29.02.04

Wie schön denn nur?

So schön kann er sein, der Fußball. So schön.

(Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen...)

Sternenstaub

Wie der Spiegel berichtet, sind Forscher bei der Untersuchung von kosmischen Staub auf Überreste organischen Materials gestoßen, das aus der Zeit stammen könnte, bevor unser Sonnensystem entstand. Es sei außerdem wegen der unterschiedlichen Neutronenzahl in den Staubatomen sehr leicht festzustellen, daß der Staub nicht aus unserem Sonnensystem stammen kann, sondern aus interstellaren Molekülwolken.

Zu hoffen bleibt, daß die Jungs bei ihren Untersuchungen immer auf Nummer sicher gehen: Sonst passiert es vielleicht, daß man Organismen einschleppt, die hier keinerlei natürliche Feinde besitzen...

Rohstahlproduktion und die SPD

Wie Moe hinweist, gibt es das Mierscheid-Gesetz, das einiges über die Chancen der SPD bei Wahlen aussagt. Aufgestellt 1983, lautet es folgendermaßen:

Der Stimmenanteil der SPD richtet sich nach dem Index der deutschen Rohstahlproduktion der alten Länder - gemessen in Mio. t - im jeweiligen Jahr der Bundestagswahl.
Nun hat die Rohstahlproduktion in den alten Bundesländern 2003 eine Höhe von 38,4 Mio. Tonnen erreicht, und nicht wie Jim in den Kommentaren bei Plastic Thinking schrieb, 44,8 Mio. Tonnen. Die SPD liegt aber derzeit in Meinungsumfragen weit unter 38,4 Prozent.

Zwei Sachen möchte ich anmerken:

1. Das Mierscheid-Gesetz bezieht sich ausdrücklich auf eine Bundestagswahl, und Meinungsumfragen spiegeln nicht immer das wirkliche Wahlverhalten wider (wie Big Ed bei der letzten Kanzlerwahl schmerzhaft erfahren musste). Erst recht nicht Meinungsumfragen bei Landtagswahlen.

2. Offensichtlich scheint die deutsche Stahlindustrie auf gesunden Beinen zu stehen, ist Deutschland doch sechstgrößter Produzent weltweit und kann auf die effizientesten Arbeitsmethoden in Europa zurück greifen. Subventionen in anderen EU-Staaten belasten die Stahlindustrie eher als daß sie gefördert würde. Gerade wegen des geplanten EU-weiten Subventionsabbaus, aber auch sonst sieht die SPD also rosigen Zeiten entgegen.

- Update -

Wie Moe hinweist, bin ich hier etwas auf die Nase gefallen: Da verläßt man sich mal auf die Wikipedia und schon landet man bei solcher Biografie eines Mitgliedes des Bundestages (hier nur die lustigen Teile davon):

Mitglied der Gewerkschaft Landwirtschaft und Forsten. Mitglied Kleintierzüchterverein Morbach.
Mitglied Freiwillige Feuerwehr Morbach (seit 1977 Ehren-Kommandant). Mitglied der Turnfreunde (Kassierer 1977-1982).
Ehrenmitglied des Sängerbundes Freie Gewerkschaft Holz und Kunststoffe - Beisitzer im Senioren-Vorstand.
Mitglied weiterer Vereine und Verbände.

Silberne Ehrennadel des Männergesangsvereins (MGV) Morbach.

Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, 2.Ortsvorsitzender
21.-25.11.1960 ordentlicher Delegierter am SPD-Parteitag in Hannover
16./17.Mai 1963 erster Besuch in der Bundeshauptstadt

Stellvertretender Vorsitzender des Mittelstandsausschusses 1981-82.

1967/1968 vierteilige Folge im Zentralorgan der Brieftaubenzüchter: "Die Reiseroute der geringelten Haubentaube und ihre Flugeigenschaften“.
Nachdruck mit Genehmigung in der Eidgenössischen "Flugtauben- Correspondenz" 1969.

14.07.1983: Artikel im "Vorwärts": "Mierscheid-Gesetz" für die SPD. Neue Forschungsergebnisse zur Wahlprognostik.

12.01.1985: Artikel im "Vorwärts": Der Ausweg: Mehr Markt statt Korruption.
1993: Ökologische Kenndaten zum FCKW- Ersatzstoff R 134a. Beitrag zum 3. Hoechster Steinlaus-Symposium, XII (3), Frankfurt/M.

1986: Die Mierscheid-Akte.
Dokumentarische Spuren eines Phantoms. Hrsg. von Peter Raabe, Hannover 1986. 1998: Jakob Mierscheid, Aus dem Leben eines Abgeordneten: Eine politische Holografie. Herausgegeben von Dietrich Sperling und Friedhelm Wollner.

Übliche Mitarbeit in den Pressediensten.

Schwerpunkt der Arbeit: Allgemeine Sozialfragen, Probleme der Berufsausbildung, Aufzucht und Pflege der geringelten Haubentaube in Mitteleuropa und anderswo, Untersuchung des Nord-Süd-Gefälles im Bundesgebiet.

Mitglied des Deutschen Bundestages seit Ende 1979

Eine Frau hat der Mann auch noch: Helene Mierscheid. Auch hier findet sich einiges an Unsinn, wenn man mal die pdf-Dateien öffnet. Und das alles auf der Seite des Deutschen Bundestages?

28.02.04

Wie man sich selber findet...

Da schreibt der Daniel (ihr wisst schon: der Typ von GIGA) folgendes:

"zu faul, um vom Schreibtisch aufzustehen [kam er] auf die (zugegeben sehr eitle) Idee via Google nach "Daniel van Moll" zu suchen."
Anschließend freut er sich, weitere Blogs entdeckt zu haben, die auf sein Blog hinweisen. Hinweise wie diese hat er verdient, schreibt er doch unterhaltsam und locker-leichten Tones über Sachen, die ihn bewegen und auch für uns interessant sind.

Trotzdem müssen wir aber neidvoll darauf hinweisen, daß der liebe Daniel solche Werbung in anderen Blogs am allerwenigsten nötig hat: Zum einen ist vieles, worüber er schreibt, bereits deswegen so interessant, weil es eben wegen seines Jobs bei GIGA dem Blick eines Insiders hinter die Kulissen von Film, Fernsehen, Showgeschäft so nahe kommt. Zum anderen ist ja ein Teil der GIGA-Manie der bahnbrechenden Idee des Senders zu verdanken, das Internet so sehr in ihr Sendeformat einzubeziehen. Und allein deswegen ergibt sich eine Grundauslastung an Hits, die unsereins vor Neid erblassen läßt. Aber: Ehre, wem Ehre gebührt.

Worauf ich in diesem Artikel eigentlich zu sprechen kommen wünsche, ist folgende Frage: Welche Hilfsmittel hat man, um als Blogbetreiber zu verfolgen, wer einen wann erwähnt?

1. Man kann sich darauf verlassen, beim selbständigen Surfen durch die Bloglandschaft Hinweise zu finden. Surfen auf anderen Blogs sollte man sowieso, schon um zu merken, wohin der Hase läuft. Trotzdem, für oben genannte Fragestellung muß es bessere Wege geben.

2. Man kann warten, daß andere Blogger einem e-mails schicken, in denen sie berichten, das Blog verlinkt zu haben. Der Schockwellenreiter hat damit sicherlich ständig zu kämpfen. Aber was, wenn die anderen Blogger das vergessen?

3. Man kann, wie Daniel, Google oder irgendeine andere Suchmaschine benutzen. In meinem Falle sähe das so aus. Ist sicherlich schon sehr komplett.

4. Man kann auf seine eigene Serverstatistik zurückgreifen. Auch die merkt sich, zumindest in meinem Falle, die Referrer. Das ist schon sehr genau.

5. Man geht zu Technorati.com und gibt seine eigene Webadresse ein. Für den Denkpass ergibt sich folgende Information. Ich finde, zusammen mit der Serverstatistik ist Technorati am verläßlichsten.

So, das ist alles was mir dazu einfällt. Vielleicht hilft es ja den einem oder anderen. Mich beispielsweise erwähnt niemand, von dem ich nicht weiß. Aber auch das kann sich ja ändern.

Neue olympische Disziplin

Ja, es ist wahr: Der engere Kreis meiner Bekannten - mich eingeschlossen - steht kurz davor, über Nacht stinkreich zu werden. Der Grund? Ich gebe es offen zu - wir arbeiten mit Hochdruck daran, eine neue, faszinierende Gelddruckmaschine zu entwickeln: eine olympische Sportart. Wie das alles gekommen ist?

Nun, als Gruppe wie auch als Individuen sind die Mitglieder dieses engeren Kreises wirklich keine Senkrechtstarter. Betrachten wir diese Personen einmal der Reihe nach, so werden wir feststellen, daß sie auf einen kurzen Blick hin wunderbar in die bundesdeutsche Konsum- und Spaßgesellschaft hineinpassen. Manierlich mit Surfer-Marken-Kleidung ausgestattet der eine (nennen wir ihn der Einfachheit halber "Rene"), trägt ein anderer exklusivere Marken und wechselt häufig seine Handys, um stets aktuell zu bleiben (nennen wir ihn ruhig "Jan"). Ein dritter kennt in jeder Hinsicht kein Maß: beim Feiern, Spielen, Saufen, Rumschweinern. Sein Name sei "Olaf". Ein weiteres Mitglied, er sei "Mario" genannt, fängt - erstmal richtig besoffen - in den Klubs immer an herum zu schreien. Und zu guter Letzt jemand, der keine Kosten und Mühen scheut, wenn es ums Internet geht - und immer dabei sein will, wenn irgendwo gefeiert und gefressen wird. Wir wollen ihn "Gregor" nennen. Kennzeichnend für alle hier, aber das fällt nicht sofort auf, ist eine genetisch veranlagte, todesverachtende Vergnügungssucht. Letzten Endes ist sie der Grund, warum sich alle kennen und einigermaßen leiden können. Am Rande bemerkt: Da nur zwei von ihnen wirklich ernsthaft arbeiten, tritt die Gruppe oft auch unter der Woche zusammen.

Aber weiter. Wir sind ein klitzekleines Bisschen abgeschweift. Nun ergab es sich, daß des Einen ("Marios") Beziehung vor geraumer Zeit in die Brüche ging. Leidtragende waren in diesem Fall die drei Wellensittiche der jungen Lebensgemeinschaft. Um sie nicht auseinander zu reißen, wurden sie der ehemaligen Lebensabschnittspartnerin untergejubelt - nennen wir sie "Ramona". "Ramona" ist darüber nicht wirklich glücklich, steht aber über eine zufällig fast termingleiche Geburt ihres Kindes und des Kindes von "Gregor" weiterhin in engem Kontakt mit dem oben beschriebenen engeren Kreis. Einige Zeit später fand es "Olafs" Oma an der Zeit, sich vom Alltagsgeschäft der Sterblichen zurück zu ziehen (So it goes). Da sie eine große Tierfreundin war, vermachte sie ihrem Enkel "Olaf" nebst einer Datsche und einem Keller voller Lebensmittel auch zwei Wellensittiche.

Die Ingredienzen für den Konflikt dieser mittlerweile viel zu langen Geschichte sind nun endlich beisammen: Fünf Wellensittiche, die ihr Unwesen auf den Feiern einer rücksichtslosen Vergnügungsbande treiben. Ihr Geschrei stört jede noch so harmlose Unterhaltung - und tritt ja an verschiedenen Orten auf. So sind "Ramonas" und "Olafs" Wohnung betroffen. Ernst gemeinte Versuche von "Olaf" und "Ramona", dem jeweils anderen Vogelliebhaber die eigenen Tiere unauffällig unterzujubeln, scheiterten bislang an der übertriebenen Wachsamkeit und dem fehlenden Vertrauen der beiden zueinander. Der weise Ratschlag der Gruppe war also gefragt, wie es weiter gehen könne.

Und hier kam nun - wir wollen keine Namen nennen, weil wir es auch nicht mehr so richtig wissen, denn wir waren wie alle anderen bereits etwas umnebelt - jemanden die grandiose Idee: Wir entwickeln eine spezifische, aber hoch interessante, neue olympische Sportart. Sie bietet tollen Spaß, kann mit richtig interessanten Zeitlupenaufnahmen dienen und bietet - wichtigste Voraussetzung für den finanziellen Erfolg - genügend Möglichkeiten für Werbeunterbrechungen. Einige unwichtige Regeln der neuen Sportart weisen noch Holprigkeiten auf - oder sagen wir es mal so: Der Feinschliff ist noch nötig. Einen Namen haben wir aber schon:

WELLENSITTICH - FEDERBALL

27.02.04

Morgendliche e-mail

Eine Zusammensetzung der e-mails einer Adresse, die ich seit Anfang der 90er Jahre benutze:

- Schmerzmittelmedikamente kaufen 2x
- Fettverbrennungs- und Anti-Alterungshormon kaufen 2x
- Hustler Platinum kaufen
- Mütter die ich gerne *icken soll
- Arzneigroßversand wirbt mit seinen Leistungen 2x
- etwas, das mich antörnen soll, wenn ich den Anhang öffne
- Valium online kaufen
- Orientalische asiatische Girls
- Windowssoftware zu verkaufen
- jemand macht sich Sorgen über die Länge meines Schwanzes 2x
- Gewinnspiel von freenet.de
- ejakulierende Girls
- Top-Angebote eines deutschen HiFi-Versandes

Statistik:

7x verschiedenste Arzneimittel
7x Sex
1x Software
1x Gewinnspiel
1x HiFi

17 e-mails also, von denen mich keine interessiert. Auch keine dabei, die an mich persönlich addressiert ist. Schade, aber wahr.

Das Ende aller Träume?

Wie französische Wissenschaftler herausfanden, kann Oralsex zu Mundkrebs führen. Die Gefahr sei aber bei Rauchen und Alkoholkonsum eindeutig höher. Änderungen im Sexualverhalten empfehlen sie daher nicht. Quintessenz:

Trotz Krebsgefahr empfehlen französische Wissenschaftler französischen Sex.

Bösartige Unwissenheit

Aus Albert Camus, Die Pest:

Das Böse in der Welt geht fast immer von Unwissenheit aus, und der gute Wille kann ebensoviel Schaden anrichten wie die Bosheit, wenn er nicht aufgeklärt ist. Die Menschen sind eher gut als böse, und eigentlich geht es gar nicht um diese Frage. Aber sie sind mehr oder weniger unwissend, und das nennt man dann Tugend oder Laster, wobei das hoffnungsloseste Laster das der Unwissenheit ist, die alles zu wissen vermeint und sich deshalb das Recht nimmt zu töten. Die Seele des Mörders ist blind, und es gibt keine wirkliche Güte oder wahre Liebe ohne die größtmögliche Klarsichtigkeit.
- Aktueller Bezug -

Gerade der Teil des Zitats, wo es um das hoffnungsloseste Laster geht, scheint - unter dem rechten Licht betrachtet - doch sehr genau auf die amerikanische Regierung zu passen. Wie wir mittlerweile alle wissen, weiß sie anscheindend nicht wirklich Bescheid über irgendwelche Massenvernichtungswaffen im Irak, über Kontakte der ehemaligen irakischen Führung um Saddam Hussein zu internationalen Terroristen oder aber über das Machtgefüge in der Region, nimmt sich aber aufgrund ihrer - wir nennen es jetzt so - Unwissenheit in diesen Fällen trotzdem zweierlei Recht heraus:

Zum einen werden der Öffentlichkeit andere Informationen präsentiert, als vorhanden sind. Man kann es nicht stark genug betonen: Offensichtlich deshalb, weil die Entscheidungsträger in der amerikanischen Regierung "alles zu wissen" vermeinen, ohne daß dementsprechende Fakten existieren. Zum anderen nimmt man sich auf der eigenen (Un)-Wissenheit aufbauend das Recht, zu töten. Das hoffnungsloseste Laster also, dem George Bush und Donald Rumsfeld verfallen sind: bösartige Unwissenheit.

