ihn so vehement verhindern wollen.
Vor genau 98 Jahren lief in Clydebank die Lusitania vom Stapel, das seinerzeit größte Passagierschiff der Welt. Der Stapellauf des einzigartigen Schiffes nach nicht einmal 14 Monaten Bauzeit erfüllte eine ganze Nation mit Stolz:
There is not a briton anywhere who ought not to feel proud that this launch has placed Great Britain firmly at the forefront of marine architecture.Umso größer war das Entsetzen neun Jahre später, als die Lusitania am 7. Mai 1915 auf ihrer 202. Atlantiküberquerung von einem deutschen U-Boot versenkt wurde.
Der deutschen Wehrmacht ebenso wie den anderen Waffengattungen und nicht zuletzt auch der Zivilbevölkerung daheim im Reich ging es spätestens seit der Eröffnung der Westfront im Juni 1944 zunehmend schlechter. Der Kampf an zwei Fronten gegen überlegene Gegner und die rund um die Uhr stattfindende Bombardierung der Heimat trieben die Probleme in der Versorgungslage auf die Spitze. Hilfs- und Sammelaktionen für die Soldaten an der Front waren seit dem unvorbereiteten Russland-Feldzug an der Tagesordnung. Sie waren Anzeichen einer zunehmend schwächelnden Kriegsmaschine und erste Vorboten einer sich abzeichnenden Niederlage:

Welche tiefere Botschaft, welche zugrunde liegende Information über den Zustand der Militärmacht USA können wir dann diesem Aufruf zur Sammlung für die im Irak oder in Afghanistan stationierten Truppen der US-Armee entnehmen?
Want to send a care package to Any Soldier in Harm's Way, but have no idea of what to send, who to send it to, or how to send it?[via Unqualified Offering]
Shortly before the Allied Expeditionary Force set out to open the Westfront on June 6, 1944, their commanding officer issued to his men the following order:
Soldiers, Sailors and Airmen of the Allied Expeditionary Force!You are about to embark upon the Great Crusade, toward which we have striven these many months. The eyes of the world are upon you. The hopes and prayers of liberty-loving people everywhere march with you. In company with our brave Allies and brothers-in-arms on other Fronts, you will bring about the destruction of the Germany war machine, the elimination of Nazi tyranny over the oppressed peoples of Europe, and security for ourselves in a free world.
Your task will not be an easy one. Your enemy is well trained, well equipped and battle-hardened. He will fight savagely.
But this is the 1944. Much has happened since the Nazi triumphs of 1940-41. The United Nations have inflicted upon the Germans great defeats, in open battle, man-to-man. Our air offensive has seriously reduced their strength in the air and their capacity to wage war on the ground. Our Home Fronts have given us an overwhelming superiority in weapons and munitions of war, and placed at our disposal great reserves of trained fighting men. The tide has turned! The free men of the world are marching together to Victory!
I have full confidence in your courage, devotion to duty and skill in battle. We will accept nothing less than full Victory!
Good Luck! And let us beseech the blessing of Almighty God upon this great and noble undertaking.
Dwight D. Eisenhower
Hauptstädte nehmen in vielen Ländern eine führende Rolle ein. Ausnahmen mag es in Ländern geben, in denen die Hauptstadt nicht auch zugleich die größte Stadt des Landes ist, wie zum Beispiel in Australien. Überall sonst nehmen Hauptstädte die Funktion des Wegbereiters, des Trendbarometers wahr. So auch in Deutschland, wo Berlin ständig bemüht ist, dem Rest des Landes eine Nasenlänge voraus zu sein. Wie der Rundfunk Berlin Brandenburg meldet, leben in Berlin inzwischen fast genausoviel Menschen von staatlichem Geld wie von eigener Arbeit. So finanzierten sich im Jahre 2003 nach Angaben des Statistischen Landesamtes 39,4 Prozent der Berliner von ihrer Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig lebten 38,6 Prozent von Rente, Arbeitslosengeld und -hilfe, Sozialhilfe oder anderer Unterstützung.
