Der Postmeister weist daraufhin, daß den seit der Präsidentenwahl 2000 überall blühenden Verschwörungstheorien zumindest beim aktuellen Sieg George W. Bushs eine substantiierte Grundlage fehlen dürfte. Dem stimme ich - mit gewissen Einschränkungen - zu: Über den wahren Betrug bei der Wahl werden wir nie etwas erfahren. Zumindest nicht von offizieller Seite.
So in zwanzig bis dreißig Jahren werden vereinzelt Tatsachenberichte in Buchform auf den Markt kommen. Da können wir dann lesen, daß man im Gegensatz zu 2000 so großzügig beschissen hat, daß es für George W. Bush und seine Republikaner sogar zum Sieg in der Popular Vote gereicht.
Das FBI wird dann regierungsintern aufs Kräftigste recherchieren, dabei erschreckt die Wahrheit konstituieren müssen und - zum Schutz des Volkes vor sich selber - die Aktenlage einstampfen. Den bis dahin veröffentlichten Büchern wird immer etwas grauenvoll Wahres anhaften, ihre Autoren werden nichtsdestotrotz verlacht werden. George W. Bush wird als einer der ganz Großen in die Geschichte seines Landes und der Welt eingehen.
Und wir? Wir werden nie erfahren, wieviel Entscheidungen man dem Wähler abnehmen muss, damit er vernünftig von seinem Wahlrecht Gebrauch machen kann.
-UPDATE-
Der Postmeister weist im Kommentar daraufhin, daß wir die Augen nicht vor dem Fakt verschliessen sollten, daß diese Wahl ohne jeglichen Wahlbetrug das bekannte Ergebnis brachte - daß sich also "das Volk nicht länger darum zu scheren scheint, was ihm seine politischen Führung erzählt - oder wie viel Unwahrheiten sie verbreitet.", wie Jody K. Biehl in Spiegel Online ausführt.
Vom Grauen geschüttelt möchte der Denkpass wiederum darauf hinweisen, daß selbst das noch nicht das Ende der amerikanischen Fahnenstange sein muß. Es könnte noch schlimmer abgelaufen sein: Im (vorläufigen) Worst-Case-Szenario hätten die Republikaner zwar die Wahlergebnisse manipuliert, aber nur halb so viel wie die Differenz in der Popular Vote angibt. Demzufolge hätten wir dann in George W. Bush einen Präsidenten, der für die Wiederwahl alle Mittel einsetzt - auch illegale - und davon abgesehen ein amerikanisches Wahlvolk, das sich um all die Unwahrheiten und Manipulationen seiner Regierung einen Scheißdreck kümmert und sie nichtsdestotrotz wiederwählt.
Mit anderen Worten (und verbunden mit dem Hinweis, daß das ja nur Spekulationen sind): Der amerikanische Präsident wäre in diesem Fall ein von beinahe 60 Millionen Ignoranten unterstützter Wahlbetrüger, der zugleich die weltweit mit dem größten Budget ausgestatteten Militärstreitkräfte befehligt.
Aber halt, diese Situation haben wir ja bereits seit dem Jahr 2000.
chiefpedro in Politische Notizen | TrackBack(0)