26.02.04

Antijüdische Attacken

Eine Studie des Zentrums für Antismitismusforschung der Technischen Universität Berlin hat sich des Themas angenommen, ob sich der Antisemitismus in Europa in den letzten Jahren - gerade seit dem 11. September 2001 - verschärft hat. Anscheinend aufgrund politischer Einflußnahme verschiedener EU-Länder hat der Auftraggeber, die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, eine Veröffentlichung der Studie erschwert. Der Ko-Vorsitzende der Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz im Europäischen Parlament, Daniel Cohn-Bendit, stellt dem interessierten Leser die Arbeit mittlerweile zur Verfügung.

Die Untersuchung beschäftigt sich hauptsächlich mit antisemitischen Übergriffen in Europa während der ersten Hälfte des Jahres 2002, als in der öffentlichen Diskussion die Grenzen zwischen tolerierbarer Kritik an israelischer Politik und antisemitischer Argumentation zusehends verschwomm. Die Studie nimmt eine Unterteilung der verschiedenen Taten und eine dementsprechende Zuordnung zu Tätergruppen vor. So sind Hakenkreuz-Schmierereien, Friedhofsschändungen und Drohbriefe rechtsextremen Tätern zuzuschreiben, während physische Attacken hauptsächlich auf das Konto junger Muslime gingen - und dort anscheinend in engem Zusammenhang mit propalästinensischen Demonstrationen gebracht werden können. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, daß die Studie unter anderem beobachtet, daß Anti-Globalisierungsgegner und propalästinensische Linke zu antisemitischen Äußerungen greifen - und dies mit Anti-Amerikanismus gleich setzen. Rechtes und linkes Gedankengut konvergieren hier offensichtlich.

Die größten Probleme treten der Studie zufolge nicht in Deutschland auf, sondern in Ländern mit großen muslimischen Bevölkerungsanteilen wie Belgien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. Gerade Frankreich wird dabei zum Brennpunkt: jeder dritte antisemitische Übergriff, der weltweit zwischen September 2000 und Januar 2002 begangen worden ist, geschah in unserem Nachbarland. Insgesamt 405 Angriffe gab es in dieser Zeit. Höhepunkt war das Frühjahr 2002, als fast täglich Brandanschläge auf französische Synagogen stattfanden. Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, findet Antisemitismus in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich in Sälen statt - Äußerungen des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann oder die von Jürgen Möllemann.

Gerade die Medien werden als Ursache für die Verbreitung des Antisemitismus angesehen. Arabische Zeitungen sowieso, verwenden auch qualitativ hochwertige Blätter in Europa antisemitische Klischees. Der Studie zufolge befassen sich europäische Rechtsorgane bisher zu wenig mit in arabisch publizierten Medien und ihren gefährlichen Inhalten. Aber auch das Internet bietet Anti-Semitisten ungeahnte Möglichkeiten: Rechte, radikal-islamistische und linke Webseiten bilden ein antisemitisches Netzwerk. Rechte Musik mit gewalttätigen Texten wird von Skandavien aus verteilt, ebenso wie dort auch die Verbreitung der "Auschwitz-Lüge" ihr Zentrum hat. Diese dient nicht nur der Schuldfreisprechung nationalsozialistischer Täter, sondern auch der Verharmlosung modernen Antisemitismusses und der Argumentation, Israel habe keinerlei historische Rechte auf sein Staatsgebiet.

Insgesamt zeichnet die Studie ein erschreckendes Bild. Hoffnung kann zwar aus dem Fakt gewonnen werden, daß Deutschland nicht zu den Brennpunkten antisemitischer Gewaltakte zählt. Allerdings ist der Antisemitismus bei uns mittlerweile salonfähig geworden, hat also eine neue Qualität erreicht.

Weitergehende Lektüre:
Eine gute Seite zur Argumentation gegen die Auschwitz-Lüge ist die Holocaust-Referenz. Einen Überblick über die cineastische Auseinandersetzung mit dem Thema findet sich auf dieser Seite des Fritz-Bauer-Institutes.

25.02.04

Keine Neuigkeiten

... in fitnesstechnischer Hinsicht und das liegt schlicht und einfach an der persönlichen Großwetterlage. Und die sieht in aller Kürze so aus:

- Junior kränkelt sich durch seine Geburtstagswoche (die ich ja in Nürnberg auf der Messe verbracht habe) und darüber hinaus
- das führt zu erheblichen Schlafstöungen, da der kranke Muschelhase darauf besteht, im "große Bett heia heia" zu machen
- diese Störungen der nächtlichen Bettruhe strahlen aus in eventuelle körperliche Betätigungsanwallungen (wie Joggen oder Schwimmen)
- während der Geburtstagswoche des Muschelhasen waren auch die Schwiegereltern aus der Bodenseegegend angereist
- deren Kochkünste scheinen erst ab zehn oder zwölf Portionen richtig zu greifen, so daß man erst Wochen später zum eigenen Ernährungsplan zurück kann
- auch das Wetter in Deutschlands Hauptstadt wartet mit Überraschungen auf, die gerade Joggingmaßnahmen erschweren können
- meine Frau hat in wenigen Wochen ihre Diplomarbeit vorzulegen, deswegen liegt die Verantwortung der Pflege des Muschelhasen einzig und allein bei mir (und das schlaucht, Freunde!)

Was lernen wir daraus? Nun, zum einen lebe ich in einer Familie, in der Aufgaben geteilt werden (was aber mit Sicherheit an einem großzügigen Arbeitgeber liegt). Zum anderen ist es bedeutend leichter aus Gewohnheiten raus-zu-fallen als in sie hinein zu kommen (s. Jogging, Schwimmen).

Ach ja: das Gewicht. Weiter 100 kg. Bauchumfang weiß ich nicht (liegt aber nur daran, daß hier gerade kein Maßband rumliegt).

Das Ende der Welt

Der stets unterhaltsame und über astronomische Zusammenhänge sehr gut informierte Michael Himsolt hat darauf hingewiesen, daß neueste Erkenntnisse ein bisher nicht für möglich gehaltenes Ende des Universums wahrscheinlich machen. Ich versuche das mal mit einfachen Worten zu erklären, so wie ich es verstanden habe.

Bisher hielten die Astronomen zwei Szenarien für möglich. Beide hängen stark davon ab, wie schnell sich das Universum ausdehnt. Der Unterschied bei beiden bisherigen Szenarien dreht sich einzig und allein um die Ausdehnungsgeschwindigkeit - ist sie groß genug, die Massenanziehung zu überwinden oder nicht? Wäre sie es, würde sich das Universum endlos ausdehnen, soweit, daß später auf der Größe unseres heutigen Universums ein Atom verteilt ist. Ist die Ausdehnungsgeschwindigkeit geringer, so wird die Ausdehnung irgendwann zu einem Ende kommen und das Universum anschließend in sich zusammenfallen. Möglich wäre es, daß dann alles durch einen neuerlichen Big Bang von vorne beginnen würde.

Nun gibt es offensichtlich eine dritte Möglichkeit. Schuld daran ist die Masse- und Energiebilanz des Universums. In unserem Universum fehlt nämlich einiges an Masse, was auch durch Kohlenstoffwolken, Planeten um ferne Sonnen und andere visuell nicht registrierbare Objekte in Ordnung gebracht werden kann. Wissenschaftler neigen deswegen zur Annahme, daß dunkle Materie existiere, die nicht nachweisbar sei - außer über Impuls- oder Bilanzierungsberechnungen. Da wir seit Einstein wissen, daß Materie und Energie verschiedene Ausdrucksformen des gleichen Objektes sind, liegt die Vermutung nahe, daß auch dunkle Energie existieren mag. Und deren Existenz, so scheint es, kann das Universum in ferner Zeit in einem Big Rip vernichten.

Interessant soweit. Kommen wir zu den, sagen wir mal, philosophischen Konsequenzen dieser drei Möglichkeiten. Der Tod des Universums durch unendliche Ausdehnung sowie der Tod durch einen Big Rip machen mir Angst. Warum? Wie Michael Himsolt selber in den Kommentaren zu seinem Artikel hinweist, sind vor den möglichen Endszenarien noch 30 Milliarden Jahre voll anderer Gefahren zu überdauern.

Vorher hat sich die Erde eine neue Sonne zu suchen, denn die wird in 4,5 Milliarden Jahre zu einem Roten Riesen. Vorher wird die Erde, in ihrem ständigen Fall Richtung Sonnenoberfläche, aber auch den für kohlenstoffbasierte Lebensformen zulässigen Temperaturgürtel rund um die Sonne verlassen. Es werden Asteroideneinschläge zu verkraften sein, gigantische Erdrutsche in Hawaii oder den Kanarischen Inseln oder aber Vulkanausbrücke der Klasse VEI-8, die nur alle hunderttausend Jahre einmal vorkommen.

Aber nehmen wir einmal an, das Universum hat einen Sinn. Um selber von seiner Existenz zu wissen, braucht das Universum geistige Kraft, wie unsere oder die von E.T. Und vielleicht ist eben die Herausbildung und Fortentwicklung dieser geistigen Kraft der wirkliche und einzige Grund der Existenz des Universums.

Dann wären aber Szenarien für das Ende des Universums, die endgültig sind, erschütternd. Eben deshalb, weil sie keine Hoffnung auf Kontinuität zulassen. Weil sie dem Leben ein grausames und unbarmherziges Ende voraussagen. Vor allem aber, weil sie dem Leben - uns - nur eine Rolle als zufällige und willkürliche Erscheinung übrig lassen. Leben wäre eine Posse der Natur, eine Laune - ein kosmischer Scherz.

Warum aber wären nur diese Szenarien erschütternd und grausam? Nun, das Szenario mit der zu kleinen Ausdehnungsgeschwindigkeit bietet immerhin den Reiz der Wiederholung. Welchen Reiz denn, möge man fragen. Nun, vielleicht den, daß Neo oder Jesus einen Weg finden, das ewige Spiel aufzuhalten. Nicht, daß ich an Neo oder Jesus glaube - in dem Sinne, daß ich mich auf sie verlasse. Aber so bleibt zumindest eins: Hoffnung, daß aus dem Experiment Leben etwas werden möge. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

24.02.04

Das Wörtchen "einst"

Aus Thomas Mann, Joseph und seine Brüder:

"Einst" ist ein unumschränktes Wort und eines mit zwei Gesichtern; es blickt zurück, weit zurück, in feierlich dämmernde Fernen, und es blickt vorwärts, weit vorwärts in Fernen, nicht minder feierlich durch ihr Kommen-sollen, als jene durch ihr Gewesen-sein.

Unschuld

Ein Zitat von Hunter S. Thompson, aus The Great Shark Hunt, das zwar von Nixon spricht, aber auch für George W. Bush anwendbar ist:

Innocence? It is difficult even to type that word on the same page with [Bush]´s Name. The man was born guilty - not in the traditional Vatican sense of "original sin", but in a darker and highly personalized sense that [Bush] himself seems to have recognized from the very beginning.

Liebe

Aus Albert Camus, Die Pest:

Entweder verschlingen Männer und Frauen einander schnell im sogenannten Liebesakt, oder sie lassen sich auf eine lange Gewohnheit zu zweit ein. Zwischen diesen Extremen gibt es oft keinen Übergang.

23.02.04

Scheiss-Steuer oder wie man mit Kot die Sozialsysteme retten kann

Da die Vorstöße der schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Heide Simonis zur Erhöhung der Mehrwertsteuer bei Politikern aller großen Parteien als auch beim Wähler auf Ablehnung stoßen, wird hinter den Kulissen von Regierung und Opposition eifrig weiter an einer Rettung des in Schieflage geratenen bundesdeutschen Sozialsystems gearbeitet. Wie Der Denkpass erfuhr, fasst der Gesetzgeber bislang unbetretenes Terrain ins Auge - den bundesdeutschen Abtritt. So wird - parteiübergreifend - an einer Besteuerung bundesdeutscher Scheiße gearbeitet, wie aus gut unterrichteten Kreisen unter Berufung auf Anonymität verlautete.

"Der Bund besteuert bereits alles, was er besteuern kann.", so der Tenor der Aussagen, die dem Denkpass vorliegen. Eine Steuer, die das marode bundesdeutsche Sozialsystem retten kann, müsse einige grundlegende Eigenschaften aufweisen. So sei es erforderlich, daß die Grundlage dieser neuen Steuer von den Bürgern dieses Landes ständig gebraucht werde, mehrmals täglich zum Einsatz komme und unersetzbar sei. Um eine solche Steuer zu finden, sei eine Kommission gebildet worden, deren Mitglieder allen großen Parteien, Gewerkschaften und sonstigen Interessenverbänden angehören. Nach einer gründlichen Analyse der bundesdeutschen Verhältnisse, insbesondere der Wählerschaft und des Sozialsystems, sei dem exquisiten Gremium aus Bundestagsabgeordneten, Gewerkschaftsvorsitzenden und Verbandspräsidenten nur ein Gedanke geblieben. "Scheiße", so ein anonymes Mitglied naserümpfend, "ist Ursache und Lösung."

Auf Nachfragen des Denkpasses, wie die Aussage zu verstehen sei, Scheiße als Ursache der bundesdeutschen Misere festzustellen, antwortete das anonyme Mitglied folgendermaßen: "Der bundesdeutsche Wähler ist eben dumm wie Scheiße. Unter uns bemerkt, er stinkt auch so.", griente der Bundestagsabgeordnete und Vorstandsvorsitzende mehrerer Aktiengesellschaften, "Wir hatten uns doch verständigt, daß das Gespräch off-the-record ist, oder?".

Die Einführung der Steuer erfolge in mehreren Etappen, da in der derzeitigen Situation eine weitere Steuer öffentlich schwer durchsetzbar sei, wie sich bei der Diskussion um die Erhöhung der Mehrwertsteuer zeige. Zudem sei es erforderlich, die Gebühren für die Entsorgung von Abwässern kräftig zu erhöhen, um eine ausreichende Grundlage zur Besteuerung zu schaffen. Daran werde aber schon seit längerem gearbeitet. Die Kommission sehe hier gleichzeitig Möglichkeiten, den Abwassermarkt in der Bundesrepublik zu öffnen und zu privatisieren. So könnten neue Jobs geschaffen werden. Wie im Telefonmarkt soll es in Zukunft möglich sein, aus den Angeboten verschiedener Anbieter auszuwählen. Nur die letzte Scheißmeile bleibe weiter im Besitz der öffentlichen Hand. Wie aus Unternehmerkreisen verlautete, werden verschiedene Tarifmodelle geprüft, unter anderem auch eine kostengünstige Scheißflatrate für Dauerscheißer, Großfamilien oder Autobahnraststätten.

Probleme sehe die Kommission derzeit kaum. Nur der genaue Name der Steuer sei weiterhin unklar: Scheißsteuer oder Scheiß-Steuer. Beide Arbeitstitel könnten als Verbalinjurien anderer großartiger Möglichkeiten des Staates, sich an seinen Bürgern zu bereichern, angesehen werden. So müsse also noch nach einem passenderen Namen gesucht werden.