Die fast paritätische Verteilung ist dabei besonders besorgniserregend. Wird doch nach einem Blick auf die eigene Lohnsteuerkarte auch dem unbefangensten Staatsbürger schnell klar, daß zur vollen Finanzierung eines Arbeitslosenförderungs-, Sozialhilfe- oder Rentenempfängers mehr als ein Erwerbstätiger notwendig ist. Wie sieht das Verhältnis in Gesamtdeutschland aus? Unter eifriger Zuhilfenahme der Statistiken des Statistischen Bundesamtes und des Europäischen Parlamentes kann der Denkpass seiner werten Leserschaft folgende Daten für die letzten Jahre präsentieren:

Daß Berlin die Speerspitze der bundesdeutschen Entwicklung ist, zeigt sich bei der Fortsetzung der in der Grafik vorherrschenden Trends. In vier bis sechs Jahren, so die Erkenntnis, würden wir auch gesamtdeutsch eine Parität zwischen Einzahlern und Leistungs-in-Anspruch-Nehmern erreichen. Abhilfe könnte geschaffen werden, indem beispielsweise der negative Trend der Erwerbstätigenanzahl gestoppt würde. Allerdings scheinen rot-grüne Abhilfsmaßnahmen an dieser Stelle bislang regelmäßig auf Hindernisse zu prallen. Selbst wenn die Strategie einer CDU-Kanzlerin hier wirksamer wäre, könnte es im Jahre 2006 allerdings zu spät sein.
Uns Berlinern ist das sowieso egal. Denn bis dahin haben wir woanders längst wieder die Führung übernommen...
Says Hunter S. Thompson in the second volume of his Gonzo Papers, Generation of Swine:
The TV business is uglier than most things. It is normally perceived as some kind of cruel and shallow money trench throug the heart of the journalism industry, a long plastic hallway where thieves and pimps run free and good men die like dogs, for no good reason.And with every day, its becoming more true than before.Which is more or less true.
A - Age/Alter: 30 - seit letzten Herbst.
B - Band listening to right now/Band, die du gerade hörst: Hmmm. Am nähesten kommt dem Robert Deckstar - kaum bekannter Underground-Assi-DJ.
C - Career future/berufliche Zukunft: Bislang Leiterplatten. Demnächst Projektmanagement Bauwesen. Irgendwann dann wieder Leiterplatten, so glaube ich.
D - Dad’s name/Name des Vaters: Jörg Peter Klaus. Oder Jörg Klaus Peter. Jedenfalls Jörg.
E - Easiest person to talk to/Person, mit der du am besten reden kannst: Ganz klar - mein holdes Weib: die ewig schöne, intelligente und verständnisvolle Maria.
F - Favorite song/Lieblingssong: "Piece of my heart" in der Version von The King
G - Gummy Bears or Gummy Worms/Gummibärchen oder Gummischlangen: Eindeutig Gummibärchen. Aber eigentlich die sauren Apfelringe.
H - Hometown/Heimatort: Berlin
I - Instruments/Instrumente: Ich mag: Hammond-Orgel, Klarinette. Ich spiele: Handfläche auf Waschbrettbauch mit Wäsche drauf.
J - Job/Beruf: Bis Freitag: Assistent Geschäftsleitung Leiterplattendesignbüro. Danach Bauingenieur.
K - Kids/Kinder: JAWOHLLLL: Gregor jr.
L - Longest car ride ever/Längste Autofahrt: Berlin-Weingarten.
M - Mom’s name/Name der Mutter: Brigitte Gisela.
N - Number of people you slept with/Zahl der Personen, mit denen du geschlafen hast: Promiskuität ist häufiger Geschlechtsverkehr mit ständig wechselnden Partnern. Warum ich das weiß? Keine Ahnung.
O - Obsession(s)/Besessen von: Baseball. Fussball. Denkpass.
P - Phobia(s)/Phobie(n): Kamelspinnen und ähnliches.
Q - Quote/Zitat: Der frühe Vogel fängt den Wurm.
R - Reason to smile/Grund zu lächeln: Gregor jr.
S - Song you sang last/Song, den du zuletzt gesungen hast: "Eisern Union" von Nina Hagen
T - Time you wake up/Zeit, zu der du aufwachst: 5:30 Uhr ist der Zeitpunkt, an dem Gregor jr. die Keule schwingt.
U - Unknown fact about me/Was man von mir noch nicht wusste: Ich bin nett.
V - Vegetable you hate/Gemüse, das du hasst: Rosenkohl!
W - Worst habit/Schlechteste Angewohnheit: Vergnügungssucht.
X - X-rays you’ve had/Wo wurdest du schon geröntgt (schreibt man das so?): Bein, Arm, Hand, Kopf, Hals
Y - Yummy food/Lieblingsessen: Sahne-Hering, Nudeln mit Räucherlachs und Meerrettich, Piroggen
Z - Zodiac sign/Sternzeichen: Jungfrau
[via Meinungen&Deinungen, der es von Emily hat, die es von ...]
