Seit Tagen schon bettelt Kenneth Bigley um sein Leben. Seine Mutter ebenso. Sie tun, was sie tun müssen. Und was sie in ihrer hoffnungslosen Lage als einziges tun können - betteln. Auf der anderen Seite tut Tony Blair genau das, was er tun muss. Nicht, was er kann: Er könnte viel mehr. Nein, er handelt, wie es die Lage vorschreibt - er bleibt hart.
Das führt unweigerlich dazu, daß Kenneth Wigley von seinern Peinigern auf bestialische Weise getötet wird. All sein Flehen, auch das seiner Mutter, und die vielen religionsübergreifenden Gebete anderer Menschen werden ihm und seiner Familie nicht helfen können. Denn die Situation ist für seine Entführer einfach zu günstig: Endlich einmal erlangen sie mit der Androhung des Todes eines einzelnen Menschen die Macht über die öffentliche Meinung in Großbritannien. Und sie haben mit Eugene Armstrong und Jack Hensley bereits zwei weitere Opfer der Entführung vom 16. September umgebracht. Kenneth Bigley nicht zu töten, würde aus ihrer Sicht ebenso wenig Sinn machen wie die Errichtung einer evangelischen Kirche in Mekka: Es wäre schlicht und einfach beleidigend.
Aber all das muß nicht umsonst geschehen. Vielleicht nämlich führt der Tod Kenneth Bigleys dazu, daß Großbritannien - und die Welt - von Tony Blair, dem Politiker, befreit wird. Denn so unnachgiebig der britische Premierminister im Umgang mit irakischen Geiselnehmern bleiben muss, so unausweichlich sieht er dabei schlecht aus. Seine unnachgiebige Haltung bleibt unmenschlich und unverständlich. Und damit in Zukunft auch unwählbar.
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