Der Denkpass sieht ein noch viel größeres Problem: Könnte es nicht sein, daß in Zukunft neben den Fäkalien aller Bundesbürger auch die Äußerungen deutscher Politiker, Gewerkschafter und Interessenverbände unter die neue Scheiß-Steuer fallen?

22.02.04

Geiz

Ein Artikel im Spiegel berichtet von einer Geiz-Präsentation von McKinsey, die zu folgendem Schluß kommt:

"Der Faktor Preis ist der Haupterfolgsfaktor."
Dafür hat die "Aristokratin" unter den Unternehmensberatern offensichtlich lange und hart arbeiten müssen, wo doch diese banale Erkenntnis für jeden Endverbraucher allzu offensichtlich ist. Wer die Studie in Auftrag gegeben hat, bleibt unklar. Auf Grund der Deutlichkeit der Aussagen scheint aber alles auf einen großen Discounter hin zu deuten.
Discounter seien schneller, übersichtlicher und dazu noch vertrauenswürdiger.
So eine der Aussagen, die in ihrer Formulierung selber Käufer beeinflussen möchte. Wir zeigen das mal kurz auf: An anderer Stelle erhebt McKinsey den Vorwurf, daß andere Supermarktketten bis zu 32 verschiedene Toilettenpapierhersteller in ihr Programm aufnehmen, Aldi aber nur zwei. Unter anderem diese Beschränkung führt doch gerade zu mehr Schnelligkeit und Übersichtlichkeit beim Einkauf. Aber ist sie damit auch vertrauenswürdiger, weil kundenfreundlicher? Kundenfreundlichkeit, die McKinsey vorschwebt, orientiert sich an englischen Leitbildern:
Brüllende Schilder, messerscharfe Sortimentsgrenzen, Deckenhänger "Buy 1 get 1 FREE" und Bildschirme am Schokoladenstand. "Konsequente Kommunikation der Preis-Leistungs-Botschaft [..] ist die Zukunft für den Supermarkt."
Der Trend zu "Geiz ist geil" in Deutschland wird nur noch umzukehren sein, wenn untersucht wird, woher dieser Geiz stammt. Aus den leeren Portmonnaies der verarmenden deutschen Gesellschaft vielleicht? Die verfügt zugleich über etwa 4000 Milliarden Euro an Sparguthaben, und legt dabei nur etwa 30 Prozent ihres Vermögens in Sparguthaben an. Fehlendes Geld kann also keine Ursache sein.

Warum verzichten wir dann auf kurze Warteschlangen an den Kassen, qualitativ hochwertige, frische Lebensmittel und aus den Transportbehältern ausgepackte Waren? Warum gibt es im Zentrum unserer Republik, dem Potsdamer Platz, in einer Einkaufsgalerie einen Lebensmitteldiscounter, einen Technikdiscounter und einen Buchdiscounter, wo in London oder Moskau die Innenstädte exklusivsten Läden vorbehalten sind? McKinsey meint, eine Antwort gefunden zu haben:

Der Deutsche will kein Drumherum. Der Deutsche will Führungsstärke am Regal. Er will klare Verhältnisse auf dem Etikett und Ehrlichkeit im Angebot.
Oder aber: Wir Deutschen sind einfach nur dumme, geizige Konsumenten.

21.02.04

Wer böse Gedanken zu Taten werden lässt...

Aus Thomas Mann, Joseph und seine Brüder:

Das Böse ist für die Stumpfen. Wer auch nur Spuren von Zartheit aufweist, der lasse seine Hand davon, wenn er irgend kann, denn er muß es ausbaden, und nützt ihm nichts, daß er Gewissen bewiesen hat in solcher Sache: bestraft wird er gerade um seines Gewissens willen.

Trackbacks

Vor sehr langer Zeit, lange bevor ich mich mit Bloggen beschäftigte, hat sich das Couchblog mal erklärenderweise zu der Funktion eines Trackbacks positioniert. Der Daniel von NBC Giga hat diesen Artikel vor kurzem verlinkt und mich somit darauf aufmerksam gemacht.

Somit sei auch dem Leser dieses Blogs die Lektüre dieses das Trackback erklärenden Textes empfohlen, so er denn sich selber noch nicht als wissend genügend empfindet. Trackbacks dienen dazu, Artikel anderer Blogs zu verlinken und diese anderen Blogs davon zu informieren, oder ganz kurz:

My Senf is your Senf and your Senf is mine.

20.02.04

Eltern

Ich habe mal gehofft, meine Eltern verstehen zu können. Eines Tages, so dachte ich, werde ich begreifen, was sie denken, was sie fühlen - wie sie sind. Damals war ich fünfzehn und habe den vorletzten Sommer der DDR erlebt. Kylie Minogue hatte ihren ersten No.1-Hit, die Pet Shop Boys waren Superstars und ich trug einen Haarschnitt wie David Gahan, dem Frontmann von Depeche Mode. Im Kino lief Dirty Dancing und die Mädels in meinem Alter waren in Patrick Swayze verliebt. Gott, wie unbedarft und dumm wir alle damals waren.

Gestört hatte mich an meinen Eltern immer ihr fehlendes Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten, ihre bevormundende Art und ihre - in meinen Augen - unerbittliche Sturheit. Mit den Jahren haben wir uns arrangiert. In vielen Punkten, so sah ich, hatten sie recht. Wollten mich behüten vor mir selber, meinen fehlenden Erfahrungen, meiner ungestümen Entscheidungsfreude. Und haben mich doch immer nur geliebt. Sogar, wenn wir uns stritten.

Heute, so scheint es, entfernen wir uns wieder voneinander. Ich verstehe sie kaum noch - und bin doch selber schon über dreißig. Kann nicht mehr nachvollziehen, wie sie denken und handeln. Warum sie sich hinter ihren Meinungen verschanzen. Und möchte ihnen doch nie wehtun, wenn ich sie deswegen angreife. Weil: Letzten Endes mache ich das auch nur, weil ich sie liebe.

Manchmal denke ich, der Übergang vom Studium zum Job könnte Schuld sein. Oder ich fühle mich zu reif, um nachgeben zu können. Reif ist ein schlechtes Wort in diesem Fall...selbständig wäre vielleicht besser. Was auch immer der Grund sein mag für unsere Dissonanzen, sie scheinen sich wieder zu häufen. Nicht wirklich bedrohlich für unsere so lange Beziehung zueinander, aber doch störend. Ich hoffe, daß meine Eltern trotzdem spüren, daß ich dankbar bin für alles, was sie jemals für mich getan haben. Daß sie es verstehen und mir nachsehen, wie unbedarft und dumm ich mich heute immer noch benehme.

Was hilft da? Eigentlich nichts. Jedenfalls nichts, was ich wüßte. Denn: wüßte ich es, ich würde es liebend gerne machen. Euch allen da draußen kann man nur gratulieren, sollte es bei Euch immer reibungslos funktionieren, diese vertrackte Eltern-Kind-Geschichte. Und wenn es Euch so geht wie mir, dann kann ich nur sagen: Don´t worry, be happy. Ihr seid zumindest nicht allein.

Trojaner-Tricks

Da sendet mir doch jemand eine nette Warnung, daß auf meinen Rechner was nicht stimmen würde:

Juten Tach,
habe mal einen internet port scan gemacht. dabei konnte
ich deinen rechner sehen und einsteigen.
deine mail adresse hab ich auch auf deinem pc gefunden.

bei dir ist der trojaner services.exe am wüten. deshalb kann
jeder auf deinen rechner zugreifen!
du kannst ja mal den taskmanager öffnen, und versuchen ihn zu beenden.
du wirst aber feststellen, das er sich nicht beenden lässt.
solltest du windows98/me haben, siehst du ihn erst gar nicht im task!

dieses hartnäckige miststück hatte ich auch mal drauf, 3 tage
hat es gedauert, bis ich endlich ein programm zum entfernen
gefunden habe. ich hab's dir mal mit beigetan. wenn fragen,
meld dich einfach.

Nett, der Bursche, oder? Verzichtet leider darauf, mir seinen Namen zu nennen, so daß ich ihm leider nicht persönlich danken kann.

Leider gibt es einige Probleme mit dieser e-mail:

- mein Rechner war an besagtem Tag sicher nicht im Internet (ich war ja in Nürnberg)
- meine e-mail-Adresse lautet anders als angegeben
- im Quelltext findet sich folgender Hinweis: X-Warning: Malware found (Worm.Sober.C1)

Hätte aber wirklich fast echt gewirkt, dieser hilfreiche Hinweis. Hätte somit fast das Programm geöffnet und mir einen Trojaner auf den Rechner gespielt. Aber nur fast.

GIGA-ntisch!

Es gibt sie - die Leser dieses Blogs!

Komme ich da gerade aus Nürnberg wieder und, als Bloggomaniac erster Klasse, schaue ich mir sofort meinen Server-Report an. Und was sehe ich durch meine übernächtigten und verklebten visuellen Sinnesorgane? Einige neue Referrer... und unter anderem jemand namens Daniel van Moll. Unbändige Neugier, Kennzeichen jedes Bloggers, packt mich sofort mit eisernem Handschuh - und läßt mich dem Link zu Daniels Seite folgen. Daniel arbeitet, so scheint es, für NBC Giga und ist dort mit Gregor Teicher für Sport & Stars verantwortlich. Dazu kommen wir gleich nochmal zurück.

Fakt ist jedenfalls, daß Daniel auf seiner Seite einige Links aufführt, zu Freunden, Real News, Literatur, Comics und einer Rubrik mit dem Namen Einfach anders. Und siehe da - unter dieser Rubrik findet sich ein Link zum Denkpass. Es gibt sie also, die Leser dieses Blogs. Fanta-, ähh... ich meine, GIGA-ntisch. Weil wir sowas immer begrüßen, findet sich Daniel van Moll nun auch in meiner Linkliste wieder.

Kommen wir zu einigen Fragen, die sich unzweifelhaft ergeben, und die der geneigte und nun auch eingeweihte Leser mit Hilfe der Kommentarfunktion beantworten mag. Wie bei Dr. Jochen Bittner auch schreiben wir für die unterhaltsamste Antwort einen Preis aus: Ein T-Shirt mit dem Aufdruck Denkpass.de!

- Welches der Gesichter auf NBC Giga ist das von Daniel van Moll?
- Kann Daniel den Gregor vom FC Bayern überzeugen?
- Wofür steht Einfach anders?
- Wieviel Fragen ergeben sich denn noch?

19.02.04

Schneeflöckchen...

Hat gestern geschneit hier unten. Sieht toll aus:

Nürnberg

18.02.04

Messestrapazen

So, jetzt hat sich ein Weg ergeben, endlich ins Internet zu gelangen: über das Pressezentrum der embedded world, wo man an vier Arbeitsplätzen und - wenn man so möchte - auch über Wireless LAN kostenfrei ins Internet gelangt.

Der eigentliche Plan war ja, im Hotel mit dem Laptop ins Internet zu gehen. Leider war dort zuerst das Telefon kaputt und anschließend ergab es sich, daß die Einwahl meines Providers zu sehr einer Sex-Vorwahl ähnelt, die vom Hotel großzügig ausgesperrt wurden. Zu guter Letzt war dann auch noch der Internetrechner im Foyer des Hotels außer Betrieb, so daß mir letztendlich nur die Einwahl übers Handy blieb. Die ist aber teuer - und deswegen erst jetzt, nach verzweifelter Ausschau nach "Hot Spots" diese Möglichkeit, etwas über den Messe-Alltag zu berichten.

Aber zuerst noch ganz kurz einige Worte zum Schreibtisch: Er ist nicht sehr hoch, nicht sehr tief und sehr, sehr mittelmäßig. Für einen Messe-Übernachtungspreis von sage und schreibe 179,- € erwarte ich nicht allzuviel, aber einen besseren Schreibtisch allemal. Dem Zitat Thomas Manns möchte ich mich in aller Schärfe anschließen.

Was gibt es also auf Messen zu beobachten? Mehrere Sachen:

- die Mädels sind alle rausgeputzt (die Jungs übrigens auch)
- alle lächeln immer und sind nett zu einander
- eine größere Vielfalt unterschiedlichster Gegenstände auf kleinem Raum als in einem Messeschrank gibt es nicht
- Kaffee und Kuchen scheinen die Hauptnahrungsmittel aller Messebesucher zu sein
- auf Toilette kann man Amerikaner mit Zanhbürste und Zahnpasta begegnen
- Büfetts auf Messebällen haben immer zwei Schlangen, eine kurze und eine ganz schön lange
- auf jeder Messe gibt es ein Pressezentrum mit viel Getränken und Naschzeug, die dort verteilt werden
- in Hotels schlafen ist nicht wirklich toll

So, soviel in aller Kürze aus dem schönen Nürnberg (von dem ich nun auf meiner zweiten Messe noch immer nicht mehr als die Innenansichten des Messegeländes, einiger Restaurants, vieler Taxis und des Hotels kenne sowie den kürzesten Fußweg zwischen Hotel und Messezentrum).

Übrigens: Morgen wird mein Sohn zwei Jahre alt. Ist das nicht toll?

16.02.04

Microsoft - Schimpfwörter?

Wie es scheint, sind Teile des Codes verschiedener Windowsvarianten ins Internet gelangt. Microsoft, selbst ja nur Verfechter des Open-Source-Gedankens bei fremder Software (z.B. hier oder hier), sieht nun also Teile ihres Codes frei verfügbar im Internet und beteuert, dies sei nicht auf eigene Sicherheitslücken zurückzuführen. Es scheint eine Lücke bei einem Partnerunternehmen in Frage zu kommen, so der Artikel, allerdings kann dies auch von den wirklich Verantwortlichen so vorgetäuscht sein.

Was aber nicht vorgestäuscht ist, ist das Auftreten von Schimpfwörtern in Teilen des Codes. Ob diese EInfügungen von Microsoft stammen oder aber von den Code-Dieben vorgenommen worden, ist bislang unklar. Der Denkpass hat natürlich keine Kosten und Mühen gescheut, um seinen Lesern einige Auszüge dieser Code-Teile präsentieren zu können:

// very important windows routine

#include <iostream.h>

int main ()
{
cout << "Hello World! "; // Linux sucks!
cout << "I'm a very important windows routine"; // He who never programs for Windows is a bummer
return 0;
}

- UPDATE -

Wie Olaf hinweist, gibt es eine Seite, die die Häufigkeit des Auftretens von Schimpfwörtern in besagtem Microsoft-Code untersucht. Ein echtes Besipiel:

The file private\ntos\w32\ntuser\kernel\swp.c from 11-Jul-1991 points at

* for idiots like MS-Access 2.0 who SetWindowPos( SWP_BOZO
* and blow away themselves on the shell, then lets
* just ignore their plea to be removed from the tray

Über den Ursprung der Anmerkungen besteht aber weiterhin Unklarheit. Microsofts Programmierer verantwortlich zu machen, erscheint jedoch zumindest nicht unwahrscheinlich.

Wie man den Verkauf seines eigenen Buches ankurbelt

Wir haben es ja immer geahnt: Viele der wirklich guten Buchkritiken bei Amazon sind meistens von den Autoren selber. Warum? Nun, einige der Bücher halten eben nicht das, was sie versprechen. Andere enttäuschen von vorn herein - aber fast alle haben sehr gute Kritiken (oder welches Buch hat weniger als drei oder vier Sterne?).