Entgegan anderslautender Meinungen der Opposition konnte die Zahl der Erwerbstätigen von der Kanzlerwahl Gerhard Schröders im Jahre 1998 profitieren:

Wie das mit Daten aus dem Europaparlament gefütterte Diagramm zeigt, liegt der Höhepunkt der Entwicklung aber hinter uns - und die war aller Wahrscheinlichkeit nach zu großen Teilen das Produkt der letzten wirtschaftspolitischen Weichenstellungen der Kohlregierung. Eine Fortsetzung des jüngsten Trends könnte nun sogar dazu führen, daß Gerhard Schröder seinem Nachfolger (oder seiner Nachfolgerin?!) eine Bundesrepublik mit weniger Erwerbstätigen übergibt, als er sie selber vorfand. Andererseits, wahrscheinlich war das schon immer so: Würde die Anzahl der Erwerbstätigen während der Legislatur eines Kanzlers steigen, wer würde diesen Kanzler abwählen?
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Was findet man in der Titelleiste von Nils Webtagebuch? Folgendes Zitat von Theodor Fontane:
Alles im Leben hat seinen Preis; auch die Dinge, von denen man sich einbildet, man kriege sie geschenkt.Genau. Und Nils: Weiter so!
[Fortsetzung von gestern]
Ist eine Partei zugelassen, wird der Anspruchsumfang bestimmt. Für jede bei Europa-, Bundestags- oder Landtagswahl erzielte Stimme erhält die Partei jährlich 0,85 €, und zwar für bis zu 4 Mio. Stimmen. Darüber sind die Wählerstimmen 0,70 € wert. Für von natürlichen Personen gewährte Zuwendungen bis zu einer Gesamthöhe von 3.300 € je Person und Jahr erhält die Partei einen Betrag von 0,38 €. Soweit haben Bild am Sonntag und Yahoo-News recht. Michael Himsolts Wählerstimme ist trotzdem weniger Wert als angenommen.
Denn der vom Bund zur Finanzierung der Parteien jährlich bereit gestellte Betrag ist plafoniert - sprich: nach oben begrenzt. So sind im Bundeshaushalt dafür 133 Mio. € eingestellt. Ergibt sich nun rein rechnerisch ein Finanzierungsanspruch aller Parteien, der diese Zahl übersteigt, so werden die einzelnen Teilfinanzierungsbeiträge im Verhältnis gekürzt. Im Jahr 2003 ergab sich beispielsweise ein Anspruchsumfang aller Parteien von 166.980.156,13 €, der dann um etwa 25 Prozent auf 133.000.000 € gekürzt wurde. Würden wir Michael Himsolts Stimme zu den ersten 4 Mio. Stimmen für die Partei seiner Wahl zählen, so wäre sie also monetär mit 0,68 € zu bewerten, dadrüber sogar nur mit 0,56 €. Für den Zeitraum von fünf Jahren wie bei der Europawahl ergeben sich somit Werte von 3,40 € oder 2,80 €.
Die mögliche Kürzung der den Parteien von Bund und Ländern bereitgestellten Finanzmittel geht weiter: So darf die Finanzierung nach dem Parteiengesetz die Summe ihrer jährlich selbst erwirtschafteten Einnahmen nicht überschreiten, was bei der Tierschutzpartei 2003 angewandt wurde. Selbst erwirtschaftete Einnahmen setzen sich aus Mitglieds- und Mandatsträgerbeiträgen, Spenden und Einnahmen aus Vermögen zusammen und sind zum Teil steuerlich priviligiert. Der Staat finanziert Parteien also unmittelbar über das Parteiengesetz und mittelbar über Steuerbefreiungen von Erbschafts- und Schenkungssteuer.
Was den finanziellen Anspruch angeht, den eine Partei aufgrund einer abgegebenen Wählerstimme geltend machen kann, haben Bild am Sonntag und Yahoo-News also ungenau recherchiert. Absichtlich irreführend ist des Weiteren ihre Argumentation, daß hier der Europawahlkampf zum Melken des Bundeshaushaltes verwendet wird. Das Parteiengesetz sieht eine Finanzierung der Parteien vor. Das es sich dabei ergeben kann, das eine Partei mehr Wählerstimmen bei einer Wahl erhält - und somit mehr Finanzierung nach dem Parteiengesetz - als sie Finanzmittel in den Wahlkampf gepumpt hat, liegt in der Natur des Parteiengesetzes. Es handelt sich hierbei nämlich nicht um eine Wahlkampfkostenerstattung, sondern eine Teilfinanzierung der den Parteien allgemein nach dem Grundgesetz obliegenden Tätigkeit. Und seit 1933 wissen wir Deutsche, daß Parteien ein verfassungsrechtlich notwendiger Bestandteil der freiheitlichen demokratischen Grundordnung sind.