Was Hundebesitzer wohl denken mögen, wenn sie ihre kleinen Lieblinge dabei beobachten, wie sie die Gegend vollscheißen? Der Denkpass entschuldigt sich im Voraus für die plakative Ausdrucksweise, doch Themen wie die ekelerregende Rücksichtslosigkeit der Hundebesitzer fordern eine angepaßte Sprache. Jedenfalls finden sich sechs mögliche Antworten:
• Ausblenden - Hundebesitzer nehmen die Tretminen nicht wahr. Dafür sammelt ihr Gehirn, überwältigt von Liebe und Zuneigung zu ihren behaarten Lebensabschnittsbegleitern, visuelle Informationen über die unmittelbare Umgebung eines Hundescheißhaufens, extrapoliert die Daten und gaukelt dem Bildverarbeitungs-Zentrum eine scheißefreie Umwelt vor. Die Verarbeitung des Datenstroms des Geruchssinnes wird ähnlich manipuliert. Die Frage bleibt, ob sich auch der Tastsinn austricksen läßt, sollte sich ein Hundebesitzer wider Erwarten knöcheltief in den Exkrementen seines Mitbewohners wiederfinden.
• Stolz - So wie Männer auf ihre spiegelblank polierten, tiefer gelegten und auffällig lackierten Schwänze oder ihre prallen, gut durchbluteten und ellenlangen Autos stolz sind ... ähhh ... so ähnlich jedenfalls könnte die Brust eines Hundebesitzers anschwellen, sobald sein Haustier eine markige Bombe mitten auf dem Gehweg platziert. Die Gründe für Stolz sind für Außenstehende eben oft nicht nachvollziehbar.
• Vermeintliche Normalität - Die Möglichkeit ist in Einzelfällen nicht auszuschließen, dass Erziehung und Lebensverhältnisse des Hundebesitzers die Existenz von Fäkalien im unmittelbaren Lebensbereich als normal erscheinen lassen. Eine Jugend in einem asozialen Elternhause, Scheiße unter, auf und neben Bett und Nachttisch, Kotze und Urin auf dem Fernsehsessel, vollgekackte Unterwäsche noch im Erwachsenenalter - ganz schnell verschiebt sich da die Toleranzschwelle in Richtung eines unbürokratisch vor sich hinscheißenden Haustieres.
• Autodidaktische Intoleranz - Zwischen der eigenen und fremden Absonderung von Exkrementen wird zuallererst einfach kein Unterschied wahrgenommen. Auch nicht in hygienischer Hinsicht. Das kann ganz einfach erklärt werden: Nur in einem durchschnittlich gepflegten Klobecken sticht ein brauner, turnschuhgroßer Kackklumpen ins Auge. Fällt aber im eigenen WC die Schranke hinsichtlich der hygienisch notwendigen Mindestmaßnahmen, lassen sich bis zu 1000 Gramm menschlichen Kots leicht übersehen. Und hat man diese Gefilde aus Dummheit erstmal zu Hause betreten, schert einen das Naserümpfen der Mitbürger auf der Straße längst nicht mehr.
• Absicht - Die Scheißneigung des eigenen Wolfsabkömmlings wird verwendet, um der Gesellschaft einen übelriechenden Denkzettel zu verpassen. Kackende Anarchie sozusagen. Ein Phänomen, das gerade unter Deutschen sehr oft vorkommt, ist fehlende Selbstkritik, die Fähigkeit, eigene Fehler einzugestehen. Es mag also Hundebesitzer geben, die die Schuld am Fehlstart ihres Lebens der Gesellschaft geben. Ihre Rache konzentriert sich folgerichtig auf die gleichmäßige Bescheißung der Gehwege unserer Gemeinden.
• Sexuelle Erregung - Es mag Fälle geben, in denen Hundebesitzerinnen der Bauch kribbelt und ihre Nippel hervorstehen und sie sich zwanghaft in den Schritt fassen, in denen Hundebesitzern ein unbeschreibliches, knüppelhartes, schmerzhaftes und saugeiles Prachtexemplar einer Dauererektion unterkommt, einfach und allein deshalb, weil sie Scheiße sehen. Was ist heute schon pervers? Eine sexuelle Affinität zu halbverdautem Rinderpansen etwa? I wo.
Und deswegen, liebe Hundebesitzer, weiter so. Haut die Tölen voll, bis ihnen die Därme platzen, auf daß sie unsere Innenstädte in Scheiße versinken lassen. Ihr werdet eure Gründe schon haben - dies ist immerhin eine Demokratie. Und das bedeutet nichts anderes, als daß jeder auf den anderen scheißen darf.
chiefpedro in Lebensächliches | TrackBack(0)