Ein Fehler bei Amazon.com in Kanada hat nun die Identitäten der Buchkritiker offen gelegt: Und siehe da, es waren einige Autoren selber, die entweder ihre eigenen Werke über den Klee lobten (zwar verständlich, aber nicht hilfreich für den Käufer, wenn sowas nicht als Äußerung des Autors kenntlich gemacht wird) oder aber die Werke ihrer Kollegen zerrissen. Zumindest Letzteres ist dann auch nicht mehr die feine englische Art.

Fazit: Am besten nur noch Bücher kaufen, die Der Denkpass empfohlen hat. Aber das war ja sowieso klar, oder?

15.02.04

Bush vs. Kerry

Gallop, eines der größten amerikanischen Meinungsforschungsinstitute, hat kürzlich eine Umfrage gestartet, in der George Bush und John Kerry thematisch verglichen werden. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

John Kerrys politische Ansichten erhalten weitaus mehr Zustimmung als die George Bushs. Zu beachten ist aber, daß fast ein Drittel der amerikanischen Wähler Kerrys Ideen für liberal befindet. Im Unterschied zu Deutschland, wo dem Wörtchen liberal eine beinahe adelnde Wirkung zukommt, wird man in Amerika damit beschimpft. Gefahr droht also für Kerry, wenn sich sein politsches Programm aus der Sicht des Wählers zu sehr ins Liberale verschiebt. George Bush braucht darauf keine Rücksicht nehmen, wird er doch von fast vierzig Prozent der Wähler als zu konservativ eingestuft.

In der Frage, wie der jeweilige Politiker die Situation im Irak handhaben würde, liegen beide (mehr oder weniger) gleichauf - mit leichtem Vorsprung für Bush. Allerdings, sollte es zu anderen Konflikten auf der Welt kommen, die den Einsatz von amerikanischen Truppen erforderlich machen, trauen mehr Amerikaner John Kerry eine richtige Entscheidung zu als dem amtierenden Präsidenten.

Der Präsident hat auch große Defizite in der Beurteilung seiner ökonomischen Kompetenz. Die Wähler trauen John Kerry eher zu, die ökonomischen Interessen ihrer Familien zu wahren. Bei der Frage, unter welchem Präsidenten bessere Wirtschaftsbedingungen herrschen würden, sehen die Wähler Parität. Wird aber danach gefragt, wer mehr Jobs schafft, hat Kerry einen Vorsprung von 20 Prozent in der Zuversicht der Wähler. Kerry führt grundsätzlich in Fragen, die den durchschnittlichen amerikanischen Haushalt betreffen.

Bush führt nur bei den Führungsqualitäten und patriotischen Fragen. Amtierende Präsidenten werden bei Umfragen über Führungsqualitäten allerdings immer besser beurteilt: Sie sind ja Präsident und führen das Land, halten Radio- oder Fernsehansprachen, steigen Flugzeugtreppen herunter, empfangen Staatsgäste, eröffnen Messen und besuchen große Sportereignisse. Die bessere Beurteilung bei der Führung entspringt also nicht den Qualitäten, sondern der Gewohnheit der Zuschauer.

Sein Patriotismus wird ja gerade - und nicht nur von Demokraten, sondern auch der Presse - hinterfragt, trotzdem findet Kerry hier mit nur 34 Prozent erschreckend geringe Zustimmung. John Kerry muß hier zulegen, wenn er sich ernsthaft Chancen ausrechnet. Die anderen Ergebnisse zeigen ja auch, daß Bushs Arbeit ansonsten als eher mittelmäßig empfunden wird. Der Schlüssel zu diesem Thema wird sein, wie sehr Kerry als standfest beurteilt wird. Auch da schneidet er sehr viel schlechter ab als Bush. Allerdings ist natürlich bei Standfestigkeit auch immer zu fragen, wofür man sich einsetzt. Man kann sich auch standfest hinter den falschen Gründen verschanzen.

Gallop kommt zu dem Schluß, das John Kerry ein ernst zu nehmender Kandidat für den Präsidentenposten ist. Wäre heute Wahltag, würde er sogar gewählt werden. Und für eine so frühe Umfrage ist das ungewöhnlich, so Gallup.

Schreibtische in Hotels

Der Bibliomaniac zitert Albert Vigoleis Thelen mit folgender Aussage über Thomas Mann:

Thomas Mann, dem ich im Sommer 1938 in Locarno zum ersten Male begegnete, klagte Stein und Bein über die leidige Frage der Schreibtische in Hotelzimmern. Nie fände er einen, der seinen Ansprüchen in allem entspräche, und je teurer die Unterkunft, je zweifelhafter sei es um das Möbel bestellt.
Ich bin ja mal gespannt, wie mein Schreibtisch im Novotel Nürnberg sein wird. Weil nämlich in der nächsten Woche vom Dienstag bis zum Donnerstag die embedded world ihre Pforten in Nürnbergs Messehallen eröffnet, und ich das mich beschäftigende Unternehmen dort vertreten darf, werde ich meine Nachtruhe von Montag bis Freitag in ebenjenem Hotel verbringen. Keine Angst, was dieses Blog angeht - ein Laptop ist zur Hand! Es wird vielleicht auch einige knackige Beobachtungen des Messe-Alltags hier geben, zumindest aber die gewohnte tägliche Dosis Denkpässe.

14.02.04

Polizeistaat oder legitimer Selbstschutz?

Moe, der sich oft Sorgen um die Ausweitung der Überwachung durch unseren Staat macht, bezieht sich auf aktuelle Geschehnisse in Hessen und kommt zu folgendem Urteil:

"Wenn ich mich recht erinnere, gab es mal Zeiten in denen Leute die Polizisten erschiessen oder etwas in die Luft jagen als Staatsfeind angesehen wurden. Heute scheinen Farbschmierereien und Sachbeschädigungen bereits auszureichen. Was will uns Bürgern die Obrigkeit damit sagen?"
Aus welchen Gründen Herr Bergstedt [Protagonist des Artikels] ein "rotes Tuch" für Polizei und Behörden wurde, läßt sich nicht ersehen. Die Implikation des Artikels lautet offensichtlich, Bergstedt sei ein "rotes Tuch" wegen seiner kritischen Bücher und dem Lebensmittelpunkt in einer Projektwerkstatt - und nicht wegen "Körperverletzung, Widerstand gegen die Polizei und Beleidigung". Diese Gesetzesverstöße aber sind die Gründe für eine rechtskräftige Verurteilung im Dezember, in deren Konsequenz Herr Bergstedt theoretisch für einen Zeitraum von neun Monaten inhaftiert sein sollte.

Moe beklagt nun, daß "von Seiten des Landes [Hessen] die Hemmschwelle für Massnahmen wie genetische Profile sinkt" und will das in der Form nicht hinnehmen - die Verhältnismäßigkeit sieht er nicht gewahrt. Ich würde das vorsichtiger formulieren, aus Angst, hier die Partei eines Vorbestraften zu ergreifen, über dessen Recht-Brechungs-Bestreben ich nichts weiß. Der Mann hat bei anderen Anläßen Polizisten nicht nur beleidigt, sondern offensichtlich auch verletzt. Unter einem "Alternativspatzen", wie sich der Artikel ausdrückt, stelle ich mir etwas Grundverschiedenes vor.

Wir sollten auch froh sein, daß das Verhältnis zwischen Ordnungskräften und Bevölkerung noch so "gut" ist, wie es sich derzeit in der Bundesrepublik darstellt. Übergriffe, wie bei Kastortransporten oder gegen Ausländer, sind in unserem Land selten - und haben selbst dann nicht das Kaliber italienischer oder gar amerikanischer Vorfälle.

Man übersehe nicht die Ansichten der Polizisten: Unabhängig von ihrer persönlichen Einstellung zur jeweiligen Konfrontation sind sie von Rechts wegen verpflichtet, einzugreifen. Dabei stellen sie sich Beschimpfungen und Angriffen und riskieren dabei oft das Leben (wie beispielsweise häufig zum 1. Mai in Berlin - aber auch bei Verkehrskontrollen gab es bereits tote Polizisten). In Amerika wird in diesen Situationen sofort mit scharfer Waffe vorgegangen. Bei uns wahrt man hier sehr oft über die Logik hinaus die Verhältnismäßigkeit. Im Grunde sollten wir darüber froh sein.

13.02.04

40 Jahre, arbeitslos, weiblich sucht nettes Onlinespiel

Neueste Untersuchungen des Verhaltens von Surfern und Computerspielern zeigen einige erschreckende Tendenzen:

So scheinen Frauen über 40 Jahre die fleißigsten Onlinezocker zu sein - und zocken zwischen 0 und 5 Uhr am liebsten. Scheinen also alles erwerbsuchende Mitbürgerinnen oder Hausfrauen zu sein.

Der typische Netznutzer, so der Spiegel, entspreche folgendem Profil:

- er geht gern aus
- schaut kaum fern
- liest oft
- hat rege soziale Kontakte

Da ich mich in vier von vier Punkten erkenne, bin ich also einer der typischen Netznutzer.

Gerade zum Thema Gewaltspiele - unter Zockern auch Shooter genannt - wird verstärkt geforscht. So scheint regelmäßiges Spielen die Aktivitäten im Frontallappen, dem vermutlichen Emotionszentrum des Hirns, einzuschränken. Diese Einschränkung hat nicht nur unmittelbare Konsequenzen auf das Verhalten der Probanden, sondern auch auf die langfristige Ausprägung neuronaler Verbindungen in diesem Bereich.

Die resultierende "Abstumpfung" gegenüber Gewaltreizen produziere emotional eingeschränkte Heranwachsende.
Inwieweit das Einfluß auf die künftige Gesellschaft hat, sei einmal hingestellt. Die Generationen vor uns jedenfalls haben sich ihre emotionale Eingeschränktheit in zwei Weltkriegen verdienen können.

John Kerry

Einige Visits, so sah ich an meiner Server-Statistik, kamen von einem Blog herüber, das sich der Wahl von John Kerry verschrieben hat und als "offiziell" zu bezeichnen ist. Ich werde das mal vefolgen und auch in die Links aufnehmen.

Olympos Mons

Jeder kennt so eine Situation: Man reist gemeinsam Auto und langweilt sich dabei. Abhilfe schafft man sich manchmal durch Fragespiele. Meine schönste - weil schwerste und fieseste - Fragestellung dabei war folgende:

Wie heisst der größte Berg des Sonnensystem, auf welchem Planeten befindet er sich und wie hoch ist er? (Antwort: Olympos Mons, auf dem Mars, 21287 m)

Und so sieht er aus. Hier ein kleiner Bericht dazu.

Das war es aber auch mit guten Nachrichten für Astronomie-Freunde. Und deswegen eben auch eine schlechte Botschaft: Das Weltraumteleskop Hubble, das bisher ungeahnt scharfe Photos des Universums lieferte, wird wegen zu hohen Risikos nicht - wie vorgesehen - im Jahre 2006 zur Reparatur angeflogen. Dies bedeutet somit ein vorgezogenes Ende für das ansonsten 2010 planmäßig außer Funktion zu setzende Hochleistungsinstrument.

12.02.04

Whitehouse.com

Hat sich doch jemand die Domain Whitehouse.com gesichert - und in letzter Zeit über 30 Mio. Pagevisits pro Monat erhalten. Was macht man damit? Natürlich fette Kohle ... vor allen Dingen mit Porno. Aber weil der gute Mann jetzt eine Familie hat, will er das Ganze jetzt loswerden. Will jemand über Nacht stinkreich werden?

Gih ma her, den Jooint!

Da hauen sich also auch mal die Lehrer einen rein. Wird ja auch Zeit: Irgendeiner in dieser Republik muß doch mal normal werden, oder?

al-Qaida und die nukleare Bedrohung

In seinem recht neuen und sehr interessanten Blog Beruf Terrorist The Enemy of all the World - das offiziell von der Zeit betrieben wird, äußert sich Dr. Jochen Bittner zum Thema terrorismusgerechte Nuklearkapazität. Es gebe die Möglichkeit, so beruft sich der professionelle Journalist Bittner auf den früheren russischen Sicherheitsberater Alexander Lebed, daß während des Untergangs der Sowjetunion bis zu einhundert Nuklearbomben in der Größe eines Reisekoffers abhanden gekommen seien. Es könne weiterhin sein, daß die Terror(ismus)organisation al-Qauida 1998 einige dieser teuflischen Spielzeuge erworben habe.

Ich will hier gar nicht darauf hinweisen, daß die geäußerte Hoffnung Dr. Bittners, die Batterien dieser Nuklearkapazitäten seien mittlerweile leer, nur sarkastisch zu verstehen ist (die Kommentatoren scheinen da anderen Interpretationen zu erliegen). Wer sich solche Waffen zulegt, hat sicherlich grundlegende technische Fähigkeiten - und sollte er sie nicht haben, so ist offensichtlich genügend Geld vorhanden, um sie zu erwerben.

Nein, ich möchte lieber auf etwas Anderes zu sprechen kommen. Nukleare Kapazität ist sicherlich auch in handlichen Abmessungen verfügbar, man lese nur dieses Buch oder auch das hier (wo die Möglichkeit einer nuklearen Bedrohung durch Terroristen Wahrheit wird). Bleibt die Frage, ob man in der Größe eine wirkliche Kettenreaktion in Gang bekommt - oder nur radioaktives Material mit der Initialzündung in die Gegend pustet, was die Zahl der Opfer verringert - ihre Leiden aber erhöht. In erstem Falle nämlich würde die Explosion weite Teile der Umgebung auslöschen (und die Opfer schnell töten), im zweiten Fall nur radioaktiv verseuchen. Die Auftraggeber und Erfinder solch kompakter Massenvernichtungswaffen kann man jedenfalls nur beglückwünschen - ein "schöneres" Erbe kann man der Menschheit kaum vermachen.

Daß nun Dr. Bittner die Hoffnung äußert, die in al-Qaidas Besitz befindlichen Bomben werden nicht zum Einsatz kommen, erscheint mir dann aber für den für die Themengebiete Terrorismus und Geheimdienste verantwortlichen Redakteur des Politikressorts der bedeutendsten deutschen Wochenzeitschrift leichtfertig daher geredet.

Zum einen sind ja an die einhundert dieser Köfferchen verschollen, so die Aussage Lebeds, und wir sollen uns nur um die in al-Qaidas Hände gelangten Sorgen bereiten? Die Frage, die sich sofort stellt, ist doch vielmehr, in wessen Händen sich die anderen Bomben befinden.

Zum anderen sind diese ständigen Verweise auf al-Qaida nichts weiter als an die Wand gemalte Teufel. al-Qaida wird dem verängstigten Fernsehzuschauer und potenziellen Wähler als Feindbild suggeriert - mit fremder Kultur und langen Bärten. Seit dem 11. September 2001 wird jast jeder Anschlag, der mit Arabern oder Muslimen in Zusammenhang gebracht wird, al-Qaida zugeschrieben - der 11. September übrigens auch.

Wenn das wahr wäre, wäre al-Qaida aber eine riesige Organisation, verteilt auf der ganzen Welt. Umso größer aber die Organisation - umso einfacher die Penetration von außen. Nun tun sich unsere Geheimdienste aber sehr schwer damit, das Netzwerk von al-Qaida zu durchdringen - vielleicht, weil es dieses Netzwerk nie gab.

Meine These, daß al-Qaida nur als Feindbild herhalten muß, wird auch aus anderer Sicht gestützt. Der 11. September 2001 ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Der Hauptfeind USA, dessen Psyche und Selbstempfinden man damals schweren Schaden zufügte, blieb seitdem jedoch unbehelligt. al-Qaida scheint sich nun auf Heimspiele in muslimischen Ländern zu beschränken. Wäre al-Qaida so mächtig und groß, würde es dann nicht in loser Folge weiterhin die Amerikaner angreifen? Zur empfindlichen Beeinflussung des öffentlichen Lebens braucht es nicht mehr als gut postierte Scharfschützen (man erinnere sich an Washington) oder einige konventionelle Sprengbomben (Dresden). Nichts dergleichen geschah.

