Die Menschheit, so sagt man, beruft sich auf eine etwa zehntausendjährige Geschichte. Zehntausend Jahre also gibt es uns. Das sind etwa dreihundert bis vierhundert Generationen von Adam und Eva zu mir und dir. Innerhalb jeder Generation kehren die selben Muster immer wieder: Wir sind Kinder und werden Jugendliche. Wir wehren uns gegen alle Vorschriften und Ansichten, lernen lieben und kämpfen für unsere Ideale. Dann schenken wir selber Leben und werden zurückhaltender. Zu dem Zeitpunkt, wo unsere Kinder selber Kinder zeugen, werden wir alt. Irgendwann sterben wir.
Und all das machen wir seit dreihundert oder vierhundert Generationen und wissen noch immer nicht warum. Keine Ahnung, was wir auf diesem Planeten verloren haben, was unsere Aufgaben und Ziele sind. Welchen Sinn dieses Projekt der Natur haben könnte. Wir leben vor uns hin, von Generation zu Generation, und wiederholen alle Fehler, die man schon vor uns zigmal wiederholt hat. Greifen zu den Waffen, rotten Leben aus, vernichten unsere Feinde und die Umwelt. Und wissen - habe ich es schon aufgeführt? - nicht mal, warum wir das tun. Welchem hehren Ziel wir dienen.
Sind Fortschritte erkennbar? Sind Fortschritte überhaupt möglich und meßbar, wenn man nicht mal weiß, wohin die Reise führen mag? Wie denn zuverlässig bestimmen, ob es vorwärts ging, wenn wir nicht wissen, wo wir hinwollen. Wir wissen ja kaum, wo wir herkommen. Es ist das Schicksal des Menschen, vor lauter Aktivität keine Zeit dafür zu haben, um sich die Ruhe zu nehmen und über sich selbst zu reflektieren. Wir wurschteln halt so vor uns hin. Und haben dabei bereits dreihundert oder vierhundert Mal die Träume und Ideale einer ganzen Generation zu Asche zerfallen lassen.
Keiner lernt daraus, weil man immer denkt, uns passiert das nicht. Tut es aber. Gerade jetzt. Hier und heute.
chiefpedro in Lebensächliches | TrackBack(0)