In Deutschland, so munkelt man, sollen zum Teil auch gute Filme gedreht werden. Ja, richtig. Alle paar Jahre etwa. In der Zwischenzeit gibt es für die Zuschauer jedoch genau das, was für den deutschen Film bezeichnend ist: belanglose Zeitvergeudung auf Zelluloid. Wie sie zum Beispiel gestern abend auf Pro7 zu sehen war. Andersrum hieß das Machwerk. Eins vorneweg: Schlechtere Unterhaltung im Fernsehen gab es nicht mal in Rumänien - und die hätte mittlerweile nostalgischen Charakter. Das wird dieser Pro7-Produktion verwehrt bleiben.
Will man da noch wissen, wie Ideen zu solch sagenhaft blöden Filmen entstehen?
"Die Idee dazu hatten Mark und ich schon vor zehn Jahren. Wir waren in einer Diskothek, zusammen mit Til Schweiger und Heinz Hoenig. Und die war abgesehen von uns leer. Da haben wir uns gegenseitig vorgespielt, wie die verschiedensten Leute auf die Tanzfläche gehen", erzählt Heiner Lauterbach. Mark Keller spielte dabei einen Schwulen. "Er hat das so witzig gemacht und auch so getanzt, da haben wir gesagt, da müssen wir unbedingt einen Film draus machen."So werden blöde Ideen umgesetzt - man lässt die zur Selbstüberschätzung neigenden Hauptdarsteller auch noch gemeinsam Regie führen. Am Ende freuen die sich dann noch über sich selber und halten ihr gefährliches Machwerk für sehenswert und originell. So sagt Marc Keller:
"Es ist ein schöner Film geworden! Besonders, wenn man von der Idee bis zur Fertigstellung so nah mit dabei ist! Außerdem lernen mich so die Zuschauer auch mal von der komödiantischen Seite kennen."Dazu ganz kurz: Für uns Zuschauer, die wir nicht so nah dabei waren von Anfang bis Ende, war es nicht schön. Eigentlich hat das Ende, der Film, auch gereicht - da kann man auf den Rest dankend verzichten. Von einer komödiantischer Seite bei Herrn Keller kann man auch nicht reden. Von einer unfreiwilligen komödiantischen Deutung seiner stümperhaften Darbietung vielleicht. Ansonsten lachen da höchstens Leute, die sich in einer freien Minute gerne mal die Zehennägel rausreißen.
Der Film "Andesrum" ist die Krönung einer Filmreihe, mit der Pro7 sich gerne auf den Olymp der deutschen Fernsehunterhaltung schwingen möchte. Christian Buß von Spiegel Online tut das einzige, was einem übrig bleibt, sollte man dieses Machwerk auch nur in Auszügen gesehen und diese Aufführung mit einigermaßen gesundem Verstand überlebt haben: er zerreißt es von vorn bis hinten.
Zombiesk, humorfrei, dilettantisch: Dieser Film ist ein echter Albtraum.chiefpedro in Allgemein | TrackBack(0)