Und zu guter Letzt: Wenn man bereits 1998 in den Besitz nuklearer Kofferbomben gelangt ist, warum sich riskanterweise auf die Flugkünste mehrerer Hamburger Studenten verlassen und dabei nur zwei Hochhäuser zerstören?

Nein, ich halte al-Qaida für ein Schreckgespenst, das es gar nicht gibt. Ratlose Geheimdienste und handlungsfreudige, aber planlose Politiker präsentieren uns einen Feind. Und wir glauben das. Und fragen nicht nach den Ursachen, den falschen politischen Entscheidungen. Fragen nicht nach den Fehlern der Geheimdienste und Sicherheitskräfte. Und beantworten Hass mit Hass, so daß die Spirale der Gewalt sich weiter drehen kann.

11.02.04

Jugendsünden - Eine Fortsetzung

CNN hatte gestern im Fernsehen sogar ein Special darüber - und berichtet heute von neuen Dokumenten, die aber mehr Fragen aufwerfen als beantworten. Es handelt sich um Gehaltslisten der Armee. Diese beweisen eindeutig, daß Bush Gehalt bezogen hat. Auf Nachfrage gab der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, aber zu, daß die Dokumente nicht nachweisen, wo sich Bush zwischen Mai 1972 und Oktober 1973 aufhielt. Das Weiße Haus sei außerdem nicht in der Lage, Zeugen für Bushs Anwesenheit beim Militär in der gefragten Zeit zu benennen. Das Weiße Haus sei über die Intensität der Vorwürfe überrascht.

Die veröffentlichten Dokumente lassen Bushs militärische Aktivitäten in der Zeit zwischen Mai 1972 und Mai 1973 weiterhin im Unklaren, grenzen aber die Zeit seiner Abwesenheit auf den Zeitraum zwischen dem 17. April 1972 und dem 27. Oktober 1972 ein. Calpundit findet aber weitere Ungereimtheiten in den Dokumenten und versucht nun auch, an anderer Stelle nachzuhaken: So zeigen seine ARF Records, daß er am vorletzten Wochenende vor der Senatswahl in Alabama an Übungen seiner Einheit teilgenommen habe. Die letzten Wochenenden vor Wahlen seien aber sehr wichtig, weshalb Kevin Drum hofft, Fotos zu finden, die George Bush nicht in seiner Einheit zeigen. Am Rande sei bemerkt, daß die Aufzeichnungen der besagten Einheit an diesem Wochenende keine Übungen vorweisen.

Zuerst zaghaft, äußern sich nun auch Vertreter der Demokraten mit Bestimmtheit zum Thema. So resümiert der Vorsitzende des Democratic National Committee, Terry McAuliffe:

"The fact remains that there is still no evidence that George W. Bush showed up for duty as ordered while in Alabama. We also still do not know why the president's superiors filed a report saying they were unable to evaluate his performance for that year because he had not been present to be evaluated. That report was filed on the very day these documents allege he was reporting for duty."
John Kerry hatte ja in einer Rede im Vorwahlkampf Andeutungen gemacht, daß zur Zeit des Vietnamkrieges die National Guards eben nicht im Kampfeinsatz war - George Bush also bewußt dort seinen Dienst antrat. Die Implikation, daß seiner Handlungsweise Feigheit zugrunde lag, wurde aber von republikanischer Seite hervorragend gekontert. Kerry habe mehr als 400.000 Soldaten des National Guard beleidigt, die immerhin auch 85 Gefallene im Irak zu beklagen habe.

Trotzdem, die Reaktion des Weißen Hauses weist darauf hin, daß dieses Thema ernst genommen wird. Gerade die Fähigkeit, die Streitkräfte zu führen, wird in diesen Tagen vom amerikanischen Wähler als wichtig eingestuft - und hier hat John Kerry offensichtlich mehr in die Waagschale zu werfen als George Bush. Das sieht mittlerweile auch Albert Lloyd jr. so, der vor der Wahl 2000 von Bushs Wahlkampfteam mit der Überprüfung der militärischen Dienstnachweise George Bushs beauftragt wurde:

I´m not happy with him.
Auch in Deutschlands Medien nimmt man Notiz von den Fragen rund um Bushs Militärzeit. So berichtet der Spiegel darüber - bietet aber keine Fakten, die Der Denkpass nicht schon liefern konnte.

Aus 17 mach 50

Ist zwar nicht ganz neu, dieses Bekenntnis Michael Meiers über die beklemmende Finanzsituation Borussia Dortmunds. Aber interessant ist es schon.

Wegen des in dieser Saison drohenden Fehlbetrags von 50 Mio. € müsse sich der Verein in Zukunft an ein „Gehaltsvolumen von 30 bis höchstens 50 Millionen Euro“ gewöhnen. Derzeit gibt die Borussia nicht weniger als 57 Millionen € für Spielergehälter aus. Mal sehen, wie eine Beispielrechnung des Managers der Borussia ausgesehen haben könnte:

 57 Mille
-40 Mille
----------
17 Mille
knapp 50 Mille

So. Mal abgesehen von der wirklich bombastischen Präzisionsangabe für das kommende Gehaltsniveau (deren Bandbreite wir für unsere kleine Beispielrechnung der Einfachheit halber mal gemittelt haben), ergibt sich ein Sparpotenzial von 17 Mio. €. Hmmm. Das Finanzloch beträgt aber 50 Mio. €. Da muss die Borussia noch mal ran an den Speck.

Mein Vorschlag: Wenn sie weitere Möglichkeiten zur Einsparung suchen, warum nicht das Gehalt für Michi, das Mathe-As streichen?

Land der Angst

John Kerry weist darauf hin, so Jim Henley, daß die Amerikaner seit dem 11. September in einer Kultur der Angst leben. Auszug aus einem Interview mit George W. Bush jr.:

"I am a war president. Do you remember how you felt on Sept. 12, 2001? Do you remember the incredible sense of shock, sadness, anger and pride, all welling up into a consuming sense of urgency? That's how I still feel every day."
Auch größte Trauer ist zu überwinden - ohne die zu Betrauernden zu vergessen. In unserem Herz bleibt eine Leere, an jenem Platz, der vordem den zu Betrauernden reserviert war. Damit verbundener Schmerz dient uns zeitlebens zur Erinnerung - und macht uns erst zu Menschen.
Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon.
Sagte Jean de La Fontaine vor fast 300 Jahren. Die mit der Ursache der Trauer verbundenen Gefühle wie Schock, Angst oder - als Reaktion - Stolz sollten dann schon lange vergessen sein. Und nicht als Ratgeber für unsere Taten herhalten. Anders aber, so scheint es, verhält sich der Präsident der Vereinigten Staaten. Und möchte - und handelt dementsprechend -, daß auch die Bewohner seines Landes nicht vergessen. Seit dem 11. September 2001, immerhin fast zweieinhalb Jahre lang, fühlt Bush weiterhin Schock, Trauer, Angst und Stolz.

Sein Gegner bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen, John Kerry, hinterfragt diese Haltung. Richtig so - und besser für die Welt. Wie sagte Ernst Jünger:

Mit einem Vulkan ist nicht zu reden.

10.02.04

Der Denkpass

Dieses Blog heisst jetzt Der Denkpass, basta.

Der alte Name war in Englisch, nicht so einprägsam und bezog sich auf eine oft verwandte Redewendung eines recht populären Schriftstellers aus Amerika. Den eigentlichen Witz des Namens hat eh niemand begriffen, ich auch nicht. Weiß auch gar nicht mehr, wie der eigentlich ging.

Hm. Den Witz des neuen Namens habe ich auch schon vergessen. Ist aber auch egal - die Domain heisst nun mal so und deswegen ab sofort auch das Blog. Kapische?

Jugendsünden oder die Frage nach der Glaubwürdigkeit

Seine Zeit beim Militär von 1968 - 1973, zur Zeit des Vietnamkrieges also, hat George W. Bush hauptsächlich beim Texas Air National Guard verbracht. Um ab Mai 1972 für den Senatswahlkampf des Familienfreundes Wilton Blount politisch aktiv zu werden, bat er um eine "dienst-äquivalente" Verlegung nach Alabama zur dortigen National Guard. Diese wurde genehmigt - aber es sieht so aus, also ob er nie dort war:

- seine Dienstaufzeichnungen zeigen keine Einträge von Mai 1972 bis Oktober 1973
- der Standortkommandant kann sich an George Bush nicht erinnern (weiß es aber heute nicht mehr so sicher und führt an, daß er Bush wählen will)
- im August 1972 wurde George Bush vom aktiven Flugdienst suspendiert, weil er nicht zu einer jährlichen Routineuntersuchung erschienen war
- auch der Dienstnachweis in seiner Einheit in Texas zeigt, daß Bush dort zwischen Mai 1972 und Mai 1973 nicht anwesend war

Wie der Calpundit aufzeigt, ist das Dokument mit einem Nachweis von Bushs Dienstzeit offensichtlich manipuliert worden:

- es ist anscheinend angerissen auf der linken Seite (womit alle Datumsangaben nicht entzifferbar sind)
- als Namen enthält es nicht mehr als ein W
- die Sozialversicherungsnummer ist durchgestrichen

Es gibt einige Hinweise, daß dieses Dokument gefälscht ist (vielleicht von Albert Lloyd jr., ehemaliger Personalchef des Texas Air Guard, der von Bush´s Wahlkampfteam 1999 angeheuert wurde, um Ordnung in die militärischen Akten über Geroge Bush zu bringen), es gibt aber auch Hinweise auf die Echtheit der verwendeten Daten. Hier ist das fragliche Dokument (von AWOLBush):

Bush Service Record

Selbst wenn es echt ist, bleibt eine Fehlzeit von Mai bis November 1972, an der nicht mal Albert Lloyd jr. Zweifel äußert. Weitergehende Aussagen sprechen davon, daß Bushs Dienstnachweise offensichtlich manipuliert wurden.

Erklärungen, warum Bush dem Dienst fern blieb, lauten dahingehend, daß seine neue Einheit in Alabama die modernen Flugzeuge, die er fliegen konnte, nicht besaß und er deswegen vom aktiven Flugdienst Abstand nahm. Anscheinend hat das so ausgelegt, daß er gleich ganz dem Dienst fern blieb und später, als das auffällig wurde, viele Drillübungen in kurzer Zeit nachholte (eine solche Häufung von Drillübungen ist dokumentiert). Selbst bei diesen Drills wurde er aber nie gesehen, wie zwei Offiziere von damals bestätigen.

Um nun die Zweifel auszuräumen, gibt es seit einiger Zeit auch eine unzerrissene Version des Dokumentes:

Bush Service Record

Mal abgesehen davon, daß es im Vergleich zur alten Version recht neu aussieht, gibt es auch einige Probleme mit der nun klar abzulesenden Datierung. So zeigt dieses Bild, daß er am 29. Oktober in Texas war - obwohl er zu diesem Zeitpunkt offiziell noch in Alabama stationiert war. Wie man an beiden Dokumenten sehen kann, werden hier ARF Points aufgeführt. Die ARF ist eine Reserveeinheit, die es nur auf dem Papier gibt, die aber häufig zu Disziplinarzwecken eingesetzt wird. Die Auslegung, daß er also Dienst versäumt hat (wissentlich oder unwissentlich), scheint also der Wahrheit nahe zu kommen.

Wie Time Magazine aufzeigt, erwachsen aus der gesamten Geschichte einige eklatante Glaubwürdigkeitsprobleme:

Opponents see it as a laundry list of how a well-connected Texas scion pulled strings to avoid going to Vietnam, then failed to complete the scant service he signed up for—and now sends tens of thousands of U.S. troops to a war that has lost some of its rationale.

Die Unregelmäßigkeiten seines militärischen Werdegangs wollen wir hier nochmal aufführen:

Nach seinem Yale-Studium überspringt George Bush eine Warteliste von 500 Männern, um Pilot bei der Texas Air National Guard zu werden. Grund sei gewesen, daß er fliegen wolle, und dies der erste frei werdende Platz war (aus einer Auswahl von National Guard, Air Force und Navy). Air Force und Navy allerdings waren zu dieser Zeit in Vietnam schwer beschäftigt, unter anderem auch damit, wöchentlich fast 300 Soldatenleichen nach Hause zu überführen. Da er bei einigen Pilotentests eher mittelmäßig abschnitt, legte der damalige Sprecher der texanischen Legislatur, Ben Barnes, ein Wort für ihn ein. Als er einige Jahre später auf eigenem Wunsch für ein halbes Jahr nach Alabama verlegt wird, gibt es kaum noch offizielle Aufzeichnungen über seine Tätigkeit. Ab November 1972 ist er jedoch wieder in Texas stationiert, aber auch hier ohne Dienstnachweis (oder, dem neuen Dokument nach dann doch - aber schon im Oktober). Im Mai 1973 verweigern ihm seine Vorgesetzten in Houston, Texas (nun wieder bei der Texas National Guard) ihre jährliche Bewertung, weil er nicht anwesend war im letzten Jahr. Wegen seiner Abwesenheit verschickt die Texas Guard übrigens auch zwei schriftliche Befehle, die Bush dazu aufrufen, seinen Dienst wieder aufzunehmen. Im Oktober des folgenden Jahres wird er vorzeitig ehrenvoll entlassen, um in Harvard weiter studieren zu können.

Der derzeit aussichtsreichste Demokrat, John Kerry, wurde übrigens auch vorzeitig ehrenvoll entlassen. Grund dafür waren seine vielfachen Auszeichnungen: dreimal mit dem Purple Heart, einmal mit dem Bronze Star und einmal mit dem Silver Star, alle während eines elfmonatigen Kampfeinsatzes in Vietnam. Einer Time-Umfrage zufolge sind 60 Prozent der Amerikaner der Meinung, John Kerry habe sich für sein Land eingesetzt. Bei George Bush ist die Zustimmung zu seinen militärischen Leistungen mit 39 Prozent bedeutend geringer.

Und nicht nur wegen seiner seltsamen Militärlaufbahn sondern auch wegen der Vorwürfe zur Vorbereitung des Irakkrieges denken 66 Prozent der Amerikaner, daß George Bush ein Glaubwürdigkeitsproblem habe, so eine weitere Time-Umfrage.

Interessante Links zum Thema:
- AWOLBush
- CalPundit

[via Unqualified Offerings]

HITS

Dieses Blog hier braucht mehr Hits, so einfach ist das. Wie kriegt man die? Na, Patrick von der schreiBBloggade hat sich da einige Gedanken gemacht - und ich bin der letzte, der es merkt. Das mit dem eifrig Kommentare spenden auf anderen Seiten mache ich ja schon. Obwohl, ich versuche immer nur, geistreich und witzig zu sein und nicht bloß

Khew. Urgs. Äähh.

Wird das jetzt anders!? Mal sehen...

09.02.04

Starship Trooper 2

Laut diesem Text können wir uns auf eine Fortsetzung von Starship Trooper freuen, einem Film, der zweifellos zu den besten puren Sci-Fi-Filmen aller Zeiten gezählt werden muß. Teil 1 war:

- perfekt besetzt (mit so schönen Frauen, daß die Perfektion der präsentierten Welt auch darin ihren Ausdruck fand)
- perfekt gedreht
- perfekt geschrieben

und einfach ein göttliches Filmvergnügen. Ich freue mich jedenfalls...

[Via generation next]

chiefpedro in Allgemein | Permalink | Comments (0)

Statistiken

Den Überblick über die Zusammensetzung der deutschen Blogszene erhält der interessierte Webjunkie auf dieser Seite. Nicht, daß sich damit viel anfangen ließe...

[via Plastic Thinking]

Frauenhasser Moe?

Moe, der hinter Plastic Thinking steckt, wird also als Frauenfeind ausgemacht. Ich halte das für ungerechtfertigt, ohne mich allzugroß involvieren zu wollen, aber am Rande bemerkt: Sind wir Männer nicht alle Frauenfeinde, wenn es hart auf hart kommt? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur eins: Das ist das Titelblatt vom Time-Magazine aus der Woche, in der ich zur Welt kam. Und was liest man also in meiner Geburtstagsausgabe ganz unten rechts in der Ecke?

Male Chauvinist

Kommt also nicht von ungefähr, zumindest in meinem Falle. Habe ich aber auch erst einmal gesagt gekriegt - "Frauenfeind" - und die Frau, die mir das sagte, war nun wirklich besoffen.

Also? Also nichts. Ich wollte das nur mal sagen. Und dem Moe zeigen, daß ich auf seiner Seite stehe - so oder so.

chiefpedro in Allgemein | Permalink | Comments (0)

Brandherd

Geroge W. Bush möchte, wie jede Regierung auf der Welt, eine weitere Legislatur als Präsident erleben. Dem steht nicht viel gegenüber, wie man im Time-Magazin lesen kann:

It requires a terrific candidate and a perfect campaign—Bill Clinton in 1992—or disastrous times to dislodge a sitting President.

Und da die Weltwirtschaft - und vorneweg die amerikanische - langsam wieder an Fahrt gewinnt, wird es auf Seiten der Wirtschaft und Beschäftigungszahlen wohl kaum zu disaströsen Zeiten kommen. Die Aussichten auf eine Wiederwahl steigen damit enorm, da bei einem Wirtschaftswachstum größer als drei Prozent die Wähler selten bis nie einen Regierungswechsel fordern. Die Herausforderer, derzeit wohl am aussichtsreichsten der Senator von Massachusetts, John Kerry, richten daher ihre Blicke auf andere Probleme der Regierung Geroge W. Bush - und die Presse mit ihnen:

Bei der Vorbereitung des 2. Golfkriegs lief wohl doch nicht alles so glatt, wie bisher angenommen. Nicht, daß diese Erkenntnis bahnbrechend sei - hat sich die Blogszene (u.a. Lincoln Plawg, Counterspin Central, Unqualified Offerings und natürlich auch So it goes 1.0 trug etwas bei) doch schon vor Ausbruch des Krieges dahingehend festgelegt, daß die Öffentlichkeit hier belogen - oder sagen wir besser: nicht mit der vollen Wahrheit belastet wird. Nun hat die Bloggerszene zwar gerade wegen des Irakkrieges einen unerhörten Aufschwung genommen, aber eben doch nicht den meinungsbildenden Einfluß der "alten" Medien. Und die stürzen sich nun - reichlich spät, aber umso machtvoller - auf Ungereimtheiten hinsichtlich der Massenvernichtungswaffen (WMD - weapons of mass destruction) Saddam Husseins.

Der Chef des CIA, George Tenet, verteidigt in einer Rede die Arbeit seines Geheimdienstes. So habe man für die amerikanische Regierung ein objektives Bild eines "brutalen Diktators" zeichnen wollen und dabei herausgehoben, wie Hussein die Weltöffentlichkeit zu täuschen suchte und weiter an Programmen arbeitete, die "unsere [die amerikanischen] Interessen bedrohen könnten". Dabei liege man im Geheimdienstgeschäft "praktisch niemals vollkommen richtig oder völlig falsch", so Tenet, habe aber auch nie gesagt, "dass es eine akute Bedrohung gebe." Über die fehlenden Funde von WMD seitens der Waffeninspektoren befragt, äußerte Tenet, die Suche sei noch nicht beendet und die Wahrheit werde ans Licht kommen. Daß Hussein "wiederholt über WMD gelogen" habe, begründet seine Hoffnung anscheinend ausreichend.

George W. Bush belohnt diese - sagen wir mal: enttäuschende und jedenfalls keinen Schmutz aufwirbelnde - Auskunftswilligkeit seines CIA-Chefs mit der Zusicherung, ihn nicht entlassen zu wollen. Für Bush "sei es unklar, was mit den Waffen geschehen sei". Ob sie zerstört oder versteckt oder gar außer Landes geschafft wurden, werde man herausfinden. Der Krieg und mit ihm der Tod von über 500 amerikanischen Soldaten und noch mehr irakischen Menschen sei trotzdem gerechtfertigt, weil der Irak "zumindest" die "Kapazitäten zur Entwicklung" von WMD besessen und "ohne Zweifel" eine Bedrohung für die USA dargestellt habe, so Bush in einer Fernsehsendung. Trotzdem, die Umfragewerte für Zustimmung zu George W. Bush´s Arbeit sinken, in Deutschland und Frankreich ebenso wie in Amerika. Dort sogar auf unter 47 Prozent, was den Mann am Steuer aber nicht beeindruckt:

"Ich bin davon überzeugt, dass ich es dem amerikanischen Volk schulde, dass ich ihm sage, was ich machen werde und es dann auch mache; dass ich versuche, so klar wie möglich zu erklären, warum ich bestimmte Entscheidungen getroffen habe. Aber ich werde mich wegen Umfragen nicht ändern. Das ist einfach nicht meine Art."

Nun, zumindest nicht solange, wie die amerikanischen Medien dies Thema noch mit Samthandschuhen behandeln, was sich wahrscheinlich mit Beginn der Arbeit der Untersuchungskommission ändern wird. Mit der Benennung der Mitglieder dieser Kommission läßt man sich daher Zeit - soll diese Kommission ihre Arbeit doch sowieso erst nach der Wahl beenden. Sie brauche "eben Zeit für ihre Arbeit", so Bush lapidar.

Seinen bitischen und australischen Bundesgenossen scheint es da anders zu ergehen. Gerade Tony Blair sieht sich mittlerweile einem hohen Druck ausgesetzt, mehr als die Hälfte der Briten fühlen sich betrogen und fordern seinen Rücktritt. Blair sieht sich Angriffen des ehemaligen UNO-Waffeninspekteurs Hans Blix ausgesetzt, der der britischen und amerikanischen Regierung gezieltes "Informationsmanagement" vorwirft, daß letztendlich ein "Zerrbild" der Lage im Irak erzeugt hat. Es ist aber auch bekannt geworden, daß britische Spione in Zusammenarbeit mit amerikanischen Kollegen Wohnungen und Büros der UNO-Delegierten aus Angola, Kamerun, Chile, Bulgarien, Guinea und Pakistan mit technischen Abhörmitteln überwacht zu haben. Diese Überwachung sollte sicherlich Erkenntnisse hinsichtlich des Abstimmungsverhaltens bei der zweiten, großen Irakresolution im Sicherheitsrat ergeben, die dann aber nie Wirklichkeit wurde (das Lincoln Plawg hat dies seinerzeit mehr als ausführlich dokumentiert). Aber auch die BBC erhebt schwerste Vorwürfe: "man habe einen Kriegsgrund vorweisen wollen".

Was mich daran so sehr erschüttert, ist zum einen der Blick hinter die Kulissen einer "Demokratie". Man wählt alle paar Jahre eine Regierung, und hat keine weitere Möglichkeit der Bewertung ihrer Arbeit, als sie beim nächsten Mal abzuwählen. Die Politiker wissen das (spätestens seit Richard Nixon) und handeln dementsprechend - die Diktatur der Elite, ein Konzept, dem ich mich schon einmal genähert hatte und das vielleicht mal Gegenstand einer vertieften Betrachtung wird. Zum anderen ist es erschütternd, festzustellen, was Jim Henley in Unqualified Offerings feststellt:

We know in retrospect, and this pisses me off no end, that the statements of one of the worst dictatorships in the world on this issue [WMD] were more nearly the truth than the statements of our own government officials.

08.02.04

Schriftsteller

Zitat von G.C. Lichtenberg:

Was eigentlich den Schriftsteller für den Menschen ausmacht, ist, beständig zu sagen, was der größte Teil der Menschen denkt und fühlt, ohne es zu wissen. Der mittelmäßige Schriftsteller sagt nur, was jeder würde gesagt haben.

(Ein Zitat, das - wie das gestrige - sich auf den unmittelbar davor stehenden Eintrag bezieht.)

chiefpedro in Literatur | Permalink | Comments (0)

Just for Fun - but nothing more

Das Buch, das als erster Biographieversuch des Linux-Erfinders Linus Torvalds fungiert, trägt den Namen "Just for Fun" und wurde in Kooperation mit David Diamond geschrieben. Ich habe leider nur die von Doris Martin miserabel übersetzte deutsche Version des im dtv-Verlag erschienen Buches gelesen - und zwar aus, sagen wir mal, technischer Neugier. Und ich betone es gleich zu Anfang, das Buch ist wertlos. Will man es lesen, dann eben nur just for fun - but nothing more.

Warum nun dieses Urteil? Die Geschichte der Erfindung von Linux ist sicherlich interessant, weist sie doch eine Neuerung auf, die nicht nur die Softwareentstehung revolutionieren kann. Gemeint ist der Open-Source-Aspekt, dessen Kernaussage der freien Verfügbarkeit dem Fundament unserer Gesellschaft - dem freien Unternehmertum - nicht nur nicht im Weg steht, sondern sogar nützlich sein kann. Und freie Verfügbarkeit ist eben demokratischer als Monopolismus. So betrachtet ist der Inhalt des Buches dem interessierten Leser zu empfehlen.

Leider aber nur der Inhalt - nicht die stilistische Ausformulierung sowie die dramaturgischen Beigaben. Größte Diskrepanz läßt sich zwischen der betonten Leichtigkeit des Schreibstils und dem Gewicht der Aussagen feststellen. Der gezwungen-lockere Ton, den entweder David Diamond in englisch oder Doris Martin in deutsch nicht sicher beherrschen, vereinfacht Zusammenhänge zu stark, will immer spaßig sein und kann - wenn nötig - nicht die erforderliche Argumentationstiefe erreichen. Ein Manko, das durch die Vorzüge des Buches nicht mehr wettzumachen ist.

Die interessantesten Passagen sind die, in denen Torvalds über die technische Seite der Betriebssystementwicklung spricht, wo er von seinem Tagesablauf und den üblichen Problemen beim Programmieren erzählt oder die Auseinandersetzung mit anderen Systemen sucht. Seltsamerweise klingt der lockere Ton hier meistens noch passend, sicherlich auch deshalb weil genügend Fakten untergerührt wurden, um interessant und kompetent und nicht nur locker-bemüht zu klingen. Tatsächlich sind aber gerade die technischen Fakten die, wo ich vom Buch mehr erwartet hätte.

Uninterssant demzufolge der Rest - in meinen Augen schlichtweg überflüssig. David Diamond hatte hier die grandiose Idee, Torvalds auch zu Aussagen über den Sinn des Lebens, Familienleben und den Platz des Menschen im Universum zu bewegen. Für die Anti-Microsoft-Bewegung ist Linus Torvalds sicherlich eine Ikone (obwohl er sich in diesem Buch nicht aggressiv gegen Microsoft positioniert), für uns in dieser Beziehung eher unbefangene Software-Anwender wohl kaum. Den privaten Lebensansichten irgendeines Programmierers messe ich dann auch kaum Bedeutung bei - erst recht nicht, wenn sie ihres lockeren Vortragstons und des fehlenden Konzeptes wegen fremd klingen und uninteressant bleiben. Die ersten hundert Seiten und die Hälfte der restlichen 160 Seiten läßt sich somit ersatzlos streichen.

Fazit: Die Lektüre war enttäuschend und höchstens phasenweise anregend. Das Buch bietet seichte, anspruchslose Unterhaltung und empfiehlt sich daher nur für ähnlich gestrickte Leser oder Leute mit vorgefasster Meinung - eben Fanatiker. Da ich mich zu keiner der beiden Gruppen rechne, kann ich es auch nicht empfehlen.

chiefpedro in Literatur | Permalink | Comments (0)

07.02.04

Freiheit

Aus Franz Kafka, Ein Bericht für eine Akademie:

"Nebenbei: mit Freiheit betrügt man sich unter Menschen allzuoft."

Altes Europa

Auf dem in München stattfindenden Treffen der NATO-Verteidigungsminister, bei dem man sich über die Rolle des Bündnisses in Afghanistan und Irak verständigte, sagte Donald Rumsfeld, er "bedaure es nicht", Deutschland und Frankreich zum alten Europa zu zählen. Zum Wortlaut seiner damaligen Aussage habe ich mich früher schon mal positioniert - so abwegig war das eigentlich nicht. Und die Atmosphäre bei der Zusammenarbeit kann man mittlerweile wieder als "gut" bezeichnen, so der deutsche Verteidigungsminister Struck, die Probleme seien nämlich "alle gelöst".

Naja, nicht ganz. Wir haben zwar Saddam (was macht der eigentlich so in der Zwischenzeit?), aber nicht Osama. Wir haben keine Massenvernichtungswaffen gefunden, wie wir es vorhatten, aber es gab ja auch keine, so sagt man (oder frau in der CIA oder anderen Geheimdiensten). Wir haben den Irak befriedet, aber es sind schätzungsweise zehn amerikanische Soldaten und viel mehr Iraker, die pro Woche in diesem Frieden gewaltsam ums Leben kommen. Wir haben übrigens auch große Probleme, einige der Täter zu verurteilen (hier bei uns), geschweige denn angemessen als Sträflinge zu behandeln (in Guantanamo Bay). Und so weiter und so fort...

Übrigens, daß die amerikanische Regierung gelogen hat, was die Massenvernichtungswaffen angeht, scheint ja wohl klar. Kommt das von ungefähr? Na, der gute Donald Rumsfeld hat seinerzeit schon in der Regierung von Richard Nixon gearbeitet (so eng, daß er einige Erfahrungen über die Manipulation von Wahrheiten sammeln konnte, aber nicht so eng, daß er mit der Regierung Nixon in den Bach fiel). Und da scheint er eine gute Ausbildung bekommen zu haben. Übrigens: man rate einmal, wer die offizielle Untersuchung über 9/11 geleitet hat - kein anderer als Henry Kissinger, seines Zeichens National Security Advisor und anschließend Außenminister der Regierung Richard Nixon...passt doch, oder?

Zempt, w:bloggar und die üblichen Probleme

Die Nutzung von Clients wie Zempt oder w:bloggar weist einige Vorteile auf:

- man kann seine Einträge off-line verfassen
- man hat (in w:bloggar noch mehr als in Zempt) eine große HTML-Funktionalität
- man hat einigermaßen Zugriff auf die Movable Type-Funktionalität (hier aber in Zempt mehr als in w:bloggar)

Bei fleissiger Bloggerei, so meine Erfahrung, kommt man um einen Client nicht herum. So spart man sich gerade bei Link-lastigen Einträgen viel unnötige Tipperei, da man seinen Text einfach verpasst, und dann die Wörter markiert, die zu Links werden sollen, und die Linktaste drückt und den Link angibt. Kein a href="blabla.de" usw. w:bloggar bietet sogar Hot-Keys für angepasste Tags an (also schnelleren Zugriff auf bestimmte HTML-Formatierungen).

Die Installation verlief jedoch erwartungsgemäß schwer. Warum? Nun, der Zugriff des Clients auf mein Blog erfolgt durch ein Perlskript mit dem Namen mt-xmlrpc.cgi. Das muss ausführbar sein (also im Ordner cgi-bin liegen und die Zugriffsrechte 755 aufweisen). Zempt, das ich zuerst installiert habe, meldete jedoch, diese Datei nicht finden zu können. Nach einigen Versuchen vor Ort und anschließender Suche im Zempt-Forum kam mir der Verdacht, daß diese Information falsch sein könnte. Eine Untersuchung meines error-logs auf dem Server ergab anschliessend, daß die Datei zwar aufgefunden und gestartet wurde, aber eben nicht richtig ausgeführt.

Wie auch schon an dieser Stelle angemerkt, lag es wieder einmal an der Groß-Kleinschreibung. Diesmal waren die Verzeichnisse XMLRPC, XML und SOAP umzubenennen (also in GROßBUCHSTABEN). Dafür waren nun nur noch drei Starts des Skriptes vonnöten und die dreimalige Auswertung des Error-Logs, die anzeigte, daß das Skript jedesmal weiter kam. Zu guter Letzt war Zempt online - und heute auch w:bloggar, den ich wegen seiner größeren HTML-Funktionalität schätze und der mir auch damals schon gute Dienste leistete.

06.02.04

Politische Gründe?

Weil wir also heute ein bisschen vom lieben Ben Affleck reden (dem man sein gutes Aussehen neidlos anerkennen muß), wollen wir aber auch nicht verschweigen, daß er sich vor Kurzem von der allerliebsten J.Lo getrennt hat. Wir dachten ja alle sofort, diese Trennung hat er nur wegen ihrer überaus unübersehbaren Rückenverlängerung forciert - aber NEIN! Die wahren Gründe offenbart dieses Interview, das von Obernews aufgegabelt wurde:

Ben Affleck: I just can't believe that we're really going to let Saddam get executed. The last thing we need is for him to become a martyr in the eyes of the Arab people.

Jennifer Lopez: Well babe, I really don't think Saddam has enough of a base of support left for any suggestion of martyrdom to really spread to any meaningful degree.

Ben Affleck: Goddammit, Jennifer, don't you understand? All US action in the Middle East is viewed by the Arab world through the prism of the Israeli-Palestinian conflict! Anyone who dies defying the United States is a hero.

Jennifer Lopez: Well, I think you're vastly over-simplifying things, Ben. The collective Arab psyche is fragile, yes, and the issue of Israel is indeed pervasive, but I think you're selling them short. Certainly they can recognize personally that Saddam Hussein is an evil man, and that to some extent the United States has done them a favor, albeit at great cost. Just look at the recent Shi'ite demonstrations demanding his execution.

Ben Affleck: Yes, but the prism--

Jennifer Lopez: Oh Ben. You and your Israeli-Palestinian prism. Listen, that was a great model for understanding the Middle East five, maybe ten years ago. But I need a man who can conceptualize the present day realities better than that, without relying on some outdated model that ignores the fact that the post 9-11 world is radically different from the pre 9-11 one.

Ben Affleck: But Jen--

Jennifer Lopez: Listen, Ben. It's been a blast, really. Gigli was a great film, and I think history will show that to be true. And the "Jenny From the Block" video wouldn't have been the same without you. But I just can't be with a man who thinks that the execution of Saddam Hussein will lead to his inevitable martyrdom. That belief effectively reduces the importance of individuals by saying that they can all be expected to react to certain things in a certain way--it dehumanizes them, just as it dehumanizes all of us. Here. Take back your 6.1 carat pink diamond Harry Winston engagement ring. I don't want it anymore.

Ben Affleck: But J, I can change! I can start looking at Arabs as individual people who don't necessarily think the same way on every issue! I can downplay the direct importance of the Arab-Israeli conflict in my arguments about Middle East policy in the post 9-11 world...!

Jennifer Lopez: No, Ben. I don't think you can. Goodbye.


Wir schließen uns der Forderung von Obernews nur an: Wieviele Promi-Liebschaften müssen zerplatzen, bevor George W. Bush seine Nahostpolitik überdenkt?

[Via Unqualified Offering]

chiefpedro in Allgemein | Permalink | Comments (0)

Paycheck

Die unergründbaren Wege, auf denen wir wandeln, haben die holde Maria und mich gestern ins Kino geführt. Angeschaut haben wir uns den neuesten Hollywood-Science-Fiction-Kracher - Paycheck. Ohne allzuviel verraten zu wollen, versuche ich meine Eindrücke hier mal wieder zu geben:

Hervorragend - zumindest dem Namen nach - besetzt mit Ben Affleck, Aaron Eckhart und Uma Thurman, liegt der Reiz des Filmes darin, dem Zuschauer Teile des Puzzles vorzulegen, ihn aber über die Gesamtansicht des Puzzles so lange wie möglich im Unklaren zu lassen. Der Film beginnt mit einer kurzen Erläuterung der Tätigkeit des von Ben Affleck gespielten Überingenieurs Michael Jennings, der für zahlungskräftige Kunden Projekte bearbeitet, um sich anschließend die Erinnerungen an seine Tätigkeit löschen zu lassen. Ein neuer Auftrag erfordert nun eine Tätigkeit über einen Zeitraum von mehreren Jahren - mit anschließender Löschung aller Erinnerungen an dieses Projekt. Da die Bezahlung außergewöhnlich gut ist, willigt Jennings ein. Als er wieder aufwacht, gibt es anstelle der Bezahlung - 92 Mio. $ - nur einen Briefumschlag mit einer Reihe unscheinbarer Gegenstände, ein Wechsel in der Art der Entlohnung, der offenbar sogar von Michael Jennings gewünscht war. Der kann sich nur leider nicht daran erinnern. Die Gegenstände scheinen der Schlüssel zur Vergangenheit zu sein - doch die Zeit zur Lösung der Rätsel ist denkbar knapp, wird Jennings doch vom FBI in die Mangel genommen und von Killern gejagt.

Auf diesen Spannungsbogen beruht somit die Geschichte:
- Wer hat auf die 90 Mio. $ verzichtet, Jennings oder die Firma?
- Was will das FBI von Jennings?
- Was für einen Auftrag hat er da ausgeführt und warum hat er ihn offensichtlich sabotiert und so den Grund geliefert, daß seine Auftraggeber ihn töten wollen?
- Welche Bedeutung haben die Gegenstände in dem Briefumschlag?

Und - soviel läßt sich mit Sicherheit sagen - diese Vielzahl von Rätseln führt zu einer anhaltenden Neugier beim Zuschauer, die der straffen Handlung sehr gut tut. Die Actionszenen sind erstklassig inszeniert, nur selten an der Grenze zur Unglaubwürdigkeit und immer nur nötiges Beiwerk, nie Hauptanliegen des Films. Auch die Einsätze, um die die Protagonisten spielen, sind genügend hoch gewählt - Spannung also auch von dieser Seite. Kamera und Schnitt professionell wie von John Woo gewohnt, vervollständigen die bis hier fast perfekte Note für den Film.

Kommen wir zu den negativen Auffälligkeiten:

Uma Thurman ist häßlich - riesige Nasenlöcher, Falten um die Augen, struppige Haare und ein buckliger Rücken fallen auch bei gutem Willen ins Auge. In meinen Augen noch nie wirklich hübsch - allenfalls interessant - ist sie so sehr gealtert, daß ich ihr eine Rolle als Frau, in die Männer wie Ben Affleck sich schlagartig verlieben, nicht abnehmen kann. Diese Diskrepanz, gesteigert durch ihr lasziv-erotisches Auftreten, verleiht dem Liebes-Aspekt der Geschichte eine unüberbrückbare Unglaubwürdigkeit. Darunter leidet letztendlich der gesamte Film spürbar.

Alle Hauptdarsteller, Affleck, Eckhart, Thurman und weitere, gehen im Universum des Films mehr oder weniger gewöhnlichen Berufen nach - Entwicklungsingenieur, Vorstandschef eines High-Tech-Unternehmens, Doktorin der Biologie und Leiterin einer Forschungsabteilung. Sie sind aber alle durchweg in der Lage, sich nicht nur im Nahkampf, sondern auch mit Schußwaffen effektiv verteidigen zu können. Dem im Film umherlaufenden Securitypersonal sind sie mehr als ebenbürtig. Wie eigentliche alle Fähigkeiten sind aber perfekte Anwendung von Nahkampftechnik und Schußwaffengebrauch eine Frage des Trainings, und hier scheinen die Hauptberufler den Freizeitkämpfern unterlegen zu sein. Die fahrerischen Qualitäten aller (besonders die sehenswerte Motorradverfolgung ist hier gemeint) lassen wir dabei mal unberücksichtigt wie auch den Fakt, daß Waffen in allen Büros sofort greifbar waren.

Der Einsatz der Gegenstände, die Michael Jennings häufig den einzigen Fluchtweg aufzeigen, erinnert manchmal an MacGyvers Talent, aus Schnürsenkel, Marmelade und der Funkantenne eines Thunfischfangbootes eine funktionierende Flugabwehrrakete zu bauen. Fand ich damals schon etwas konstruiert, und macht mich auch heutzutage etwas nachdenklich.

Insgesamt lautet meine Note für den Film 7,5 von 10 möglichen Punkten. Da alles über 6 sehenswert ist, kann ich also auch Paycheck empfehlen. Unterhaltsame zwei Stunden sind es allemal. (Eine Übersicht zu Kritiken des Films gibt es übrigens bei filmz.de.)

Einige Fragen bleiben noch:
- Wie öffnet man Smirnov Ice-Pullen, ohne sich den Kronkorken ins Auge zu schießen und die sprudelnde Flüssigkeit über die Leute in der Vorderreihe zu verteilen?
- Die U-Bahn, der Ben Affleck in einer Szene nur knapp entrinnen kann, hat die Nummer 162. Meine Reservierung für die Karten übrigens auch. Zufall oder Zeichen?
- Was soll sich mit dem Popkorn-Korn anfangen, das ich nach dem Film in meiner Hosentasche fand? Ist es ein Schlüssel zu meiner Vergangenheit?

chiefpedro in Allgemein | Permalink | Comments (0)

05.02.04

Intoxinated Computer Gaming

Spieler A spielt - unter dem Einfluß einer Vielzahl von seltsamen Einflüßen, denen er sein Gehirn ausgeliefert hat - ein blutrünstiges, gewalttätiges Actionspiel (Halo - das übrigens den besten Mehrspieler-Kampagnenmodus in der Geschichte des Computers aufweist und der X-Box im Alleingang ihren hohen Anteil auf dem Spielekonsolenmarkt sichert).

Spieler B, wegen seines intoxinierten Zustandes, liegt entspannt kopfüber auf einem Sofa und schaut vorübergehend nur zu. Er konzentriert sich mit aller ihm zur Verfügung stehenden Energie darauf, wenigstens eines seiner Augen auf den Fernseher scharf gestellt zu bekommen und sich dabei weitest gehend zu erholen.

Spieler A gerät in einen Hinterhalt voller tückischer, mordlüsterner, außerirdischer Feinde, die ihn mit dem gesamten Waffenarsenal angreifen und ziemlich in die Ecke drängen. Er begleitet sein Ringen mit einem dumpfen Keuchen und Schnauben und vergißt völlig die Vielzahl der um ihn herumstehenden schwer alkoholisierenden Getränke.

Spieler B, in einem Moment völliger Selbstkontrolle, gibt einen Hinweis: "Jetzt mußt Du schweres Zeug nehmen. Handgranaten und so..."

Spieler A reagiert auf diesen gutgemeinten, fachmännischen Ratschlag nicht, ist aber auch voll in seinen Abwehrkampf eingespannt. Aufgrund seiner lebenslangen Erfahrungen mit berauschten Geisteszuständen ist er aber zusehends in der Lage, das Blatt zu wenden. Nach einer Pause von etwa 10 Sekunden sieht er sich in der Lage, auch verbal zu parieren: "...und Fußgranaten."

Den so zugespielten Ball fängt Spieler B sicher auf: "Genau! Zehn bis zwölf Fußgranaten reinschleudern..."

[so geschehen in einer uns bekannten Galaxie, an einem Donnerstag-Morgen]

Wie das Böse auf die Welt kam...

Aus Thomas Manns Lebenswerk, Joseph und seine Brüder, Band 4, S. 19, ein Zitat, wie das Böse auf die Welt gelangte:

"Weil es ihm darauf angekommen war, das Böse, seinen eigentlichen Gedanken, den sonst niemand hegte noch kannte, zu verwirklichen und in die Welt zu setzen, und weil die Bereicherung des Weltrepertoriums durch das Böse auf garkeine andere Weise als eben durch die Erstellung des Menschen zu erzielen gewesen war.[..] Damit es in die Welt käme, war genau das Geschöpf nötig gewesen, das Semael [der Teufel] aller Vermutung dort [bei Gott] in Vorschlag gebracht hatte: ein Gottesgleichnis, das zugleich fruchtbar war, also der Mensch."

Also kein Engel (Gottesgleichnis, aber unfruchtbar) und kein Tier (fruchtbar, aber kein Gottesgleichnis), sondern ein Engeltier, nämlich eben "Gottesgleichnis, das zugleich fruchtbar" ist. So wie du und ich. Und zugleich - die Ursache alles Bösen.

chiefpedro in Literatur | Permalink | Comments (0)

Merry Thinking

Der gute, alte Moe hat Geburtstag. Also, nicht er, sondern eigentlich sein Blog. Und auch nicht heute, sondern gestern (autsch). Weil aber der Moe unter anderem ein wirkliches lesenswertes Blog unterhält, und weil die Seite dem Webjunkie täglich immer neue Ansichten liefert, gehen wir jetzt nacheinander da rüber und singen ihm ein Lied...

Happy Birthday!

chiefpedro in Allgemein | Permalink | Comments (0)

04.02.04

Alltag

Der Typ gähnte wie ein Porschefahrer in der Rush-Hour. Sich mit dem Oberkörper auf der Lehne des Vordersitzes abstützend, hatte er sein Gesicht zur Seite gewandt und schaute aus verkniffenen Augen aus der offenen Tür. Das Mädchen neben ihm war die ganze Zeit still und bewegte sich während der Fahrt nur einmal - als sie nach drei Stationen aufsprangen und aus der Bahn rannten. Sonst saß sie kerzengerade da und schien nicht mal zu atmen. Der Dritte und einzige Dicke unter den dreien saß auf der anderen Seite des schmalen Ganges, hatte den Rücken zum Fenster und hing mit seinen Blicken am Munde des Porschefahrers.

Als die Bahn anfuhr, fing der Porschefahrer an zu erzählen. Seine Lautstärke deutete an, wie wenig er sich um uns andere Fahrgäste scherte. Sich die Bartstoppeln kratzend, verkündete er, daß er eigentlich am Wochenende mit seiner Freundin nach Hamburg wolle. Dort, so klang seine sonore, versoffene Stimme in unser aller Ohren, wolle er seinen Bruder besuchen.

Der hat nämlich eine schöne, neue Wohnung, die er zur Feier der Verlobung mit seiner neuen Braut bezogen hat, so fügte er an, ließ fast unbemerkt einige überflüssige Magenluft entweichen und schaute den Dicken bedeutungsvoll an. Der hob schläfrig eine seiner Augenbrauen.

"Det Problem is aber, dit der nur een Tag Ausjang hat.", hakte der Porschefahrer nach, "Und wahrscheinlich kricht er den nich am Wochenende."

Weil die Straßenbahn an einer Kreuzung stehen geblieben war, wandte er seinen Blick vom Dicken ab und schaute aus dem gegenüber liegenden Fenster. Den Arm vom Körper abgespreizt, bohrte er sich einige Zeit mit dem kleinen Finger seiner linken Hand im Ohr, bevor er fortfuhr: "Aber det is ja keen Problem. Ick versteh ma ja mit der Verlobten."

"Und deswejen könn wa ja so hinfahren, am Sonnabend, und in der Wohnung pennen, und haben dann am Sonntach den janzen Tach Zeit für meen Bruder."

"Jenau.", sagte der Dicke, "Is doch OK."

"Ja. Aber meen Vatter kricht keene Kohle von Arbeit, schon een oder zwee Monate nich.", wandte der Porschefahrer seinen Blick vom Fenster ab. Der Finger verschwand in Richtung Hosenbein. "Und die Kohle brauchen wa zum Tanken."

"Wieviel brauchst de denn?", zeigte der Dicke mäßiges Interesse, und kramte eine Zigarettenschachtel aus der Innentasche seiner schwarz-weiß karierten Wolljacke.

"Na, zweemal tanken mindestens. Und jrade ist det Auto leer.", antwortete der Porschefahrer und gähnte mal wieder, "Schon paar Wochen."

"Wieso kricht er denn keene Kohle?". Der Dicke hatte mittlerweile eine Aldi-Zigarette rausgekramt und war dabei, sie sich hinters Ohr zu stecken. Die Bahn hielt an.

"Weil die spinnen. Der ackert da und kricht einfach keen Jeld."

"Sind die pleite, oder wat?", fragte der Dicke und ließ die Schachtel umständlich in seiner Jacke verschwinden.

"Nah, wahrscheinlich. Jedenfalls könn wa ohne Kohle nich fahren."

Für einen Moment schwiegen alle drei. Allerdings schafften sie nicht mal das wirklich leise. Nach einer Pause flüsterte das Mädchen dem Porschefahrer etwas zu und nickte in Richtung der Kreuzung, an der wir standen.

"Scheiße, klar.", brüllte der Porschefahrer im Aufspringen, zog das Mädchen von ihrem Sitz und schubste sie vor sich her. "Wir müssen raus, ihr dummen Schweine."

Als sich die Tür hinter ihnen schloß, war Stille.

RDF und andere Sachen

Wie der Bibliomaniac feststellte, funktioniert hier was nicht mit meinem RSS-Feed. Da ich in der allerexaktesten Bedeutung gar keinen RSS-Feed unterhalte, neige ich zur Annahme, der

Syndicate it (XML)

Feed da drüben auf der rechten Seite unter den Links ist gemeint. Und richtig, dort gab es Probleme. Ursache war, daß meine Public URL in der Weblog Config in mt.cgi nur auf www.denkpass.de gezeigt hat, während sie doch auf www.denkpass.de/dpblog/sig/ zeigen sollte. Dies hat zumindest eine kurze Investigation des Supportforums von Movable Type ergeben und löst gleichzeitig ein Problem mit einem falschen Pointer für meine Style-Sheets (das aber nur am Rande, es ist ja nun gelöst).

Kurze Rede, langer Sinn...ne, warte mal...lange Rede, kurzer...ne, auch nicht. Jetzt aber: Kurze Rede, kürzerer Sinn - alles funktioniert jetzt. Zumindest das soeben Besprochene...

- Update -

Weil ich ja schon einige Einträge zur technischen Seite dieses Blogs abgegeben habe, das ja bekanntlich unter Movable Type läuft, hier mal eine Erläuterung dieser Weblog-Software in deutscher Sprache. Sie zeigt in aller Kürze den Leistungsumfang und die Qualitäten von Movable Type auf.

Eine weiter führende Übersicht rund ums Weblog findet sich auf den Wiki-Seiten von Moe, und zwar diese Seite hier. Es gibt Übersichten zu Webloganbietern, -software, -tools und -verzeichnissen und eine Definition der am meisten benötigten Begriffe. Auch hier ist nicht alles vollständig, aber das Vollständigste, was man in deutscher Sprache finden kann. Glaube ich zumindest...

02.02.04

Klare Worte

Morgen, soviel scheint klar, geht es nach Hamburg. Was weiteres ist auch klar, auch wenn man mittlerweile von Entwarnung spricht, ich werde morgen mit einem Taschentuch vor der Fresse herum marschieren. Na klar, werde ich wahrscheinlich nicht. Aber ich werde ganz flach atmen. Neben Spielzeug, Leiterplatten, raffiniertem Essen und Wirtschaftsflüchtlingen exportieren unsere asiatischen Erdmitbewohner ja in letzter Zeit auch viele Viren, so scheint es. Und gerade jetzt muß ich nach Hamburg, Deutschlands größtem Überseehafen...übrigens, bisher dachte ich immer, nur männliche Thailandurlauber fangen sich auf unklare Weise Krankheiten ein.

Egal. Wird ja eh nur ein kurzer und schmerzloser Ein-Tages-Trip mit Übernachtung. Rausspringen soll am Ende ein Job. In Hamburg? Mal sehen. Wählerisch darf man ja heute nicht mehr sein - die schwächste Regierung der Geschichte der Bundesrepublik, mit eifrig-tolpatschiger Hilfe der schwächsten Opposition der selben Geschichte, schlingert ja auch auf dem Arbeitsmarkt mit 630.000 PS tüchtig auf dem Glatteis umher. Sieht übrigens auch Punxsutawney Phil so: "Der Winter, der wird bleiben!", sagt er klipp und klar und meint damit auch unsere - die deutsche - Arbeitsfront.

Nichtsdestotrotz nehme ich diese Hamburg-Reise zum Anlaß, verschiedenste Dinge in aller Gründlichkeit klarzustellen:
- Wer in Hamburg keinen Hamburger verdrückt, ist nicht ganz klar in die Birne
- Zug fahren tut man des Lesens wegen
- Schwager haben hat Sinn - vor allem wenn sie in Hamburg arbeiten und in glasklarer Nacht durch die Jazzkneipen ziehen, Klare kippen

So. Nun aber die schlechte Nachricht: Bis Donnerstag ist hier erstmal Pause, Freunde. Alles klar?

chiefpedro in Allgemein | Permalink | Comments (0)

Plastic Linking

Der liebe Moe, seines nicht unwesentlichen Zeichens Blogautor auf Plastic Thinking und einiger weiterer Webprojekte (die man von dort aus sehr bequem anlaufen kann) hat diesem unscheinbaren Projektchen, das ich hier betreibe, seine Referenz erwiesen und - so zum Start - erstmal meine Existenz bemerkt. Grund dafür ist sicherlich die e-mail, die ich ihm am Wochenende schickte, aber trotzdem mein Dank dafür, daß er vielleicht Teile seines Besucherstroms hier her schickt.

Sein Vorteil war eigentlich schon immer, daß er von Anfang an (soweit ich das mitkriegen konnte) auf eigenen Server und Software gesetzt hat. Ich tat das nicht, habe ein dreiviertel Jahr mit Blogger herumexperimentiert (auf dieser Seite) und letzten Endes fast mit all meiner Freude an diesem Hobby dafür bezahlt. Was die Ursache für die Häufung der technischen Probleme war, ist mir bis heute nicht klar. Und so kann es sein, daß andere mit dem Service bei Blogger.com zufrieden sind. Ich war es über ein halbes Jahr auch.

Mein heutiges Modell (eigener Server, eigene Domain, eigene Software) hat aber einige nicht unwesentliche Vorteile. So sind bezahlte Server in den meisten Fällen schneller. Blogger.com hatte gerade mit der Schnelligkeit einige Probleme. Dann ist eine deutsche Domain für deutsche Surfer besser zu merken. Weiterhin zwingen einen die entstehenden Kosten für den Server dazu, am Ball zu bleiben (denn sonst würde man ja zahlen, ohne Nutzen zu haben). Ich kann auch, wie ich es vorhabe, einigen meiner besten Photographien hier ein Podium bieten, was bei Blogger.com nur über Umwege und Geschwindigkeitseinbußen funktioniert.

Es gibt noch mehrere Punkte, die ich aber dem geneigten Leser ersparen möchte. Nur eines sei noch genannt, bis jetzt bin ich mit Movable Type mehr als zufrieden. Und damit Schluß mit diesem Ausschweifungen...

Danke, Moe und: Jetzt auf immer!

chiefpedro in Allgemein | Permalink | Comments (0)

Links und Kategorien überarbeitet

Von meiner alten Seite habe ich zuallererst einige Links übernommen, wie man auf rechten Seite sehen kann. Um es etwas systematischer anzugehen, erfolgt eine Einteilung in Link-Gruppen. Für den Anfang gibt es dort die Tägliche Lesung und die Baseballinks. Mit Sicherheit wird es weitere Gruppen geben...

Um die recht sinnvolle Einteilung der Blog-Einträge in Kategorien auch nutzen zu können, habe ich auf der rechten Seite auch eine Übersicht der Kategorien eingefügt. Dies (wie auch die Links) erfolgt im Template Main Index, das man über mt.cgi aufrufen kann. Der Codeblock, der für die Kategorienaufzählung erforderlich ist, findet sich im ausführlichen Manual von Movable Type. Die dort vorgesehene Aufzählung der Einträge der jeweiligen Kategorien habe ich aber gelöscht.

Zu guter Letzt will ich nun aber auch gleich bei jedem Eintrag die Kategorie anzeigen, in die der Eintrag eingeordnet wird. Nach einigem Testen habe ich mich dafür entschieden, dies am Ende jeden Eintrags vorzusehen - der Abschluß jedes Postings lautet somit ab sofort (Bsp.):

Eingetragen von chiefpedro in Kategorie [Technisches] um 12:55 pm

Dafür ist im vorgesehenen Abschnitt von Main Index das Tag $MTEntryCategory$ einzufügen, nämlich gegen Ende des Container-Tags MTEntries. Eine Erklärung zu MTEntryCategory findet sich im Manual unter Template Tags - Weblog Data.

Ist eigentlich ganz einfach einzurichten und erfordert nur wenig Rumprobiererei. Da dies aber zumindest geringe Kenntnisse in HTML erfordert, hier noch ein kleiner Tip: Die beste Online-Erklärung zu HTML ist die von Stephan Münz - Self HTML. Man kann sie herunterladen und lokal anschauen, online enthält sie aber einige weitere Links. Begriffe sind im Index und in allen Erläuterungskapiteln verlinkt und es gibt immer Beispielseiten zum Anschauen der Beispiele für einzelne Eigenschaften. Self HTML handelt aber nicht nur von HTML, sondern auch von CSS, XML, Javascript, Dynamic HTML und PHP, CGI/Perl. Dürfte ich nur eine Datei als Arbeitshilfe herunterladen, es wäre diese kompakte Einstiegs- und Profihilfe.

01.02.04

Einstieg in englische Literatur

Hauptsächlich dem Internet verdanke ich eine immense Steigerung meines Englischwortschatzes. Dies begann Anfang der 90er Jahre im Sportsims-Forum von CompuServe, wo einige Footballverrückte, größtenteils Amerikaner, mit einem Spiel von Sierra - Front Page Sports Football - daran gingen, remote online leagues zu schaffen. Ich hatte drei Teams in drei dieser Ligen, und tägliche Forumbesuche, viele e-mail-Kontakte und die Herausgabe eines Newsletters für eine dieser Ligen zwangen mich zur regelmäßigen Kommunikation in Englisch.

Da mein Lieblingssport neben Fußball Baseball ist, und die Profisaison in Amerika über 160 Spieltage hat, kann man auch dort - über einen Zeitraum von 9 Monaten pro Jahr, und fast täglich - seine Kenntnisse der englischen Sprache anwenden und vertiefen. Und es gibt weitere Möglichkeiten: aktuelle Informationen zur politischen Weltlage und vieles andere auch erhält man im Internet häufig zuerst in Englisch.

Was liegt dann also näher, diese Kenntnisse nun auch auf englische Literatur anzuwenden? Dient die Lektüre eines englisch verfassten Buches doch neben der weiteren Anwendung, Vertiefung und Erweiterung des Wortschatzes auch dem wachsenden Sprachgefühl. Wie man feststellt, lesen sich Werke im Original in allen Fällen besser - nur selten erreicht eine Übersetzung die Qualität des Originals. Und so lese ich seit einigen Jahren alles im Original, so weit meine Kenntnisse der Sprache mir das gestatten. Selbst technische oder naturwissenschaftliche Fachliteratur. Und meine Empfehlung an alle ist, dies auch so halten.

Dabei braucht man meiner Ansicht nach keine Angst zu haben, wesentliche Teile nicht zu verstehen. Wichtig ist, den Sinn ganzer (Ab-)Sätze zu verstehen, nicht den jeden Wortes. Und so braucht man nur im absoluten Notfall ein Wörterbuch. Viele Wörter kenne ich nur in ihrer englischen Bedeutung. Eine Übersetzung wäre umfangreich und ungenau, der Sinn ist jedoch klar.

Mein Tip: einfach anfangen und selber schauen, wie man klar kommt (ist ja beim Bloggen ähnlich). Weglegen kann man das Buch später immer noch. Und damit der Einstieg auch angenehm wird, hier meine Empfehlungen:

1. Michael Crichton - The Andromeda Strain, Jurassic Park, The Lost World, Airframe, Congo - eigentlich jedes Buch von ihm. Warum? Sie sind die spannendsten Bücher, die man lesen kann. Nicht eines dieser Bücher hat mich länger als zwei Tage aufgehalten, weil ich alle Aktivitäten beiseite schob, um weiter lesen zu können. Sie sind hervorragend recherchiert und Crichton schreibt flüssiges, leichtes, modernes Englisch. Ultra-Empfehlenswert.

2. Scott F. Fitzgerald - The Great Gatsby. Eine einmalige Reise in die Zeit des Jazz, zwischen den beiden Weltkriegen, und eine meisterlich aufgebaute Geschichte, die den Leser mit jeder Seite tiefer in sich hinein zieht. Kurz, schnell lesbar und mit atemberaubenden Kulissen und Szenen. Ultra-Empfehlenswert.

3. Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas. Haarsträubend komisch, schräg und voller Drogen ist dieser Blick auf den amerikanischen Traum nichtsdestotrotz eine erschreckende Bestandsaufnahme unseres Gesellschaftssystems. Die Nähe des Autors zum Subjekt seines Textes dient als Lupe für eine Untersuchung der Verwerfungen in Moral, Anspruch und Verhalten amerikanischer und somit auch westeuropäischer Kulturmenschen. Empfehlenswert für den, der sich drauf einlassen will. Aber auch die anderen, mehr dem politischen Journalismus entspringenden Essay-Sammlungen sowie seine Beschreibung des Präsidentenwahlkampfes 1972 (Nixon-McGovern in Fear and Loathing on the Campaign Trail ´72 sind Must-Read.

4. Kurt Vonnegut - Slaughterhouse 5 oder Cat´s Cradle sind sehr leicht zu lesen, recht straff gehalten und einzigartig wie alle Werke dieses Schriftstellers. Die humoristische Note, die anfangs die Texte beherrscht, wendet sich langsam, aber stetig ins Gegenteil. Die Geschichten werden makaber und todernst, so sehr, daß sie den Leser gehörig erschrecken. Ultra-Empfehlenswert.

Das soll für den Einstieg reichen. Damit kann in meinen Augen nichts schief gehen. Viel Spaß also...

chiefpedro in Literatur | Permalink | Comments (0)